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Veröffentlicht am 27.11.2018

Wunderschönes Wiedersehen mit Oma Jette

Oma tanzt auf Wolke 7
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Oma Jettes Haus füllt sich wieder. Zunächst kommt ihr Lebensgefährte Günther vom Festland zurück nach Langeoog, sein Haus ist verkauft und einer gemeinsamen Zukunft sollte nichts mehr im Wege stehen. Wenn ...

Oma Jettes Haus füllt sich wieder. Zunächst kommt ihr Lebensgefährte Günther vom Festland zurück nach Langeoog, sein Haus ist verkauft und einer gemeinsamen Zukunft sollte nichts mehr im Wege stehen. Wenn da nur der leidige Heiratsantrag nicht wäre.... Und Günther kommt nicht allein - er bringt seine Nichte Walburga mit. Ein die Farbe Pink liebendes, kaugummiploppendes Wesen, seit ein paar Wochen schwanger, ohne Heimat oder Familie. Nur Chihuahua Mimi ist an ihrer Seite. Als such noch Günthers Freund Horsti auftaucht und Jettes Enkel Fenna, Marie und Kilian ihre Ferien bei ihr verbringen, ist es aus mit der Ruhe. Und auch die Nachbarn sorgen für einigen Trubel in Jettes Leben. 


Dieses Buch ist wieder ein Wahnsinn! Man kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus. Schon bei den Namen beweist Regine Kölpin gehörigen Humor. Ihre Charaktere heißen Blümerant, Meilenstein, Zwiebell (mit zwei l bitteschön) und - Krönung - Horsti von Hinten. Und wer käme schon auf die Idee, ein pinkliebendes Frauenzimmer mit Chihuahua im Neuschwanstein-Körbchen (mit Zaun und Rasenfläche!) ausgerechnet Walburga zu nennen? Hinter all diesen Namen verstecken sich durchweg sympathische Charaktere, die dem Leser sehr schnell ans Herz wachsen, sofern sie es nicht schon sind - schließlich ist dies die Fortsetzung von "Oma zeigt Flagge". Man kann "Wolke 7" allerdings auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Der Leser wird hier alles wissenswerte wiederfinden. Auch bei der Handlung kommt der Humor nicht zu kurz. Günthers Versuche, Jette einen Heiratsantrag zu machen, sind einfach himmlisch. Auch Walburga sorgt für heitere Momente mit ihren Schwangerschaftskrankheiten. Oder auch Nachbarin Grete aus dem schwäbischen, mit ihrem manchmal durchkommenden Dialekt und der verzweifelten Suche nach einer Braut für ihren Sohn Eberhard..... Allerdings hat das Buch auch seine ernsten Momente. So entwickelt sich Walburga n eine Richtung, die man nicht erwartet und zum guten Schluß merkt man, daß man ihr Unrecht getan hat. Ebenso Grete hat zum Ende hin etwas, woran sie sich nur schwer gewöhnt. Bei beiden Themen kommt man ans Nachdenken, worüber wird hier aber nicht verraten - dafür soll jeder das Buch selbst lesen. Wunderschön natürlich wieder die Art, die Landschaft zu beschreiben. Hier spürt man den Wind und den Sand und bekommt am Ende richtig Festtagsstimmung. 


Regine Kölpin hat mich mit dem vierten Buch der "Oma"-Reihe wieder begeistert. Ich fände es sehr schön, wenn es noch weitere Geschichten von Jette, Günther und der Familie geben würde. Aber jetzt freue ich mich zunächst auf ein weiteres Buch rund um eine Oma!

Veröffentlicht am 27.11.2018

Gelungener historischer Roman

Der Hexenjäger
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Der Mönch Heinrich Kramer kümmert sich nach dem Tod der Mutter um Susanna. Doch ihm gefällt Susanna auf eine Art, die nicht sein dürfte und sein ohnehin nicht zölibates Leben, daß er in Bordellen ...


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Der Mönch Heinrich Kramer kümmert sich nach dem Tod der Mutter um Susanna. Doch ihm gefällt Susanna auf eine Art, die nicht sein dürfte und sein ohnehin nicht zölibates Leben, daß er in Bordellen auslebt, empfindet er als von Dämonen verursacht, die auch für andere Unglücke verantwortlich sind. Er verfolgt nur noch ein Ziel: Die Vernichtung dieser Hexen. Heinrich erringt die Genehmigung, als Inquisitor zu reisen und die Hexen zu vernichten. Er schreibt den "Hexenhammer"....


Astrid Fritz verwebt hier gekonnt Fiktion und Realität. Die Figur Heinrich Kramer sowie den Hexenhammer gab es tatsächlich - mit allen schrecklichen Konsequenzen. Hier hat die Autorin sehr gut recherchiert und bringt dem Leser diesen Teil der Geschichte gekonnt näher. Hier steckt eine Menge Elan hinter der Recherche! Man erlebt den Schrecken durch den sehr bildhaften Schreibstil hautnah und lernt noch viel dazu. Letztendlich ist man froh, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben! Astrid Fritz schafft es hier,den Leser durch einen leichten, interessanten und vor allem spannenden Schreibstil die Handlung so verfolgen zu lassen, daß man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Ihre Art beschreibt das Leben und die damalige Zeit zum Greifen nah. Man fühlt die Not und die Angst der betroffenen Personen und bekommt Gänsehaut, wenn man ihr Schicksal denkt.


Ein absoluter Lesegenuß!

Veröffentlicht am 26.11.2018

Ein Hunderoman, in dem es menschelt

Die Ballade von Max und Amelie
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Narbe, eine auf einer Müllkippe lebende Hündin, trifft auf Max, einen von seinen Besitzern ausgesetzter Rüde. Sie schließt sich Max an, der seine Familie sucht, um ihrem Leben zu entfliehen. Gemeinsam ...

Narbe, eine auf einer Müllkippe lebende Hündin, trifft auf Max, einen von seinen Besitzern ausgesetzter Rüde. Sie schließt sich Max an, der seine Familie sucht, um ihrem Leben zu entfliehen. Gemeinsam meistern sie viele Abenteuer, begegnen u. a. Wölfen und durchleben Unwetter. 

Dieser Roman ist aus der hündischer Sicht geschrieben, was mir keinerlei Probleme bereitet hat - im Gegenteil. Aus einer anderen Perspektive wäre viel Zauber verloren gegangen. Die Charaktere von Max und Narbe sind richtig toll herausgearbeitet und es ist schön zu erleben, wie Narbe ihren eigenen Wert erkennt und nicht mehr meint, ihr Leben wäre sinnlos. Ihre Freundschaft und die Unterstützung, die sie durch Max erlebt, erhöht ihr Selbstwertgefühl und es sind durchaus Parallelen in die Menschenwelt übertragbar. Geschrieben ist das Buch auf eine sehr anrührende und leicht lesbare Art. Diesmal hat David Safier ein sehr ernsthaftes Buch mit Hintergrund geschrieben - ich muß sagen: Auch dieses Metier beherrscht er!

Veröffentlicht am 24.11.2018

Wunderschön

Eine Handvoll Worte
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1960. Jennifer Stirling ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet, hat ein Leben ohne Sorgen und müßte eigentlich glücklich sein. Wenn sie nicht in jemand anderen verliebt wäre und dieser von ihr verlangen ...

1960. Jennifer Stirling ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet, hat ein Leben ohne Sorgen und müßte eigentlich glücklich sein. Wenn sie nicht in jemand anderen verliebt wäre und dieser von ihr verlangen würde, alles hinter sich zu lassen und mit ihm zu gehen.


Im Jahre 2003 arbeitet Ellie Haworth bei einer Zeitung. Sie könnte glücklich sein - jedoch liebt sie einen Mann, der in eine andere Frau verliebt ist. Als Ellie im Archiv der Zeitung einen alten Brief findet, in dem eine Frau von einem Mann gebeten wird, für ihn ihr altes Leben aufzugeben,  ist sie berührt und will wissen, wie diese Geschichte weitergegangen ist. Sie forscht nach und findet Jennifer.


Dieses Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Jeder Teil behandelt ein Thema für sich und man muß zumindest zu Beginn etwas aufpassen, um nicht den roten Faden zu verlieren. Jedoch handelt es sich um eine wunderschöne und berührende Geschichte, die einem vor Augen führt, daß es Frauen vor noch gar nicht allzu langer Zeit nicht so einfach hatten wie heute. Sonst wäre Jennifers Geschichte anders verlaufen. Die Charaktere sind wie gewohnt sympathisch und greifbar und die Handlung auf ihre Art spannend mit viel Gefühl und Herz. Geschrieben ist das Buch auf eine wunderbar leichte Art, so daß es richtig Spaß macht, es zu lesen. 

Veröffentlicht am 22.11.2018

Ernstes Thema schön verpackt

Ein ganzes halbes Jahr
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Die 26jährige Lou lebt mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Neffen zusammen in einem recht kleinen Haus. Sie arbeitet in einem Café und verdient als einzige in der Familie Geld. Bis sie plötzlich ...

Die 26jährige Lou lebt mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Neffen zusammen in einem recht kleinen Haus. Sie arbeitet in einem Café und verdient als einzige in der Familie Geld. Bis sie plötzlich ihren Job verliert. Doch sie hat Glück und findet eine Anstellung als Betreuerin bei Familie Traynor. Ihr Schützling soll der vom Hals abwärts gelähmte erwachsene Sohn der Familie sein. Doch Will und Lou sind zunächst alles andere als Freunde, merken aber schnell, was sie aneinander haben. Lou wird für Will zum Retter in der Not - und umgekehrt.

Jojo Moyes hat hier ein schwieriges Thema in einen leichten Roman verpackt. Es ist voller Emotionen, jedoch nicht kitschig. Es schwankt zwischen tiefer Traurigkeit und strahlendem Humor. Dieser Spagat ist gelungen. Die Charaktere sind greifbar und mit all ihren Facetten glaubhaft und könnten so tatsächlich existieren. Trotz des ernsten Themas macht das Buch Spaß zu lesen. Dies wohl auch stark durch den hervorragenden Schreibstil der Autorin, der einfach sehr zugänglich ist.