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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2020

Gut konstruiert

Luna Maiwald ermittelt / Rügengift
0

Es geht spannend und auch rasant los: Die gerade aus einem Jahr Pause - Sabbatical? - zurückkehrende Hauptkommissarin sieht sich mehreren mysteriösen Todesfällen gegenüber, die alle weder als natürlich ...

Es geht spannend und auch rasant los: Die gerade aus einem Jahr Pause - Sabbatical? - zurückkehrende Hauptkommissarin sieht sich mehreren mysteriösen Todesfällen gegenüber, die alle weder als natürlich noch als Unfall noch als Mord eingeordnet werden können. Dazu noch der vermeintliche Unfalltod einer Reiterin, die als Profi bekannt war. Alles sehr schwierige Ermittlungsumfelder, die den Ermittlern alles abverlangen. Das alles vor dem Hintergrund der persönlichen Unzufriedenhit der Kommissarin mit ihrem privaten Umfeld und ihre Versessenheit, was Ingmar Wolff anbelangt. Spätestens hier weiß man, dass es notwendig gewesen wäre, den ersten Teil zuerst zu lesen. Die ansonsten taffe Luna geht dem Leser nach einer Weilt mit ihren ständigen Stimmen im Kopf ein wenig auf den Zeiger. Die Ermittlungen stocken, das zeigt sich auch im Lesefluss, der darüber auch ein wenig ins Stocken gerät und die Spannung ein wenig abflachen lässt. Das Ende lässt vermuten, dass es Folgebände geben wird. Zusammenfassend: Ein durchaus spannender Konstrukt, eine gute, unhektische Erzählweise, ein schlüssiges Aufdröseln der Fälle auf der Suche nach der Lösung. Etwas mehr Kompaktheit hätte aber nicht geschadet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2019

Nette Urlaubslektüre

Comisario Benitez und der Mord am Strand
2

Es fängt so schön gemütlich an: es ist Sommer, alle haben frei, alle sitzen zusammen auf einer großen Einweihungsparty – man möchte auch dort sein. Dann wird es aber ungemütlich, um es mal so zu sagen. ...

Es fängt so schön gemütlich an: es ist Sommer, alle haben frei, alle sitzen zusammen auf einer großen Einweihungsparty – man möchte auch dort sein. Dann wird es aber ungemütlich, um es mal so zu sagen. Eine Tote am Strand, dann noch ein Toter, dann ein Dritter. Und immer im Fokus der Gesetzeshüter der Neffe des Comisario. Oder eben doch nicht so, weil Neffe. Die Kollegin wirft dem Comisario Befangenheit vor, weil er nicht glauben will, dass sein Neffe irgendwie mit drinhängen könnte. Wobei man gar nicht weiß wo drinnen. Es könnte sich um Eifersuchtstaten gehandelt haben, um Bestechlichkeit, krumme Geschäfte, Drogendeals ... Die Familie sitzt dem Comisario zunehmend im Nacken, er soll den Neffen da rauspauken.
Eine flüssig geschriebene Geschichte m nicht ohne Spannung, aber .. der zunehmend cholerische Comisario geht einem ganz gehörig auf den Keks und Fehler wie völlig unzusammenhängende Satzabfolgen wie die folgende auch:
„Und es wundert mich nicht, dass er zackig antwortet: »Ja, das bin ich. Bruno Guerrero. Was wollen Sie?“
„Kannten Sie?«, fragt Paula.
Er sieht mich fragend an. »Warum? Ist etwas passiert?«
“„Sie wurde ermordet«, sage ich und werfe Paula einen entschuldigenden Blick zu. Ich kann ja nichts dafür, dass er nicht mit ihr spricht.“
Der Padre von Paolo heißt später selbst mal Paolo und es sind etliche weitere grammatikalische oder Satzzeichenfehler enthalten. Das trübt den Lesegenuss.
Ansonsten eine nette Urlaubslektüre eben weil auch eine sehr kurzweilig Beschreibung der Landschaft enthalten ist, die Lust auf Urlaub dortselbst macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 07.02.2019

Treffend

Herzenssache
0

Herzenssache trifft es als Titel ziemlich genau, im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Dass es eine so junge Frau so heftig treffen muss, ist furchtbar. Die Umgangsweise der Ärzte - sehr zögerlich, sehr ...

Herzenssache trifft es als Titel ziemlich genau, im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Dass es eine so junge Frau so heftig treffen muss, ist furchtbar. Die Umgangsweise der Ärzte - sehr zögerlich, sehr unbestimmt, sehr ausweichend - sowie der Freunde und Verwandten von Nicki und Christian - sehr ausweichend, teils unbekümmert, teils die Situation verneinend oder schlicht nicht erreichbar - wirkt bisweilen befremdlich. Die Protagonisten sind etwas ambivalent und das Ende dieses 1. Teils etwas plötzlich. Genug Spannung für den nächsten Teil ist aber allemal aufgebaut. Die teilweise Zerrissenheit - insbesondere von Christian - ist überzeugend dargestellt.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Beängstigend real

Der Patriot
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"... auch wenn man höllisch aufpassen muss, wen man als bösen und wen als guten Menschen bezeichnet. Das ist nicht so einfach. ... Wenn man anderen wehtun muss, ... tut man alles, um sich selbst davon ...

"... auch wenn man höllisch aufpassen muss, wen man als bösen und wen als guten Menschen bezeichnet. Das ist nicht so einfach. ... Wenn man anderen wehtun muss, ... tut man alles, um sich selbst davon zu überzeugen, dass man ehrenwerte Gründe dafür hat. Aber das ist nur selten der Fall." Diese Zitate - relativ spät im Buch - beschreiben recht treffend worum es in diesem erschreckend realitätsnahen Buch geht. Wer hat Recht, wer Unrecht? Von wo und wem geht welche Bedrohung aus? Schwarz-Weiß-Malerei auf allen Seiten. Es gibt keine Zwischentöne und wer welche äußert oder Zweifel hegt, wird in die eine oder andere Ecke gestellt und dort abgestempelt. "Der Plot fühlt sich erschreckend real an. Ein unglaublich spannender Thriller", wird Expressen auf dem Klappentext zitiert. Kann man so unterschreiben. Man muss aber auch feststellen, dass die Darstellung aus sehr einseitiger Sicht geschrieben ist. Der Titel erschließt sich nicht. Weder aus Sicht des "Kopfes" der Täter, noch aus der Betrachtung der Figur des August, der viel zu lange in seinem chilenischen Fluchtort verweilt, ehe er in den schwedischen Schauplatz eingebunden wird. Viel zu dubios übrigens mit seiner kriminellen Vergangenheit und ebensolcher in der chilenischen Gegenwart. Tatsächlich ein Plot, dass er ausgerechnet an den Waffen stirbt, die er bzw. sein dortiger "Arbeitgeber" in Chile zuvor eben diesen Extremisten ausgehändigt haben, die er nun in Schweden zur Strecke bringen will. Durchaus aus Egoismus, geht es doch ausschließlich um seine wiedergefundene Liebe von damals. Die anderen sind ihm schlicht egal. Also kein Patriotismus. Definitiv nicht. Ein Buch, das in der Tat höchst spannend geschrieben ist, das polarisiert und zur Diskussion anregen sollte.

Veröffentlicht am 25.12.2018

Überraschendes Ende

MI-SIX: Operation Bernsteinzimmer
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Um es vorweg zu nehmen: die Idee, wo das Bernsteinzimmer letztendlich gelandet ist, ist gut und witzig. Die Einteilung des Buches in ganz kurz gehaltene Situationsbeschreibungen an ganz unterschiedlichen ...

Um es vorweg zu nehmen: die Idee, wo das Bernsteinzimmer letztendlich gelandet ist, ist gut und witzig. Die Einteilung des Buches in ganz kurz gehaltene Situationsbeschreibungen an ganz unterschiedlichen Orten und mit sehr unterschiedlich motivierten Personen, lädt zu kurzweiligem Lesen. Der Titel ist insofern etwas irreführend, als im Verlaufe des Buches der Geheimdienst und selbst das Bernsteinzimmer immer wieder in den Hintergrund rücken. Der Geheimdienst kommt eigentlich nur zu Beginn und dann am Schluss wieder vor, das Bernsteinzimmer zwar immer wieder, aber nicht wirklich durchgängig, denn eigentlich verliert sich das Buch ein wenig in der sehr ausführlichen Kriegsbeschreibung und den Motivationen der dort handelnden Personen. Der Schluss ist "versöhnlich" und auch witzig ausgedacht. Letztendlich auch ein Pageturner, obwohl das ständige Kunstverschieben etwas undurchsichtig und zum Schluss kaum nachzuvollziehen ist. Aber das macht dann ja auch den Schluss des Buches aus.