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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2019

Ratgeber im humorvollem Gewand

Ich dachte, sie ziehen nie aus
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Alle Eltern kommen wohl mal an den Punkt, dass sie plötzlich entdecken, wie groß die Kinder doch geworden sind.

Und das nicht erst wenn sie ausziehen und ihr eigenes Leben leben wollen, sondern auch schon ...

Alle Eltern kommen wohl mal an den Punkt, dass sie plötzlich entdecken, wie groß die Kinder doch geworden sind.

Und das nicht erst wenn sie ausziehen und ihr eigenes Leben leben wollen, sondern auch schon wenn es heißt ab in den Kindergarten.

Lucine Hutzenlaub und Heike Abidi haben in ihren Buch alle familiären Meilensteine auf sehr hurmorvolle Weise beleuchtet und geben Tipps wie man eben diese schweren Zeit gut und unbeschadet übersteht. Ganz ohne Psychotherapie, aber dafür mit Witz und auch mal nicht ganz so ernst gemeinten Ratschlägen.

Dazu bekommt man einen Einblick, wie es denn in anderen Familien so geht und erkennt schnell, dass es am Ende doch überall gleich ist.

Man liebt, man streitet und man steht kurz vor den Nervenzusammenbruch wenn die Kinder in der Pubertät sind oder gar meinen alles viel besser zu wissen. Wenn sich eben die Kinder in der rasanten Zeit schneller entwickeln, als wir Alten.

Man muss ja loslassen, aber wann am Besten und wie und was macht man dann mit der neu gewonnenen Zeit?

Schon wenn Kind nicht mehr kuscheln will und man bloß nicht einen Kuss in der Öffentlichkeit geben darf kommt es zum ersten Abschiednehmen.

Aber man wird ja auch noch gebraucht, wenn der erste Liebeskummer kommt oder man auch mal die Wäsche waschen muss in den Semsterferien oder später man auf die Enkel aufpassen darf.

Da steht eben das "Loslassen" und das "endlich sind sie weg" in großer Konkurrenz.



Ein Buch mit vielen wahren Geschichten und Geschehnissen, die man durchaus von sich selbst kennt.

Wirklich gelungen und lesenswert.

Veröffentlicht am 17.09.2019

Quer-Feld-Ein und Rund-um-die-Welt

Die Wellenbrecher
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"Als ihm sein Leben an Land zu turbulent wird, begibt sich Mark Herfurt auf hohe See. Ein Stipendium ermöglicht ihm, die »schwimmende Universität« zu besuchen – mit 200 Studenten aus 40 Ländern an Bord ...

"Als ihm sein Leben an Land zu turbulent wird, begibt sich Mark Herfurt auf hohe See. Ein Stipendium ermöglicht ihm, die »schwimmende Universität« zu besuchen – mit 200 Studenten aus 40 Ländern an Bord eines betagten Ozeanliners. Der unscheinbare Durchlavierer Mark sieht die Chance auf eine elitäre Ausbildung gekommen. Doch stattdessen fährt er hinaus ins Abenteuer seines Lebens." (Quelle:Verlag)


Wer träumt nicht einmal im Leben die Chance zu bekommen die ganze Welt zu bereisen und das sogar kostenlos. Als Mark das Glück hat ein Stipendium zu schnappen schlägt er natürlich zu und geht auf Reisen mit dem Studentenschiff.
Schnell spürt Mark, dass dies nicht nur Abenteuer ist, sondern auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst.
Er lernt neue Kulturen kennen und die verschiedenen Studenten aus den verschiedenen Ländern öffnen seinen Geist.
Er fängt an an sich selbst zu zweifeln und auch daran, ob dieses Studium denn wirklich was für ihn ist.
Zudem verliert er sich selbst ab und zu im Abenteuer und der Freunde und Losgelöstheit, was diese Reise ihm ermöglicht.

Auch wirklich beeindruckende Weise schafft Christopher David damit ein Buch in das man mit abtauchen kann und sich wohl fühlen kann. Man ist als Leser plötzlich wieder jung und dynamisch und hat das Gefühlt zwischen Lebenszweifel mit Zukunftsangst und Liebesglück und mit dem Gefühl, dass man alles schaffen kann zu taumeln.
Der lockere Schreibstil und die abwechslungsreichen orte lassen es nie langweilig werden und auch die freunde und Mitstudenten von mark fügen sich hier als ganzes zusammen.
Mark ist als Figur sehr authentisch und man möchte ihn hier und da in die richtige Richtung schupsen oder auch mal ermahnen, doch meist kann man einfach seine Begeisterung für dieses besondere Abenteuer einfach teilen.

Veröffentlicht am 25.08.2019

Organraub in Perfektion

Der Preis des Lebens
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Man ist als Leser sehr schnell mitten im Geschehen und weiß gar nicht wie man alles einzunorden hat. nach und nach entwickelt sich die Story zu einen Netzwerk an Kriminalität und das eben auch auf höchster ...

Man ist als Leser sehr schnell mitten im Geschehen und weiß gar nicht wie man alles einzunorden hat. nach und nach entwickelt sich die Story zu einen Netzwerk an Kriminalität und das eben auch auf höchster Ebene. man ist ergriffen von der Perversion die zu Tage kommt und man kann der Story zweifelsohne folgen und diese fast als Wahrheit abnehmen. das macht das Ganz erst Recht zu einen extrem packende Buch. Die Personen wirken dabei sehr authentisch und man wird schon fast gezwungen zu überlegen wie gläsern man als Mensch denn wirklich ist und ob diese Begebenheiten denn wirklich nur erfunden sind?

Der Aufbau ist gelungen und spannend mit gut nachvollziehbaren Hintergrundwissen, so dass man gerade bei der IT-Geschichte am ball bleibt, auch wenn man da in die Materie nicht so weit vordringt. Die Schreibweise lässt keine Fragen offen und man kann sich hinreißen lassen. Spannungspotential definitiv gegeben, zum Ende hin ein wahres Feuerwerk an Geschehnissen, wenn auch gerade bei der Aufklärung es mir zu einfach erscheint.

Veröffentlicht am 27.07.2019

Lebensmüdigkeit ade

Der Tag, an dem Gott nicht mehr Gott heißen wollte
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"Der Musiker Leon befindet sich nicht gerade in einer Hochphase seines Lebens. Nicht nur die Lebensfreude, auch der Sinn des Ganzen ist ihm abhandengekommen. Was für ein Glück, dass Gott Lust hat, mal ...

"Der Musiker Leon befindet sich nicht gerade in einer Hochphase seines Lebens. Nicht nur die Lebensfreude, auch der Sinn des Ganzen ist ihm abhandengekommen. Was für ein Glück, dass Gott Lust hat, mal wieder auf die Erde zu reisen und sich höchst persönlich um den völlig verdutzten Leon zu kümmern.

Leon erhält das beste Geschenk seines Lebens - eine Gesprächstherapie mit dem Schöpfer des Universums. Doch auch Gott hat ein Anliegen: Er ist es leid, mit dem sperrigen Namen "Gott" angesprochen zu werden. Leon soll dabei behilflich sein, dass die Menschen endlich seinen wahren Namen erfahren ..." (Quelle:Verlag)

Leon ist als Figur ein im Leben erkenntlich gescheiterter mensch. Er ist allein, hat kaum Freunde und hat dazu eine drogenabhängige Tochter. er ertrinkt in Schuldgefühlen und Lebensmüdigkeit, so dass er keine Freude und Liebe empfinden kann. Stets voller Sorge. Einzig das Klavierspielen spendet ihm kurzzeitig Trost, doch auch hier sieht er es als Strafe an, dass er eben diesen weg eingeschlagen hat.

Rettung seiner geschundenen Seele kommt von ganz oben. Gotte erkennt die Probleme und versucht über Gespräche ihn in die richtige Spur zu bringen, so dass Leon erkennt, dass sein Leben doch nicht so nutz- und sinnlos ist wie er gelaubt hat. Selbst Gott hat eine Zerrissenheit, denn er will nicht mehr mit Kriegen und Sühne in Verbindung gebracht werden. Somit entstehst eine Art Verbundenheit und Freundschaft der beiden, welche nicht greifbar ist, aber dafür umso berührender.

Ein Buch über den glauben, den Sinn des Lebens, die Freude und Liebe und eben auch mit einen großen Sinn für Humor, so dass man eben an verdammt vielen stellen auch schmunzeln oder gar herzhaft lachen muss.
Seelenstreichler, wenn man sich eben auf diese Lektüre einlässt.

Veröffentlicht am 26.07.2019

Das geheime Kapitel

Das geheime Kapitel
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"Anna ist todunglücklich. Ihre Ehe mit Johann plätschert vor sich hin, ihre Herkunft als uneheliches Kind einer jung verstorbenen Mutter hängt ihr immer noch an und ihr geliebter Ziehvater lebt auch nicht ...

"Anna ist todunglücklich. Ihre Ehe mit Johann plätschert vor sich hin, ihre Herkunft als uneheliches Kind einer jung verstorbenen Mutter hängt ihr immer noch an und ihr geliebter Ziehvater lebt auch nicht mehr. Doch als ihr Mann seine neue Geliebte mit auf den Spindelhof bringt, kommt eine außergewöhnliche Geschichte ins Rollen, die viele Fragen aufwirft: Wer ist diese hübsche Silke, die jeden zu verzaubern scheint? Was hat sie zu tun mit den mysteriösen Todesfällen, die ihr Leben begleiten? Und welche Rolle spielt bei all dem das geheimnisvolle Zauberbuch?"


Anna ist eine lebenslustige Frau, aber eben auch mit viel Boss und sie weiß was sie vom Leben will - auf den Hof leben.
Während dieser zeit muss sie mit ansehen wie ihre Ehe den Bach runter geht und behält dennoch Rückrat. Aber erst als Silke sich mit ihr anfreunden will und anfängt ihr von einen Zauberbuch zu erzählen offenbaren sich erst tiefe Abgründe.

Zugegebenermaßen sind die ersten kapitel sehr zäh und man muss sich etwas durchkämpfen um auch am ball zu bleiben um die ganzen Verwandtschaft- und Bekanntschaftsverhältnisse einordnen zu können.
Erst zum 2ten Vietel des Buches kommt etwas Schwung hinein und man fließt mit den Dialogen dahin, so dass es dann eben eine Freude ist das Buch zu lesen. Die Geschehnisse kommen dann sehr geballt, was dem Buch aber durch die schwierige Startphase wirklich gut tut und nicht zu überladen wirkt.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet und auch die Szenen schön umschrieben, so dass man Teil des Lebens auf dem Hof wird.