Sich die Welt erobern
LubotschkaDas will Luba, die Abiturientin. Leicht gehabt hat sie es nicht, sie gehörte nie zu den reichen, sorglosen in ihrer Schulklasse. Mit komplizierter Mutter und einem Alkoholiker von Vater, der schon längst ...
Das will Luba, die Abiturientin. Leicht gehabt hat sie es nicht, sie gehörte nie zu den reichen, sorglosen in ihrer Schulklasse. Mit komplizierter Mutter und einem Alkoholiker von Vater, der schon längst nicht mehr bei ihnen lebt und nur sporadisch in ihrem Leben auftaucht, hat sie es nicht leicht, zudem sie mehrmals in der Woche im Schlafsaal des schuleigenen Internats übernachten musste.
Beim Abschlussball will sie strahlen, auch wenn es ihr eigentlich nicht weh tut, Abschied zu nehmen von den Mitschülerinnen, will sie es mit Prunk tun. Mit Prunk und Pomp, wie überhaupt das Materielle eine signifikante Rolle spielt in ihrem Leben - ein Wunder, dass sie nicht "Material Girl" von Madonna zu ihrer Hymne gemacht hat.
Es zieht sich schon sehr, die Darstellung von Lubas Weltbild und hat mich, die ein atmosphärisches, vielleicht auch analytisches Portrait der russischen Welt der Nullerjahre tief in deren Westen, nämlich in "Piter" wie Sankt Petersburg von seinen Bewohnern nahezu zärtlich genannt wird, erwartete.
Nichts davon ist aus meiner Sicht der Fall und so verabschiede ich mich eilig von dieser für mich ausgesprochen unbefriedigenden Lektüre, um hoffentlich größeren Lesegenüssen entgegenzusehen!