Schöner Roman
Die BücherjägerinAls ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch brauche. Eine Bücherjägerin? Her damit!
Besonders gut gefiel mir der Aufbau der Geschichte. Wir lernen Sarah in der Gegenwart ...
Als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch brauche. Eine Bücherjägerin? Her damit!
Besonders gut gefiel mir der Aufbau der Geschichte. Wir lernen Sarah in der Gegenwart kennen, die das Geschäft der Antiquitäten- und Bücherjagd ihrer Tante Amalia nach deren Tod übernommen hat. Sarah hatte eine besondere Beziehung zu ihrer Tante, nachdem sie und ihre Schwester ihre Eltern früh verloren hatten und dann von Amalia großgezogen wurden. Immer wieder wechselt die Gegenwart mit der Vergangenheit und Sarah erinnert sich an Momente mit Amalia. Dabei folgten diese Einblicke nicht unbedingt einem roten Faden, waren aber immer passend zur Situation in der Gegenwart gewählt. Diese Einblicke waren teilweise sehr emotional, traurig und schön zugleich. Vor allem das Thema Abschiednehmen fand ich sehr gut umgesetzt und wurde schön und feinfühlig in die Geschichte eingebaut.
In der Gegenwart begibt sich Sarah mit Ben, einem britischen Bibliothekar, auf die Suche nach einer sehr alten Karte. Die Suche führt die beiden durch Frankreich, bis nach England und an dieser Stelle kommt auch mein einziger kleiner Kritikpunkt. Ich habe mit einer spannenderen „Jagd“, einer ausgeprägteren Suche gerechnet, einer Handlung, die sich vor allem durch den Roadtrip ausgezeichnet hätte. Die ist für mich allerdings sehr blass geblieben und wurde vor allem durch die Rückblenden überschattet. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin möglichst viel Gesellschaftskritik einbauen wollte. Durch die Anhäufung der vielen Themen, sind sie aber leider oberflächlich geblieben und wurden in kurzen Kapiteln abgehandelt.
Sarah hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Anfangs hatte ich meine Probleme mit ihr, aber das legte sich mit der Zeit. In Rückblenden erinnert sie sich an die nicht sehr leichte Kindheit und warum sie so ist, wie sie ist. Daher fand ich ihre Andersartigkeit auch sehr gut rübergebracht. Mit Ben hatte ich größere Probleme, er blieb leider durchgängig eher unnahbar.
Alles in Allem mochte ich die Geschichte und empfehle sie gerne weiter. Eine warmherzige, leise erzählte Geschichte, der es noch ein wenig an Feinschliff gefehlt hat und dennoch überzeugen konnte. 4 ⭐️