Großes Nein.
Morbidly YoursWow..Ich habe mich echt auf das Buch gefreut, aber hier hat für mich einfach nichts funktioniert.
Wo soll man anfangen…
Callum fand ich anfangs noch sympathisch mit einem angenehmen Humor und seiner ...
Wow..Ich habe mich echt auf das Buch gefreut, aber hier hat für mich einfach nichts funktioniert.
Wo soll man anfangen…
Callum fand ich anfangs noch sympathisch mit einem angenehmen Humor und seiner schüchternen Art. Je mehr man allerdings von ihm als Charakter gelernt hat, desto desinteressierter wurde ich. Ich konnte sein Verhalten, seine Monologe und Gedanken nicht mehr mit dem Callum vom Anfang verbinden.
Callums Beruf des Bestatters war einer der Gründe, die mich zu dem Buch hingezogen haben. Wirklich was aus dieser Tatsache wurde allerdings nicht gemacht.
Mit Lark konnte ich mich leider direkt zu Beginn nicht wirklich anfreunden und das hat sich dann auch durchweg durch diese etwas über 400 Seiten gezogen. Sie war anstrengend und irgendwie unsympathisch. Lustig fand ich sie auch nicht.
Larks Schicksalsschlag, der Grund, warum sie überhaupt aus den USA nach Irland gezogen ist, hängt lange über der Geschichte und wird dem Leser stückchenweise zugeworfen, wobei auch immer wieder deutlich wird, dass Lark selbst damit nie richtig abgeschlossen und verarbeitet hat.
Die Beziehung von Callum & Lark hat für mich absolut keinen Sinn ergeben. Hier war weder die Anziehung der beiden nachvollziehbar, noch habe ich irgendeinen Funken gespürt. Also echt gar nichts. Daher lasen sich auch viele der Sexszenen eher unangenehm. Von den Monologen, in denen sie philosophiert haben, wie gut sie die jeweils andere Person finden, aber sie keine Beziehung führen können, will ich gar nicht anfangen.
Ich kann mir die beiden wunderbar als Freunde vorstellen, aber als Liebespaar funktionieren sie einfach nicht.
Beide Charaktere haben natürlich auch ihre eigene Nebenhandlung. Callums dreht sich um das Bestattungsunternehmen und Larks um ihren Job in der Animationsfirma. Ich würde Larks Nebenhandlung als präsenter und besser ausgearbeitet beschreiben, wobei mir allerdings das Ende schon fast zu ereignislos erschien.
Callums Lösung für sein Problem, vor allem nach dem ganzen Drama, schien mir auch schon eher einfach.
Ich musste mir während des Lesens immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass beide um die 30 sind (Lark ist 29/30, Callum 34), denn am Verhalten konnte man es nicht festmachen.
Und nun zum wohl größten Problem: der Schreibstil bzw. die Übersetzung.
Von “dunklem Humor, tiefen Gefühlen und knisternder Spannung”, wie es im Klappentext heißt, habe ich hier nichts gelesen.
Das Buch war unfassbar anstrengend zu lesen. Es war durchweg sehr holprig. Die Dialoge lasen sich größtenteils wie wirr einander gereihte Sätze. Die Übergänge von Thema zu Thema kamen aus dem Nichts. Ein roter Faden, der den Gesprächsverlauf sinngemäß zusammenführt, war unauffindbar.
Nun, jetzt muss man auch fairerweise sagen, dass hier, zumindest anfangs, einiges an amerikanischen Slang und irischen Redewendungen aufeinander treffen, die vielleicht im Originaltext für entsprechende Verwirrung und Witz der Dialoge und Charaktere sorgen, in der Übersetzung funktioniert das alles leider nicht. Das hätte man verzeihen und ignorieren können, hätte der ganze Rest anständig funktioniert.
Es wurden verhältnismäßig viele Anglizismen verwendet, die mir zwar bekannt sind, ich aber nicht als im deutschen Raum etabliert beschreiben würde. Warum das so war, keine Ahnung.
Zu ähnlicher Verwirrung wie der Schreibstil hat bei mir auch das Pacing geführt. Man springt ein bisschen durch die Monate und im ersten Moment ist es Winter und Weihnachten und dann ist plötzlich März. Analoges kann man zu den nicht immer nachvollziehenden Szenen sagen, die genauso springen wie die Dialoge.
Im zweiten Teil dieser Reihe, “Heart Strings”, dreht sich um Larks Cousine Cielo, die man hier bereits bei “Morbidly Yours” kennengelernt hat. Ich fand sie zwar sehr sympathisch, nach einer allerdings ernüchternden Erfahrung, weiß ich noch nicht, ob ich den zweiten Teil lesen werde und falls ja, ob ich es nochmal auf deutsch versuchen werde oder einfach direkt beim Englischen bleibe.
Unterm Strich war ich alles andere als begeistert und weiterempfehlen kann ich es daher nicht.
Wer trotzdem an dem Buch interessiert ist, dem würde ich an dieser Stelle raten, es evtl. mit dem Originaltext zu versuchen. Da ich den aber nicht kenne und das Buch auch selber nicht nochmal lesen möchte, kann ich auch nicht versprechen, dass das Original besser zu lesen ist.