Leserunde zu "Die Glücksfrauen - Die Kraft der Bücher" von Anna Claire

Band 2 der Exilantinnen–Reihe
Cover-Bild Die Glücksfrauen - Die Kraft der Bücher
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Anna Claire (Autor)

Die Glücksfrauen - Die Kraft der Bücher

Roman. Der neue Band aus der Reihe um 3 Exilantinnen nach dem 2. Weltkrieg

Band 2 der großen Reihe um drei Exilantinnen während des Zweiten Weltkriegs

Deutschland 1939: Die Zustände in Deutschland werden unerträglich, und die Jüdin Maria und ihre Familie wollen in letzter Sekunde flüchten. Doch inzwischen ist es fast unmöglich, das Land auf sicherem Weg zu verlassen. So wählen Maria und ihre Familie eine waghalsige und gefährliche Fluchtroute.

Brasilien 2023: Sandra führt eine Buchhandlung, die ihre Großmutter Maria gegründet hat. Als eine June aus New York sie kontaktiert und ihr von einem gemeinsamen Erbe erzählt, wird Sandra neugierig auf das Schicksal ihrer Großmutter. Sie schlägt June vor, mit ihr Marias Fluchtroute nachzureisen. Gemeinsam folgen die Frauen Marias Spuren und finden dabei mehr über die Geschichte heraus, die sie beide vereint.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 03.06.2024 - 16.06.2024
  2. Lesen 24.06.2024 - 14.07.2024
  3. Rezensieren 15.07.2024 - 28.07.2024

Bereits beendet

Schlagworte

Familie Familiengeheimnis Buchhändlerin Buchhandel Brasilien Rio de Janeiro Deutschland Nazi-Zeit Judenverfolgung Flucht Exil Exilantinnen Zweiter Weltkrieg Saga

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 16.07.2024

Unterwegs auf dem Fluchtweg der Großmutter

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Erzählt werden in der Trilogie die Geschichten der Freundinnen Luise, Maria und Anni und deren Enkelkindern. Dieser zweite Band erzählt die Geschichte von Maria, die mit Jakob verheiratet ist. Sie gehören ...

Erzählt werden in der Trilogie die Geschichten der Freundinnen Luise, Maria und Anni und deren Enkelkindern. Dieser zweite Band erzählt die Geschichte von Maria, die mit Jakob verheiratet ist. Sie gehören dem jüdischen Glauben an und haben eine Buchhandlung in Hamburg. Im dritten Reich bleiben sie mit ihren Kindern Tabea und Noah so lange es geht, machen sich dann jedoch auf um zu flüchten. Die Restriktionen wurden so groß un die Möglichkeiten zu flüchten immer geringer.
June, die Enkeltochter von Luise macht sich auf den Weg zu Sandra, die in Rio de Janeiro lebt und dort die Buchhandlung ihrer Großmutter betreibt. Anhand des Fluchttagebuches von Maria machen sich die beiden auf den Weg um Anni, die dritte Freundin im Bund der Großmütter bzw. deren Nachfahren, zu finden.

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Ebenen - die Geschichte der Flucht von Maria und deren Familie und die Geschichte der Enkelkinder June und Sandra. Sie erleben den Weg der Flucht und können so verstehen, was Maria und ihr Familie erleiden musste. Wie sie ausgenommen wurden, aber auch, wie es immer wieder Menschen gibt, die ihnen helfen weiterzukommen. Anschaulich werden beide Geschichten erzählt. Ich habe häufig mit Maria und ihrer Familie mit gelitten.

Die Nachfahren der dritten Freundin Anni finden sie nicht, aber einen Hinweis. Der dritte Band wird dann bestimmt die Auflösung bringen.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Hoffentlich müssen wir nie mehr solche dramatischen Dinge erleben - Flucht, Rassismus, Antisemitismus und Verfolgung. Demütig war ich als ich über mein Leben nachgedacht habe. Hoffentlich lesen viele, gerade in der momentanen Zeit, dieses Buch.

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Aufrüttelnde Pflichtlektüre einer lebensgefährlichen Flucht

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Die Trilogie „Die Glücksfrauen“ beleuchtet das Schicksal der drei Freundinnen und Exilantinnen Luise, Maria und Anni während des zweiten Weltkriegs. Teil zwei widmet sich der bewegenden Geschichte von ...

Die Trilogie „Die Glücksfrauen“ beleuchtet das Schicksal der drei Freundinnen und Exilantinnen Luise, Maria und Anni während des zweiten Weltkriegs. Teil zwei widmet sich der bewegenden Geschichte von Maria, ihrem Mann Jakob und den gemeinsamen Kindern Noah und Tabea. Um 1939 werden die Zustände in Deutschland für Juden und Jüdinnen immer unerträglicher und die jüdischen Buchhändler müssen der Wahrheit, dass es für sie keine Zukunft mehr in ihrer Heimat gibt, schweren Herzens ins Auge sehen. Die Familie wagt nach langem Zögern die gefährliche Flucht bis nach Brasilien.

Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen erzählt. Neben den packenden Erzählungen aus Marias Zeit führt ein weiterer Erzählstrang in die Gegenwart zu Sandra und June, den Enkelinnen von Maria und Luise. Um ihr Erbe antreten zu können, müssen die beiden Annis Nachfahren ausfindig machen und reisen dafür Marias beschwerliche und von Gefahren gezeichnete Fluchtroute quer durch Europa nach.

Vom ersten Wort an schafft es Anna Claire in ihrem historischen Roman, einen in den Bann von Marias Gesichte zu ziehen. Ihr unmittelbarer, berührender Schreibstil katapultiert die Leserin mitten in Marias Gedanken. Bei jeder Ungerechtigkeit und Grausamkeit, die Maria und ihren Lieben widerfährt, zerreißt es einem das Herz, als ob man diese am eigenen Leib erfahren würde.

Man fiebert auf jeder Seite mit Maria mit. Werden sie und ihre Familie die lebensgefährliche Flucht überleben? Werden sie endlich ankommen und sich ein neues Leben aufbauen können? Umso fassungsloser lassen einen die Gräuel zurück, die Maria auch noch über sich ergehen lassen muss, als sie Deutschland bereits verlassen hat – wie auch zahlreiche andere geflüchtete Juden und Jüdinnen.

Trotz der fesselnden Erzählung fällt es ob der bedrückenden, aufwühlenden Thematik oftmals schwer weiterzulesen. Man will sich nicht weiter ausmalen, wie viel Juden und Jüdinnen in dieser Zeit noch über sich ergehen lassen mussten, kann es nicht mehr ertragen. Da kommen die Passagen rund um Sandra und June für eine Verschnaufpause mehr als recht.

Dennoch kann der Erzählstrang aus der Gegenwart nicht mit jenem aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges mithalten. Stellenweise zu aufgesetzt und oberflächlich wirkt das Verhalten von Sandra und June sowie deren persönliche Entwicklung. Zu glatt verläuft etwa die Liebesgeschichte, die sich zwischen Sandra und einem Bestsellerautor entspinnt.

Fazit:
Und doch kann ein leicht schwächelnder Erzählstrang dem Roman in seiner Gesamtheit nichts anhaben. „Die Glücksfrauen – die Kraft der Bücher“ bietet ein berührendes, aufwühlendes Leseerlebnis, das man nicht missen will. Es fühlt sich an, als ob man die beschwerliche Reise gemeinsam mit den Protagonisten und Protagonistinnen angetreten wäre – und man will den Weg mit ihnen definitiv auch im dritten Band der Trilogie weitergehen. Schließlich sind noch einige Fragen zum Verbleib von Marias Familie offengeblieben.

Auch die Thematik könnte – leider – nicht aktueller sein. Wie konnte eine Gesellschaft solche Gräuel zulassen? Wie kann sie es heute zulassen, dass sich Antisemitismus und Rassismus einen Weg in die gesellschaftliche Mitte bahnen? Fragen wie diese schwirren einem nach der Lektüre der Glücksfrauen unaufhörlich im Kopf. Da will man das Buch zur Pflichtlektüre für jeden einzelnen Menschen auf dem Planeten erklären.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Die Bedeutung von Büchern in schwierigen Zeiten

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Die Trilogie „Die Glücksfrauen“ von Anna Claire handelt von drei Freundinnen (Luise, Maria und Annie), die vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in Berlin leben. Im Jahr 2023 begeben sich die Enkelinnen der ...

Die Trilogie „Die Glücksfrauen“ von Anna Claire handelt von drei Freundinnen (Luise, Maria und Annie), die vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in Berlin leben. Im Jahr 2023 begeben sich die Enkelinnen der Protagonistinnen auf die Spuren ihrer Großmütter. „Die Kraft der Bücher“ ist der zweite Teil und erzählt die Geschichte von Maria und ihrer Familie im Jahr 1939 sowie die Geschichte ihrer Enkelin Sandra im Jahr 2023.

Im Jahr 1939 überredet Maria ihren unentschlossenen Ehemann Jacob quasi im letzten Moment zur Flucht. Die Familie begibt sich auf eine gefährliche Route, die letztendlich nach Rio de Janeiro führt. In der Gegenwart in Rio de Janeiro führt Sandra die Buchhandlung ihrer Großmutter Maria mit wenig finanziellem Erfolg. June, die Enkelin von Luise, nimmt mit ihr Kontakt auf, weil sie versucht, die Nachkommen der Freundinnen ihrer Großmutter zu finden, um deren letzten Wunsch zu erfüllen. So begeben sich Sandra und June gemeinsam auf eine Reise, um die Fluchtroute von Maria nachzureisen und Hinweise auf die Nachfahren von Annie zu finden.

Die Erzählung verläuft auf zwei Zeitebenen, wodurch die Spannung durchgehend gehalten wird. Besonders fesselnd ist die Schilderung der Geschichte Marias in der Vergangenheit. Die Figur wird als eine starke, mutige und entschlossene Frau dargestellt, die ihre Familie unter schwierigsten Bedingungen vor dem Tod bewahrt. In der Gegenwart hingegen könnten einige Situationen und Handlungen der Protagonistinnen glaubwürdiger und weniger naiv dargestellt werden. Der Roman wird sehr bildhaft beschrieben, sodass sich die dargestellten Szenen gut vorstellen lassen. Allerdings könnten einige Zufälle und glückliche Wendungen etwas realistischer umgesetzt werden. Wie auch im ersten Band ist der Schreibstil leicht und flüssig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich um einen gelungenen historischen Roman handelt, der die Lesenden auf eine emotionale Reise mitnimmt und die Bedeutung von Büchern in schwierigen Zeiten betont. Besonders die Darstellung von Marias Flucht und ihrer starken Persönlichkeit machen das Buch lesenswert. Ich freue mich darauf, auch den dritten Band zu lesen, um mehr über die offenen Fragen und über Annis Schicksal zu erfahren.

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Zweiter Teil der Saga - Marias mitreißende Fluchtgeschichte

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1936: die Lage in Deutschland wird für die Jüdin Maria und ihre Familie immer schwieriger, aber ihr Mann Jakob will das Land nicht verlassen. Er hofft immer noch, dass sich alles wieder normalisieren wird ...

1936: die Lage in Deutschland wird für die Jüdin Maria und ihre Familie immer schwieriger, aber ihr Mann Jakob will das Land nicht verlassen. Er hofft immer noch, dass sich alles wieder normalisieren wird und verkriecht sich in seinem Buchladen. Nachdem die Lage lebensbedrohlich wird, sieht auch Jakob ein, dass sie in Deutschland nicht bleiben können und die Familie macht sich im letzten Moment auf eine gefährliche und abenteuerliche Flucht durch halb Europa.

Rio de Janeiro 2023: June hat die Nachfahrin von Maria, der einstigen Freundin ihrer Großmutter Luise, in Brasilien gefunden. Sandra führt dort einen Buchladen, den Maria nach ihrer Flucht in Brasilien gegründet hatte. Zusammen machen sie sich auf, um die Fluchtrute von Maria und ihrer Familie nachzureisen, um so mehr über die Vergangenheit ihrer Familien zu erfahren.

Die Kraft der Bücher ist der zweite Band der dreiteiligen Saga über drei Freundinnen, die zur Zeit des zweiten Weltkriegs Deutschland verlassen haben. Auch hier spielt die Geschichte wieder auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit wird nun die Geschichte der Jüdin Maria und ihrer Familie erzählt und in der Gegenwart versucht Marias Enkelin Sandra mehr über die Vergangenheit ihrer Familie herauszufinden.

Die Kapitel wechseln immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dies macht die Sache spannend und fesselnd. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, insbesondere die Beschreibungen der Städte und Orte auf Marias Fluchtrute ebenso wie die Lebensumstände der Flüchtlinge konnte ich bildhaft vor mir sehen.

Maria ist – ähnlich wie Luise im ersten Band – eine starke Frau, die sich aber zunächst viel zu sehr auf ihren Mann verlässt und ihre Meinung nicht vehement durchsetzt. Dies wird der Familie zum Verhängnis. Während der Flucht wird Maria aber immer stärker und selbstbewusster, so dass sie es am Ende ist, die die Familie rettet und den Neuanfang in Brasilien meistert.

Marias Enkelin Sandra ist da ein ganz anderer Typ. Sie ist ein bisschen chaotisch, sehr vertrauensselig und lebt den Moment. Der Buchladen ist ihr eher Last als Freude und von ihrer Familiengeschichte weiß sie bisher eigentlich nichts. Ihre Bekanntschaft mit der organisierten und etwas steifen June ist wirklich interessant – prallen hier doch völlig gegensätzliche Charaktere aufeinander. Im Grunde tut dies aber beiden Frauen gut und während ihrer Reise durch Marias Vergangenheit können sie viel voneinander lernen.

Insgesamt erinnert der zweite Band oft sehr an den ersten. Auch hier haben wir wieder eine starke Frau, die letztendlich die Flucht und den Neuanfang allein schultern muss und sich nicht auf ihren Mann verlassen kann, der mit der Situation nicht zurecht kommt und im Selbstmitleid versinkt.

Marias Geschichte ist sehr spannend und interessant. Leider kommt man dem Geheimnis um Luise und warum die Freundschaft zerbracht nicht näher. Auch bleiben am Ende des Romans einige Fragen offen, die für mich hier noch hätten geklärt werden müssen, um die Geschichte wirklich rund zu machen.

Fazit:
Trotz ein paar kleiner Schwächen hat mir der zweite Band der Glücksfrauen wieder sehr gut gefallen und ich fiebere nun schon dem finalen dritten Band entgegen, der dann Annis Geschichte erzählt und hoffentlich alle Fragen und Geheimnisse aufklärt.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Die Kraft der Bücher

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In dieser Geschichte , die auf zwei verschiedenen Zeitebenen handelt, geht es zu Beginn um Sandra, die eine Buchhandlung in Rio de Janeiro betreibt und um June, eine Journalistin aus Amerika, die
gemeinsam ...

In dieser Geschichte , die auf zwei verschiedenen Zeitebenen handelt, geht es zu Beginn um Sandra, die eine Buchhandlung in Rio de Janeiro betreibt und um June, eine Journalistin aus Amerika, die
gemeinsam ein Vermächtnis der Großmutter von June erfüllen wollen und um Maria, eine Jüdin,
die in den dreißiger Jahren in Deutschland mit der Großmutter von June befreundet war.
Die Geschichte dieser Maria, einer Jüdin und ihrer Familie wird sehr eindrucksvoll beschrieben und macht deutlich, welche schwere Zeit jüdische Personen in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg in
Deutschland hatten. Weil Maria so standhaft und mit allen ihr zur Verfügung stehenden
Mitteln die Flucht aus Deutschland vorantreibt, schaffen sie es nach Brasilien zu gelangen.
Wie sich das alles gestaltet und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben wird sehr
gut beschrieben.
Die Unternehmungen von Sandra und June, im Jahr 2023, sind sehr sachlich und mit ein paar
sehr schönen Details über Rio, ihre Reise, die sie auf die Spuren führen soll und ihre persönlichen
Erlebnisse dargestellt.
Bis zum Schluß des Buches gelingt es den beiden etwas "Licht" in die Geschichte zu bringen,
aber es bleiben auch noch viele Fragen offen, so daß das es für das dritte Buch ein unbedingte
Leseempfehlung gibt.
Das Bücher einem Menschen Kraft geben können, das wird in der gesamten Geschichte sehr
deutlich, denn es betrifft nicht nur Maria, die drei Bücher mit auf die Flucht nahm, sondern auch
Sandra, der jetzt klar wird, warum ihre Mutter ihr die Buchhandlung so ans Herz gelegt hat.

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