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Veröffentlicht am 05.11.2024

Auentod

Auentod
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Kommissar Voss ist ein paar Tage in Polen bei einer Hochzeit von Majas Verwandten. Eigentlich ist Maja „nur“ die Pflegerin seiner Mutter, doch inzwischen hat er mit ihr auch ein Verhältnis. Auch wenn er ...

Kommissar Voss ist ein paar Tage in Polen bei einer Hochzeit von Majas Verwandten. Eigentlich ist Maja „nur“ die Pflegerin seiner Mutter, doch inzwischen hat er mit ihr auch ein Verhältnis. Auch wenn er noch nicht richtig dazu steht. Kaum in Polen, erhält er einen Anruf seines Mitarbeiters, der zu Hause einen Unfall vermeldet. Ein Softwareentwickler ist von einem Baugerüst gefallen und Voss meint, dass er sich darum nicht kümmern muss. Doch dann wird Maja entführt und auf der Suche nach ihr in Polen entdeckt Voss mehr und mehr, dass er von Maja so gut wie nichts weiß. Sie hat ein Kind, eine Pistole und scheint überhaupt in einige kriminellen Machenschaften verwickelt zu sein. Und dann hat sie n och etwas von einer Verlobung und Hochzeit erzählt mit Voss, aber nichts von ihrem 1. Ehemann. Voss ist mehr als irritiert und weiß bald nicht mehr, was er von allem halten soll und auf welcher Seite er wirklich steht. Denn der „Unfall“ zu Hause hängt am Ende auch noch mit Majas Verschwinden zusammen …

Der 2. Fall von Kommissar Voss besticht wiederum durch sehr gute und detailgetreue Beschreibungen der Gegend um die deutsch-polnische Grenze, den Landschaften, den Menschen auf beiden Seiten, den Vorurteilen und der Wirklichkeit. Das ist ein deutliches Plus für dieses Buch. Auch die Grenzkriminalität, mit der die Menschen und die Polizei hier leben müssen, wird gut beschrieben – obwohl sie so oft von den Politikern geleugnet und ignoriert wird. Kommissar Voss ist kein einfacher Mensch, aber bisher sehr geradlinig und integer. Diese Linie verlässt er in diesem Buch und das war für mich nicht immer wirklich nachvollziehbar. Gänzlich unnötig war für mich der Abschluss in James-Bond-Manier. Das war des Guten für mich zu viel.
Trotz dieser Einwände war das Buch für mich aber ein guter Krimi, mit Luft nach oben, aber flüssig lesbar, unterhaltsam (und trotzdem mit viel Wissensvermittlung) und mit Lust auf einen Nachfolger, denn durch einige Vorgänge in diesem Buch hat sich Voss doch jetzt erpressbar gemacht …

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Die Herrin der Kathedrale

Die Herrin der Kathedrale
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Anfang des 11. Jahrhunderts – Uta von Ballenstädt führt ein Leben als adlige Tochter, muss in ein Kloster gehen, um ihr Leben zu retten, lebt im Gefolge von Königin Gisela und muss später Ekkehard von ...

Anfang des 11. Jahrhunderts – Uta von Ballenstädt führt ein Leben als adlige Tochter, muss in ein Kloster gehen, um ihr Leben zu retten, lebt im Gefolge von Königin Gisela und muss später Ekkehard von Naumburg heiraten. Sie ist in der Ehe unglücklich und findet ihre Bestimmung beim Bau der Kathedrale von Naumburg.

Die Kathedrale von Naumburg kann man noch heute besuchen und sie ist ein Kleinod der damaligen Bauweise. In dem Buch wird allerdings der Vorgängerbau behandelt. Von Uta von Ballenstädt /Uta von Naumburg gibt es nur wenige verbürgte Zeugnisse. Die Autorinnen haben diese genutzt, um einen Roman zum Bau der Kathedrale zu schreiben und um das Leben von Uta zu behandeln. Dabei ist viel Fantasie ins Spiel gekommen, denn die wenigen vorhanden Daten lassen einen mehr als großen Spielraum zur Auslegung zu. So ist der Inhalt des Buches nicht wirklich als „wahr“ anzusehen. Doch abgesehen davon ist das Buch interessant zu lesen. Viele Personen gab es wirklich in der Geschichte und die Kathedrale steht noch heute. Ob es damals einer Frau möglich war, die geschilderten Taten wirklich zu tun, kann ich nicht einschätzen. Gut lesbar ist das Buch über weite Teile. Anfangs ist es manchmal ein wenig langatmig, wenn auf die damalige Rechtsprechung zum Beispiel im Detail eingegangen wird. Im Laufe des Buches aber gibt es mehr und mehr „Geschehen“ und weniger Theorie. Uta ist ein wenig als „Heilige“ dargestellt. Überhaupt sind viele Figuren für mich ein wenig zu „schwarz/weiß“ geraten. Die „Bösen“ sind abgrundtief böse, die „Guten“ haben keine Fehler. Trotz allem aber ein gelungener historischer Roman.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Meine amerikanische Freundin

Meine amerikanische Freundin
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Zwei Freundinnen – eine in Paris, Molly in New York. Sie arbeiten beide in der Filmbranche und sind eng befreundet. Dann fällt in New York Molly ins Koma und verbleibt dort für lange Zeit. Als sie wieder ...

Zwei Freundinnen – eine in Paris, Molly in New York. Sie arbeiten beide in der Filmbranche und sind eng befreundet. Dann fällt in New York Molly ins Koma und verbleibt dort für lange Zeit. Als sie wieder erwacht, ist sie halbseitig gelähmt, völlig verändert, mit einem ganz schlechten Kurzzeitgedächtnis. Vorher komplett unabhängig und selbständig, lebt Molly jetzt bei ihren Eltern. Ihre Freundin aus Paris besucht sie mehrfach …

Das Buch ist nur 150 Seiten dick und man hat es schnell durchgelesen, denn der Stil ist einfach und gut lesbar. Man kann sich die Frauen sofort vorstellen und auch die Situation, in der beide sind. Gestört hat mich, dass die Ich-Erzählerin keinen Namen bekommt. So beschreibt man das Buch immer als „Molly und ihre Freundin“. Dadurch wirkt die Freundin für mich unpersönlich. Ansonsten ist es aber beeindruckend. Die Schilderungen der Freundschaft, der Veränderungen und dann auch des wahrscheinlichen Auseinanderbrechens sind direkt und gradlinig, ohne Umschreibungen. Auch wenn es mir beim Lesen nicht gefallen hat, wie auf das Ende zugesteuert wird – es ist die Wahrheit. Freundschaft beweist sich erst in schweren Zeiten. Doch auch da ist sie nur begrenzt lebensfähig, denn Freundschaft besteht aus Geben und Nehmen. Und wenn aufgrund welcher Umstände auch immer ein Teil nur noch Nehmen kann oder will, hat der andere Teil irgendwann das Gefühl, dass die Freundschaft ausgenutzt wird und für einen selber nichts mehr bringt. Und dann beginnt die Überlegung, ob sich so eine Freundschaft wirklich noch lohnt … Denn eine Freundschaft, die nur aus Pflicht oder Mitleid besteht, ist für mich keine richtige mehr. Man betrauert den Verlust, man verflucht seine eigene Ohnmacht, nicht helfen zu können – und trotzdem geht die Freundschaft. Ein gutes Buch.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Eismädchen

Eismädchen
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Psychologin Alice Quentin arbeitet in einem Hochsicherheitsgefängnis an einer Auftragsarbeit. Ca. 6 Monate soll es dauern und sie hat für diese Zeit ein kleines abgelegenes Cottage gemietet. Die Einheimischen ...

Psychologin Alice Quentin arbeitet in einem Hochsicherheitsgefängnis an einer Auftragsarbeit. Ca. 6 Monate soll es dauern und sie hat für diese Zeit ein kleines abgelegenes Cottage gemietet. Die Einheimischen berichten, dass es dort spuken soll. Während ihrer Zeit dort werden in London mehrere Mädchen entführt und ermordet. Das Muster des Täters Kinsella ist bekannt. Nur sitzt dieser seit 20 Jahren in genau dem Hochsicherheitsgefängnis, in dem Alice jetzt arbeitet. Er soll bewegt werden, mit der Police zusammenzuarbeiten. Aber er will nur mit Alice sprechen, doch eigentlich verrät er wenig. Dann wird in ihrem Cottage auch noch eingebrochen …

Das Buch ist einer guter Krimi, auch wenn es hier weniger um die Ermittlungsarbeit der Polizei geht. Es wechseln sich die Szenen im Gefängnis mit denen der Erlebnisse der entführten Mädchen ab. Trotzdem empfand ich die Spannung nicht übermäßig hoch, zumal ich schon mal eine ungefähre Ahnung vom Täter hatte. Der Kreis war schnell eingeschränkt und so kamen nicht mehr viele dafür in Frage. Das Interessante war dann eher der Grund. Die Ablenkungen durch die privaten Sachen hielten sich in Grenzen. Das Buch war gut lesbar, ein einfacher Stil, gut geschrieben, nicht langweilig. Insgesamt ein solider Krimi mit Luft nach oben, für den ich aber insgesamt eine Leseempfehlung aussprechen möchte.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Verwirrend

RAUCH
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Eine Gruppe von fünf Freunden fahren auf die Westmännerinsel von Island. Sie wollen an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilnehmen. Diese ist an Krebs gestorben. Doch im Haus der Freundin finden ...

Eine Gruppe von fünf Freunden fahren auf die Westmännerinsel von Island. Sie wollen an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilnehmen. Diese ist an Krebs gestorben. Doch im Haus der Freundin finden sie eine Leiche. Und damit wird etwas in Gang gesetzt, dass nicht mehr zu stoppen ist.

Das Buch ist eines: sehr verwirrend. Es laufen mehrere Geschichten parallel nebeneinander. Da ist zum einen die Geschichte um Asta und ihren Unfall. Da ist die Geschichte der Freunde und die Geschehnisse der Vergangenheit. Und da sind die aktuellen Ermittlungen, bei denen Idunn, die einzige Rechtsmedizinerin Islands, sehr viel private Probleme in die Geschichte bringt. Das alles vermischt sich und ist teilweise richtig spannend. Teilweise wurde es mir aber gegen Ende auch etwas zu viel. Zumal die Auflösung dann nur wenige Seiten umfasste. Es blieb für mich auch einiges offen. Trotzdem ist es ein sehr guter Thriller. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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