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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2025

Zehnhundert Jahre

Our Infinite Fates
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Sie dürfen sich nicht lieben weil sie sich töten müssen. Immer wieder, tausende Jahre lang.
Evelyn hat schon viele Leben gelebt; sie kennt unterschiedliche Orte und Lebensweisen, war oft ein Junge, oft ...

Sie dürfen sich nicht lieben weil sie sich töten müssen. Immer wieder, tausende Jahre lang.
Evelyn hat schon viele Leben gelebt; sie kennt unterschiedliche Orte und Lebensweisen, war oft ein Junge, oft ein Mädchen, hat viele Familienangehörige geliebt und verloren und durfte nie älter als 18 werden.
Faszinierend, interessant und erschreckend. Evelyn kann das akzeptieren, aber nicht, dass ihre derzeitige geliebte Schwester stirbt, bevor sie sie mit einer Knochenmarkspende retten kann.
Laura Steven beschreibt das mitnehmend, zeigt ihre Heldin als clevere und engagierte junge Frau, fürsorglich, hilfs- und opferbereit.
Steven lässt verschiedene Leben aufblitzen, zeigt viele Varianten auf. Die abwechslungsreichen historische Orte hätten mehr Aufmerksamkeit verdient, hier hätten mehr Abenteuer passieren können. Passend zum Rahmen aber müssen diese Leben immer wieder tödlich enden. Die jeweiligen Abschnitte, die kurz vor dem entscheidenden Moment spielen, wiederholen sich. Die beschriebene Liebe der Protagonisten hat mich zunächst nicht überzeugt, Arden blieb lange eindimensional und auf das Töten fixiert.
Die Idee ständig anderer Leben hat Potenzial, langweilte aber durch Wiederholungen. Auf Aufklärung des Hintergrunds muss man lange warten. Und dann ist er auch noch bizarr. Hat mich nicht gecatcht.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Familiengeschichte

Frühjahrskollektion
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Lilo, erfolgreiche Chefin eines Modegeschäftes m Hessischen, gibt ein Interview über ihren Weg zum Erfolg. Natürlich nicht die ganze Wahrheit, es soll schließlich die Fernsehzuschauer beeindrucken und ...

Lilo, erfolgreiche Chefin eines Modegeschäftes m Hessischen, gibt ein Interview über ihren Weg zum Erfolg. Natürlich nicht die ganze Wahrheit, es soll schließlich die Fernsehzuschauer beeindrucken und gleichzeitig Werbung sein. Ihre Gedanken dazu schildert Christine Koschmieder klar und direkt. Genau wie die Gedanken ihres Ehemannes Harry, der Angehörige von im Krieg Gefallenen per Bus zu Kriegsgräbern fährt und betreut. Er versteht die Damen nicht unbedingt und muss sich gegen ihre Vertraulichkeiten zur Wehr setzen.
Dritte im Bunde, im Buch, ist Reni, die gemeinsame Tochter. In den Sechzigern ein erfolgreiches Mannequin ( so wurden Models früher genannt), metoo noch sehr weit entfernt.
Es ist interessant, aller Entwicklung zu beobachten. Allerdings verliert sich besonders Harrys Figur in vielen Details. Lilo verficht neue Ideen, kreiert moderne Bademoden.
Bis alle von der Vergangenheit eingeholt werden. Unbescholtene Leute? Die Autorin lässt ihre Protas sich erinnern …
Viel Zeitgeschichte ist einbezogen, viel erfährt man über die Mode der 60er Jahre. Auch über den Druck, unter dem die „Laufstegmädchen“ stehen. Da hat sich nicht so viel geändert. Allerdings versucht Leni, ihren eigenen Weg zu gehen.
Nicht der erhoffte Wohlfühlroman, eher eine Begegnung mit der Vergangenheit.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Turbulente Weihnachten

Eine McElroy zu viel
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Um Michael einen Gefallen zu tun, lässt sich Fiona darauf ein, seine Freundin zu spielen und begleitet ihn zu seiner Familie. Acht lärmende und temperamentvolle Geschwister plus Eltern, Oma und Katze. ...

Um Michael einen Gefallen zu tun, lässt sich Fiona darauf ein, seine Freundin zu spielen und begleitet ihn zu seiner Familie. Acht lärmende und temperamentvolle Geschwister plus Eltern, Oma und Katze. Alle rothaarig und nett. Besonders die Jüngste, in die sich Fiona verliebt. Aber eigentlich … sind sie eine total unmögliche Familie. Die Meinungen gehen von rassistisch bis woke, alle vertreten vehement den eigenen Standpunkt. Dennoch gibt es auch Traditionen, die zwar „gefährlich“, aber dennoch amüsant wirken. Bis die Situation brenzlig wird. „Lizzie McElroy war wie Katzenminze für Lesben.“ Das wächst sich zum unnötig oft und langweilig thematisiertem Problem aus.
KL Hughes beschreibt ausführlich die kreativen Wettbewerbe in der Familie, turbulent und chaotisch geht es zu. Originelle Wettkämpfe heizen die Atmosphäre auf.
Obwohl von der Entwicklung her vorhersehbar, eine teilweise unterhaltsame Weihnachtsgeschichte. Nette Lektüre.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Phantasien

Der Teezauberer
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Jacob, Tee- und Gewürzhändler, konnte auf Worten in ferne Länder reisen. Diese Fähigkeit hat er verloren, fühlt sich leer.
Ewald Arenz lässt den Leser einiges über Tee erfahren, über Anbaugebiete, Besonderheiten, ...

Jacob, Tee- und Gewürzhändler, konnte auf Worten in ferne Länder reisen. Diese Fähigkeit hat er verloren, fühlt sich leer.
Ewald Arenz lässt den Leser einiges über Tee erfahren, über Anbaugebiete, Besonderheiten, die verschiedenen Namen. Auch über Transportwege und Teerennen.
Sein Teehändler lebt mit und für den Tee. Bis ihn eine Sehnsucht nach einer neuen Liebe, nach Unbekanntem, nach Abwechslung befällt.
Auf einer Reise nach Hamburg erlebt er Unerwartetes. Ab hier verliert er sich in Tagträumen ….
Das ist zum Teil poetisch, zum Teil schlicht verworren und langweilig. Jacobs Figur ist ohne Tiefen, er macht nichts mehr aus seinem Leben, träumt von Fantasiefrauen. Seine Familienmitglieder bleiben blass, bis auf die oft erwähnten Haare seiner Frau fehlt Charakter.
Die Idee - mit der Stimme Temperaturen zu verändern, Atmosphäre zu schaffen ist interessant. Das hatte mir gut gefallen, auf Worten reisen - wie spannend, wie romantisch. Als Jakob diese Fähigkeit verlor, wurde er farblos. Die weitere Geschichte verlief irgendwie im Sande, bizarre Vorstellungen und ein Abdriften von der realen Welt irritieren. Idee schön, Umsetzung holprig.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Schnitzeljagd durch London

Der Thron der Magier
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Das Oberhaupt der Ashs ist gestorben. Warum soll die verstoßene Katleen zu seiner Beerdigung kommen? Hat es damit zu tun, dass sie einer alten Magierfamilie angehört? Aber sie gilt doch als die, die keine ...

Das Oberhaupt der Ashs ist gestorben. Warum soll die verstoßene Katleen zu seiner Beerdigung kommen? Hat es damit zu tun, dass sie einer alten Magierfamilie angehört? Aber sie gilt doch als die, die keine magischen Kräfte hat. Dennoch könnte ihre Stimme die entscheidende sein - es geht um nichts weniger als Herrschaft über die überlebenden Magier.
Ihre Brüder sowie ein anderer junger Mann besitzen Zauberfähigleiten, wollen sie einsetzen, um selber König zu werden. Sie sind sehr widersprüchlich Charaktere, ihre Figuren sind undeutlich zu lesen.
Weissagende Schwestern haben Visionen, jedoch verschiedene. Darüber wird lange palavert. Überhaupt handeln alle Figuren unlogisch und sprunghaft. Man wird mit ihnen nicht warm, ihre Charaktere sind hölzern. Was Katleen allerdings dank Jupiter Phaeton hervorragend kann: nerven, hysterisch reagieren, nutzlos herumschreien. Als dann noch wie ein Kometeneinschlag, nämlich wenig glaubhaft und unerwartet, eine besondere Person auftaucht, ist mein Interesse gänzlich verschwunden. Nicht einmal der bevorstehende Thronkampf kann das ändern.
Die gute Idee wurde nicht so umgesetzt, dass mich das Buch wirklich überzeugen konnte. Schade.

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