Familiengeschichte
FrühjahrskollektionLilo, erfolgreiche Chefin eines Modegeschäftes m Hessischen, gibt ein Interview über ihren Weg zum Erfolg. Natürlich nicht die ganze Wahrheit, es soll schließlich die Fernsehzuschauer beeindrucken und ...
Lilo, erfolgreiche Chefin eines Modegeschäftes m Hessischen, gibt ein Interview über ihren Weg zum Erfolg. Natürlich nicht die ganze Wahrheit, es soll schließlich die Fernsehzuschauer beeindrucken und gleichzeitig Werbung sein. Ihre Gedanken dazu schildert Christine Koschmieder klar und direkt. Genau wie die Gedanken ihres Ehemannes Harry, der Angehörige von im Krieg Gefallenen per Bus zu Kriegsgräbern fährt und betreut. Er versteht die Damen nicht unbedingt und muss sich gegen ihre Vertraulichkeiten zur Wehr setzen.
Dritte im Bunde, im Buch, ist Reni, die gemeinsame Tochter. In den Sechzigern ein erfolgreiches Mannequin ( so wurden Models früher genannt), metoo noch sehr weit entfernt.
Es ist interessant, aller Entwicklung zu beobachten. Allerdings verliert sich besonders Harrys Figur in vielen Details. Lilo verficht neue Ideen, kreiert moderne Bademoden.
Bis alle von der Vergangenheit eingeholt werden. Unbescholtene Leute? Die Autorin lässt ihre Protas sich erinnern …
Viel Zeitgeschichte ist einbezogen, viel erfährt man über die Mode der 60er Jahre. Auch über den Druck, unter dem die „Laufstegmädchen“ stehen. Da hat sich nicht so viel geändert. Allerdings versucht Leni, ihren eigenen Weg zu gehen.
Nicht der erhoffte Wohlfühlroman, eher eine Begegnung mit der Vergangenheit.