Spannende Idee mit schwacher Umsetzung
Blood Moon Rising. Kampf um die Krone (Blood Moon Rising 1)Worum geht’s?
Dass Melinoé eine Mondkämpferin ist, verstößt so ziemlich gegen jedes Gesetz, das es auf Islá Lûna gibt, denn eigentlich sollten nur weibliche Mitglieder der Königsfamilie in der Lage dazu ...
Worum geht’s?
Dass Melinoé eine Mondkämpferin ist, verstößt so ziemlich gegen jedes Gesetz, das es auf Islá Lûna gibt, denn eigentlich sollten nur weibliche Mitglieder der Königsfamilie in der Lage dazu sein, Magie zu wirken, was Melinoé zur Staatsfeindin Nummer eins macht. Um ihr Leben zu schützen, soll sie den Kronprinzen töten – ohne allerdings zu ahnen, welche Gefühle dieser in ihr auslösen kann.
Meine Meinung
Die Idee zu dieser Geschichte fand ich auf jeden Fall unglaublich spannend, denn auch wenn Magie in letzter Zeit eigentlich nicht zu meinen favorisierten Tropes gehört, klang das Konzept des Blutmondes doch zu interessant für mich, um das Buch links liegen zu lassen.
Mit dem Einstieg hatte ich dann aber leider schon ein wenig zu kämpfen, auch wenn ich den Schreibstil an sich sehr angenehm und durchaus flüssig zu lesen fand. Hinsichtlich des Worldbuildings hätte ich mir durchaus noch die ein oder andere Erläuterung gewünscht, denn trotz der teils sehr ausufernden Kapitel hatte ich manchmal das Gefühl, nur eher schleppend voran zu kommen und dabei kaum etwas neues oder spannendes erfahren zu haben.
In Bezug auf den Spannungsbogen war ich ehrlich gesagt auch ein wenig überrumpelt, wie schnell die Gewalt ausgeartet ist und dabei zeitweise auch wirklich überhand genommen hat. Brutalität als Stilmittel sehe ich ohnehin schon eher kritisch, in diesem Fall hatte ich aber den Eindruck, dass dieser Einsatz vor allem Entsetzen hervorrufen sollte und weder einen übergeordneten Sinn hatte, noch als Stilmittel fungieren sollte.
Auch mit den Figuren bin ich ehrlich gesagt nicht so wirklich warm geworden, was meiner Meinung nach vor allem an den extrem langen Kapiteln und den eher schleppenden Beschreibungen lag. Die Gespräche zwischen den Protagonisten kamen zwar definitiv nicht zu kurz, der Funken wollte bei mir aber leider irgendwie nicht so wirklich überspringen. Vom Konzept her fand ich die Konstellation der beiden aber durchaus interessant, da hier zumindest eine solide Erklärung für den Trope Enemies to Lovers geliefert wird und ich daher immerhin auf rein logischer Ebene eine gewisse Authentizität wahrgenommen habe. Hätte das dann auch für die Beziehung zwischen den beiden gegolten, wäre ich sicherlich etwas begeisterter von diesem Buch gewesen, so musste ich mich aber leider eher ein wenig bis zum Ende durchkämpfen.
Trotz meiner Probleme mit der Geschichte fand ich die Idee an sich allerdings unglaublich spannend und habe Potenzial gesehen, was mich durchaus optimistisch stimmt. Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Blick behalten, diese Reihe war für mich aber leider eher ein Fehlgriff, weshalb ich Band zwei eher nicht auf meine Leseliste setzen werde.
Fazit
Auch wenn die Idee der Geschichte an sich wirklich spannend klang, hat mich die Umsetzung leider eher nicht überzeugen können. Figuren und Spannungsbogen hatten dabei definitiv Potenzial, welches in meinen Augen dann aber nicht zur Gänze ausgeschöpft wurde und meinem Lesespaß daher trotz aller Bemühungen einfach nicht zuträglich war.
Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel von mir.