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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Nicht direkt spannend, aber humorvoll

Fastenopfer
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Der Verwalter des Tilly-Benefiziums wurde ermordet, genauer gesagt erstochen. Kommissar Max Kramer muss ermitteln und steht mit seinem Kollegen vor einem Rätsel. Dabei muss er eigentlich erst mal die Nachwirkungen ...

Der Verwalter des Tilly-Benefiziums wurde ermordet, genauer gesagt erstochen. Kommissar Max Kramer muss ermitteln und steht mit seinem Kollegen vor einem Rätsel. Dabei muss er eigentlich erst mal die Nachwirkungen der Firmenfeier verdauen. Und seine Jugendfreundin Maria Evita, Novizin im Kloster, hat auch noch diverse Wünsche.

Ich habe den Vorgängerband und „Fastenopfer“ hintereinander gelesen. Beide Bücher sind nicht allzu dick und lesen sich gut weg. Die Fälle sind nicht wirklich sehr spannend. In „Fastenopfer“ erfolgt die Aufklärung in wenigen Sätzen. Auch was der Tote mit dem Fasten zu tun hat und warum er dessen Opfer sein soll, erschließt sich mir nicht. Wer also einen spannenden klassischen Krimi erwartet, wird von dem Buch enttäuscht sein. Mir hat es trotzdem gut gefallen, denn die Altöttinger Bewohner sind teilweise so klischeehaft und überzeichnet beschrieben, dass sie wie eine gelungene Karikatur wirken (vor allem der Pfarrer, noch mehr seine Haushälterin) und für gewollte oder ungewollte Heiterkeit beim Lesen sorgen. Es schreit geradezu nach einer Verfilmung. Die Nebenstränge, die nicht direkt mit der Krimihandlung zu tun haben, sind oft richtig witzig und ich habe mich sehr amüsiert. Kommissar Max wirkt manchmal etwas "naiv-dümmlich", wird aber sicher mit Maria Evita im nächsten Band noch mehr Unterstützung erhalten, denn dass diese im Kloster bleibt, kann ich mir schwer vorstellen. Alles in allem gebe ich für das Buch eine Leseempfehlung ab für alle, die diese Regionalkrimis mit mehr Lokalkolorit als Hochspannung mögen.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Super - mit kleinen Längen

Sein blutiges Projekt
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Roderick (Roddy) Macrae sitzt im Gefängnis. Er ist 17 Jahre alt und stammt aus einem 9-Häuser-Ort an der Küste Schottlands. Er ist Sohn eines armen Bauern und hat drei Menschen umgebracht, darunter den ...

Roderick (Roddy) Macrae sitzt im Gefängnis. Er ist 17 Jahre alt und stammt aus einem 9-Häuser-Ort an der Küste Schottlands. Er ist Sohn eines armen Bauern und hat drei Menschen umgebracht, darunter den Constable, einer Art Ortsvorsteher. Sein Verteidiger versucht, Roddy als geisteskrank hinzustellen, um sein Leben zu retten…

Das Buch ist als Thriller angekündigt, für mich war es keiner. Allerdings kann ich auch nicht wirklich sagen, in was ich es einordnen sollte. Auch der Titel hat mich lange Zeit sehr irritiert und erst ziemlich zum Schluss des Buches gibt es eine Erklärung dafür.
Inhaltlich fand ich das Buch über weite Strecken einfach super. Es beginnt mit den Aussagen einiger Dorfbewohner über Roddy, schon hier merkt man die sehr weit geteilten Meinungen und Beurteilungen. Dann geht es weiter mit einem Bericht von Roddy selbst, den er im Gefängnis auf Anraten seines Verteidigers schreibt. Dieser Teil hat mir am besten gefallen. Obwohl man weiß, wie es ausgeht, birgt er eine große Spannung in sich und steuert mehr und mehr dem Höhepunkt zu. Die Beschreibung des einfachen Lebens der armen Menschen, aber auch der möglichen Macht und des Mißbrauchs einiger ist gut beschrieben. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, es könnte eine wahre Geschichte sein. Doch irgendwann hat mich das alles so in den Bann gezogen, dass ich nicht mehr wissen wollte, ob es wahr oder erfunden ist.
Das Buch endet mit den Berichten der Ärzte und mit der Verhandlung vor dem Gericht. Dieser Teil hat für mich die Spannung sehr gedrückt, obwohl es natürlich darum ging, ob Roddy hängt oder nicht (wobei nicht hängen lebenslang Gefängnis bedeutet). Aber im Vergleich zum eigentlichen Bericht fand ich diesen Teil etwas langatmig und auch ein wenig langweilig. Hier hätte ich mir einige Straffungen gewünscht. Doch da das nur einen kleinen Teil des Buches betrifft, kann ich insgesamt eine Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Gut gelungen

Sturmherz
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Alexa muss ins Krankenhaus nach Hamburg, ihre Mutter hat einen Schlaganfall und Alexa soll die Vormundschaft übernehmen. Doch da ist noch ihre Firma in Berlin. Und überhaupt, sie hat seit Jahren Probleme ...

Alexa muss ins Krankenhaus nach Hamburg, ihre Mutter hat einen Schlaganfall und Alexa soll die Vormundschaft übernehmen. Doch da ist noch ihre Firma in Berlin. Und überhaupt, sie hat seit Jahren Probleme mit ihrer Mutter, sie sprechen kaum miteinander, sind sich fremd. So überlegt sie lange, ob sie überhaupt diese Verantwortung übernehmen soll. Doch dann findet sie einen Brief über die Vergangenheit ihrer Mutter und die Zeit der Schweren Sturmflutkatastrophe in Hamburg. Und je mehr sie über die Vergangenheit erfährt, umso mehr ändert sich ihre Sicht auf die Dinge …

Corina Bomann schreibt routiniert. Ihre Bücher sind alle gut lesbar und unterhalten. Eigentlich „typische“ Frauenbücher und das ist nicht mein Lieblingsgenre. Und auch bei diesem Buch hatte ich einige Einstiegsschwierigkeiten, alles schien so vorbestimmt, alle Klischees erfüllt, keine Überraschungen bis zum Ende. Doch im Laufe der Handlung merkte ich, dass es doch nicht nur ein einfacher Herz-Schmerz-Roman mit einem Heile-Welt-Ende ist. Obwohl einige der Figuren etwas blass blieben, durften andere richtig viel Tiefgang bekommen und so hebt sich das Buch am Ende für mich doch stark aus dem Einheitsbrei des Genres heraus.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Gelungen

Betrunkene Bäume
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Erich ist über 80 und lebt allein in seiner Wohnung. Seine Tochter hat wenig Zeit für ihn und beschafft ihm eine Haushaltshelferin, denn ins Heim will er nicht. Dabei kommt Erich allein nicht mehr zurecht, ...

Erich ist über 80 und lebt allein in seiner Wohnung. Seine Tochter hat wenig Zeit für ihn und beschafft ihm eine Haushaltshelferin, denn ins Heim will er nicht. Dabei kommt Erich allein nicht mehr zurecht, er sieht kaum noch etwas, kann schlecht laufen und ist schwach. Trotzdem will er weiter autark bleiben und auch noch wissenschaftlich tätig sein, zumindest helfen. Seine große Liebe gehört seiner Frau und den Bäumen, besonders den in Sibirien.
Katharina ist von zu Hause aufgerissen und wird mehr zufällig Erichs Nachbarin. Die beiden kommen sich näher …

Mir hat das Buch gut gefallen. Es lässt sich flüssig Lesern, ist oft gewollt oder ungewollt humorvoll. Dabei ist es eher ein ruhiges Buch. Man bekommt Mitgefühl mit Erich, andererseits versteht man auch seine Tochter. Ganz behutsam öffnet er sich Katharina und erzählt seine Geschichte. Und Katharina lernt viel und wird an seiner Seite ein ganzes Stück erwachsener.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Humor mit Tiefgang

Billy the Beast. Ein Traum von einem Tiger
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Bert ist 16 und wiegt 101 kg. Damit gilt er zwar in der Familie väterlicherseits noch als Leichtgewicht, aber er selbst ist nicht glücklich. In der Schule wird er gemobbt und schikaniert, Freundin hat ...

Bert ist 16 und wiegt 101 kg. Damit gilt er zwar in der Familie väterlicherseits noch als Leichtgewicht, aber er selbst ist nicht glücklich. In der Schule wird er gemobbt und schikaniert, Freundin hat er keine. Seine Hobbys sind Essen und „Wer wird Millionär“-Gucken.
Um sich Geld zu verdienen, nimmt er einen Job als Maskottchen „Billy - der Tiger“ bei einer Eishockeymannschaft an und auf einmal beginnt er dadurch eher unfreiwillig abzunehmen...

Ich würde das Buch zwar eher als Jugendbuch einordnen. Trotzdem hat mir das Lesen viel Spaß gemacht. Man kann Bert verstehen, die vielen familiären Probleme mit der Mutter, dem geschiedenen Vater und seiner Verwandtschaft und vor allem in der Schule. So hat er sich mit dem Essen Ersatz beschafft. Erst durch das langsame Abnehmen und seine Arbeit bekommt er ein klein wenig Selbstbewusstsein. Mir hat der Humor in dem Buch sehr gefallen. Und auch, dass sich über Bert nicht lustig gemacht wurde. Die Probleme wurden real beschrieben, auch das langsame Abnehmen mit den vielen Rückschlägen. Und auch dass mit weniger Kilos nicht automatisch alle Probleme verschwinden. Das Buch macht auf witzige Art klar, dass sich der Kampf um eigene Ziele lohnt.

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