Cover-Bild Stadt der Hunde
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22,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.01.2025
  • ISBN: 9783257615234
Leon de Winter

Stadt der Hunde

Stefanie Schäfer (Übersetzer)

Der renommierte niederländische Gehirnchirurg Jaap Hollander ist im Ruhestand, aber Ruhe findet er nicht. Seit seine Tochter zehn Jahre zuvor in Israel verschwunden ist, kehrt er jedes Jahr nach Tel Aviv und in die Wüste Negev zurück. Diesmal wird er dort unversehens gebeten, eine äußerst riskante Gehirnoperation durchzuführen. Er sagt zu, obwohl die Erfolgsaussichten verschwindend gering sind. Nicht nur das Leben seiner mächtigen Patientin hängt von der Operation ab, vielleicht eröffnet sie ihm sogar eine neue Spur zu seiner Tochter.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2025

Auf der Suche nach Wahrheit - Eine Reise zwischen Medizin, Politik, Wüste und Selbstreflexion

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Meine Meinung

Auf der Suche nach Wahrheit – Eine Reise zwischen Medizin, Politik, Wüste und Selbstreflexion

Stadt der Hunde zählt zu den Büchern, die einem überall begegnen. Das Cover mit dem Hund, ...

Meine Meinung

Auf der Suche nach Wahrheit – Eine Reise zwischen Medizin, Politik, Wüste und Selbstreflexion

Stadt der Hunde zählt zu den Büchern, die einem überall begegnen. Das Cover mit dem Hund, der ein Sweatshirt trägt, und der Klappentext haben meine Neugierde geweckt. Die Thematik Gehirnchirurgie fasziniert mich, und so stand meine Entscheidung fest, das Buch zu lesen.

Aus der Sicht von dem jüdischen Gehirnchirurgen Jaap Hollander erleben wir eine spannende sowie emotionale Geschichte. Seine Ehrlichkeit und Hartnäckigkeit haben mir imponiert. Als Kapazität in der Neurochirurgie hat sich Jaap weltweit einen Namen gemacht.
Bereits im Ruhestand fährt er jedes Jahr nach Israel in die Wüste zu den Kratern, um seiner verschollenen Tochter nahe zu sein, die vor 10 Jahren dort bei einer Überschwemmung ums Leben gekommen ist. Sie wollte mit ihrem Freund die Krater und Höhlen erkunden, und mehr über den jüdischen Glauben erfahren, den ihr Vater nie praktiziert hatte. Jaap ist sich sicher, irgendwo lebt seine Tochter noch weiter.

Seine Frau konnte mit seiner Beharrlichkeit nicht umgehen, und verließ ihn. Jaap nahm das nicht tragisch, da er seine Frau nie wirklich geliebt und sie nur wegen ihrer Schwangerschaft geheiratet hatte. Mit der Treue nahm er es auch nie genau.

Bei einem seiner Aufenthalte in der Wüste begegnet er einem Hund, der ihn beobachtet. Er gibt ihm Wasser, obwohl er keine Hunde mag. Es stört ihn, dass es in Israel so viele Hundebesitzer gibt. Dennoch hat die Gesellschaft dieses einsamen Hundes etwas Tröstliches.

Obwohl er sich im Ruhestand befindet, erhält einen großen Auftrag: Er soll eine arabische Prinzessin operieren, die an einem inoperablen Gehirntumor leidet. Sie ist für das Wohl ihres Landes verantwortlich. Daher findet alles unter strengster Geheimhaltung statt. Wenn es einer schaffen kann, sie erfolgreich zu operieren, dann er. Falls nicht, wird es ihm das Leben kosten. Jaap ist sich sicher, dass diese OP nicht gelingen kann, aber das großzügige finanzielle Angebot will er nicht ausschlagen. Mit diesem Geld könnte er einen Geologen engagieren, der die Krater erforscht und eventuell etwas über den Verbleib seiner Tochter herausfindet.

Jaap ist ein Mann, der nicht so leicht aufgibt. Seine Zeit als Chirurg war sehr intensiv und ließ keinen Platz für ein Privatleben. Hat er seiner Tochter jemals gesagt, wie lieb er sie hat? Hat er sich jemals bei seiner Ex-Frau für sein mieses Verhalten entschuldigt?

Er operiert eine Prinzessin, deren Tumor als inoperabel gilt, und nimmt in Kauf, dass er dafür mit seinem Leben bezahlt. Er scheut weder Aufwand noch Kosten, um seine Tochter suchen zu lassen, obwohl sie wahrscheinlich schon lange nicht mehr lebt. Er mag auf manche Menschen egoistisch und unehrlich wirken. Ja, vielleicht ist er es sogar. Doch seine Selbstreflexion zeugt von einer Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Als er selbst wegen eines Hirntumors auf dem OP-Tisch landet, bekommt das Geschehen eine paranormale Dimension.
Fazit

Leon de Winter hat Politik, Liebe, Drama und Verlust zu einem harmonischen Ganzen verwoben. Das Setting spiegelt die Wüste Negev und Tel Aviv eindrucksvoll wider. Die dramatische Geschichte um die erkrankte Prinzessin verleiht der Geschichte etwas Märchenhaftes. Die Figuren konnten mich überzeugen. Der Schreibstil liest sich wie Butter und hat mich von Anfang an gefesselt.

Von mir eine klare Empfehlung. Danke, Leon de Winter.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Großartig

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Die Tochter des weltbekannten Gehirnchirurgs Jaab verschwindet zusammen mit ihrem Freund bei einer Reise nach Israel. Jahr für Jahr reist er dahin zurück um weiter nach ihr zu suchen. Nach 10 Jahren Suche ...

Die Tochter des weltbekannten Gehirnchirurgs Jaab verschwindet zusammen mit ihrem Freund bei einer Reise nach Israel. Jahr für Jahr reist er dahin zurück um weiter nach ihr zu suchen. Nach 10 Jahren Suche wird er gebeten die Tochter eines arabischen Herrschers zu operieren. Die Operation ist riskant. Die Chancen stehen eins zu einer Million. Bisher haben alle Ärzte abgelehnt aber es winkt eine hohe Geldsumme, mit der Jaab seine Suche nach der Tochter noch intensivieren kann. In Prinzessin Noora werden hohe Erwartungen gesetzt. Sie soll später den Frieden zwischen den eigentlich verfeindeten Nationen vorantreiben.

Dieser Roman bietet eine ganze Menge. Ich konnte ihn gar nicht wieder weglegen. Man findet politische, gesellschaftskritische Themen, philosophische Fragen, Einblicke in die Neurochirurgie und vieles mehr. Fesselnd geschrieben, mit grotesken Momenten. Bei manchen Abschnitten hab ich mich manchmal schon gewundert aber es klärt sich alles wunderbar auf. Die Zerrissenheit von Jaab ist greifbar, er macht sich Vorwürfe und kann nicht loslassen. Will er das Leben der Prinzessin retten, weil er selber seine Tochter verloren hat. Psychologisch großartig , tolle Einblicke in das Leben in Israel, einfach ein wunderbarer, vielschichtiger, überraschender Roman.

Eine wilde Mischung aus Realität und Fantasie. Großartig, unbedingt lesen!!!!

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Veröffentlicht am 20.02.2025

Hoffnungen

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Der weltweit als anerkannte Koryphäe in der Neurochirurgie Jaap Hollander kann in Sachen zwischenmenschlicher Beziehung nicht punkten. Trotz seiner Gefühlskälte heiratet er die zehn Jahre jüngere Krankenschwester ...

Der weltweit als anerkannte Koryphäe in der Neurochirurgie Jaap Hollander kann in Sachen zwischenmenschlicher Beziehung nicht punkten. Trotz seiner Gefühlskälte heiratet er die zehn Jahre jüngere Krankenschwester Nícole, weil sie schwanger von ihm ist. Doch die Ehe hat keinen Bestand von Dauer. Als Lea, ihre gemeinsame Tochter, während eines Israel-Besuchs mit ihrem Freund Joshua in der Wüste Negev spurlos verschwindet und kein Lebenszeichen der Beiden trotz intensiver Nachforschungen gefunden wird, trennt sich das Ehepaar. Lea war auf den Spuren ihrer jüdischen Vorfahren unterwegs. Ihr Vater glaubt daran, dass sie noch lebt und begibt sich jedes Jahr aufs Neue auf die Suche nach ihr. Doch diesmal, im zehnten Jahr seiner Erkundungen, wird er gebeten, die Tochter eines saudischen Prinzen zu operieren. Bei Erfolg winkt eine ungeheuer große Geldsumme, die natürlich hilfreich bei weiteren Suchaktionen eingesetzt werden kann. Anderenfalls kann es zu unvorhersehbaren diplomatischen Verwicklungen oder sogar kriegerischen Auseinandersetzungen kommen.
Leon de Winter, der Autor des Romans 'Stadt der Hunde' präsentiert den Leser eine Geschichte, die weite Freiräume für eigene Gedanken bietet, in die ohne weiteres die aktuelle politische Lage einbezogen werden kann. In seiner unverwechselbaren Kunst des Erzählens lässt er einen philosophierenden Hund als symbolischen Wegweiser zu Worte kommen. Das Buch bietet Einblicke in die jüdische Kultur und ist ein flüssig lesbarer, unterhaltender Genuss, den ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Sensationell gut verfasst

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Der Gehirnchirurg Japp Hollander verlor vor Jahren seine Tochter. Sie verschwand bei einer Reise in Israel und er sucht seither nach ihr. Jedes Jahr fliegt er nach Tel Aviv und dieses Jahr bittet ihn ein ...

Der Gehirnchirurg Japp Hollander verlor vor Jahren seine Tochter. Sie verschwand bei einer Reise in Israel und er sucht seither nach ihr. Jedes Jahr fliegt er nach Tel Aviv und dieses Jahr bittet ihn ein arabischer Herrscher seine schwer kranke Tochter zu operieren.

Jaap sucht seit über 10 Jahren seine Tochter. Der Rucksack wurde gefunden und nichts sonst. Er operiert die Tochter des Prinzen, weil er gar nicht anders kann. Es ist eine Art Himmelfahrtskommando. Man versteht die Sorgen beider Väter und das man mit Geld keine Gesundheit erkaufen kann. Und auch, dass es jemanden antreibt, wenn man nicht weiß, ob ein naher Verwandter noch leben könnte oder tot ist. Die Gewissheit fehlt gänzlich. Ein sensationell gut verfasster Roman um innere Zerrissenheit, Geld und Macht, das beschriebene Leben in Israel und auch die hilfsbereiten Menschen, denen Jaap bei seiner Suche begegnet. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Außergewöhnlich, und außergewöhnlich gut

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Solange Nicole nicht sprach und ihre schrille Stimme nicht bei jeder Unterhaltung störte, war für ihn alles in Ordnung. Sie war die Mutter seiner Tochter. Dem Kind, das nicht „geplant“ war. Lea, sein Ein ...

Solange Nicole nicht sprach und ihre schrille Stimme nicht bei jeder Unterhaltung störte, war für ihn alles in Ordnung. Sie war die Mutter seiner Tochter. Dem Kind, das nicht „geplant“ war. Lea, sein Ein und Alles hätte es nie gegeben, wenn er Nicole nicht geehelicht hätte. Abtreiben? Nein, das war nie eine Option für ihn. Er, das ist der weltbekannte Gehirnchirurg Jaap Hollander. Er ist eine Kapazität und aus dem Grund wird er vom Premierminister Israels angesprochen. Er soll einen lebensgefährlichen Eingriff durchführen. Bei einer jungen Frau. Nein, keine „gewöhnliche“ Patientin. Sie ist die Tochter des Prinzen von Saudi-Arabien. Gelingt die OP, dann schwimmt er in Geld. Stirbt die Patientin, dann wird er getötet.

Für Jaap Hollander undenkbar, dass er nicht einmal im Jahr den Ort aufsucht, an dem die letzte Spur seiner Tochter gefunden wurde. Vor 10 Jahren verschwand sie und es gibt keinerlei Erkenntnisse über ihr Verschwinden. Ja, es wurde ein Rucksack gefunden. Vor einer Höhle, die bei starken Regenfällen völlig überflutet wird. Selbst wenn sie nicht mehr leben sollte, wo sind dann ihre Knochen zu finden? Und wo noch Reste ihrer Kleidung?

Leon de Winter schreibt über das Leid des Vaters, der sein Kind bereits 10 Jahre lang sucht. Und das so eindrucksvoll, dass mich dieser Roman

StadtderHunde tatsächlich gefangen nahm. Ich nahm nicht nur Anteil mit Jaap. Auch die Sorgen des Prinzen aus Saudi-Arabien konnte ich ein wenig nachvollziehen. Es spielt also keine Rolle, welchen Reichtum jemand angehäuft hat. Wer sehr krank ist, der kann sich seine Gesundheit nicht kaufen.

Das Buch ist außergewöhnlich. Es zeigt deutlich, wie sehr unser Gehirn von äußeren Gegebenheiten beeinflusst werden kann. Ich las es mit Begeisterung und gebe eine absolute Leseempfehlung.

NetGalleyDE

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