gruseliges Inselflair
„Wo der Tod wartet“ beginnt recht sanft mit dem Leben von Tessa Chamberlain, der einzigen Überlebenden eines Massakers, bei dem all ihre Freundinnen starben. Sie ist schwer traumatisiert und schafft es ...
„Wo der Tod wartet“ beginnt recht sanft mit dem Leben von Tessa Chamberlain, der einzigen Überlebenden eines Massakers, bei dem all ihre Freundinnen starben. Sie ist schwer traumatisiert und schafft es nicht, ihr Leben zu meistern. Als sie dringend Geld benötigt, schließt sie mit einem Verlag einen Vertrag über ihre Geschichte. Sie reist auf die Insel Cassadaga, um sich ihren Ängsten zu stellen.
Das Haus, in dem alles geschah, löst starke Reaktionen bei ihr aus und ihre Vergangenheit überrollt sie nahezu. Aber entspringen all ihre Ängste wirklich nur ihrer Fantasie?
Das ist hier die zentrale Frage. Was geschieht wirklich und was ist nur Einbildung? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Buch lange, bis sich Indizien häufen, dass auf der Insel doch einiges anders ist, als es scheint. Sie findet eine Freundin und versucht, das Buch zu schreiben.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Tessa ist natürlich, bei dem, was ihr widerfahren ist, recht kaputt und angstbehaftet. Dies macht es dem Leser schwer, sie ernst zu nehmen, was dem Spannungsaufbau jedoch sehr guttut. Die Leser werden mitgenommen in eine ganz spezielle Inselwelt, in der jeder jeden kennt und das Leben eine eigene Gangart hat. Auch die Umgebungsbeschreibungen fügen sich sehr gut ein und sorgen für kleine Pausen im Spannungsaufbau.
Die Wendungen sind gut konstruiert und für den Leser nur erahnbar, aber nicht beweisbar. Das sorgt für konsequente Spannung. Zudem leidet man als Leser ein wenig mit der Protagonistin mit und wünscht ihr gutes Gelingen, da sie trotz all ihrer Ängste sehr charakterstark beschrieben ist.
Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist spannend und beschreibt ein ganz besonderes Inselflair sowie das, was ein Mensch auf der Suche nach Wahrheit und sich selbst auszuhalten vermag.