Der vierte Fall für den Glasgower Polizisten Harry McCoy spielt 1974 vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Großbritannien und der IRA. McCoy wird in einem Pub von Andrew Stewart, einem Amerikaner, angesprochen, der ihn um Hilfe bei der Suche nach seinem Sohn Donny bittet, der sich von einer US-Marinebasis unerlaubt entfernt hat. Während McCoy nachforscht, wird Glasgow von einer Welle von Bombenanschlägen heimgesucht. Er und sein Partner Douglas Watson werden zu einer Wohnung gerufen, in der sich ein Attentäter beim Versuch, eine Bombe zu bauen, selbst in die Luft gesprengt hat. Bald wird McCoy klar, dass Donny Stewart möglicherweise ein Teil einer Organisation ist, die von einem gefährlichen Fanatiker angeführt wird und sich für ein neues Schottland einsetzt. Ein Schottland, für das seine Mitglieder zu töten bereit sind. Stephie Cooper, McCoys krimineller Jugendfreund, der aus dem Gefängnis entlassen wird, bittet ihn ebenfalls um seine Hilfe. Er ist überzeugt, dass er einen Verräter in seiner Mitte hat. Als sich auf den Straßen
herumspricht, dass weitere Explosionen in Glasgow geplant sind, kämpft McCoy gegen die Korruption in den eigenen Reihen an und versucht, eine Stadt zu retten, in der die schottische nationalistische Bewegung, von der geheimen britischen Special Branch für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt wird.
Shortlisted für den The McIlvanney Prize, 2021
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Lesejury-Facts
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Das Buch spielt 1974 in Glasgow. In der Stadt gibt es neben den üblichen Verbrechen separatistische Bestrebungen, die in Bombenanschlägen münden. Gleich zeitig wird McCoy von einen pensionierten US-Capitain ...
Das Buch spielt 1974 in Glasgow. In der Stadt gibt es neben den üblichen Verbrechen separatistische Bestrebungen, die in Bombenanschlägen münden. Gleich zeitig wird McCoy von einen pensionierten US-Capitain um Hilfe bei der Suche nach seinen vermissten Sohn gebeten. McCoy verbindet mit dem Gangster Cooper eine gemeinsame Kindheit, so dass er auch Gefallen einfordert.
Das Buch wird konsequent aus Sicht Harry McCoys geschrieben. Wir verfolgen seine Ermittlungen in den verschiedenen Fällen, die zum Schluss zusammenlaufen. Dabei werden Brutalitäten nicht ausgespart. Die Handlung ist komplex aber sehr spannend. Ich habe bis zum Schluss mitgefiebert.
Für heutige Leser sind die damaligen Ermittlungsmethoden etwas irritierend, wie z.B. die Suche nach einen Münztelefon oder das Wühlen durch Akten. Es wird auch ständig an allen möglichen Orten geraucht und getrunken. Auch ist die Sprache der damaligen Zeit gerecht, also keinesfalls politisch korrekt.
Das Buch ist ein typischer Polizeikrimi, der mich gut unterhalten hat.
- komplexer, brutaler und investigativer Kriminalroman im Herzen Glasgows -
Glasgow, 12. April 1974, Karfreitag. Eine Bombenexplosion zerstört eine Mietwohnung ...
Alan Parks - Die April-Toten
(Polar Verlag)
- komplexer, brutaler und investigativer Kriminalroman im Herzen Glasgows -
Glasgow, 12. April 1974, Karfreitag. Eine Bombenexplosion zerstört eine Mietwohnung im Glasgower Stadtviertel Woodlands. Ein völlig zerfetzter Toter ist zu beklagen. Als ein paar Tage später eine weitere Bombe in der Glasgow Cathedral explodiert und auch noch die Leiche von Stevie Coopers Kontrahenten mit eingeschlagenem Schädel gefunden wird, ist das Glasgower Police Department in hellem Aufruhr. Weitere Anschläge und weitere Tote werden befürchtet. Der 32-jährige Detective Harry McCoy, der sich gerne mal einen hinter die Binde kippt, einen Joint raucht oder sich nährstoffarme, ausdauersteigernde Substanzen in die schwarzen Höhlen hinter seinen Augen zieht, streunt ruhelos durch Glasgow. Immer auf der Suche nach Antworten. Stetig trifft er dabei auf die Unterweltgröße Stevie Cooper, seinen unberechenbaren und launischen Freund aus Kindertagen, weswegen McCoy nahezu permanent in das zermürbende Mahlwerk des Interessenskonfliktes gerät. Der Angehörige der Scottish Police Force, der in Glasgow so bekannt ist wie ein bunter Hund, lässt sich jedoch von falschen Fährten, Misserfolgen und sogar Morddrohungen nicht unterkriegen. Doch schon bald erschüttert eine ganze Reihe weiterer Bombenanschläge das Herz Glasgows. McCoy, der gemeinsam mit Stevie Cooper in diversen Kinderheimen aufwuchs, soll sich auf Bitten eines pensionierten US Army Captains zusätzlich um die Suche nach dessen vermissten Sohn Donald kümmern. Dass diese Geschehnisse derart eng miteinander verbunden sind, hätte McCoy in diesem weitläufigen Ausmaß und dieser deftigen Vehemenz sicherlich nicht zu ahnen gewagt.
Mit seiner stark ausgeprägten Aversion gegen Blut- und Gedärme, muss sich der von Selbstzweifeln geplagte Detective auch im vierten Glasgow Noir mit entstellten Leichen, Messerstechern, Banden, Spelunken, sozialer Ungerechtigkeit, der schottischen nationalistischen Bewegung, der Special Branch, Folter, Kolonialismus, Imperialismus, Explosionen und Gangstern herumschlagen. McCoy recherchiert in "Die April-Toten" in Hinterhöfen, in Pubs, auf dem Jahrmarkt, bei der Territorial Army und bekommt es mit brandgefährlichen Angelegenheiten der IRA zu tun. Seine Wege führen den jungen Detective neben diversen Tatorten und Vernehmungsräumen, ins Homosexuellenmilieu, in eine Hippiekommune, zu einer Privat-Armee, ins Krankenhaus, sowie in eine Brauerei, deren Gebäudefassade fast völlig weggerissen wurde. Harry McCoy verrennt sich dabei jedoch ständig in irgendwelchen Sackgassen. Der 1963 in Schottland geborene Autor Alan Parks hat die (un)menschliche, kalte, verregnete, nachgerade trostlose Stimmung, die das Milieu Glasgows im Jahre 1974 widerspiegelt, ebenso wie die schöne Landschaft Schottlands, bildhaft eingefangen. Immer wieder lässt der ehemalige Creative Director zweier großer Plattenlabel das lebendige Umfeld in sein exzellent und niveauvoll geplottetes, 448 Pagina umfassendes Storyboard einfließen, wodurch er seinen geistreichen, spannungsvollen und rauen Noir, gerade für versierte McCoy-Leser, regelrecht heimelig gestaltet. In Alan Parks komplexem, brutalem und investigativem Kriminalroman, der im Jahre 2021 im englischen Original unter dem Titel "The April Dead" erschien, geht der Romancier hin und wieder recht detailliert auf die geschilderten Bluttaten ein. Mit einem Hauch Whodunit-Flair versehen, heischt "Die April-Toten" um Aufmerksamkeit, nicht zuletzt, weil Parks mit Namen nur so um sich wirft, worunter die Übersichtlichkeit ein wenig leidet. Wie im Laufschritt hetzt er seine lebendigen Charaktere durch Glasgow und inkludiert dabei alte Bekannte, wie Wattie, Murray, Iris, Billy Weir, Archie Lomax, sowie Phyllis Gilroy. Das britische Empire kommt bei der brisanten Themenlage allerdings nicht sonderlich gut weg.
Auch der vierte Teil, der Detective McCoy-Reihe kann als Standalone gelesen werden. Dennoch ist es selbstredend von Vorteil die Reihe mit dem ersten Band "Blutiger Januar" zu beginnen. Wer auf investigative, raue und rohe schottische Kriminalromane/Noirs steht, der dürfte an dieser Serie sicherlich Gefallen finden. Der fünfte Teil "Möge Gott dir vergeben" ("May God Forgive" aus dem Jahre 2022) ist erst kürzlich (nämlich am 14.07.2025) im Polar Verlag erschienen. Bleibt zu hoffen, dass sich der Polar Verlag auch dem sechsten Teil der McCoy-Reihe "To Die In June" (2023) annehmen wird.
Alan Parks - Die April-Toten
Polar Verlag
Kriminalroman
Buchreihe: Harry McCoy – Reihe (Band 4)
ISBN: 978-3-910918-06-1
448 Seiten
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Originaltitel: The April Dead (2021)
Aus dem schottischen Englisch von Conny Lösch
Erscheinungstermin: 16.09.2024
EUR 26,00 Euro [DE] inkl. MwSt.
Glasgow war schon immer ein gefährliches Pflaster. Als dort und in der Umgebung zwischen 1970 und 1980 zahlreiche Kohleminen, Stahlwerke und Werften geschlossen wurden, führte dies zu Massenarbeitslosigkeit ...
Glasgow war schon immer ein gefährliches Pflaster. Als dort und in der Umgebung zwischen 1970 und 1980 zahlreiche Kohleminen, Stahlwerke und Werften geschlossen wurden, führte dies zu Massenarbeitslosigkeit und sozialem Elend. Im Gefolge davon kam es zu einem rasanten Anstieg der Kriminalitätsrate, was dazu führte, dass die schottische Großstadt schnell den Ruf hatte, „Crime Capital of Europe“ zu sein. Soweit der Hintergrund, vor dem Alan Parks Harry McCoy-Reihe einzuordnen ist, deren Startpunkt das Jahr1973 ist.
Mit „Die April-Toten“ sind wir im Jahr 1974 angekommen, und wie bereits der Titel verrät, konzentriert sich die Handlung auf den Zeitraum zwischen dem 12. und 22. April. Und natürlich sind alle wieder mit an Bord, die wir bereits aus den Vorgängern kennen: Harry, der durch ein Magengeschwür gesundheitlich angeschlagen ist. Wattie, mittlerweile stolzer Vater, der mit Schlafmangel kämpft. Murray, ihr Boss, der Wattie genau auf die Finger schaut, hat er ihm doch die Leitung in seinem ersten Fall, dem Mord an Jamsie Dixon übertragen. Dieser ein Handlanger von Harrys frisch aus dem Gefängnis entlassenen Freund und Unterweltgröße Stephie Cooper, was letzteren zum Auftraggeber gemacht haben könnte. Harry wäre hier als Leitender fehl am Platz, ist er doch Stephie gegenüber (meist) loyal. Auch wenn sie auf verschiedenen Seiten stehen.
Die Handlung ist komplex, wie von Parks gewohnt, und deckt wieder verschiedene Bereiche ab, zwischen denen es Zusammenhänge gibt. Ein amerikanischer Ex-Militär bittet Harry um Hilfe bei der Suche nach seinem Sohn, der spurlos von der US-Marinebasis am Holy Loch verschwunden ist. Ein junger Mann wird bei seinem Versuch, eine Bombe zu bauen, getötet, aber die Special Branch schließt die IRA aus. Ein dubioser Ex-Colonel, der junge Männer um sich schart, die ihm helfen sollen, seine Vision von einem besseren Schottland in die Tat umzusetzen. Ein Landhaus, in dem während einer Durchsuchung schockierendes Bildmaterial gefunden wird. Nicht zu vergessen Stephies Rachefeldzug gegenüber den illoyalen Mitgliedern seiner kriminellen Organisation.
Hochspannend, intelligent, mit sympathischen Charakteren und einer ausgeklügelten Story. Hart, stellenweise brutal und blutig, direkt in der Sprache (wie immer hervorragend übersetzt von Conny Lösch) und mit jeder Menge schwarzem Humor.
„Die April-Toten“ ist der vierte Band mit Harry McCoy und Co., und, wie die Vorgänger, astreiner schottischer Noir vom Feinsten. Damit man die Personen, ihre Entwicklung und ihre Beziehungen zueinander einordnen kann, empfiehlt es sich, die Reihe chronologisch zu lesen. Es lohnt sich. Unbedingt!