Cover-Bild Kopflos
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 18.09.2025
  • ISBN: 9783406836954
Ariana Harwicz

Kopflos

Roman
Silke Kleemann (Übersetzer)

Stürmisch und jenseits aller Konventionen erzählt Ariana Harwicz von einer Leidenschaft, die sich selbst verzehrt. "kopflos" ist die Geschichte einer Entführung – ein Roman, wie man ihn über Mutterschaft noch nie gelesen hat, sprachlich sensationell, emotional kaum zu fassen.Menschen glauben zu wissen, wozu sie fähig sind. Sie denken, dass sie unter keinen Umständen ihre Eltern umbringen oder einem Kind etwas antun könnten. Sie denken, sie wären nicht fähig, ein Verbrechen zu begehen, bis sie es tun.Ein Supermarkt in Frankreich. Lisa hofft, einen Blick auf ihre fünfjährigen Zwillinge werfen zu können, die mit ihrem Vater einkaufen sind. In einem Sorgerechtsprozess hat sie das Umgangsrecht mit den Söhnen verloren und darf sich dem Haus der Familie nicht mehr nähern. Ihre Kinder sieht sie nur noch einmal im Monat unter Aufsicht. Der Schmerz, das Heranwachsen ihrer Söhne nicht mehr Tag für Tag mitzubekommen, ist so überbordend wie ihre Emotionen. Ihre Pflichtverteidigerin verzweifelt an Lisa, die sich selbst zur größten Gefahr wird, während sie das Leben ihrer eigenen Familie observiert. Doch das Beobachten, das immer mehr zur Obsession wird, reicht irgendwann nicht mehr aus ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Starker Roman

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Lisa ist Mutter von zwei Jungs, es sind Zwillinge. Sie hat das Umgangsrecht verloren, kommt damit absolut nicht zurecht. Heimlich beobachtet sie die beiden Jungs, doch das reicht irgendwann nicht mehr. ...

Lisa ist Mutter von zwei Jungs, es sind Zwillinge. Sie hat das Umgangsrecht verloren, kommt damit absolut nicht zurecht. Heimlich beobachtet sie die beiden Jungs, doch das reicht irgendwann nicht mehr. Kurzerhand entführt sie die Kinder und verschwindet. Geplagt von innerer Zerrissenheit übertritt sie immer mehr Grenzen, verstrickt sich immer mehr in kriminelle Handlungen.

Wow, was für eine intensive Leseerfahrung. Ariana Harwicz gelingt es eine unglaublich authentische Mutter zu erschaffen, sie bricht mit dem konventionellen Rollenbild. Intensiv, wild und rau wird erzählt, dann wieder ganz sanft. Lisa liebt ihre Kinder, doch wurde ihr kein Familienglück vergönnt. Die toxische Beziehung zum Vater der Kinder spitzte sich immer mehr zu. Es gibt viele verstörende Momente, die irritierend und berührend sind. Diese Zerrissenheit ist dadurch ganz wunderbar eingefangen. Auch der Erzählstil ist ungewöhnlich. Die Zeiten werden vermischt. Manchmal wusste ich nicht genau wo ich gerade bin. Man muss sehr aufmerksam lesen um zu verstehen. Wer sich darauf einlässt und nicht nur die klassischen Erzählweisen mag, wird große Freude an diesem Roman haben. Ich finde ihn richtig stark.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Wenn Liebe, Schmerz und Besessenheit sich vermischen

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Schon mit den ersten Seiten baut sich eine Spannung auf, die sofort spürbar ist. Lisas Verzweiflung, ihre Kinder nur noch selten sehen zu dürfen, überträgt sich beim Lesen direkt und schafft eine bedrückende, ...

Schon mit den ersten Seiten baut sich eine Spannung auf, die sofort spürbar ist. Lisas Verzweiflung, ihre Kinder nur noch selten sehen zu dürfen, überträgt sich beim Lesen direkt und schafft eine bedrückende, zugleich traurige Atmosphäre. Besonders die Szene im Supermarkt, in der sie versucht, ihre fünfjährigen Zwillinge aus der Ferne zu beobachten, hat sich mir stark eingeprägt. Schmerz, Sehnsucht und langsam aufkommende Besessenheit sind so intensiv beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst mitten in dieser Situation zu stehen.
Ariana Harwicz erzählt stürmisch und eindringlich von einer Mutter, deren Liebe und Trauer sie an die Grenzen ihrer selbst bringen. Es wird deutlich, wie schnell Menschen über sich hinausgehen oder Dinge tun können, die sie vorher für unmöglich gehalten hätten. Besonders eindrucksvoll sind die Szenen, in denen Lisa Orte aus ihrer Vergangenheit aufsucht: die Brücke, an der einst Streit und Leidenschaft aufeinandertrafen, das Landhaus der Schwiegerfamilie, die Erinnerungen, die wieder hochkommen.
Die Sprache ist klar, intensiv und manchmal schon schmerzhaft direkt, genau das macht die Geschichte so besonders. Das Buch ließ sich kaum zur Seite legen, so stark hat es mitgerissen. Es ist ein Roman über Leidenschaft, Schmerz und menschliche Abgründe, der noch lange nachhallt.
Vier Sterne, weil die Geschichte emotional sehr mitgenommen hat, die sprachliche Intensität beeindruckend ist, manche Kapitel aber schwer zu verdauen waren. Ein außergewöhnliches Buch über Mutterschaft, Grenzen und die zerstörerische Kraft von Gefühlen.

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