Cover-Bild Becks letzter Sommer
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 26.09.2018
  • ISBN: 9783257609271
Benedict Wells

Becks letzter Sommer

Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musiktalent: Rauli Kantas aus Litauen. Als Manager des rätselhaften Jungen will er es noch mal wissen, doch er ahnt nicht, worauf er sich da einlässt ... Ein tragikomischer Roman über verpasste Chancen und alte Träume, über die Liebe, Bob Dylan und einen Road Trip nach Istanbul. Ein magischer Sommer, in dem noch einmal alles möglich scheint.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Eine fesselnde Tragikomödie

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Inhalt: Becks Leben ist ein Fiasko. Seinen großen Traum, berühmter Musiker zu werden, musste er begraben, als die Band ihn rausschmiss. Er hat niemanden an seiner Seite, da seine Liebesbeziehungen nie ...

Inhalt: Becks Leben ist ein Fiasko. Seinen großen Traum, berühmter Musiker zu werden, musste er begraben, als die Band ihn rausschmiss. Er hat niemanden an seiner Seite, da seine Liebesbeziehungen nie länger als ein paar Monaten andauern. Und mittlerweile plagen ihn auch die Zipperlein des Älterwerdens. Zwar hat er einen sicheren Job als Lehrer, doch dieser erfüllt ihn gar nicht. Doch dann entdeckt er unvermittelt im Musikunterricht das unglaubliche Talent seines Schülers Rauli Kantas, von dem Beck überzeugt ist, er werde die Musikindustrie revolutionieren. Kurzerhand bietet Beck seinem Schüler an, ihn zu managen - auch um seine eigenen, alten Träume zu verwirklichen -, ohne zu ahnen, worauf er sich da eingelassen hat…

Persönliche Meinung: “Becks letzter Sommer” ist eine Tragikomödie von Benedict Wells. Die Handlung des Romans ist sehr abwechslungsreich: Neben Selbstfindung (bei Beck) und Coming of Age (bei Rauli) finden sich eine (nicht unkomplizierte) Liebesgeschichte sowie zum Ende hin ein (aberwitziger) Roadtrip durch Osteuropa. Dabei ist die Handlung eine Achterbahn der Gefühle: Momente voller Witz (insbesondere in Form des stark überdrehten Charlie, dem besten Freund Becks, und in den Dialogen mit Rauli, der sich konsequent weigert, grammatikalisch korrektes Deutsch zu sprechen) stehen neben tragischen Situationen (diese möchte ich hier nicht spoilern); Verlust gesellt sich zu Liebe. Sehr gefallen an der Handlung hat mir zudem, dass sie - so viel sei verraten - nicht mit einem klassischen Happy End schließt, sondern eine gewisse Offenheit besitzt, wodurch sie für mich lebensnaher wirkte. Beck, den wir bei dem Aufleben seiner Jugendträume begleiten, ist dabei weiß Gott nicht nur ein Sympathieträger: Die Beziehung zu seiner Schülerschaft ist äußerst fragwürdig; um seine Ziele zu erreichen, geht Beck z. T auch über Leichen. Und doch: Mit der Zeit wächst Beck einem ans Herz - eben weil man merkt, dass unter der ruppigen, verbitterten Schale doch ein weicher, verletzter Kern steckt. Interessant ist auch die Erzählsituation des Romans: Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der meist in die Perspektive von Beck schlüpft. Dieser allwissende Erzähler schleicht sich allerdings im Laufe der Handlung durch die Hintertür als “Ich” ein, wodurch eine spannende Erzählkonstruktion entsteht. Wer dieses “Ich” ist und wie es dazu kommt, die Handlung zu erzählen, wird nach und nach offenbart, was für zusätzliche Spannung innerhalb der Handlung sorgt. Der Schreibstil von Benedict Wells ist anschaulich und liest sich ungemein flüssig, sodass man das Buch kaum beiseite legen kann. Insgesamt ist “Becks letzter Sommer” eine fesselnde Tragikomödie mit Figuren, die Ecken und Kanten besitzen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Starkes Debut.

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Herr Beck ist mitte dreißig, Lehrer, aber sein Herz gehört eigentlich der Musik. Seine Band hatte sich seinerzeit zerstritten und seitdem hat er kaum noch Songs verfasst. Als er seinen 17jährigen Schüler ...

Herr Beck ist mitte dreißig, Lehrer, aber sein Herz gehört eigentlich der Musik. Seine Band hatte sich seinerzeit zerstritten und seitdem hat er kaum noch Songs verfasst. Als er seinen 17jährigen Schüler Rauli im Musiksaal überrascht, ist er völlig hin und weg. Der Junge kann grandios Gitarre spielen, singt wie wenn er nie etwas anderes getan hätte und kann Songs zaubern die voll Kraft und Tiefgang sind. Er nimmt sich dem Au?enseiter an und hofft so noch im Musikgeschäft Fu? zu fassen. Rauli hat aber auch andere Probleme. Seine Familie hat einige ups and downs, er verliebt sich und er will wie sein Vorbild der beste Eiskunstläufer der Welt Alexei Yagudin den dreifachen Salchow schaffen. Becks alter Bandkollege Charlie muss dringend nach Istanbul und so setzen sich Rauli, Beck und der immer verwirrte Charlie ins Auto und machen sich auf die Reise ihres Lebens. Mit gerade mal dreiundzwanzig Jahren hat Benedict Wells ein furioses Debut geschaffen. Eine Geschichte mit viel Schwung, Dramatik, Musik und ungeheurem Tiefgang. Hoffentlich nicht Wells letzter Sommer.

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