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Veröffentlicht am 05.08.2021

Geniale Idee, genialer Einstieg, Enttäuschendes Ende

Der dunkle Schwarm
1

„Der Dunkle Schwarm“ von Marie Grasshoff wird aus der Sicht von Atlas und in der Ich-Person erzählt.

Zunächst einmal zu der Idee, auf der die Geschichte beruht, denn diese ist einfach großartig.
Die ...

„Der Dunkle Schwarm“ von Marie Grasshoff wird aus der Sicht von Atlas und in der Ich-Person erzählt.

Zunächst einmal zu der Idee, auf der die Geschichte beruht, denn diese ist einfach großartig.
Die Leseprobe spiegelt diese fantastische Grundlage meiner Meinung nach sehr gut wieder und die Einführung in die Welt von Atlas, in der Implantate in quasi jedes Gehirn eingepflanzt sind oder werden können und über die, wie wir in der Geschichte erfahren dürfen, nicht nur kommuniziert werden kann, ist sehr gelungen.

Recht geschickt führt die Autorin den Leser direkt in das Doppelleben von Atlas ein, die im Sub-Level als Oracle bekannt ist.
Von Beginn an, ist die Geschichte spannend und eine neue dystopische Welt wird durch viele angeschnittene Eindrücke von Atlas sehr bildlich konstruiert.
Leider lässt die anfängliche Spannung auf der Hälfte des Buches nach.
Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass Atlas ihre ursprüngliche skeptische Haltung gegenüber anderen Menschen verliert, obwohl diese aufgrund ihrer Vergangenheit sehr nachvollziehbar und logisch erschien. Diese Wendung nimmt der Geschichte ein wenig die Spannung, da sowohl das Ende bzw. der Verlauf der Geschichte, bezogen auf ihre Person, sehr absehbar wird.

Richtig gut gefallen haben mir die Androiden und ihre besondere Rolle in dieser Geschichte, denn Atlas wird von Julien beschützt. Einem Androiden. Obwohl diese keine echten menschlichen Gefühle fühlen können, können sie diese imitieren und ein Eindruck von Menschlichkeit in einer Maschine wird erweckt. Im Allgemeinen ist der fortschrittliche technische Aspekt sehr faszinierend gestaltet.

Insgesamt hatte die Geschichte also wirklich Potential, allerdings schwächelnden sowohl Handlung als auch Spannung ab der 2. Hälfte des Buches und obwohl der Plot Twist nicht vorhersehbar war, hat mich das Ende ein bisschen enttäuscht. Besonders der Schreibstil hat sich im Verlauf des Buches meiner Meinung nach verändert. Zum Schluss werden die Szenen nur spärlich beschrieben und verlieren dadurch an Einzigartigkeit.

Zusammenfassend also eine sehr lesenswerte Geschichte, die leider besonders gegen Ende ein wenig schwächest und mich mit einem eher zwiegespaltenen Gefühl zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 07.07.2021

Der perfekte Sommerroman!

Kaputte Herzen kann man kleben
1

„[...]Und es gefiel mir nicht, wie er mich ansah, als wären wir Bandscheibenverbündete. Waren wir nämlich nicht. Ich war 45. Er mindestens 70. Wann hatte ich das Tal der „jungen Frauen“ verlassen und war ...

„[...]Und es gefiel mir nicht, wie er mich ansah, als wären wir Bandscheibenverbündete. Waren wir nämlich nicht. Ich war 45. Er mindestens 70. Wann hatte ich das Tal der „jungen Frauen“ verlassen und war ins Tal der „Bandscheiben“ übergesiedelt?“
S. 6

Der Inhalt:
Der Roman „Kaputte Herzen kann man kleben“ handelt von Luisa, die als Hebamme in einer Klinik in München arbeitet. Als ihr einstiger Traumberuf sich für Luisa allerdings zum Albtraum physischer und psychischer Art entwickelt, packt sie kurzerhand ihre Koffer und zieht über die Sommerferien mit ihrer Tochter nach St. Peter-Ording. Mit Hilfe des verschlossenen Physiotherapeuten Tom und einer Gruppe Frauen, lernt Luisa langsam Hilfe anzunehmen und für sie beginnt nicht nur der Prozess der Heilung, sondern auch

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von der Protagonistin Luisa erzählt.

Meine Meinung:
Die Autorin thematisiert das durch Corona und im Allgemeinen recht bekannte Thema Überlastung der Mitarbeiter des Gesundheitssystems. Ganz oft und recht schnell denkt man dabei an die Krankenpflege und vergisst vielleicht, dass auch Hebammen stark überlastet sind, an Kapazitätsgrenzen arbeiten und hoffnungslos überfordert sind. Eine komplikationslose Schwangerschaft und Geburt ist nun mal nicht rentabel...

Mit ganz viel Witz und Humor erzählt Kristina Günak nun die Geschichte von Luisa, die zu eben diesen Hebammen gehört und der schließlich nichts anderes mehr übrig bleibt, als die Notbremse zu ziehen und München zu verlassen. Welcher Ort würde sich da besser eignen, als die Heimat?

Diesen Roman ließt man zwangsweise mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So viel Wahrheit steckt in den Worten und Gedanken von Luisa.
Ihr Weg zurück zu sich selbst und der Freude an der Hebammenarbeit ist wunderschön zu erleben.

Ganz besonders der warmherzige und humorvolle Schreibstil der Autorin verleiht den Figuren stets eine lebendige Art. Keine Figur ist perfekt und Kristina Günak trifft damit den Nagel auf den Kopf. Sie schreibt realistisch, lebendig und glaubwürdig.
Mit der Zeit tauen ihre Figuren auf und die kurz angebundene nordische Art verwandelt sich in eine offene, herzliche und heimelige Atmosphäre, die auch die verschlossenen Figuren dazu bringt ihre Gefühle zu offenbaren.

Sehr gut gefallen hat mir die Vielfalt der Figuren. Es gibt einen Mann, der an Demenz erkrankt ist und das Grüppchen Frauen, das Luisa kennen lernt ist Gold wert!
Die Figuren nehmen sich selbst nicht zu ernst, verlassen sich aufeinander und vermitteln eine sehr warmherzige Atmosphäre, die einem sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

„Kaputte Herzen kann man kleben“ ist für alle, die sich nach Urlaub sehnen oder einfach das perfekte Buch für den Sommer suchen!

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 16.06.2021

Wenn Miss Merkel nicht wär...

Miss Merkel: Mord in der Uckermark
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„Jetzt kam Angela sich noch alberner vor. [...] „Nein“, musste Angela zugeben und hielt dem genervten Blick des kleinen Mannes stand. Dabei half ihr, dass sie mit ihren Händen die Raute bildete. Die erdete ...

„Jetzt kam Angela sich noch alberner vor. [...] „Nein“, musste Angela zugeben und hielt dem genervten Blick des kleinen Mannes stand. Dabei half ihr, dass sie mit ihren Händen die Raute bildete. Die erdete sie jedes Mal.“
(S.71)

Einfach göttlich!
Der Schreibstil des Autors David Safier ist absolut einzigartig, humorvoll und urkomisch.
Wortgewandt nimmt er beinahe jeden Charakter des Buches auf die Schüppe und verteilt das ein oder andere Fettnäpfchen für die agierenden Figuren. Und ganz besonders den liebenswerten Charakter Achim, Angela‘s Ehemann.
Safier schreibt sehr entschleunigend und vermittelt mit seinem Schreibstil eine ruhige und entspannende Atmosphäre, ganz im Stil von Cosy-Crime.

Der Leser erlebt die Geschichte größtenteils aus der Sicht von Angela in der 3. Person. Ganz besonders amüsant sind dabei ihre Gedanken, die auch mal vom eigentlichen Thema abschweifen und die Angela, besonders bei ihrem Achim, in ein nahbares und wohlwollendes Licht stellen.

Besonders gut gefallen hat mir zudem der Aufbau der Handlung. Es gab keine Lücken, die Langeweile verursacht hätten und die Geschichte sowie der Kriminalfall sind zwar überspitzt dargestellt, in sich aber rund und schlüssig und somit in jedem Fall glaubhaft. Die Handlung wirkt gut durchdacht und macht unter anderem durch die Parallelen zu unserer Bundeskanzlerin (wie z.B. die Raute), einfach Spaß beim Lesen.

Außerdem hat die Geschichte die echte Angela Merkel für mich in ein positiveres Licht gerückt. Angela wird hier so menschlich, nahbar und sympathisch dargestellt, dass man sie im Buch einfach gernhaben muss. In gewisser Weise verliert man bei der Sicht auf so manchen Politiker, den gedanklichen Aspekt, dass es sich eben auch nur um einen Menschen handelt, der die gleichen Grundbedürfnisse teilt, wie jeder von uns.

Während des Lesens hatte ich ständig das Bild vor Augen, wie unsere Bundeskanzlerin dieses Werk in den Händen hält und dabei ebenso schmunzelt, wie ich.
Safier hat mit „Miss Merkel“ einen wunderschönen Cosy-Crime Roman geschrieben, der zum Schmunzeln einlädt und ein echtes Wohlgefühl vermittelt.

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Veröffentlicht am 13.06.2021

Fantasy, düstere Atmosphäre und Erotik

Verführte der Dämmerung
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Worum geht es?

Das Buch handelt von Brynne, einer Stammesvampirin und Zael, einem atlantidischen Kämpfer, der sein Volk hinter sich gelassen hat und an der Seite des Ordens der Vampire kämpft, als eine ...

Worum geht es?

Das Buch handelt von Brynne, einer Stammesvampirin und Zael, einem atlantidischen Kämpfer, der sein Volk hinter sich gelassen hat und an der Seite des Ordens der Vampire kämpft, als eine unmittelbare Bedrohung von einem neuen Feind ausgeht. Als Zael auf Brynne trifft, ist der unsterbliche Atlantid augenblicklich fasziniert von der Tagwandlerin. Doch Brynne begegnet ihm zunächst unnahbar und verschlossen, was Zael dazu verleitet alles daran zusetzen ihre Mauern zum Einsturz zu bringen...

Die Geschichte wird aus der Sicht eines Erzählers in der 3. Person abwechselnd von Zael, Brynne und Lucan, dem Gen-Eins-Anführer des Ordens, erzählt.

Die Geschichte ist zwar an sich unabhängig und in sich abgeschlossen, baut allerdings auf 13 vorherigen Bänden auf und ist Teil der Midnight-Breed-Serie von Lara Adrian.

Meine Meinung:

„Verführte der Dämmerung“ war das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und ich kenne daher die vorherigen Bücher der Serie nicht.
Mich hat besonders das Cover sehr angesprochen, da es eine mysteriöse und düstere Stimmung verströmt.
Das Cover und der Titel des Buches passen gut zum Inhalt der Geschichte und geben von Beginn an die dunkle Atmosphäre frei, die mir auch die Handlung vermittelt hat.

Zunächst ist mir der Einstieg in die Geschichte nicht ganz so leicht gefallen, da ich ja auch die vorherigen Bücher nicht kannte und mit dem Hintergrund der Vampire, der Atlantiden und ihrer Feinde erst einmal warm werden musste. Danach hat mir der Schreibstil der Autorin die meiste Zeit zugesagt. Er ist flüssig und die Autroin beschreibt relevante Szenen besonders am ANfang in einem angemessenem Maß.

Mir hat an der Handlung bzw. am Aufbau dieser, die Unterbrechungen durch die abwechselnden Sichtweisen und Settings von Zael und Brynne sowie Lucan und dem Orden, nicht so gut gefallen, da sie den Lesefluss ein wenig unterbrochen haben. Allerdings wurden sie durch die Kapitelkennzeichungen getrennt, wodurch man sich darauf einstellen konnte.

Insgesamt hätte ich vom Ende der Geschichte ein wenig mehr Spannung erwartet, da es doch recht Happy-End-mäßig daherkam und die Endszenen recht schwach beschrieben waren. Dennoch hat mir die Handlung am Ende recht gut gefallen, da auch neue Figuren noch recht spät vorgestellt werden.

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Veröffentlicht am 12.06.2021

Überraschend, im negativen Sinne...

Wenn Donner und Licht sich berühren
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Klappentext:
„Jazz und Elliot können unterschiedlicher nicht sein: das beliebteste Mädchen der Highschool und der schüchterne Junge, der nirgends dazugehört. Doch was sie verbindet ist die Musik - und ...

Klappentext:
„Jazz und Elliot können unterschiedlicher nicht sein: das beliebteste Mädchen der Highschool und der schüchterne Junge, der nirgends dazugehört. Doch was sie verbindet ist die Musik - und ihre Einsamkeit. Mit Jazz fühlt sich das Leben für Elliot das erste Mal unbeschwert und leicht an. An ihrer Seite hat er das Gefühl, endlich wieder Atmen zu können. Doch ausgerechnet, als Elliot Jazz am meisten braucht, stellt sich das Schicksal gegen sie. Jazz muss Elliot verlassen, scheint plötzlich unerreichbar für ihn zu sein. Und als sie sich Jahre später in New Orleans wiedersehen, ist nichts mehr wie es war. Sie haben sich verändert. Das Leben ist härter geworden. Rauer und dunkler. Doch die vielen Scherben in ihrer Seelen erkennen noch immer die Traurigkeit des anderen - und die Liebe zueinander. Und Elliot weiß, dass er seinen Fehler nicht noch einmal machen will und er Jazz diesmal nicht mehr gehen lassen wird!“

Der Roman ist in 2 Teile unterteilt und wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Elliot und Jasmine erzählt. Der erste Teil beinhaltet das Kennenlernen der beiden als sie 16 Jahre alt sind. Der 2. Teil spielt 6 Jahre später.

„Wenn Donner und Licht sich berühren“ ist ist mein erster Roman von Brittainy C. Cerry gewesen und ich hatte mich eigentlich sehr auf das Buch gefreut, doch ich bin hin- und hergerissen, vor allem da sich meiner Meinung nach die 2 Teile des Buches in der Qualität sehr unterschieden haben.

Zunächst einmal fand ich die Idee des Buches und die romantischen Aspekte der Handlung sehr gut und meist auch schön umgesetzt.
Mich haben die Teilung des Buches und die wechselnden Sichtweisen von Elliot und Jasmine im Endeffekt dazu bewegt, weiterzulesen.

Gefühle und brenzliche Situationen werden nachvollziehbar beschrieben, haben mir dadurch allerdings nicht immer den Zugang zur Handlung gewährt. Das lag zu großen Teilen an den Extremen, die besonders im ersten Teil sehr vorherrschend waren. Ein Beispiel: „(...) die Seele aus dem Leib vögeln. Ich werde sie ficken, bis sie nicht mehr laufen kann. Ich werde es ihr besorgen (...). Scheiße Mann, wir alle ficken sie seit Wochen, die scheiß Hure. (...)“ (S.74). Zum einen hat die Autorin es zwar geschafft Wut und Fassungslosigkeit in mir zu wecken, allerdings fand ich die Art, wie sie dies vor allem im ersten Teil versucht, zu überspitzt und geschmacklos. Leider zieht sich dieser extreme Stil durch den gesamten ersten Teil des Romans, nimmt dann im 2. Teil merklich ab. Der erste Teil war für meinen Geschmack insgesamt zu gewalttätig und die Reaktionen der Figuren darauf zu unglaubwürdig.
Diese extremen Ausdrücke tauchen leider auch immer wieder in unpassenden Situationen auf und haben bei mir deshalb oft ein Stirnrunzeln und Kopfschütteln ausgelöst.

Zudem schienen die Charaktere manchmal selbst nicht zu wissen wer sie sind und was sie eigentlich ausmacht, allerdings passt das natürlich auch wieder zum Teenageralter und wirkt dadurch angebracht.

Die Beziehungen zwischen den Figuren waren teilweise so kompliziert, dass sie wiederum sehr realitätsnah erschienen. Mit anderen Worten: Ich konnte mich nicht so recht entscheiden, was ich eigentlich davon halten sollte.

Schaut man sich Cover und den Klappentext an, würde man nie vermuten, was sich tatsächlich hinter den hellen Farben verbirgt. Insgesamt zieht sich eine eher negative, traurige Stimmung durch den Roman, die durch den Schreibstil der Autorin im positiven Sinne stark vermittelt wird. Die Gefühle der Figuren wirken glaubwürdig und nachvollziehbar, wenn man mal von der Handlungsentwicklung absieht.

Insgesamt ein Roman mit sehr extremen Überraschungen, der nicht unbedingt zum Wohlfühlen anregt und mir eher mäßigen Lesespaß bereitet hat.

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