Eine Frau auf Rachefeldzug
Yoko erzählt eine klassische Rape&Revenge Story: hart, brutal, blutig und extrem. Auf mich hat der Roman wie ein buchgewordener B-Movie gewirkt, und irgendwie funktioniert das nicht so gut wie auf Zelluloid. ...
Yoko erzählt eine klassische Rape&Revenge Story: hart, brutal, blutig und extrem. Auf mich hat der Roman wie ein buchgewordener B-Movie gewirkt, und irgendwie funktioniert das nicht so gut wie auf Zelluloid. Beim Lesen hat man einfach viel mehr Zeit, Ungereimtheiten und Schwachstellen zu bemerken, von denen es hier leider einige gibt. Yoko ist ein sehr zwiespältiger Charakter, und obwohl ich ihr letztlich zugejubelt habe auf ihrem Rachefeldzug, hat sie sich auch mehr als einmal extrem dumm verhalten. Zwar "wächst" sie im Verlaufe der Handlung, aber trotzdem konnte ich nicht bedingungslos mit ihr mitfiebern. Im Film wären meine kleinen Kritikpunkte vielleicht in temporeicher Action untergegangen, aber beim Lesen fällt es einem doch ins Auge. Gut, aber in dem Genre sollte man sein Augenmerk vielleicht auch nicht auf Konsistenz und Glaubwürdigkeit richten... Nichtsdestotrotz habe ich mich nämlich gut unterhalten gefühlt und das Buch dann auch in einem Rutsch durchgelesen - natürlich wollte ich wissen wie weit Yoko gehen würde und was ihre Opfer erwartet. Tatsächlich war es dann doch ein bisschen wie einen Film vor meinem inneren Auge zu schauen. Ein großer Bestandteil des Buches ist die Gewalt - gegen den Hund, gegen Yoko, gegen ihre Peiniger, aber das sind in meinen Augen zentrale Stilmittel im R&R Genre. Wer damit ein Problem hat, sollte besser einen weiten Bogen um das Buch machen.