Cover-Bild Liaisons
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eisele Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 16.10.2025
  • ISBN: 9783961612697
Céline Robert

Liaisons

Roman | Eine sehr französische Liebeskomödie voller Charme, Scharfsicht und Raffinesse I "Ein verführerisches Romandebüt." Prima
Alexandra Baisch (Übersetzer)

Lauren und Jean sind schon lange verheiratet. Sie begehren sich immer noch, doch Lauren hat sich einen Liebhaber genehmigt: ihren Kollegen Maxime. Es plagt sie nicht das geringste schlechte Gewissen. Sie nimmt sich von Maxime, was sie möchte, und sie bestimmt die Regeln. Das irritiert Maxime, der von Frauen anderes gewohnt ist. Noch mehr würde er sich wundern, wenn er wüsste, von wem seine Frau Nadia derweil träumt …

In raffiniert verwobenen Perspektiven und mit einem untrüglichen Gespür für erotische Nuancen erzählt Liaisons von der Macht der Fantasie, der Ambivalenz der Freiheit – und dem köstlichen Risiko, sich selbst zu verlieren.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Ein wunderbarer, überraschend tiefgründiger Roman

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Lauren und Jean sind … sagen wir: grundsätzlich glücklich verheiratet. Das Appartement in Paris ist elegant und wohnlich zugleich, die Karrieren solide, das Leben hat es alles in allem gut mit ihnen gemeint. ...

Lauren und Jean sind … sagen wir: grundsätzlich glücklich verheiratet. Das Appartement in Paris ist elegant und wohnlich zugleich, die Karrieren solide, das Leben hat es alles in allem gut mit ihnen gemeint. Was Lauren indes nicht davon abhält, eine Affäre mit ihrem jüngeren Kollegen Maxime einzugehen. Maxime wiederum ist mit der rundum perfekten Nadia verheiratet, die schön ist und intelligent und sexy. Und die ihr Leben absolut im Griff hat, n’est-ce pas?! Und dann ist da noch Emma: Studentin und Freigeist, ungebunden und auf ebenso ungezwungene wie unvermeidliche Weise betörend.

Dieses Figurentableau begegnet uns in dem hinreißenden Roman „Liaisons“ von Céline Robert (übersetzt von Alexandra Baisch). Er beginnt leichtfüßig und subtil-klug ironisch, und er könnte durchaus so bleiben und wäre ein charmanter, verführerischer Roman über das Leben, Lieben und ein bisschen Leiden kapriziöser Großstädter:innen. Ein bisschen Coco Chanel, ein bisschen Annie Hall. Doch darin erschöpft sich – und man möchte ausrufen: „Gott sei Dank!“ – Céline Roberts Erzähltalent keineswegs. Denn was als luftiger, nonchalanter Liebesreigen beginnt, entwickelt sich zu einem vielschichtigen Roman, der die psychologischen Tiefen (und Untiefen) seiner Figuren auslotet. Der ihnen in ihre komplizierten Seelen blickt, ihre Verletzlichkeit und Unvollkommenheit offenlegt – ungeschminkt und liebevoll. Nachsichtig und pointiert.

Ein wundervoller Roman über dieses komplexe Geflecht, das man Liebe nennt. Oder menschliche Beziehungen – eben: „Liasons“. Wunderschön. Und sehr französisch.
Und mit einem der besten Romananfänge, den ich seit Langem lesen durfte:

„Jean sitzt auf dem grauen samtbezogenen Sofa vor dem Fenster. Es ist Abend geworden und das Wohnzimmer wird von kleinen Lampen erhellt, die den Perserteppich und die historischen Karten an den Wänden in gedämpftes Licht tauchen. In das Bücherregal mit den Hunderten chaotisch aufgetürmten Büchern sind Lautsprecher mit Holzgehäuse eingepasst, aus denen ‚Porgy and Bess‘ von George Gershwin ertönt. ‚Müssen wir wirklich in so einem Scheiß-Woody-Allen-Film leben?‘, fragt sich Lauren.“

Sehr, sehr große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Liebschaften en masse

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Es machte unheimlich Spass diese sinnliche und ideenreiche Geschichte zu lesen. Bei Nadia kommt man ins Schmunzeln. Doch halt, Nadias Geschichte kommt erst in der Mitte vor.

Das Buch beginnt mit der ...

Es machte unheimlich Spass diese sinnliche und ideenreiche Geschichte zu lesen. Bei Nadia kommt man ins Schmunzeln. Doch halt, Nadias Geschichte kommt erst in der Mitte vor.

Das Buch beginnt mit der Erzählung von Lauren, wie sie sich in der Ehe fühlt und wie sie Maxime kennenlernt. Danach geht es weiter mit Maxime, er wiederholt kurz wie er Lauren kennengelernt hat und wie seine Ehe mit Nadia sehr frei ist, doch Nadia sich in letzter Zeit verändert hat. Weiter geht es dann eben mit Nadia, die über ihre aktuelle Lebensphase spricht. Es folgt die Story von Emma, die gleich zwei Menschen kennenlernt.

Die Figuren sind alle toll gezeichnet. Beginnen wir mit Jean, charismatisch und ein sehr taktiler Mensch. Er beschenkt seine Frau Lauren gern. Die Geschenke ihres Mannes gefallen ihr zwar, aber sie fühlt sich komischerweise verpflichtet. Er sieht sie, gibt ihr Aufmerksamkeit - aber sie ist im Zwiespalt, fühlt sich zu stark gebunden. Lauren und Maxime arbeiten in derselben Firma. Maxime ist oberflächlich, flirtet gern. Lauren hat Lust und will was Neues erleben und lässt sich aufs Flirten ein, allerdings nach ihren Regeln, mit denen Maxime erst mal klar kommen muss. Maximes Frau Nadia hat zielstrebig ihre Ziele erreicht und hat jetzt ein Burnout. War ihre Zielstrebigkeit das alles wert? Dann Emma, die der glücklichste Mensch sein will. Doch was es heisst, glücklicher als andere zu sein, weiss sie eigentlich selbst nicht.

"Liaisons" ist toll und kreativ erzählt. Einer nach dem andern bricht aus seinem normalen Leben aus, sucht neue Freiheiten und verbindet sich mit einer anderen Figur. Wie in einem in Kreisform gelegtem Dominospiel, aber am Ende sind fast alle irgendwie auch miteinander verwoben. Der Schauplatz Paris, die Cité de l'amour, passt perfekt.

Fazit: Man muss es einfach so schnell wie möglich auslesen, diesen unglaublich kreativen, sinnlichen und amüsanten Roman, weil diese Domino-Kreis-Story derart fasziniert, dass man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. Man kann es einfach nicht aus der Hand legen - aber da es nicht zu lang ist, ist dies gar kein Problem. Absolut lesenswert!
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Verstrickungen, Begehren und unerfüllte Wünsche

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Meine Meinung

"...Was Jean langsam auffrisst, ist das ganz offenkundige Wenigerwerden der Momente, die seine Frau ihm widmete. Die immer seltener stattfindenden Vertraulichkeiten. Das lange Schweigen ...

Meine Meinung

"...Was Jean langsam auffrisst, ist das ganz offenkundige Wenigerwerden der Momente, die seine Frau ihm widmete. Die immer seltener stattfindenden Vertraulichkeiten. Das lange Schweigen zu Hause .... Seit einigen Monaten entfernt Lauren Stein um Stein vom Fundament ihrer Partnerschaft, um ein neues Gebäude zu errichten, etwas weiter entfernt, zu dem er keinen Zugang hat." (ZITAT)


Der Roman wirkt auf den ersten Blick leicht, fast spielerisch, aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich gemerkt, wie viel zwischen den Zeilen passiert und vor allem wie alles zusammenhängt. Für mich war es weniger eine klassische Geschichte über eine Affäre, sondern eher ein Blick darauf, wie kompliziert Nähe sein kann. Ich mochte besonders, wie Céline Robert die Figuren zeichnet. Toll fand ich auch, dass man von den einzelnen Charakteren die Sichtweisen erhält. Lauren hat mich oft gleichzeitig irritiert und fasziniert. Ich konnte viele ihrer Entscheidungen nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht immer gutheißen würde. Auch die anderen Figuren – Jean, Maxime, Emma – haben sich für mich nicht wie Nebenrollen angefühlt, sondern wie Menschen, die auch in dem Lebenskreis rund um Lauren eine ebenso große Rolle spielen und die alle ihre eigenen Wünsche und Widersprüche mitbringen. Dieses Gefühl von Leichtigkeit, das aber immer wieder von kleinen Momenten der Unsicherheit durchbrochen wird. Die Sprache ist elegant, manchmal fast kühl, aber genau das hat für mich gut funktioniert.

Fazit: Ein kluger, atmosphärischer Roman über Begehren, Selbstfindung und die Grauzonen dazwischen. Tolles Buch


Über die Autorin

Céline Robert schreibt seit ihrer Kindheit. Lange hat sie sich in ihren Texten direkt an Menschen aus ihrer Umgebung gewandt, um ihnen damit eine Freude zu machen. Mit Liaisons, ihrem ersten Roman, wendet sich Céline Robert erstmals an die Allgemeinheit. Sie hofft, dass sich die Leser in den fünf Charakteren, die den Kreis ihres Liebesreigens bilden, selbst erkennen. Sie kann es immer noch nicht ganz fassen, dass sie ihre idiotischen Ängste, geheimen Freuden und intimen Ideen tatsächlich jetzt mit uns allen teilt.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Eine Liaison in Ehren...

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Manchmal lese ich Bücher, die sich fast unauffällig anschleichen. Keine großen Gesten, kein lautes Drama. Und genau deshalb denkt man dann länger über sie nach.

„Liaisons“ war für mich so ein Roman. ...

Manchmal lese ich Bücher, die sich fast unauffällig anschleichen. Keine großen Gesten, kein lautes Drama. Und genau deshalb denkt man dann länger über sie nach.

„Liaisons“ war für mich so ein Roman. Kurz, leicht zu lesen, elegant erzählt. Und doch steckt in diesen wenigen Seiten erstaunlich viel über Begehren, Freiheit und die stillen Veränderungen, die das Gleichgewicht innerhalb einer Beziehung verschieben können.

Im Mittelpunkt steht Lauren, die nach fünfzehn Jahren Ehe spürt, wie sehr sich ihr Leben verfestigt hat. Die Affäre mit ihrem Kollegen Maxime beginnt spielerisch, beinahe harmlos, wird aber schnell zu einem Versuch, sich selbst wieder näherzukommen.
Während Lauren sich öffnet, gerät Maximes sicher geglaubtes Leben aus dem Gleichgewicht. Auch seine Ehe mit Nadia zeigt Risse, die nicht mehr zu übersehen sind.

Besonders berührt hat mich Nadias Perspektive. Diese leise Erschöpfung nach Jahren der Selbstoptimierung, der Moment des Zusammenbruchs. Und plötzlich passiert etwas, das sich wie Freiheit anfühlt. Dass ausgerechnet die junge Babysitterin Emma diesen Prozess auslöst, verleiht der Geschichte eine überraschende Frische. Emma wirkt ungebunden, fast schwerelos, auch wenn ihre Entscheidungen mehr bewegen, als ihr vielleicht bewusst ist.
Selbst Jean, Laurens Ehemann, bleibt von diesen Verstrickungen nicht unberührt.
❤️
Was ich an „Liaisons“ besonders mochte ist, dass Céline Robert nicht urteilt. Keine Figur wird bloßgestellt, niemand eindeutig verurteilt oder entschuldigt. Alle handeln widersprüchlich, emotional, manchmal egoistisch und genau darin liegt ihre Glaubwürdigkeit. Die moralische Ambivalenz trägt den Roman und macht ihn so spannend.

Am Ende fügt sich alles still zusammen. Kein Paukenschlag, sondern ein präzise gesetzter Moment, der noch einmal alles neu sortiert.
❤️
Ein Buch für einen Abend.
Und für Gedanken, die länger bleiben.

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