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Veröffentlicht am 15.10.2021

Luciana B.

Der langsame Tod der Luciana B
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Meine Meinung und Inhalt

"Manchmal, selten, wird man im Leben der fatalen Abzweigung gewahr, die eine winzige Handlung birgt. Dass hinter einer trivialen Entscheidung der eigene Untergang lauern kann." ...

Meine Meinung und Inhalt

"Manchmal, selten, wird man im Leben der fatalen Abzweigung gewahr, die eine winzige Handlung birgt. Dass hinter einer trivialen Entscheidung der eigene Untergang lauern kann." (ZITAT)

Das Cover ist schön und sehr passend gewählt und gefällt mir gut. Leider konnte mich die Handlung und der Schreibstil nur mäßig überzeugen.

Trotz der vorhandenen Spannungsbögen und Überraschungen konnte ich keine klare Linie im Geschriebenen finden. Das Buch hat einen literarischen und philosophischen Anspruch, ist meiner Meinung nach jedoch mit der Bezeichnung Krimi falsch gewählt.


Luciana B. ist eine schöne und intelligente Studentin. Nebenbei arbeitet sie als Sekretärin bei dem berühmten Krimiautor Kloster. Als dieser ihr eindeutige Avancen macht, zeigt Luciana ihn an und zerstört damit seine Ehe.

Als dann innerhalb weniger Jahre ihr Verlobter auf rätselhafte Weise ertrinkt, ihre Eltern an einer Pilzvergiftung sterben und ihr Bruder brutal ermordet wird, steht für Luciana fest: Hinter all ihrem Unglück steht Kloster, der ihr nie verziehen hat und sich grausam rächt.


Guillermo Martínez wurde 1962 in Bahía Blanca geboren und lebt in Buenos Aires. Er ist promovierter Mathematiker und verbrachte zwei Jahre seiner Doktorandenzeit an der Universität in Oxford. Für Die Oxford-Morde erhielt er als erster Argentinier den Planeta, den wichtigsten Preis für spanischsprachige Literatur. Der Roman wurde zu einem weltweiten Erfolg, in über vierzig Sprachen übersetzt und mit Elijah Wood und John Hurt fürs Kino verfilmt. Seitdem hat Guillermo Martínez mehrere hochgelobte Romane, Essays und Kurzgeschichten verfasst.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Diese Frauen

Diese Frauen
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Meine Meinung und Inhalt

Spannungsgeladene Handlung gepaart mit feministischem Weckruf trifft auf Großstadtflair!

"Durchgeschnittene Kehle. Tüte über dem Kopf. Sie ist nicht für den Strich oder den ...

Meine Meinung und Inhalt

Spannungsgeladene Handlung gepaart mit feministischem Weckruf trifft auf Großstadtflair!

"Durchgeschnittene Kehle. Tüte über dem Kopf. Sie ist nicht für den Strich oder den Club gekleidet. Tatsächlich sieht es eher so aus, als ob sie sich mit ihren Shorts und dem übergroßen Lakers-Hoodie auf einen Abend daheim eingestellt gehabt hätte. " (ZITAT)

Pochoda erzählt die Geschichten von sechs, durch eine Mordserie miteinander verbundenen, Frauen. Durch die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Autorin erzählt, zeigt sie unterschiedliche Lebensentwürfe und Schicksale. Die Autorin hat einen wirklich wortgewaltigen, kraftvollen, aber auch teilweise vulgären Schreibstil, der mir gut gefallen hat und zur Handlung passt.

Das LAPD interessiert sich nicht besonders für die Toten, die immerzu als diese Frauen bezeichnet werden.

Diese Frauen an den Straßenecken ... diese Frauen in den Bars ... diese Frauen, die nicht aufhören, Fragen zu stellen ... diese Frauen, die bekommen haben, was sie verdienen.

Detective Esmerelda Perry folgt die der Spur des Killers und wird von der Autorin als starke authentische Ermittlerin dargestellt. Sie selbstwird aufgrund ihrer Kleinwüchsigkeit von den männlichen Kollegen und auch Zeugen nicht wertgeschätzt. Als Leser hat man auch das Bedürfnis selbst eingreifen zu wollen.

"Sie kann unmöglich die Einzige sein, die eine Verbindung sieht. Aber da ist noch mehr.Es gibt nicht nur diese aktuellen Mor-de, sondern auch die davor, insbesondere den an der Tochter von Dorian Williams. Entweder spielt Essies Kopf ihr Streiche - was man ihr mehr als einmal gesagt hat –, oder es handelt sich eben nicht um Zufälle, sondern um ein Muster." (ZITAT)

Kurzum, ein wirklich tolles Buch, das meine Leseempfehlung erhält.

Ivy Pochoda,geboren 1977, ist Schriftstellerin und lebt in Los Angeles. Sie wuchs in Brooklyn auf, studierte in Harvard und war professionelle Squashspielerin. Bei ars vivendi erschien bereits ihr Roman Wonder Valley (2019).


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Veröffentlicht am 13.10.2021

Ein Toter - Drei Verdächtige

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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Meine Meinung und Inhalt

Nachdem ich die Bücher "Girl on the Train – Du kennst sie nicht. Aber sie kennt dich." und "Into the Water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst." (welche sehr lesenswert sind) ...

Meine Meinung und Inhalt

Nachdem ich die Bücher "Girl on the Train – Du kennst sie nicht. Aber sie kennt dich." und "Into the Water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst." (welche sehr lesenswert sind) verschlungen hatte, musste ich einfach das neuste Werk der Autorin ebenfalls lesen!

Das Buch selbst spielt in London. Daniel Sutherland hatte es in seinem Leben nicht leicht. Seinen Vater kannte er nicht, seine Mutter war Alkoholikerin. Das letzte was ihm noch blieb, war auf einem heruntergekommenen Hausboot abzusteigen. Hier findet ihn dann die Polizei – mit durchgeschnittener Kehle. Besonders drei Frauen geraten danach ins Visier der Ermittlungen.


Laura, die aufgewühlt wirkende junge Frau, die nach einem One-Night-Stand mit dem Opfer zuletzt am Tatort gesehen wurde.

Carla, die Tante des Opfers, bereits in tiefer Trauer, weil sie nur Wochen zuvor eine Angehörige verlor.

Miriam, die neugierige Nachbarin, die als Erste auf die blutige Leiche stieß und etwas vor der Polizei zu verbergen scheint.


Drei Frauen, die einander kaum kennen, mit ganz unterschiedlichen Beziehungen zum Opfer.

Drei Frauen, die aus verschiedenen Gründen zutiefst verbittert sind.

Die auf unterschiedliche Weise Vergeltung suchen für das ihnen angetane Unrecht. Wenn es um Rache geht, sind selbst gute Menschen zu schrecklichen Taten fähig.

Besonders interessant fand ich, wie alle Charaktere miteinander oder auch zueinander stehen und warum genau diese Charaktere überhaupt von der Polizei befragt werden.
Temporeich, fesselnd, überraschend und spannungsgeladen! Absolute Leseempfehlung für dieses Buch mit dem toll gewählten Cover.

Mich konnte "Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen" absolut begeistern und der Schreibstil der Autorin ist einfach großartig und die Handlung wurde toll umgesetzt.

Paula Hawkins wurde in Simbabwe geboren und wuchs in einem Vorort von Harare auf. 1989 ging Hawkins nach London, um ihre Schulausbildung zu beenden. Sie studierte an der Oxford University Politikwissenschaften und Philosophie und arbeitete nach ihrem Abschluss als Wirtschaftsjournalistin für die Times. Nach fünfzehn Jahren Arbeit als Journalistin, widmete sich Hawkins dem Schreiben. Ihre Lieblingsautoren sind unter anderem Donna Tartt, Tana French und Gillian Flynn. Ihr erster Roman "Girl on the Train" erschien 2015 in Deutschland. Das englische Orginal feierte große Erfolge und belegte Platz eins der NY-Times Bestseller-Liste. Auch ihr weiterer Roman "Into The Water - traue keinem außer dir selbst" konnte auf Englisch sowie auf Deutsch an ihren ersten Erfolg anknüpfen und erhielt überwiegend positive Berwertungen.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Milch / Mohn / Minze / Marzipan

Schnittbild
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Meine Meinung und Inhalt

„Ich gehe“, hatte sie gesagt. „Mach die Augen auf, wenn du es sehen willst.“ (ZITAT)

Intensiv, poetisch, aufwühlend, komplex, verwirrend und fesselnd, das umschreibt dieses ...

Meine Meinung und Inhalt

„Ich gehe“, hatte sie gesagt. „Mach die Augen auf, wenn du es sehen willst.“ (ZITAT)

Intensiv, poetisch, aufwühlend, komplex, verwirrend und fesselnd, das umschreibt dieses Buch wahrscheinlich am besten.

Für mich wirklich ein absolut empfehlenswertes Buch!

Ein unglaublich sprachgewaltiges Buch. Man muss sich beim Lesen durchaus konzentrieren um dem folgen zu können, wird dafür aber belohnt. Die Autorin schildert Begegnungen zwischen jeweils zwei Menschen, deren augenscheinlichste Gemeinsamkeit der Kontakt zu einer Frau ist, die als Therapeutin mit den Protagonisten in Berührung kommt.

"Und so steht er dann, wie er immer steht, die Ellenbogen auf der Fensterbank, die Stirn glatt und kalt, und hält den Atem an, denn er weiß:
Die geringste Verschiebung, wenn auch nur um einen hundertstel Millimeter, bringt die Dinge durcheinander, bricht das Bild." (ZITAT)

Silvester 2016. Fabjan sitzt mit seiner Leica am Fenster. Er blickt auf die vergangenen Monate zurück, in denen er mit einer Frau in ein Spiel geraten ist. Mit jedem Treffen wird er abhängiger von ihr, bis er am Ende überzeugt ist, nicht mehr ohne sie zu können.


Frühling 1981.Einvierzehnjähriges Mädchen wird in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem es versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Es vertraut sich einer Psychologin an. Aber ausgerechnet diese Person erweist sich als Falle für die junge Patientin.


Sommer 2004. Erik ist zum ersten Mal, seit vor sieben Jahren seine Frau im Urlaub an der Adria verschwunden ist, auf dem Weg in eine Auszeit in den Kitzbüheler Alpen. Doch dieser Aufenthalt wird zu einer Belastungsprobe.


Herbst 2017. Eine Frau kann seit fünf Nächten nicht mehr schlafen. Sie wird verfolgt und sie weiß, dass es ihre früheren Fehltritte sind, die sie gerade einholen.

"Was enttäuscht, ist nicht der Mangel an Schärfe, sondern die Abwesenheit des Motivs: ein milchheller Fleck auf einem wie mit Kohlestaub benetzten Grund. Die üblichen Macken, er hat die M Monochrom gerade deswegen erstanden; sie lässt sich nicht bitten, diese Feindin der Bewegung. Man muss, um den Fokus auszurichten und das mittige Schnittbild mit dem Sucherbild deckungsgleich übereinanderzulegen, den Winkel dauernd ändern, die Position ständig anpassen, sie zwingt zur Wiederholung, sie ist wie ein Tanz um eine Mitte, die sich unaufhörlich entzieht." (ZITAT)


ANNA FELNHOFER, *1984 in Wien, Studium der Psychologie in Wien und Warschau,Promotion 2015. Arbeitet als Wissenschaftlerin und Klinische Psychologin an der MedUni Wien. Gründung und Leitung eines virtuellen Realitäts-Labors (PedVR-Lab) und der internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift Digital Psychology. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und Herausgabe dreier Lehrbücher (UTB, BELTZ).


"Wie sich zwei Menschen allmählich abhandenkommen, denkt er und beobachtet ihre Bemühungen, dem Altern entgegenzuwirken. Wie sich zwei Menschen irgendwann aufgeben. Man hält es jahrelang so, bis ein Punkt überschritten ist und es plötzlich weder vor noch zurück geht. Und auch dieser Zustand kann noch Jahre, ja, Jahrzehnte andauern, aber vielleicht, so denkt er, gehört auch das dazu, ist unumgänglich." (ZITAT)


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Veröffentlicht am 06.10.2021

Familiengeheimnis

Im Bann
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Meine Meinung und Inhalt

„...DU denkst es dir aus, DU erzählst die Geschichte, und dann bist du frei...." (ZITAT)

Irgendwo in Europa treffen sich zwei Cousins auf einer verfallenen Burg. Die Autorin ...

Meine Meinung und Inhalt

„...DU denkst es dir aus, DU erzählst die Geschichte, und dann bist du frei...." (ZITAT)

Irgendwo in Europa treffen sich zwei Cousins auf einer verfallenen Burg. Die Autorin beschreibt die Burg, die Protagonisten sowie Gefühle und Umgebung wirklich authentisch, sodass man beim Lesen einen gewissen Gruselfaktor hat.

Howard ist zu Macht und Ansehen gekommen, während Danny, der Internetfreak, nach immer neuen Ablenkungen sucht.

Schon bald nach seiner Ankunft glaubt Danny, dass sein Cousin ihn an diesen seltsamen Ort gelockt hat. Er ist krankhaft misstrauisch, vor allem was Howards Beweggründe angeht: Geht es wirklich um seine Hilfe oder um eine verspätete Rache?

Spannende Story, guter Schreibstil und gelungenes Ende! Das Buch hat mich wirklich in seinen Bann ziehen können.

Die amerikanische Autorin Jennifer Egan wurde 1962 in Chicago geboren, aber wuchs in San Francisco auf. Nach ihrem Studium an der Universität von Pennsylvania und dem St. John's College in Cambridge, hat sie angefangen Romane und Kurzgeschichten zu schreiben. Außerdem verfasst sie Artikel für den New Yorker und die New York Times Magazine und lehrt Kreatives Schreiben an der Columbia University. Ihr Roman "Look at me" wurde für den National Book Awards nominiert und 2011 wurde sie für "Der größere Teil der Welt" mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Egan lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Brooklyn, New York.

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