Außergewöhnlich, faszinierend und abgründig
Noch fünf TageEin vergiftetes Luxus-Dinner, eine ausgelöschte Superreichen-Familie und eine todgeweihte Spitzenköchin, der als unfreiwilliger Ermittlerin noch genau fünf Tage bleiben, die Hintergründe des perfiden Mordanschlags ...
Ein vergiftetes Luxus-Dinner, eine ausgelöschte Superreichen-Familie und eine todgeweihte Spitzenköchin, der als unfreiwilliger Ermittlerin noch genau fünf Tage bleiben, die Hintergründe des perfiden Mordanschlags zu enträtseln – dann wird auch sie dem tödlichen Anschlag erliegen …
Auf dem abgeschotteten Familienanwesen in Davos lebt und arbeitet die Spitzenköchin Lis Castrop (sic!) als private Köchin für die vermögende Familie Harman. Das von ihr minutiös geplante Silvestermenü erweist sich für ihre Arbeitgeber als tödliche Falle, der auch Lis nur für begrenzte Zeit entkommt: Das Gift kreist bereits in ihren Adern, ihr Tod ist unausweichlich. Die fünftägige „Gnadenfrist“ verbringt Lis – dem einzigen lebenden Verwandten der Harmans sei Dank – bestmöglich versorgt in einer luxuriösen Klinik. Und doch hat sie nur ein einziges Ziel: herauszufinden, was geschah und wer dafür verantwortlich ist. Ungeachtet ihres fortschreitenden körperlichen Verfalls versucht Lis, die Mosaiksteinchen der Vergangenheit zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. War sie ein Kollateralschaden, ein Zufallsopfer? Oder ihr sie doch tiefer in die undurchsichtigen Geschicke der Harmans verstrickt, als ihr bewusst ist?
„Noch fünf Tage“ von Helena Falke bietet wohl eines der faszinierendsten Settings, die ich je in einem Thriller erleben durfte: eine auf wenige Tage komprimierte Handlung, das Milieu der Superreichen, eine Ermittlerin wider Willen, die ans Bett gefesselt ist und dem sicheren Tod entgegenblickt. All dies bildet die Basis für eine literarische Komposition, die weit über das reine Krimi-Genre hinausgeht: Hier geht es nicht (nur) um das klassische „Whodunit“; hier entfaltet sich ein atmosphärisch dichtes Universum des Misstrauens und exorbitanten Machtgefälles, der Intrigen und der sozialen Kälte, patiniert von Reichtum und Schweigen. Außergewöhnlich, faszinierend und abgründig!