Cover-Bild Der Schattengarten
(3)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kanon Verlag Berlin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Weitere Themen / Geschenkbücher
  • Seitenzahl: 176
  • Ersterscheinung: 27.02.2025
  • ISBN: 9783985681730
Christine von Brühl

Der Schattengarten

Wie ich mein Glück im Moos fand
Teresa Habild (Illustrator)

I never promised you a rose garden! 

Christine von Brühls Mann hat ein verwildertes Grundstück im Wald entdeckt und möchte darauf einen Garten anlegen. Das Gelände ist unwegsam und düster, es gibt weder Wasser noch Strom. Dafür aber Brennnesseln. Christine vom Brühl fühlt sich verloren und fremd. Ihr Mann gewinnt Regenwasser vom Dach und leitet es ins Haus. Sie bewaffnet sich mit Gießkanne und Gummistiefeln und gießt eigenhändig die Rhododendren. Das Projekt ist zu einem gemeinsamen geworden. Aber plötzlich taucht ein neuer Gegner auf. Als wären Trockenheit und fehlendes Licht nicht schon genug. Er ist mächtig, er ist der kosmische Antagonist des halbschattigen Gärtnerpaares: die Wühlmaus. – Eine Geschichte voller Naturverbundenheit, Widerstandswillen und Beziehungssinn. Genial illustriert von Teresa Habild. Für alle Halbschattengewächse.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2025

Ich habe diese Geschichte so gefühlt.

0

Ich habe diese Geschichte so gefühlt.

Sowohl Christine von Brühl als auch ihren Mann konnte ich verstehen. Die Begeisterung von Christines Mann für ein wildes Waldgrundstück konnte ich nachvollziehen, ...

Ich habe diese Geschichte so gefühlt.

Sowohl Christine von Brühl als auch ihren Mann konnte ich verstehen. Die Begeisterung von Christines Mann für ein wildes Waldgrundstück konnte ich nachvollziehen, aber auch das Entsetzen von der Autorin. Ich habe mit ihr gelitten, beim Schleppen der Gerätschaften, Wasser und Kindersachen über einen steinigen und steilen Weg zum Grundstück. Den Frust bei der Entscheidung für den gravierenden Einschnitt ins Familienleben nicht involviert gewesen zu sein. Ihre Bedenken, ihr zögerliches Verhalten und ihre nur langsam wachsende Liebe zum Grundstück waren für mich nachvollziehbar und verständlich.

Jedoch konnte ich die Begeisterung von ihrem Mann Franz für das Waldgrundstück auch verstehen. Diese Traurigkeit als die, vom Borkenkäfer befallenden, Bäume gefällt werden mussten, fühlte ich direkt und ich erinnerte mich an unsere Borkenkäferbaumfällaktionen. Auch mir blutete das Herz als ein Baum nach dem anderen umkippte, nur weil ein kleiner Käfer sie absterben ließ. Dadurch konnte ich auch nachvollziehen, dass er mit dem "neuen" Bild des Grundstücks haderte. Auch mir ging es so. Das was man sich mal mit großer Freude und Begeisterung gekauft und mit viel Liebe aufgebaut hatte, wurde innerhalb von kürzester Zeit vernichtet. Auch die Geschichte vom Sturm und dem Feuer auf dem Grundstück ließen mir einen leichten Schauer über den Rücken laufen. Erlebt habe ich das, Gott sei Dank noch nicht.

Seine Pflanzaktionen habe ich innerlich gefeiert, denn auch mir ging es so. Dank der Rehe ist fast nichts geblieben und irgendwann setzt die Akzeptanz ein, dass es so sein soll. Wachsen lassen, was wachsen will und diese Pflanzen und Bäume genießen und beim Wachsen beobachten. Was für ein befriedigendes Gefühl.

Es ist ein unterhaltsames Buch über einen Schattengarten, der anfangs nur teilweise gewollt war und am Ende geliebt wurde. Die vielen kleinen Illustrationen unterstützten den gut zu lesenden Text der Autorin und sorgten dafür, dass man sich noch besser in die Geschichte hineinversetzen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2025

Kurzweilige Gartenlektüre

0

Christine steht im Garten und gießt Rhododendron. Er wächst spärlich, ganz anders, als sie es aus ihrer Kindheit gewohnt ist. Die Eltern reisten mit den Kindern um die Welt, weil der Vater Diplomat war. ...

Christine steht im Garten und gießt Rhododendron. Er wächst spärlich, ganz anders, als sie es aus ihrer Kindheit gewohnt ist. Die Eltern reisten mit den Kindern um die Welt, weil der Vater Diplomat war. Fast ihre ganze Kindheit verbrachte sie in London. An den Wochenenden gingen die Eltern mit ihnen in die umliegenden Parkanlagen. Dort versteckte sie sich in den Rhododendren mit den dunkelroten und violetten Blütendolden.

Christine lebt mit ihrem Mann Franz und den Kindern in Berlin. Sie haben keinen Balkon oder Garten. Es hat sie nie gestört, aber Franz anscheinend schon, denn er berichtet ihr euphorisch von einem Grundstück mitten im Wald auf einer lichtdurchfluteten Lichtung. Er möchte es erwerben, doch zuvor will er es Christine zeigen. Sie fahren eine halbe Stunde durch die Berliner Innenstadt, danach über diverse Schnellstraßen und eine öde Autobahnstrecke. Nach zweieinhalb Stunden sind sie im Harz. Der Weg zum Grundstück ist steil und beschwerlich. Mit dem Auto kommen sie nicht weit, deshalb folgen sie dem mit Brennnesseln überwucherten Schotterweg zu Fuß. Oben angekommen staunt Christine nicht schlecht. Die Brennnesseln haben auch auf der Lichtung die Herrschaft übernommen, zwei verfallene Holzhütten säumen die eine Grenze des Grundstücks und sonst weit und breit nichts außer Bäume. Birken, Eichen, Apfel, Fichten. Christine wehrt sich gegen den Erwerb dieser weit entfernten, abgelegenen Einöde und doch werden sie in Zukunft jedes verlängerte Wochenende dorthinfahren.

Fazit: Dieses kleine Büchlein ist das erste, das ich von Christine von Brühl lese. Hierin gibt sie Einblicke, wie sie aufgewachsen ist. Sie wehrt sich gegen das Grundstück, das ihr Mann in eine Oase zu verwandeln gedenkt, nicht nur weil sie handwerklich unbegabt ist, sondern auch weil sie von Pflanzen keine Ahnung hat. Tatsächlich scheint es auch mir als Leserin ganz und gar utopisch, ein so weit entferntes Stück Land nutzbar zu machen, doch wider aller Erwartungen gelingt es ihrem Mann. Nichtsdestotrotz dauert es Jahrzehnte und etliche Ereignisse, bis die Autorin seine Entscheidung nicht nur verstehen, sondern sogar bewundern kann. Mir war die gehobene Ausdrucksform (z. B. Herrschaften) manches Mal etwas drüber, aber ansonsten ist es eine kurzweilige Lektüre, an der es wenig auszusetzen gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2025

✎ Christine von Brühl - Der Schattengarten

0

Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei ...

Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei lesen und dann aufgrund einer Stimmung eine Bewertung abgeben.
Andererseits hatte ich kurz auf den Verlagstext geschaut und dort hieß es:
„[…] Und eines Tages verkündet er froh: Wir haben jetzt einen Garten. Hyde Park oder Versailles? Weit gefehlt: Kyffhäuser im Harz!“ Da ich selbst ursprünglich aus einer Kleinstadt stamme, die am Südhang des Kyffhäusergebirges liegt, war meine Neugier dann doch angestachelt. Ich erhoffte mir ein bisschen Lokalkolorit und so sagte ich zu.

Das Buch ließ sich schnell mal nebenbei lesen, denn der locker-leichte Schreibstil machte es einem einfach, durch die Seiten zu fliegen.

Zu Beginn war ich ziemlich erstaunt darüber, wie unterschiedlich die Autorin und ihr Mann in diesem Punkt doch sind. Da wird ein Grundstücke ohne Absprache gekauft. Da werden Ideen verwirklicht, die nicht der Vorstellung beider Parteien entsprechen. Doch am Schluss gibt es ein recht harmonisches Bild.

Es wird beschrieben, mit welchen Gegnern die Familie es mit der Zeit zu tun bekommt und welche (schweren) Aufgaben auf sie warten. Rückschläge und Fortschritte sind ständige Begleiter. Da ich selbst einen (Gemüse)Garten habe, konnte ich manchmal mit ihnen mitleiden.
Dabei scheint Frau von Brühl ihren Humor nie zu verlieren, denn dieser schimmert immer wieder durch.

Mir fehlt es jedoch an Tiefe.
Zum einen auf persönlicher Ebene. Sie beschreibt, wie es ihnen ergeht, aber so richtig greifen konnte ich die Personen nicht - auch die Verfasserin nicht, obwohl sie aus ihrer Sicht heraus erzählt.
Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Christine von Brühl mehr vom Drumherum berichtet. Wo sind sie hingegangen? Was hat die Familie im Umland entdeckt? Es gibt wirklich sooo viel Sehenswertes dort, was auch mit Kindern interessant ist.

Für ein paar nette Lesestunden fand ich das Büchlein ganz interessant - vor allem wahrscheinlich deshalb, weil ich aus der Gegend komme und mich immer gefragt habe: Wo genau hat die Familie ihr Grundstück?

©2025 Mademoiselle Cake