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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2021

Konnte mich nicht so richtig überzeugen

Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel
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Der Kartoffelmann ist vom SUB. Ich musste ein wenig kämpfen, um das Buch wirklich bis zum Schluss zu lesen. Es gab so viele gute Rezensionen zu diesem Buch, so dass ich recht hohe Erwartungen hatte.

Doch ...

Der Kartoffelmann ist vom SUB. Ich musste ein wenig kämpfen, um das Buch wirklich bis zum Schluss zu lesen. Es gab so viele gute Rezensionen zu diesem Buch, so dass ich recht hohe Erwartungen hatte.

Doch leider konnte mich Mr. Doubler nur auf den ersten 80 Seiten begeistern. Danach wurde es immer schwerfälliger und zäher. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, ich hätte ihn geschubst. Ging aber nicht, so dass wir im Schneckentempo uns vorangeschoben haben. Wie für Mr. Doubler war auch für mich Mrs. Millwood immer der Rettungsanker. Ihre herrliche direkte, zupackende und fürsorgliche Art haben mir gefallen.

Doch Mr. Doubler war mir zu skurril, zu eigenbrötlerisch und zu langsam. Teilweise empfand ich ihn sogar als ziemlich egoistisch, denn bis er sich überwinden konnte Mrs. Millwood zu helfen, verging viel Zeit und noch mehr Zuspruch von anderen Menschen.

Manche Gespräche zwischen Mr. Doubler und Mrs. Millwood fand ich gut zum Nachdenken und Reflektieren, andere Gespräche zwischen Mr. Doubler und den anderen Charakteren empfand ich einfach nur als langatmig und wenig ansprechend. Es war ein stetiges Auf und Ab, so dass ich mit der gesamten Geschichte nicht so richtig warm geworden bin. Leider.

Veröffentlicht am 11.01.2021

Spannender Auftakt

Sieben minus eins
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Arne Dahl ist bekannt für seine guten schwedischen Krimis. Auch seine Serie um die Ermittler Sam Berger und Molly Blom hat es wieder in sich. Die Charaktere sind typisch für den schwedischen Krimi. Keine ...

Arne Dahl ist bekannt für seine guten schwedischen Krimis. Auch seine Serie um die Ermittler Sam Berger und Molly Blom hat es wieder in sich. Die Charaktere sind typisch für den schwedischen Krimi. Keine glatten Typen, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, einigen Problemen und privaten Sorgen. Es gab ein paar Verwicklungen, die für mich etwas verwirrend waren, aber trotzdem schaffte es der Autor das Interesse hoch zu halten.

Die vielen kleinen Geheimnisse der beiden Hauptcharaktere, die nur töpfchenweise enthüllt wurden und damit meistens die eingeschlagende Richtung der Geschichte wieder änderten, sorgten für Spannung bis zum Schluß.

Veröffentlicht am 06.01.2021

Schwankend zwischen Faszination und Zweifel

Vor mir nichts als Meer - Meine langsame Rückkehr vom Rande des Abgrunds
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Zuerst muss ich eine Triggerwarnung aussprechen. Wer durch Themen wie häusliche Gewalt, Fehlgeburten, Rassismus und Diskriminierung getriggert wird, sollte sich gut überlegen, das Buch zu lesen.

Die ...

Zuerst muss ich eine Triggerwarnung aussprechen. Wer durch Themen wie häusliche Gewalt, Fehlgeburten, Rassismus und Diskriminierung getriggert wird, sollte sich gut überlegen, das Buch zu lesen.

Die erste Hälfte des Buches ist schwer zu ertragen. Die Autorin, die aus ihrem Leben erzählt, zieht mit ihrem Mann von London auf eine Insel. Sie kaufen ein Croft und versuchen sich dort ein neues, selbstbestimmtes und autarkes Leben aufzubauen. Womit sie nicht gerechnet hatten, waren die Anfeindungen der alteingesessenen Inselbewohner, die Übergriffe (besonders auf Tamsin) und die Wut, auf die sie treffen. Zudem kommen noch viele Hindernisse (fehlender Strom, Wasser, die Kälte und das karge kraftraubende Leben). Es läuft nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben, sie verlieren Zeit und Geld. Die Unzufriedenheit ihres Mannes wird immer größer, die Aggressionen auch und eines Tages eskaliert es.

Tasmin kämpft allein weiter, stürzt und steht wieder auf, wird diskriminiert, belästigt und angefeindet, findet nur schwer Kontakt zu den Einheimischen und verliert zudem ihre engste Vertraute auf der Insel.

Das Buch zerrt an dem Lesenden. Es will die volle Aufmerksamkeit und überschüttet den Leser:innen mit so vielen traurigen, erschreckenden und düsteren Geschehnissen, dass man zwischendurch etwas Luft braucht. Einfach mal durchschnaufen muss.

Gefühlt war das ganze Buch nass, kalt, traurig und kräftzehrend. Und doch hat es mir gefallen. Ich bewundere die Kraft und die Zähheit der Autorin. Ihren Willen sich durchzusetzen und die Insel zu ihrer Heimat, ihrem Zuhause zu machen. Ich konnte oft nicht nachvollziehen, warum sie bleibt, warum sie sich diese Angst, Wut, Strapazen und die Feindseligkeit der Anderen antut. Ist die Insel wirklich so einnehmend, so schön, dass es sich lohnt, Blätter von Bäumen zu essen, damit man überlebt?

Ich schwankte immer zwischen Faszination und Zweifel und konnte doch das Buch nicht weglegen. Es ist ihre Geschichte, ihr Leben und man kann nur den Hut ziehen, dass sie sich durchgesetzt hat.

Im übrigen werden keine Jahreszahlen genannt, aber nach 14 Jahren auf der Insel versucht sie sich mit ihrem größten Widersacher (der sie auch angegriffen und bedrängt hat) auf einen labilen Frieden zu einigen. Daran sieht man, dass die Autorin wirklich ausdauernd und zäh ist.

Veröffentlicht am 03.01.2021

Eine ruhige ansprechende Geschichte mit französischen Flair.

Ein Winter voller Blumen
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Paris - nass, kalt und im Winter. Keine schöne Kulisse für die Romantik und die Liebe, aber Monsieur Matin stolpert in einen Blumenladen, der alles grau verschwinden lässt. Vielleicht liegt es eher an ...

Paris - nass, kalt und im Winter. Keine schöne Kulisse für die Romantik und die Liebe, aber Monsieur Matin stolpert in einen Blumenladen, der alles grau verschwinden lässt. Vielleicht liegt es eher an Mademoiselle Fleur als an ihren exotischen Pflanzen, aber von nun an wird er etwas zum Träumen haben.

Fleurs de Fleur kämpft jedoch um das Überleben. Der Laden ist klein und wirft zu wenig für die hohen Pariser Ladenmieten ab. Dazu kommt noch, dass die Ladenbesitzerin zu gutmütig ist. Sie kommt immer mehr in Schwierigkeiten und Geldnot, so dass sie am Ende mit dem Rücken an der Wand steht. Doch sie hat die Rechnung ohne Mathilde Fréjus, ihre grummelige und energische Teilzeitmitarbeiterin, gemacht.

Und Monsieur Matin? Er kämpft ebenfalls. Mit sich, seinen Tagträumen, seiner zu großen Schüchternheit und seinem Chef. Er, der jede Reklamation im Hotel elegant in den Griff bekommt, scheitert an seiner zurückhaltenden und leicht zerstreuten Art, wenn es um Mademoiselle Fleur geht.

Das Buch ist eine schöne leichte Geschichte, mit ein paar traurigen Elementen, wo man am Anfang schon weiß, wie es ausgehen wird. Aber auf den Weg dahin trifft man charmante und sympathische Charaktere, mit denen man lacht, flucht und trauert. Eine ruhige ansprechende Geschichte mit französischen Flair.

  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Für mich zu viel Phantasie

Valerie kocht
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Valerie ist eine Frau mit einer unendlichen Phantasie und vielen Geschichten. Jedoch schafft sie damit viel Unruhe, viel Traurigkeit und Frust. Ihre Tochter Nell leidet unter der überbordenden Phantasie ...

Valerie ist eine Frau mit einer unendlichen Phantasie und vielen Geschichten. Jedoch schafft sie damit viel Unruhe, viel Traurigkeit und Frust. Ihre Tochter Nell leidet unter der überbordenden Phantasie ihrer Mutter und schämt sich immer mehr für sie.

Anfangs fand ich das Buch durchaus interessant und die Idee war (für mich) neu. Doch je länger ich Nell und Valerie folgte, je mehr Geschichten ohne Ende ich anhören musste, desto schwerer fiel es mir Valerie sympathisch zu finden. Auch wurde die Geschichte im Ganzen ziemlich zäh und einseitig. Erst zum Ende zu wurde durch den Gärtner eine Luke geöffnet, die frischen Wind hineinbrachte.

Valerie liegt mittlerweile im Sterben und dieser Prozess kann für manche Leser:in schwer verträglich sein. Es lastet eine Schwere und eine Traurigkeit auf den Charakteren, dass auch die kleinsten glücklichen Momente nicht so richtig aufleben können. Das Ende ist etwas überraschend, da es noch einmal eine andere Seite von Valerie aufzeigt.

Es war nicht einfach in der Geschichte zu bleiben und den Charakteren Sympathie abzugewinnen, aber das Ende versöhnt mich etwas mit der zähen Geschichte.