Cover-Bild Familiensache
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 24.09.2025
  • ISBN: 9783328604266
Claire Lynch

Familiensache

Roman. - »Eine ungemein spannende, dramatische Lektüre.« Christine Westermann
Bernhard Robben (Übersetzer)

Eine verbotene Liebe und ihre Folgen. Das mitreißende Literaturdebüt über eine Familie, die durch die Moralvorstellungen der damaligen Zeit auseinandergerissen wird.

Ein Haus, einen Ehemann, ein Baby: Eigentlich hat Dawn alles, was man sich im England der 1980er-Jahre wünschen sollte. Doch dann lernt sie Hazel kennen und beginnt zu ahnen, welches andere Leben möglich wäre. Plötzlich ist alles viel heller – und komplizierter. Denn Dawn hat Verpflichtungen: Dawn hat ihre kleine Tochter Maggie. Jahrzehnte später ist Dawn für Maggie nur eine schattenhafte Erinnerung. Ihr Vater Heron hat sie allein großgezogen, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Als Heron eine Diagnose erhält, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt, erzählt er Maggie zunächst nichts davon. Denn über unbequeme Wahrheiten hat er schon immer lieber geschwiegen – so wie über das, was 1982 passiert ist …

In ebenso zarte wie sprachmächtige Prosa gegossen und mit warmherzigen Figuren gespickt, stellt Claire Lynch in Familiensache die Frage, was eine Familie ausmacht und wie die Wunden der Vergangenheit heilen können.

»Ich habe diesen zarten, herzzerreißenden Roman in einem Tag verschlungen und werde für immer an ihn denken müssen.« Barbara Kingsolver

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2026

Ich bin absolut überwältigt

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Im Jahr 1982 war es in Großbritannien, wo die Geschichte spielt, aber auch in Deutschland, wie es im Nachwort heißt, noch absolut üblich, Müttern, die ihre Ehe verlassen und eine lesbische Beziehung eingingen, ...

Im Jahr 1982 war es in Großbritannien, wo die Geschichte spielt, aber auch in Deutschland, wie es im Nachwort heißt, noch absolut üblich, Müttern, die ihre Ehe verlassen und eine lesbische Beziehung eingingen, aus Gründen des Kindeswohls nicht das Sorgerecht zu erteilen. Im Gegensatz zur üblichen Regelung, dass junge Kinder unter 6 Jahren fast immer bei der hauptsächlichen Bezugsperson der Mutter im Falle einer Scheidung verblieben und der Vater ein Besuchsrecht erhielt, war es bei Müttern, die in einer lesbischen Beziehung lebten oder leben wollten, völlig anders. Die These der Kindeswohlgefährdung lag vor allem daran, dass den Kindern Mobbing und Ausgrenzung erspart werden sollte, aber darüber hinaus wurden auch die Mütter und ihre Beziehungen zu perversen Menschen erklärt, ihre Würde missachtet und ihnen kein Gehör geschenkt.

Anhand der fiktiven Geschichte von Dawn, Heron und Maggie wird in dem Roman diese furchtbare Sachlage zum Thema gemacht, ohne dass es moralisch erhaben wirkt und auch die "Schuldfrage" wird nicht als Hauptpunkt genommen. Die Geschichte ist eher nüchtern erzählt. Die Protagonisten im Jahr 1982 wirken eher distanziert auf den Lesenden, selbst Dawn erhält nicht viele innere Monologe, die sie mehr fassbar machen. Maggie im Jahr 2022 dagegen ist eine Figur, die mich nicht nur aufgrund unseres gleichen Alters, sehr angesprochen hat. Ihr Leben, ihr Alltag, wirkte auf mich sehr vertraut, ihre kleinen Probleme mit den heranwachsenden Kindern, der Mental Load vor allem in der Weihnachtszeit, die Genervt- und Gereiztheit, die sie manchmal fühlt, aber auch ihre Liebe zu Ehemann und Kindern, der Wunsch, dass die Familie schöne gemeinsame Erinnerungen erhält, der Wunsch, alles "richtig" zu machen und die selbst gewählte Rolle zu erfüllen - das kenne ich nur allzu gut. Ich habe das Buch in einem Tag durchgelesen und während ich die Rezension schreibe, kämpfe ich noch mit den starken Emotionen, die es bei mir hervor gerufen hat. Ein wichtiges Buch, ein Buch, das jede und jeder lesen sollte mit einer Message, fernab der heutigen Empörungsgesellschaft - dass wir uns immer wieder bewusst machen müssen, dass es noch gar nicht lange her ist, dass ein großer Teil der Menschen hier mitten unter uns in unserer "modernen" Gesellschaft schrecklich diskriminiert und verurteilt wurden für ein Leben, das heute zum Glück in der Regel nicht mehr verurteilt wird und niemals verurteilt werden sollte. Eine unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.10.2025

bewegendes Familienschicksal

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Dawn, Heron und Maggie bilden eine glückliche Familie in den 80er Jahren in England. Doch dann verliebt Dawn sich in eine Frau und Dawn wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Sie verliert das Sorgerecht ...

Dawn, Heron und Maggie bilden eine glückliche Familie in den 80er Jahren in England. Doch dann verliebt Dawn sich in eine Frau und Dawn wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Sie verliert das Sorgerecht für Maggie. Maggie wächst fortan bei ihrem Vater auf. Die beiden verbindet ein enges Verhältnis, doch ihre Mutter hat Maggie nie kennengelernt. Als der Vater die Diagnose Krebs erhält und er somit beginnt, sein „Leben“ auszumisten, stößt Maggie auf ein Dokument und dies rüttelt einiges wach in ihr.
„Familiensache“ ist ein wunderbar feinfühliges Portrait einer Familie und der 80er Jahre. Es war Realität, dass homosexuellen Müttern das Sorgerecht aberkannt wurde. Kaum vorstellbar für eine Mutter, die ihr Kind liebt. Der Roman wird auf 2 Ebenen erzählt, damals und heute. Erschreckend zu lesen, dass dies noch viele Jahre Realität war in unserer eigentlich modernen Zeit. „Familiensache“ gibt dem Thema Raum und eröffnet dabei gleichzeitig den Zugang in eine eigentlich sehr liebenswerte Familie.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Unnahbar

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Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - aus der Perspektive von Dawn und Maggie, Mutter und Tochter. Maggie hat nie verstanden, warum ihre Mutter sie verlassen hat, denn in der Familie wird nie ...

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - aus der Perspektive von Dawn und Maggie, Mutter und Tochter. Maggie hat nie verstanden, warum ihre Mutter sie verlassen hat, denn in der Familie wird nie darüber gesprochen. Auch wenn Maggie selbst eine Mutter ist und zwei Kinder erzieht, fällt es ihr manchmal schwer, klarzukommen. Erwachsenwerden ohne Mutter nagt an ihr. Sie kann nicht mal ihren Vater fragen, obwohl sie mit ihm häufig Kontakt hat.
Aus Dawns Perspektive erfährt der Leser mehr über die Gründe, warum sie ihre Tochter Maggie verlassen hat. Die Autorin spricht ein wichtiges Thema an, die selten in Romanen behandelt wird. Die Handlung verläuft langsam und knapp. Vieles bleibt zwischen den Zeilen verborgen. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz zu den Figuren, die mir nicht leicht gemacht hat, Dawn und Maggie zu verstehen.
Auf wenigen Seiten wird ein Familiengeheimnis bewahrt und am Ende erläutert. Dennoch konnte mich die Darstellung davon nicht ganz überzeugen.
„Familiensache“ ist ein knapper und präziser Roman mit einer wichtigen Botschaft, der dem Leser jedoch unnahbar bleibt und den ich trotzdem weiter empfehlen würde.

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