Alma erforscht am Zentrum für Biodiversität in Arpiet, einem Ort in den Pyrenäen, das Verhalten der hier wieder angesiedelten Bären; sie will herausfinden, wie ein Zusammenleben zwischen den Wildtieren und dem Menschen besser funktionieren kann. Nach vielen Jahren in Spanien und Alaska und einer schmerzhaften Trennung hat sie hier einen Neuanfang gewagt.
Gaspard ist nach einem Studium in Paris in die heimatlichen Berge zurückgekehrt und zieht nun jeden Sommer mit seinen Schafen auf die Hochalm. Die Angriffe einer Bärin auf seine Tiere wecken in Gaspard jedoch traumatische Erinnerungen an den Tod seiner jungen Kollegin im Vorjahr, dessen Umstände noch immer nicht geklärt sind.
Und die anderen Schäfer der Gegend fürchten mehr und mehr um ihre Herden. Urängste werden wach, in diesem Tal, in dem die Bärendressur einst Tradition war und junge Männer Bärenbabys aus ihrer Höhle stahlen, um sie abzurichten und damit ihr Glück zu suchen.
Almas Arbeit gerät immer mehr in die Kritik, sie erhält Drohungen, selbst ihre Kollegen stehen nicht mehr hinter ihr. Als plötzlich Schüsse fallen, droht die Situation außer Kontrolle zu geraten…
Der Roman, Im Tal der Bären, von der Schriftstellerin Clara Arnaud, besteht aus zwei Zeitebenen.
Einmal geht es bis 1902. Louis stuelt einer Bärin ein Junges, um Bärenführer zu werden. Sein Wunsch ist ...
Der Roman, Im Tal der Bären, von der Schriftstellerin Clara Arnaud, besteht aus zwei Zeitebenen.
Einmal geht es bis 1902. Louis stuelt einer Bärin ein Junges, um Bärenführer zu werden. Sein Wunsch ist es nach Amerika zu kommen um dort sein Glück zu machen. Es ist erschütternd mit zu erleben, wie die Bärin leiden muss. Man kennt das ja nur aus dem Zirkus, aber auch da hat mir das nie gefallen. Die Tiere haben kein angenehmes Leben.
Dann ist in Gegenwart der Hirte Gaspard, der im Sommer auf der Alm die Schafherde des ganzen Dorfes hütet
Der Schauplatz sind die französischen Berge, nahe der spanischen Grenze.
Seit kurzem gibt es in den Bergen wieder Bären, die dort angesiedelt wurden. Da gibt es viel Ärger mit den Bewohnern.
Die Autorin hat es besonders gut geschafft, die Atmosphäre zu erfassen.
Ihre Sprache ist fesselnd und gut recherchiert.
Der Roman ist lesenswert.
Täler, Wälder, Almen in den Pyrenäen bilden den Hintergrund für Perspektiven dreier Akteure: ein junger Bärenführer aus dem Dorf Arpiet, der im Jahre 1887 mit einem Schaustellerschein und seiner dressierten ...
Täler, Wälder, Almen in den Pyrenäen bilden den Hintergrund für Perspektiven dreier Akteure: ein junger Bärenführer aus dem Dorf Arpiet, der im Jahre 1887 mit einem Schaustellerschein und seiner dressierten Bärin in die weite Welt aufbricht. Gaspard, Schäfer trotz Studium in Paris, liebt seine Arbeit auf der Hochalm, umringt von Hütehunden und größenteils Schafen. Alma, Ethologin, ist spezialisiert auf die wissenschaftliche Erforschung des Tierverhaltens, insbesondere in seiner natürlichen Umgebung. In mehreren Ansitzen folgt sie den Spuren der Bärin »La Negra« mit zwei Jungen. In drei Teilen entwickelt sich bei den zwei zuletzt genannten Figuren ein Zerrbild von spannungsgeladenem Zusammenleben zwischen Mensch und wildem Tier, dem Bären, einer Koexistenz voller Probleme ohne derzeitig positive Lösungswege. Historisch werden die Tradition der Bärenführer und der Schäfer sowie ihr schneller Wandel in dieser Gegend angerissen. Die Beschreibung vom Leben in den Hochebenen der Pyrenäen wirkt teils realistisch, teils romantisch, poetisch verklärt und scheinbar nur für einen besonderen Menschenschlag geeignet.
Sehr informativ. Auch zum Nachdenken nicht nur über die Bärenproblematik!
Erinnerst du dich noch an noch an den „Problembär Bruno“? Der Braunbär hielt sich ängere Zeit im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet auf, riss einige Nutztiere und legte ein Verhalten an den Tag, das ...
Erinnerst du dich noch an noch an den „Problembär Bruno“? Der Braunbär hielt sich ängere Zeit im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet auf, riss einige Nutztiere und legte ein Verhalten an den Tag, das als problematisch bewertet wurde. Nach gescheiterten Fangversuchen wurde das Tier zum Abschuss freigegeben und schließlich von einem anonym beauftragten Sicherheitsteam erschossen.
Im Vorfeld und im Nachgang gab es immense Diskussionen in der Politik, der Presse und der Öffentlichkeit über Tier- und Artenschutz, Zuständigkeiten und Verhältnismäßigkeiten.
Die damals sehr hitzig geführten Diskussionen und Standpunkte findest „Im Tal der Bärin“ wieder, das allerdings nicht in den Alpen, sondern in den Pyrenäen spielt.
Dort wurden gezielt Bären wieder angesiedelt, die jetzt mit den Bergbewohnerinnen um den Lebensraum konkurrieren.
In Arnauds Roman stehen zwei Protagonistinnen im Mittelpunkt, die zumindest auf den ersten Blick, den zwei unterschiedlichen Lagern anzugehören scheinen.
Der Schäfer Gaspard ist nach einem tragischen Vorfall mit einem Bären, bei dem eine junge Kollegin ums Leben kam immer noch stark erschüttert, hat sich aber für einen weiteren Sommer auf der Hochalm entschieden. Dort hütet er auf Lohnbasis die Herden von mehreren Schafzüchtern.
Alma ist Ethologin und erforscht im Zentrum für Biodiversität das Verhalten der wieder angesiedelten Bären und untersucht, wie ein Zusammenleben zwischen Wildtieren und Menschen besser funktionieren kann. Dabei stößt sie auf das Unverständnis und den Widerstand der lokalen Bevölkerung, allen voran dem der Schafsbesitzer, die um ihr Vieh fürchten.
Auf einer anderen Zeitebene erzählt Arnaud die Geschichte eines Bärendresseurs, der im 19. Jahrhundert ein Bärenjunges großzieht. Mit der erwachsenen Bärin wandert er nach Amerika aus und erfüllt sich seinen Traum von einem erfolgreichen Leben.
Der erste Roman, der von Clara Arnaud ins Deutsche übersetzt wurde, ist ein wahrer Pageturner und ein toller Bergroman. Durch die genaue Betrachtung der Wechselwirkung von Tier; Natur und Mensch ist „Im Tal der Bärin, wie ich finde, auch ein bemerkenswertes Beispiel für spannendes Nature Writing. Arnaud verbindet die persönlichen Geschichten ihrer Figuren mit der literarischen Umsetzung von ökologischen, historischen und philosophischen Themen.
“Alles hier war ein ständiges Werden und Vergehen, war Verwesung und Aufblühen, Freude und Schmerz.”
Auch wenn ich den Roman sehr gern gelesen habe, gibt es einen Wermutstropfen, der mir die Lektüre etwas verleidet. Es ist die doch recht häufige Verwendung eines Begriffs, den die damit gemeinten Volksgruppen der Sinti und Roma, sowie der Jenischen und andere Volksgruppen mehrheitlich ablehnen und der als stigmatisierend und veraltet gilt. Diese unbedarfte Verwendung ist mir schon bei „Der Menschensohn“, ebenfalls von einem französischen Autoren geschrieben, aufgefallen. Eine kurze Recherche ergibt, dass der Begriff tatsächlich in Frankreich, anders als in Deutschland, noch nicht weitestgehend tabuisiert ist, sondern sich der sensible Umgang erst allmählich entwickelt.
Für mich allerdings war das wiederholte Lesen des Begriffs ein wirklich störendes Element in einer eigentlich schönen Lektüre.
Falls dich das nicht stört, kann ich dir „Im Tal der Bärin“ auf jeden Fall empfehlen und es erinnerte mich sehr an „Wo die Wölfe sind“ von Charlotte McConaghy. Allerdings ist Arnauds Roman wesentlich weniger hollywoodreif, sondern schildert vor dem Hintergrund einer realistischen Handlung die Bergwelt und die Geschichten der Figuren.