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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2021

2 Erzählebenen

Raumfahrer
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„Raumfahrer“ ist der 2. Roman, den ich von dem Schriftsteller Lukas Rietzschel gelesen habe.

Es ist ein Familienroman der Wendezeit, in Lausitz im Osten Deutschlands. Nach der Wende wird der Ort immer ...



„Raumfahrer“ ist der 2. Roman, den ich von dem Schriftsteller Lukas Rietzschel gelesen habe.

Es ist ein Familienroman der Wendezeit, in Lausitz im Osten Deutschlands. Nach der Wende wird der Ort immer leerer.

Es gibt zwei Zeitebenen. Jan ist der Protagonist nach der Gegenwart und die Brüder Kern in der Nachkriegszeit. Georg wurde als Georg Baselitz bekannt.
Jan arbeitet in einem Krankenhaus in Kamenz als Hilfskraft. Dieses Krankenhaus wird langsam abgebaut. Jan lebt bei seinem Vater, die Mutter ist tot.

Der Autor lässt diese verschiedenen Zeiten gut miteinander verwebt. Sein Stil gefällt mir und die Perspektivwechsel kann ich gut nachvollziehen. Seine fiktiven Personen sind allerdings etwas verhalten.
Trotzdem mochte ich den Roman gerne lesen.
Das Cover hat Lukas Rietzschel auch selbst gestaltet. Ist passend zum Buch gelungen.






Veröffentlicht am 18.09.2021

Schwere Zeiten

Der schwarze Winter
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„Der schwarze Winter“ von der Schriftstellerin Clara Lindemann ist ein Roman über den Winter 1946/47.
Dieser eisige Winter hat noch viele Menschenleben gekostet. Die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen ...



„Der schwarze Winter“ von der Schriftstellerin Clara Lindemann ist ein Roman über den Winter 1946/47.
Dieser eisige Winter hat noch viele Menschenleben gekostet. Die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen hatten keine richtigen Wohnungen. Das Essen war knapp und zum Heizen gab es wenig.
Die Autorin hat die Lage sehr gut beschrieben. Aus Erzählungen meiner Eltern und Großeltern kenne ich von diese Zeit viel erfahren.

Die Geschichte der Schwestern Silke und Rosemarie Bernsdorf ist gut eingefügt.
Die Autorin hat auch die Skrupellosigkeit einiger Personen eingebunden.

Dieser Roman lässt den Leser direkt alles miterleben. Man spürt die Kälte und den Hunger.

Dann gibt es doch noch die Liebe. Da sind auch erst ein paar Ausrutscher, aber alles findet sich.

Es ist ein gutes Stück Zeitgeschichte mit Unterhaltungsfaktor.

Veröffentlicht am 17.09.2021

Reise durch den Schnee

Reise durch ein fremdes Land
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„Reise durch ein fremdes Land“ ist der erste Roman, den ich von dem nordirischen Schriftsteller David Park gelesen habe.
Er schreibt intensiv, detailliert und getragen mit einem beeindruckenden Schreibstil.
Der ...



„Reise durch ein fremdes Land“ ist der erste Roman, den ich von dem nordirischen Schriftsteller David Park gelesen habe.
Er schreibt intensiv, detailliert und getragen mit einem beeindruckenden Schreibstil.
Der Protagonist fährt stundenlang kurz vor Weihnachten um seinen Sohn aus der Studentenwg abzuholen. Wegen dem Schneesturm gibt es keinen Flug und außerdem fühlt er sich krank.

Tom hat viel Zeit über seine Familie nachzudenken. Besonders denkt er viel an seinen ältesten Sohn Daniel. Der war leider ins Drogenmilieu abgerutscht. Als Eltern kann man Tom verstehen, da macht man sich immer Vorwürfe etwas falsch gemacht zu haben. Aber da kann man soviel rätseln, es gibt keine Schuld.
Dadurch macht sich Tom auch auf den Weg, um seinen zweiten Sohn nicht im Stich zu lassen.
Der Autor konnte die Geschichte ernst und ruhig darstellen. Obwohl es nicht unbedingt spannend zugeht, bin ich von der Darstellung gefesselt.
David Park ist ein großer Autor mit sprachlicher Vielfalt.

Veröffentlicht am 16.09.2021

Großartig

Nacht der Bestimmung
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„Nacht der Bestimmung“ ist das Romandübet der Kanadischen Schriftstellerin Anar Ali.

Dieser Roman fängt 1998 mit einer Familiengeschichtlich dieser dramatischen Nacht an.
Die Erinnerungen an die ...




„Nacht der Bestimmung“ ist das Romandübet der Kanadischen Schriftstellerin Anar Ali.

Dieser Roman fängt 1998 mit einer Familiengeschichtlich dieser dramatischen Nacht an.
Die Erinnerungen an die früheren Jahre fügen sich gut ein.
Mansoor Visram , seine Frau Layla und der Sohn Ashif sind indische kenianischer Abstammung. 1972 müssen sie auf der Flucht vor Idi Amin Uganda verlassen.
Mansoor und seine Familie kommen nach Kanada.

Die Geschichte wird durch die wechselnden Perspektiven der Drei wunderbar geschrieben.
Mansoor ist sehr ehrgeizig, er will unbedingt selbständig werden und bleiben. Er träumt davon , das sein Sohn sein Nachfolger wird.

Die Autorin versteht es sehr einfühlsam die jeweiligen Emotionen einzubringen.
Sie hat diesen Roman zu einem guten einfühlsamen Werk geschaffen.
Es hat mich so gefesselt, das ich diesen Roman unbedingt weiter empfehlen möchte.


Veröffentlicht am 15.09.2021

Grabreden

Nichts als Gutes
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„Nichts als Gutes“ ist der zweite Roman den ich von dem Österreichischen Schriftsteller Stefan Slupetzky gelesen habe.
Im Vorwort spielt er mit seinem urigen eigenartigen Humor, mit markigen Worten. ...



„Nichts als Gutes“ ist der zweite Roman den ich von dem Österreichischen Schriftsteller Stefan Slupetzky gelesen habe.
Im Vorwort spielt er mit seinem urigen eigenartigen Humor, mit markigen Worten. Teilweise war ich seiner Meinung.
Dann erzählt er die 17 Grabreden.
Da kommt oft der österreichische Humor zu Wort.
Hier sind die Grabreden nicht immer nur Gutes, sondern ehrlich und direkt. Da kommt es dann zu einer Art Abrechnung.
Er erfindet immer wieder neue Personen
und Szenen die er mit satirischen Themen schmückt.

Auf 160 Seiten konnte Stefan Stupetzky mit seinem Wiener Charme und schwarzem Humor etwas Besonderes schaffen. Das Buch ist ein originelles Werk, das man gut zwischen 2 Romanen einschieben kann.
Das Cover ist passend für dieses Thema gestaltet.
Die fiktiven Geschichten sind fesselnd und makaber.