Profilbild von Deichgraefin

Deichgraefin

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Deichgraefin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Deichgraefin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2017

Zeitlos

Das Winterbuch
1 0

Das Winterbuch von Tove Jannssen ist ein Buch mit vielen der beliebtesten Erzählungen aus den Romanen der finnischen Autorin. Sie erzählt mit klarer melancholischer, fesselnder Sprache und feinem Humor. ...

Das Winterbuch von Tove Jannssen ist ein Buch mit vielen der beliebtesten Erzählungen aus den Romanen der finnischen Autorin. Sie erzählt mit klarer melancholischer, fesselnder Sprache und feinem Humor.

Die Erzählungen behandeln die Empfindungen bei Kälte, Schnee und Dunkelheit.
Besonders gut gefielen mir die Eindrücke der Tochter des Bildhauers.
Dann geht es weiter mit der Jugend und dem Erwachsen werden und dem Altern. Da war der Text von Emmeina ganz interessant.
Schön waren die Fotos aus dem Janssen Archiv. Das Nachwort von Maria Anta war informativ.
Ich kannte Tove Jansson noch nicht, obwohl sie auch eine bekannte Jugendautorin und Künstlerin war. Ich musste erst nach ihr googeln. Sie lebte von 1914 bis 2001 in Helsinki.
Ihre Erzählungen lesen sich gut und wirken zeitlos.
Ich kann mir gut vorstellen, einen weiteren Roman von ihr zu lesen.

Veröffentlicht am 01.11.2017

Bayrisch

Die schwarze Jagd
1 0

Dinesh Bauer ist ein Urbayer und sein neuer Roman „Die schwarze Jagd“ ist es auch, typisch bayerisch.
Im Anfang lernen wir die Gedanken des Braunbären Bruno kennen, der vor einigen Jahren tatsächlich ...

Dinesh Bauer ist ein Urbayer und sein neuer Roman „Die schwarze Jagd“ ist es auch, typisch bayerisch.
Im Anfang lernen wir die Gedanken des Braunbären Bruno kennen, der vor einigen Jahren tatsächlich in der Gegend unterwegs war.
Dann geht es mit dem Dorfbullen Schorsch Wammetsberger und dem Kripo-Kommissar Korbinian Eyrainer, dem Ermittlerteam weiter. Die Personen in dem Roman sind alles derbe Dickschädel und die Sprache ist meist deftig und leger. Die Handlung ist teils witzig, teils rustikal.
Da geht es um Mörder, Menschenhandel und Wilderer.
Witzigerweise sind die Überschriften der Kapitel
immer Speisenamen, ganz schön fies, da bekommt man ja Appetit. Dann gibt es am Ende noch ein prima Rezept, sogar mit Vorspeise und Dessert. Hm köstlich, Fantastisch, außer der Deko!

Ein hintergründiger humorvoller Alpenkrimi mit wunderbaren Landschaftsbildern.

Veröffentlicht am 30.09.2017

Ein Lesegenuss

Ich treffe dich zwischen den Zeilen
1 0

Die Autorin Stephanie Butland ist für mich eine Neuentdeckung.
Eine nette Liebesgeschichte. Der Titel „Ich treffe dich zwischen den Zeilen“ verspricht einiges mehr, als man erst denkt.
Die Erscheinung ...

Die Autorin Stephanie Butland ist für mich eine Neuentdeckung.
Eine nette Liebesgeschichte. Der Titel „Ich treffe dich zwischen den Zeilen“ verspricht einiges mehr, als man erst denkt.
Die Erscheinung von Loveday sehe ich bildhaft vor mir, mit ihre Tattoos und Piercings. Sie ist eine junge Frau mit Geheimnissen und arbeitet in einer Buchantiquariat.
Der Chef Archie hat sie eingestellt, obwohl sie ein Buch stehlen wollte, da zwingt er sie einfach zu der Arbeit. Damit tut er ihr einen riesigen Gefallen. Er ist ein Unikum und wird zu Lovedays Familie.
Ihre glückliche Kindheit endet für sie mit 10 Jahren, dann geschieht eine Tragödie und sie kommt im Pflegefamilien.
Sie verschweigt das alles vor ihrem Chef und auch ihrem Freund. Sie ist misstrauisch und manchmal zu Recht.
Ihre Arbeit mit den Büchern machen ihr Spaß. Ich sehe mich neben ihr arbeiten.
Sie ist eine wunderbare Protagonistin mit gutem Charakter, mit Hoffnungen und Wünschen.

Die Autorin lässt sich viel einfallen um den Roman so richtig fesselnd, spannend und mit poetischen Momenten, zu gestalten. Sie hat es geschafft und mich gepackt. Die Übersetzerin Maria Hochsieder-Belschner hat wohl auch eine gute Arbeit geleistet
Ein liebenswerter Roman, den ich gerne gelesen habe und gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 26.09.2016

Großer Bruder Zorn

Großer Bruder Zorn
1 0

Grosser Bruder Zorn von Johannes Ehrmann ist ein Milieuroman der eine Woche im Berliner Ortsteil Wedding umreisst.

Der Autor hat bei Reportagen etliche skurile Personen getroffen und kann so die Athmosphäre ...

Grosser Bruder Zorn von Johannes Ehrmann ist ein Milieuroman der eine Woche im Berliner Ortsteil Wedding umreisst.

Der Autor hat bei Reportagen etliche skurile Personen getroffen und kann so die Athmosphäre gut einbringen.

In den ersten Seiten muss man sich erst an den rüden Tonfall gewöhnen, aber er passt zu der Geschichte. Nach einiger Zeit kommt man gut zurecht und der Roman wird interessant.
Da gibt es Aris, ein trockener Alkoholiker, der davon träumt ein besonderer Boxpromotor zu sein und dringend Geld braucht.
Serdar der in einem Getränkemarkt jobbt und von einer Boxcarriere träumt
Jessi eine alleinerziehende Mutter arbeitet bei Netto.

Dann gibt es noch ein paar Typen mit eigenartigen Macken, die in die Gegend gehören und in der Geschichte mitmischen.

Es war interessant diese Personen kennen zu lernen und sie ein paar Tage zu begleiten.
Man wünscht ihnen eine bessere Zukunft, aber Serdars Cousin meinte mal: Wer in den Weddinger Kiez einmal gelandet ist, findet nicht mehr raus.

Ein Roman der auch mal die Unterschicht zu Wort kommen lässt.
Mir hat er immer besser gefallen, man muss auch solches Milieu mal kennen lernen.

.

Veröffentlicht am 16.01.2018

Ein Frauenleben

Olga
0 0

Olga ist eine Frau, die immer kämpfen musste. Sie entspricht dem Bild einer starken Frau. Mit jungen Jahren verliert sie ihre Eltern und kommt zur Großmutter nach Pommern. Da gibt es zwar Kost und Unterkunft, ...

Olga ist eine Frau, die immer kämpfen musste. Sie entspricht dem Bild einer starken Frau. Mit jungen Jahren verliert sie ihre Eltern und kommt zur Großmutter nach Pommern. Da gibt es zwar Kost und Unterkunft, aber keine Liebe. Olga freundet sich mit den Gutskindern Victoria und Herbert an, aber das geht nur bis Victoria in die Höhere Töchterschule kommt, da ist Olga nicht mehr standesgemäß.
Olga ist ehrgeizig und sie schafft es Lehrerin zu werden.
In diesem Roman geht es um Olgas Liebe zu Herbert. Eine Liebe ohne Zukunft.
Herber zieht es nach Afrika und die Arktis.
Dann geht es mit Riesenschritten durch Olgas Leben. Sie überlebt zwei Kriege und die Flucht. Für Olga war Bismark an allem Schuld.
Sie arbeitet jetzt als Näherin bei einer Familie. Der kleine Ferdinand sitzt oft bei ihr und lernt viel von ihr, sie erzählt ihm auch von Herbert. Olga wird fast so etwas wie seine zweite Mutter, er hält Kontakt mit ihr, auch als er schon studiert.
Bernhard Schlink lässt Ferdinand in genialer Art Olgas Geschichte erzählen. Wieder vergehen viele Jahre und Ferdinand ist schon Witwer und Pensionär und er hat Olga noch nicht vergessen und so erfährt er aus Briefen noch einiges über sie.
Dies ist ein brillant geschriebener Roman. Mich konnte er fesseln und berühren.