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Veröffentlicht am 26.02.2021

Großartiger Stil

Was wir scheinen
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Die Literaturprofessorin Hildegard E. Keller
hat mit „Was wir scheinen“ ihren ersten Roman geschrieben.
Sie hat aus dem Leben der Hannah Arendt diesen wunderbaren Roman geschaffen.
Mit künstlerischer ...



Die Literaturprofessorin Hildegard E. Keller
hat mit „Was wir scheinen“ ihren ersten Roman geschrieben.
Sie hat aus dem Leben der Hannah Arendt diesen wunderbaren Roman geschaffen.
Mit künstlerischer Freiheit und der Biographie hat sie diese Geschichte gewebt.
Der Roman beginnt und Endet 1975 mit einer Zugfahrt. Hannah Arendt fährt nach Tegna im Tessin um diesen Sommer dort zu verleben.
In dieser Zeit beginnt sie auf ihr gelebtes Leben zurück zu blicken.
Die große Denkerin hat viele bekannte Personen kennen gelernt, an die sie jetzt denkt. Man erfährt von den Männern der Ahrendt und ihrer Flucht über Paris, Spanien nach New York.
Sie schreibt ein Buch über den EichmannpIhrozess in Israel, wegen dem sie viel angegangen wird. Ihre Gedanken darüber behält sie meist für sich.


Besonders gut gefielen mir die Gedichtsfragmente von Hanah Arendt, die die Autorin gekonnt einstreut.

Hildegard Keller gelingt ein gutes Porträt einer eigensinnigen Frau, mit bewundernswertem Stil.
Der Roman ist ein starkes Werk.



Veröffentlicht am 26.02.2021

Frauen aus 4 Generationen

Die vier Gezeiten
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Der Roman „Die vier Gezeiten“ von der Schriftstellerin Anne Prettin habe ich verschlungen.
Der Schauplatz ist das Hotel de Tiden auf Juist, das der Familie Kießling gehört.
Es geht um vier Generationen ...




Der Roman „Die vier Gezeiten“ von der Schriftstellerin Anne Prettin habe ich verschlungen.
Der Schauplatz ist das Hotel de Tiden auf Juist, das der Familie Kießling gehört.
Es geht um vier Generationen von Frauen.
Der Vater der Großmutter Johanne war Hausmeister an der Schule am Meer. Ihre Tochter Adda erlebt den Krieg mit. Ihr Mann Edward wird Bürgermeister von Juist. Sie haben vier Töchter. Edward soll das Bundesverdienstkreuz erhalten. Da erscheint
Helen, die ihre Mutter sucht. Sie wurde adoptiert.
In jeder Generation wurde vieles verschwiegen, dadurch wird einiges rätselhaft.

Die Autorin schreibt mit Gefühl und gutem Stil. Sie lässt den Leser nur langsam hinter die Rätsel kommen.

Das Buch ist spannend und unterhält gut. Mir hat es gefallen.

Veröffentlicht am 25.02.2021

Zwei Frauen aus West- und Ostdeutschland

Lebenssekunden
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Die Schriftstellerin Katharina Fuchs hat mit ihrem Roman „Lebenssekunden“ einen guten Einblick in die 50er und 60er Jahren gebildet.

Sie erzählt von zwei gleichaltrigen Mädchen, die am Anfang 15 Jahre ...


Die Schriftstellerin Katharina Fuchs hat mit ihrem Roman „Lebenssekunden“ einen guten Einblick in die 50er und 60er Jahren gebildet.

Sie erzählt von zwei gleichaltrigen Mädchen, die am Anfang 15 Jahre alt sind. Angelika Stein lebt in Kassel, sie verlässt die Schule vor dem Abitur und macht eine Lehre zur Fotografin. Zwar muss sie als Frau etliche Anfeindungen auf sich nehmen, aber so ging es in den Jahren jeder Frau.
Angelika verstand es die Lebenssekunden einzufangen.

Christine ist aus Ostberlin. Sie ist eine gute Turnerin. Sie wird in einem Sportinternat gedrillt. Ich mochte immer das Turnen am Stufenbarren, aber so, wie Christine dabei zu ihren großen Leistungen kommt, wäre mir nicht möglich gewesen.

Man erlebt von jeder ihre erste Liebe.
Die Autorin lässt uns an den Werdegang beider abwechselnd teilnehmen. Das ist ihr großartig gelungen.

Dann kommt die Zeit des Mauerbaus. Christines Elternwohnung liegt im 3. Stock der Bernauerstraße.

Der Roman ist voller Emotionen und hat einen guten mitreißenden Stil.
Er ist ein Teil Zeitgeschichte aus beiden Teilen Deutschlands.
Ich habe diese Geschichte genossen und kann sie nur weiter empfehlen.


Veröffentlicht am 24.02.2021

Drama in Berlin

Die Linie zwischen Tag und Nacht
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Der Dramaturg Roland Schimmelpfennig schreibt seinen Roman „Die Linie zwischen Tag und Nacht“ zwischen Traum und Wirklichkeit.
Es ist mein erstes Buch von dem Autor.
Der ehemalige Drogenermittler Tommy ...



Der Dramaturg Roland Schimmelpfennig schreibt seinen Roman „Die Linie zwischen Tag und Nacht“ zwischen Traum und Wirklichkeit.
Es ist mein erstes Buch von dem Autor.
Der ehemalige Drogenermittler Tommy zieht eine Unbekannte Tote aus dem Landwehrkanal. Er will den Namen der Toten finden. Dabei geht es durch Unterwelt Berlins.
Da s werden Drogen konsumiert, auch Tommy macht da mit. Manchmal weiß man nicht, ob es real oder ein Traum ist.
Der Autor lässt Tommy die ganze Geschichte erzählen. Man merkt das der Autor Dramaturg ist, denn sein Roman ist dramaturgisch angelegt.
Er lässt uns mit Tommy durch Berlin stolpern.
Es ist eine bedrückende hoffnungslose Geschichte. Trotzdem ein großes Leseerlebnis.
Empfehlenswert.



Veröffentlicht am 24.02.2021

Lesenswert

Kein Feuer kann brennen so heiß
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Von der Schriftstellerin Ingrid Noll habe ich schon lange nichts mehr gelesen, weil ich eigentlich nicht so gerne Krimis lese.

Mit dem Roman „Kein Feuer kann brennen so heiß“ habe ich jetzt einen Glücksgriff ...



Von der Schriftstellerin Ingrid Noll habe ich schon lange nichts mehr gelesen, weil ich eigentlich nicht so gerne Krimis lese.

Mit dem Roman „Kein Feuer kann brennen so heiß“ habe ich jetzt einen Glücksgriff gehabt. Es ist ja auch eigentlich kein richtiger Krimi.

Die Protagonistin Lorina ist gut dargestellt. Ich fühlte schon in ihrer Kindheit mit ihr. Sie ist eine junge Frau, die trotz Ablehnung von Seiten ihrer Eltern zu einer kompetenten Frau geworden. Gut manchmal war ich nicht bedingungslos ihrer Meinung, aber im Großen und Ganzen, doch.
Als Pflegerin einer gelähmten Frau, ist sie kompetent.

Ingrid Noll hat einen guten Schreibstil und konnte mich in diese Geschichte einziehen.
Ich habe diesen Roman gerne gelesen.