Cover-Bild Strandgut
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.06.2025
  • ISBN: 9783755810834
Benjamin Myers

Strandgut

Roman. Vom Autor des Bestsellers ›Offene See‹
Werner Löcher-Lawrence (Übersetzer)

Earlon »Bucky« Bronco hat mit seinen siebzig Jahren noch nie das Meer gesehen. Und doch treibt er seit dem Tod seiner Frau durch Chicago wie ein Schiffbrüchiger. Zwischen Bett und Walmart-Apotheke zählt er die Stunden bis zum Ende. Da erreicht ihn eine unerwartete Nachricht: eine Einladung zu einem Soul-Festival im englischen Scarborough. Tatsächlich hat Bucky eine Vergangenheit als Soulsänger, doch in den USA sind seine wenigen Songs längst vergessen. An der britischen Küste angekommen, begreift er, dass er hier eine Art Legende ist. Und er trifft auf Dinah, eine melancholische und lebenskluge Mittfünfzigerin, die ihren deprimierenden Alltag am besten vergessen kann, wenn sie Buckys Lieder hört oder sich in die kalte Nordsee stürzt. Benjamin Myers erzählt von zwei Gestrandeten, von den Stürmen des Lebens und dem Sog der Erinnerung. Vor allem aber erzählt er vom Meer, auf dessen Oberfläche immer ein Streifen Hoffnung schimmert.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2025

Nachdenken

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Das Buch fand ich sehr poetisch und berührend. Die beiden Hauptfiguren, die hier stranden und zueinander finden, sind vom Leben gezeichnet und suchen einen neuen Sinn. Die Fragen, die aufgeworfen werden, ...

Das Buch fand ich sehr poetisch und berührend. Die beiden Hauptfiguren, die hier stranden und zueinander finden, sind vom Leben gezeichnet und suchen einen neuen Sinn. Die Fragen, die aufgeworfen werden, kann sich jeder selbst stelle und somit ist das Buch bei aller Unterhaltung auch nachdenklich stimmend. Das Cover finde ich sehr gelungen. Auch der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Stiller Hoffnungsschimmer

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Seit dem letzten Buch „Offene See“ liebe ich Ben Myers für seine Sprache, seine Figuren, sein tiefes Gespür für das, was Menschen im Innersten bewegt. Auch sein neuer Roman hat mich nicht enttäuscht – ...

Seit dem letzten Buch „Offene See“ liebe ich Ben Myers für seine Sprache, seine Figuren, sein tiefes Gespür für das, was Menschen im Innersten bewegt. Auch sein neuer Roman hat mich nicht enttäuscht – obwohl das Meer diesmal eher ein kleines Hintergrundrauschen ist…

Im Zentrum steht Bucky Bronco, 70 Jahre alt, gebrochen am Körper und von Trauer über den Tod seiner Frau fast zerfressen. Schmerzmittel halten ihn gerade so am Leben. Dann flattert eine Einladung nach England ins Haus – zu einem Soulfestival, wo er als „vergessene Legende“ gefeiert werden soll. Eine absurde Idee? Vielleicht. Aber Bucky nimmt die Einladung an und geht zu dem Soulfestival.

Und plötzlich wird aus dem Schatten seiner selbst ein Mensch, der noch einmal aufatmet. Noch einmal fühlt. Noch einmal gesehen wird.

Myers erzählt dir Geschichte mit stiller Wucht, ohne Pathos, aber mit viel Wärme. Bucky und seine Begleiterin Dinah – zwei verletzte Seelen, die einander nicht retten, aber sich gegenseitig Licht spenden.

Ich habe oft geschluckt, manchmal gelächelt, und zwischendurch einfach nur gehofft..

Mein Fazit: Ein melancholisches, leises Buch – für alle, die schon dachten, es sei zu spät. Denn manchmal, ganz selten, ruft das Leben doch noch einmal zurück.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Trauer ist der Preis der Liebe

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Meine Meinung

Trauer ist der Preis der Liebe

Der 70-jährige Bucky Bronco ist eine wunderbar gezeichnete Figur, die mir von Anfang an sehr nahe gegangen ist. Voller Schmerz um seine kürzlich verstorbene ...

Meine Meinung

Trauer ist der Preis der Liebe

Der 70-jährige Bucky Bronco ist eine wunderbar gezeichnete Figur, die mir von Anfang an sehr nahe gegangen ist. Voller Schmerz um seine kürzlich verstorbene Frau Maybelline, lebt er ohne Freude in den Tag hinein. Gesundheitlich angeschlagen und tablettenabhängig, fristet er ein trauriges Dasein.

Als er eine Einladung zu einem Soul-Festival im englischen Scarborough erhält, ist er nicht nur total verwundert, sondern auch sehr neugierig. Irgendwann, in einem anderen Leben, hat er mal ein paar Songs geschrieben und Berühmtheit als Soulsänger erlangt. In Amerika hat ihn jeder total vergessen, aber in England ist er eine Legende.

Die Mittfünfzigerin Dinah betreut ihn, und schließt den älteren Musiker, dessen größter Fan sie ist, auf Anhieb in ihr Herz. Sie selbst führt ein Leben, bei dem ich beim Lesen den negativen, familiären Stress. Beide haben ihr schweres Päckchen zu tragen, und es hat mir richtig Spaß gemacht, wie sie so nach und nach versuchten, ihren Alltagsballast abzuwerfen.

Die vielen guten Gespräche der beiden habe ich sehr genossen, da sie mir gleichzeitig die beiden, vom Leben gebeutelten Menschen, näher gebracht haben. Benjamin Myers hat vor allem die Verzweiflung von Bucky bildlich herübergebracht. Normalerweise stoßen mich Menschen mit hohem Alkoholkonsum ab, aber bei Bucky konnte ich es gut verstehen, nach all den tragischen Vorfällen in seiner Vergangenheit, die dieser Mann ertragen musste. Auf dem Flug nach Scarborough hat er zu allem Unglück auch noch seine Tabletten im Flugzeug liegen lassen, die ihm immer ein bis zwei schmerzfreie Stunden bescheren, und die er fortan durch Whisky ersetzt.

Dinah ist eine sehr empathische Frau, die erkannt hat, dass der Soulsänger, der noch nie außerhalb von Amerika war, noch nie in einem Meer gebadet hat, eigentlich kein Säufer ist. Vielmehr ist er ein tieftrauriger Mann, der sich seiner Berühmtheit nicht bewusst ist und nach so vielen Jahren erfährt, wie sein damaliger Manager ihn betrogen hat ...

Nun sind viele Jahre vergangen und Bucky startet in einem fremden Land ein Comeback. Alle Menschen in Scarborough glauben an ihn; nur er kommt sich unendlich verloren vor.

Neben der emotionalen Handlung hat mir besonders das Setting gefallen, das die rauhe englische Landschaft und die Nordsee widerspiegelt. Ich habe die Möven schreien gehört und den Wind auf meiner Haut gespürt. Mit Bucky bin ich den steilen Weg zu seinem aus der Zeit gefallenen Hotel gewandert. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, um zu erfahren, ob Bucky und Dinah einen Weg aus ihrem trostlosen Leben finden. Vor allem habe ich gehofft, dass Bucky seine Selbstzweifel und Schmerzen in den Griff bekommt und wirklich seine Songs auf der Bühne nochmal zum Besten gibt.

Fazit

Eine klare Empfehlung, für diesen emotionalen Roman, der von Hoffnung, Liebe und dem Wunsch nach Neuanfängen erzählt. Die Figuren wirken authentisch und liebenswert. Die stellenweise poetische Sprache hat mir ein tolles Leseerlebnis beschert.

Danke, Benjamin Myers. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Soul-Legende?

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Bucky Bronco ist mittlerweile in seinen 70ern. Als 17jähriger hat er mal einen Soul-Song aufgenommen, doch seine in den Startlöchern stehende Karriere als Sänger nicht weiter verfolgt. Er besitzt noch ...

Bucky Bronco ist mittlerweile in seinen 70ern. Als 17jähriger hat er mal einen Soul-Song aufgenommen, doch seine in den Startlöchern stehende Karriere als Sänger nicht weiter verfolgt. Er besitzt noch nicht einmal ein Exemplar der Single, die nie in den offiziellen Verkauf kam. Doch dann erreicht ihn eine Einladung aus Scarborough und weil er sowieso nichts anderes zu tun und vor allem für einen einzigen Auftritt für seine Verhältnisse viel Geld bezahlt wird, inklusive Flug und Unterkunft, wagt er das Abenteuer.
Womit er jedoch nicht gerechnet hat: dass er in England unglaublichen Erfolg hatte und in der Soul-Szene immer noch hat. Er hat eine große Fangemeinde und kann es erst gar nicht glauben. Und dann hat er auch noch ganz andere Probleme, denn seine Schmerzen werden immer größer.
Dinah holt Bucky am Flughafen ab und ist stolz darauf, ihn zu begleiten. Sie ist wohl sein treuester Fan.
Beide haben ihre Heimat nie verlassen und obwohl großer Unterschiede gibt es auch viele Gemeinsamkeiten.
Eindringlich erzählt Benjamin Myers diese Geschichte und nach und nach erfahren wir mehr über Buckys Leben. Ein schöner Schreibstil und eine wunderbare Geschichte.

Veröffentlicht am 01.09.2025

Trauer und Hoffnung

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Benjamin Myers erzählt in „Strandgut“ die Geschichte von Bucky und Dinah, zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise vom Leben aus der Bahn geworfen wurden. Im Mittelpunkt des Romans steht zunächst ...

Benjamin Myers erzählt in „Strandgut“ die Geschichte von Bucky und Dinah, zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise vom Leben aus der Bahn geworfen wurden. Im Mittelpunkt des Romans steht zunächst die Reise von Bucky nach Scarborough, wo er auf einem Soulfestival auftreten soll. Bucky kann gar nicht glauben, dass er tatsächlich begeisterte Fans hat. Daneben nimmt die Trauer als allumfassende Kraft, die das Dasein verdunkelt – „wie ein Planet, der sich vor die Sonne schiebt“ einen bedeutenden Platz ein. Benjamin Myers beschreibt eindrücklich, wie Bucky nach dem Tod seiner Frau mit schmerzhafter Leere und Selbstzweifeln ringt. Die Trauer ist nicht einfach zu überwinden, sondern prägt jede Facette von Buckys Leben und Denken.

Gleichzeitig gelingt es dem Autor, die Schwere des Themas immer wieder mit trockenem, britischem Humor aufzulockern. In scharf beobachteten Dialogen und pointierten Bemerkungen blitzen Hoffnung und Menschlichkeit auf. Dinah, die zweite zentrale Figur, steht für die Möglichkeit des Neuanfangs. Mit viel Wärme und Authentizität begegnet sie Bucky, eröffnet ihm neue Perspektiven und wird zum entscheidenden Impuls, sich wieder auf das Leben einzulassen. Die Beziehung der beiden entwickelt sich behutsam und glaubhaft, ohne Pathos, aber mit gegenseitigem Respekt und Feingefühl.

Stilistisch besticht der Roman durch seine poetische Klarheit. Myers findet für komplexe Gefühle treffende, oft bildstarke Worte und zeichnet seine Figuren lebendig und nachvollziehbar. Besonders gelungen sind die inneren Monologe Buckys, die dessen Trauer, aber auch seinen schrittweisen Weg zurück ins Leben authentisch widerspiegeln.
Auch wenn die Erzählung mi
r streckenweise schwer auf dem Gemüt lastet, ist „Strandgut“ letztlich ein zutiefst menschlicher Roman über Verlust, Hoffnung und die Kraft der Begegnung. Das Meer dient dabei als Sinnbild für Sehnsucht und Freiheit und verleiht dem Roman eine besondere, melancholische Atmosphäre.
Fazit: „Strandgut“ ist ein einfühlsamer, vielschichtiger Roman, der die existenziellen Fragen des Lebens bewegend stellt und am Ende habe ich einen Hauch von Hoffnung gespürt.

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