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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Gelungen

Schlafende Vulkane
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Schlafende Vulkane hat mich vor allem durch seine düstere Atmosphäre gepackt. Schon der Einstieg bleibt hängen: Eine junge Frau wird brutal ermordet in einem Reitstall gefunden, ihr kleiner Sohn ist verschwunden. ...


Schlafende Vulkane hat mich vor allem durch seine düstere Atmosphäre gepackt. Schon der Einstieg bleibt hängen: Eine junge Frau wird brutal ermordet in einem Reitstall gefunden, ihr kleiner Sohn ist verschwunden. Für die junge schwedische Ermittlerin Helga Jónsdóttir ist es der erste Mordfall – und gleichzeitig einer, der sie sofort an ihre Grenzen bringt.

Während Helga vermutet, dass der Junge vor seinem gewalttätigen Vater geflohen ist und irgendwo in den gefährlichen Vulkanlandschaften Islands versteckt lebt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Dabei holt sie sich Hilfe von Bjarki, der die raue Wildnis als Isländer besser kennt als jeder andere. Gerade diese Suche durch die eisige, unwirtliche Landschaft hat bei mir für echte Spannung gesorgt.
Als Fan der Bergmann Reihe war ich sehr neugierig auf das Buch und wurde nicht enttäuscht. Für mich ein starker Reihenauftakt mit viel Spannung .

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Schuld und Ungewissheit

Home Before Dark
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Home Before Dark hat mich vor allem durch seine düstere Ausgangslage gepackt. Vor zehn Jahren verschwindet Marsis Schwester Kristin spurlos – ein Fall, der nie gelöst wurde. Als Marsi plötzlich einen Brief ...

Home Before Dark hat mich vor allem durch seine düstere Ausgangslage gepackt. Vor zehn Jahren verschwindet Marsis Schwester Kristin spurlos – ein Fall, der nie gelöst wurde. Als Marsi plötzlich einen Brief erhält, wird die Vergangenheit wieder aufgerissen, und sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Ich mochte besonders diese Mischung aus Spannung und emotionaler Belastung. Es geht nicht nur um die Frage, was damals passiert ist, sondern auch darum, wie sehr dieses Verschwinden Marsis Leben geprägt hat. Dieses Gefühl von Schuld und Ungewissheit zieht sich durch die ganze Geschichte.

Die Handlung entwickelt sich eher ruhig, aber stetig. Stück für Stück kommen neue Details ans Licht, und man beginnt, alles zu hinterfragen. Gerade dieses langsame Zusammensetzen der Puzzleteile hat mir gut gefallen.

Ein paar Wendungen waren für mich vorhersehbar, und an manchen Stellen hätte es etwas straffer sein dürfen. Trotzdem hat mich die Atmosphäre getragen.

Für mich ein ruhiger, beklemmender Nordic-Noir-Thriller, der mehr über Vergangenheit und Schuld erzählt als über schnelle Schocks – gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Leises Unbehagen

Meeresdunkel
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Meeresdunkel hat bei mir dieses leise Unbehagen ausgelöst, das man nicht sofort greifen kann. Zwei Familien, eine Finca, die sie sich ungeplant teilen müssen – klingt erst mal nach einer dieser typischen ...

Meeresdunkel hat bei mir dieses leise Unbehagen ausgelöst, das man nicht sofort greifen kann. Zwei Familien, eine Finca, die sie sich ungeplant teilen müssen – klingt erst mal nach einer dieser typischen Urlaubsgeschichten. Aber ziemlich schnell merkt man: Hier stimmt etwas nicht.

Die Stimmung kippt nicht plötzlich, sondern ganz langsam. Kleine Bemerkungen, Blicke, dieses Gefühl, dass jeder etwas zurückhält. Als dann eine Leiche auftaucht, ist klar, dass niemand zufällig hier gelandet ist. Ab da habe ich ständig überlegt, wem man überhaupt noch trauen kann.

Besonders mochte ich, dass die Figuren nicht eindeutig sind. Man ist sich nie sicher, wie man sie einschätzen soll – und genau das hält die Spannung hoch.

Manche Passagen hätten für mich etwas kürzer sein dürfen, aber insgesamt hat mich das Buch gepackt. Vor allem dieses beklemmende Gefühl bleibt hängen, auch nach der letzten Seite.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Spannender Wettlauf

Noch fünf Tage
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In Noch fünf Tage von Helena Falke geht es um Lis Castrop, eine Spitzenköchin, deren Leben in einer einzigen Nacht zerbricht. Beim Silvesterdinner der reichen Familie Harman in Davos sterben alle Gäste ...

In Noch fünf Tage von Helena Falke geht es um Lis Castrop, eine Spitzenköchin, deren Leben in einer einzigen Nacht zerbricht. Beim Silvesterdinner der reichen Familie Harman in Davos sterben alle Gäste – vergiftet. Nur Lis überlebt knapp. Doch auch sie wurde vergiftet und hat nur noch fünf Tage Zeit.

Was folgt, ist kein klassischer Ermittlerthriller, sondern ein Wettlauf gegen den eigenen Tod. Lis muss herausfinden, wer hinter dem Anschlag steckt – und ob sie vielleicht selbst mehr mit der Familie und deren dunklen Verstrickungen zu tun hat, als ihr lieb ist.

Ich mochte besonders, dass die Geschichte so eng an Lis bleibt. Man spürt ihre körperliche Schwäche, aber auch diesen Trotz, nicht einfach Opfer zu sein. Gleichzeitig wird nach und nach klar, dass hier nicht nur ein Verbrechen aufgeklärt werden soll, sondern ein ganzes Geflecht aus Macht, Geld und Abhängigkeiten dahintersteckt.

Die Spannung entsteht weniger durch Action als durch den Countdown und die Frage: Schafft sie es rechtzeitig – und will sie die Wahrheit überhaupt kennen? Manche Wendungen sind vorhersehbar, aber die Grundidee trägt den Roman gut.

Für mich ein ungewöhnlicher Thriller, der vor allem durch seine Ausgangslage und die Figur Lis im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Eine Zeit, die nachhallt

Salto
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„Salto“ von Kurt Prödel hat mich mehr berührt, als ich erwartet hätte. Schon nach ein paar Seiten war ich wieder in dieser Zeit, in der alles gleichzeitig wichtig und völlig unklar war. Besonders nah ging ...

„Salto“ von Kurt Prödel hat mich mehr berührt, als ich erwartet hätte. Schon nach ein paar Seiten war ich wieder in dieser Zeit, in der alles gleichzeitig wichtig und völlig unklar war. Besonders nah ging mir eine Szene, in der man spürt, wie schnell sich Freundschaften verschieben können, ohne dass jemand wirklich etwas falsch macht. Das fühlte sich sehr echt an.

Ich mochte den direkten Ton und die glaubwürdigen Dialoge. Nichts wirkt beschönigt oder künstlich dramatisch. Ein paar Passagen waren mir etwas zu ausführlich, da hätte ich mir mehr Tempo gewünscht. Trotzdem passt diese leichte Schwere zur Geschichte. Am Ende blieb bei mir kein lauter Eindruck, sondern eher dieses stille Wiedererkennen. Besonders die leisen Momente wirken noch lange nach und bleiben im Gedächtnis. Genau deshalb gebe ich verdiente vier Sterne.

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