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Veröffentlicht am 30.03.2020

Iris, Albie und Silas

The Doll Factory
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London in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Weltausstellung steht bevor, es ist eine Zeit des Umbruchs. Iris und ihre Zwillingsschwester Rose schuften in der Puppenmanufaktur, doch Iris hat genug davon, ...

London in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Weltausstellung steht bevor, es ist eine Zeit des Umbruchs. Iris und ihre Zwillingsschwester Rose schuften in der Puppenmanufaktur, doch Iris hat genug davon, immer nur Puppenköpfe zu bemalen und mit ihrer Schwester zu erraten, ob die Puppe für ein lebendes Mädchen oder eine Totenbeigabe sein soll. Die Puppenkleidchen werden von Albie geliefert, einem pfiffigen Jungen, der nur noch einen Zahn besitzt und dessen größter Traum ein neues Gebiss ist. Ein Junge, der das Herz auf dem rechten Fleck hat und er war mein Liebling in diesem Buch. Für Iris ergibt sich die Möglichkeit eines neuen Lebens, als der Maler Louis Frost sie als Modell haben möchte und im Gegenzug wird er sie unterrichten - aber will sie das wirklich? Denn dann ist ihr Ruf dahin. Und dann ist da noch der unheimliche Silas, der Tiere präpariert und diese an Louis und seine Freunde verkauft, die sie für ihre Malerei benötigen. Albie ist Silas' bester Lieferant. Es geht hier nicht vorrangig um die Puppenmanufaktur, jedoch ist der Titel gut gewählt, wie sich am Ende erweist. Durchaus anschaulich wird das Leben mit seinen Höhen und Tiefen beschrieben, wir erhalten Einblicke in unterschiedliche Schichten. Interessant fand ich zum Beispiel, dass Iris und ihre Schwester aus der Sicht von Albie durchaus wohlhabend erscheinen, Iris jedoch beeindruckt ist von dem Luxus bei Louis und seinen Freunden. Eine Geschichte, die ein gutes Sittengemälde abgibt und durchaus mehr spannende Elemente enthält, als man vermutet. Mir gefiel die Art des letzten Kapitels ausnehmend gut.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 27.03.2020

Köstlich

Der Meisterkoch
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Dieses Buch ist ein Buch für die Sinne. Die Handlung spielt in Istanbul um 1600, und zwar im Palast. Dort überlebt der junge Pascha nur mit der Hilfe des Palastkochs, er kann fliehen und kehrt Jahre später ...

Dieses Buch ist ein Buch für die Sinne. Die Handlung spielt in Istanbul um 1600, und zwar im Palast. Dort überlebt der junge Pascha nur mit der Hilfe des Palastkochs, er kann fliehen und kehrt Jahre später als Meisterkoch zurück an den Hof, um sich zu rächen. Wir begleiten ihn sowohl während seiner Lehrjahre als auch bei seiner Rückkehr in den Palast. Dort stehen wir mit ihm in der Palastküche und Vorsicht! bei der Lektüre stellt sich unweigerlich Hunger ein. Und dahinter steckt die Liebe zu der Tänzerin Kamer, die unerreichbar im Harem lebt. Dieses Buch kann man nicht einer einzigen Gattung zuordnen, denn es ist ein orientalisches Märchen, hat aber auch Elemente eines historischen Romans und verfügt dabei über Anspruch. Ein Buch zum Eintauchen und Abtauchen.

Veröffentlicht am 27.03.2020

Glaubenskriege

Die brennenden Kammern
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Kate Mosse hat einen neuen Carcassonne-Roman geschrieben und da ich ihren Zeitreise-Roman über Carcassonne ("Das verlorene Labyrinth) sehr mochte, war ich natürlich sehr gespannt auf dieses Buch und diese ...

Kate Mosse hat einen neuen Carcassonne-Roman geschrieben und da ich ihren Zeitreise-Roman über Carcassonne ("Das verlorene Labyrinth) sehr mochte, war ich natürlich sehr gespannt auf dieses Buch und diese immer noch so faszinierende Stadt. Dieses Mal entführt uns die Autorin in die Zeit der Hugenottenkriege, ein dunkles Kapitel der französischen Geschichte. Die Protagonistin Minou Joubert ist die Tochter eines katholischen Buchhändlers und gemeinsam mit dem Hugenotten Piet ziehen sie durch Frankreich, das zerrissen ist vom Krieg der Konfessionen. Kate Mosse gelingt es gut, die fiktive Geschichte von Minou in den historischen Kontext einzubinden, auch wenn sie sich einige literarische Freiheiten herausnimmt. Eine spannende Geschichte, unterhaltsam geschrieben - und sie bildet erst den Auftakt einer Reihe.

Veröffentlicht am 24.03.2020

Charmant

Tote trinken keinen Rosé
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Rachel und Magda, zwei Ex-Pats, die in Paris gestrandet sind, ermitteln hier. Aus der Zeitung erfährt Rachel, dass Edgar Bowen gestorben ist, über seiner Mahlzeit, auf dem Tisch steht unter anderem eine ...

Rachel und Magda, zwei Ex-Pats, die in Paris gestrandet sind, ermitteln hier. Aus der Zeitung erfährt Rachel, dass Edgar Bowen gestorben ist, über seiner Mahlzeit, auf dem Tisch steht unter anderem eine Flasche Rosé. Doch Rachel hatte mal eine Liaison mit Edgar und dieser trank keinen Rosé. Da sie eh den Auftrag bekommen hatte, seine Bibliothek zu katalogisieren, macht sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin an die Aufklärung des Falles. Sehr naiv und nicht sehr kompetent, aber dafür umso charmanter. Und der Leser wird mitgenommen auf einen Spaziergang durch Paris und erhält viel Parisflair.

Veröffentlicht am 24.03.2020

Trauer

Bis die Zeit verschwimmt
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Cassie ist tot. Helene versucht, mit dem Verlust ihrer besten Freundin klar zu kommen und sucht nach Antworten. Denn ihre Freundin ist nicht eines natürlichen Todes gestorben und ein Unfall war es auch ...

Cassie ist tot. Helene versucht, mit dem Verlust ihrer besten Freundin klar zu kommen und sucht nach Antworten. Denn ihre Freundin ist nicht eines natürlichen Todes gestorben und ein Unfall war es auch nicht, sondern sie ist das Opfer eines Amokläufers geworden. Helene selbst hat nur knapp überlebt. Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Helene - in der Gegenwart und in der Vergangenheit, wo wir mehr über die Freundschaft der beiden erfahren und sie auch besser kennen lernen. Und auch zum Amoklauf springt die Geschichte immer wieder. Man fühlt mit den Betroffenenn mit, aber es gibt auch Hoffnung, das Leben geht weiter und es gibt auch eine Liebesgeschichte. Ein sehr emotionales Buch.