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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2018

Irene und Kai in einer Gangsterwelt

Die Bibliothekare / Das dunkle Archiv
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Achtung, es handelt sich hier um den vierten Teil einer Reihe und es wird empfohlen, die vorherigen Bände vorher zu lesen.
Dieser Band spielt relativ bald nach den Ereignissen des vorhergehenden Bandes. ...

Achtung, es handelt sich hier um den vierten Teil einer Reihe und es wird empfohlen, die vorherigen Bände vorher zu lesen.
Dieser Band spielt relativ bald nach den Ereignissen des vorhergehenden Bandes. In einer Welt mit Vampiren begegnet Irene – dieses Mal ist sie ohne Kai unterwegs – einer Drachenfrau, die versucht sie zu überreden ein seltenes Buch zu finden. Sie befindet sich in direktem Wettstreit mit einem anderen Drachen und es geht um eine hohe Machtposition am Hof der Königin der südlichen Meere. Doch Irene nimmt nicht an, da ihr die Neutralität der Bibliothek wichtig ist. Doch so handelten nicht alle Bibliothekare und schon bald befindet sie sich mit Kai im New York einer Gangsterwelt im Stil der 1920er Jahre.
Dieses Mal erfährt der Leser mehr über die Drachen und ihre Vorgehensweise und wir lernen Kai auch mal anders kennen. Genevieve Cogman ist es wieder einmal gelungen, mich zu faszinieren und immer wieder zu überraschen. Je mehr ich lese, desto besser gefällt mir der Aufbau dieser Welten und Geschichten. Interessante Charaktere, die nicht immer stereotyp handeln, eine spannende Vision einer Gangsterwelt und ein ordentlicher Schuss an Diplomatie, die allerdings nicht immer fruchtet.

Veröffentlicht am 04.09.2018

Von den Ottonen zur 1848er Revolution

Land im Sturm
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Von der Zeit der Ottonen zu den Wenden, zum 30jährigen dann ein Sprung ins 19. Jahrhundert in die napoleonische Zeit und zum Abschluss die 1848er Revolution - um die 1000 Jahre deutsche Geschichte.
Unterteilt ...

Von der Zeit der Ottonen zu den Wenden, zum 30jährigen dann ein Sprung ins 19. Jahrhundert in die napoleonische Zeit und zum Abschluss die 1848er Revolution - um die 1000 Jahre deutsche Geschichte.
Unterteilt in 5 Abschnitte geht es doch immer wieder um die Nachkommen der "Stammfamilien", die der Leser bereits im 1. bzw. 2. Abschnitt kennen lernt. Die Geschichten spielen über einen relativ kurzen Zeitraum, jedem Abschnitt ist ein knapper historischer Rahmen vorangestellt zur besseren Orientierung. Wir lernen die Geschichte immer aus der Sicht der handelnden Personen kennen und wissen darum immer nur so viel, wie sie wissen konnten.
Ein Säbel begleitet den Leser als roter Faden durch das Buch. Die Namen kehren immer wieder, auch wenn zwischen den Abschnitten viele Generationen liegen. Gefallen hat mir, dass dieses Muster zum letzten Abschnitt hin unterbrochen wurde und wir nur einen Zeitsprung von 35 Jahren unternehmen.
Ulf Schiewe gelingt es wunderbar mit diesem episodenhaften Roman seine Leser zu unterhalten und nebenbei historisches Grundlagenwissen zu vermitteln ohne jedoch lehrmeisterisch oder langweilig daher zu kommen. Interessante Charaktere, die ein Leben voller Entbehrungen, oder aber auch in (relativem) Reichtum führen, die im Krieg leben, aber auch die Liebe kennen lernen. Manches Mal wäre ich gerne bei der ein oder anderen Person länger verweilt.
Ein umfangreicher, seitenstarker Roman, der jedoch trotz der Länge keine Langeweile aufkommen lässt.

Veröffentlicht am 25.06.2018

Brisante Schriften

Die Bücherjäger
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Poggio Bracciolini ist ein sogenannter Bücherjäger. Ein Vertrauter und Freund einer der drei Päpste, nämlich Papst Johannes XXIII. Die Geschichte spielt zur Zeit des Konstanzer Konzils im Jahre 1417. Eine ...

Poggio Bracciolini ist ein sogenannter Bücherjäger. Ein Vertrauter und Freund einer der drei Päpste, nämlich Papst Johannes XXIII. Die Geschichte spielt zur Zeit des Konstanzer Konzils im Jahre 1417. Eine spannende Zeit, das ausgehende Mittelalter und der Aufbruch in die Frühe Neuzeit.
Poggio ist auf dem Weg zu einem Kloster, in dem sich wertvolle antike Handschriften befinden könnten, auf die er „Jagd“ macht bevor alle Texte mit religiösen oder biblischen Texten überschrieben werden. Doch was er dann entdeckt, ist etwas viel Größeres. Aber nicht nur er hat Interesse an diesen Schriften und so muss er sich vor Verfolgern in Acht nehmen und befindet sich seinerseits auf der Jagd nach Schriften. Was den Inhalt der Schriften angeht, so möchte ich hier nicht darauf eingehen.
Dirk Husemann ist Wissenschaftsjournalist und verfasst neben Sachtexten auch historische Romane. Man merkt, dass er sich gut in der Materie auskennt und im Nachwort geht er darauf ein, wo er weshalb von den historischen Begebenheiten abgewichen ist. Die Geschichte des Romans bleibt bis zur letzten Seite spannend. Die Personen werden differenziert dargestellt und haben alle so ihre Stärken und Schwächen. Besonders Poggio wächst einem jedoch mehr und mehr ans Herz, weil er immer wieder beweist, dass er ein treuer Freund ist mit hohen Idealen und sich selbst nie in den Mittelpunkt rückt. Durch die Zwischenkapitel („Stundenglas“) erfährt der Leser immer wieder mehr aus seiner Vergangenheit und wie er zu dem wurde, der er ist.
Dies war mein erster Roman von Dirk Husemann, jedoch sicherlich nicht der letzte, denn der Schreibstil und die gut recherchierten Hintergründe haben mir sehr gefallen.

Veröffentlicht am 16.05.2018

2. Teil der Reihe

Zack Herry / In den Fängen des Löwen
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Der zweite Fall für Zack Herry konnte mich - wie auch der erste - überzeugen. Zack Herry, der drogensüchtige Ermittler, ermittelt dieses Mal den Fall eines elfjährigen Jungen, dessen Leiche ganz weit oben ...

Der zweite Fall für Zack Herry konnte mich - wie auch der erste - überzeugen. Zack Herry, der drogensüchtige Ermittler, ermittelt dieses Mal den Fall eines elfjährigen Jungen, dessen Leiche ganz weit oben an einen Schornstein gebunden, von einer Drohne gefilmt wird. Doch wie kam der Junge dahin, gerade bei diesen eiskalten Temperaturen? Die Identität ist recht bald festgestellt. Ismail ist als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Schweden gekommen. Schon bald erhält die Polizei ein Video und ein weiteres Kind verschwindet.
Auch die beiden Ermittler hatten eine schwere Kindheit und Zack ist zwar ein genialer Ermittler, aber auch oftmals gnadenlos und natürlich immer noch drogensüchtig. Überhaupt hat das gesamte Team - sehr klischeehaft skandinavisch - große Probleme, untereinander und mit sich.
Der Spannungsbogen wird auf einem hohen Niveau gehalten und so manches Mal steht der Leser vor einem moralischen Dilemma bei der Vorgehensweise der Ermittler.
Der Leser wird gerne oft eine falsche Fährte geführt und das Buch ist definitiv nichts für Zartbesaitete, aber für Fans von Spannung auf hohem Niveau wird es sicherlich eine schlaflose Nacht geben, da man bei den kurzen Kapiteln die Lektüre gar nicht unterbrechen mag.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Auf der Jagd nach dem Axeman

Höllenjazz in New Orleans
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Der Axeman versetzt im Jahr 1919 New Orleans in Angst. An den Tatoren hinterlässt er als Markenzeichen Tarotkarten, er mordet mit einer Axt und um die Bewohner der Stadt dazu zu bringen, ihn zu stoppen, ...

Der Axeman versetzt im Jahr 1919 New Orleans in Angst. An den Tatoren hinterlässt er als Markenzeichen Tarotkarten, er mordet mit einer Axt und um die Bewohner der Stadt dazu zu bringen, ihn zu stoppen, fordert er sie auf, Jazz zu spielen, in dieser Metropole des Jazz.
Ermittelt wird aus vier unterschiedlichen Richtungen: Detective Michael Talbot, der ehemalige Polizist Luca D'Andrea (Auftraggeber: die Mafia), Ida, Sekretärin der Pinkerton Detektivagentur, gerät eher zufällig an die Ermittlungen und mit ihr ist noch ihr bester Freund Louis Armstrong mit dabei.
Der plakative Schreibstil mit immer wieder feinem Witz gefällt mir gut. 1919 in New Orleans ist ein interessanter Schauplatz. - So mein Eindruck nach der Leseprobe und ich bin nicht enttäuscht worden von diesem Buch, dessen Ereignisse auf wahren Begebenheiten aufbauen, aber insgesamt einen guten Mix aus Fiktion und Tatsachen ergeben.