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Veröffentlicht am 16.06.2026

Zwischen Rauch und Hoffnung

Glimmende Himmel
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Auf diese Fortsetzung habe ich mich ganz besonders gefreut – und Lia Scott hat meine Erwartungen erneut erfüllt. In Glimmende Himmel begleitet man June, die ich bereits im ersten Band ins Herz geschlossen ...

Auf diese Fortsetzung habe ich mich ganz besonders gefreut – und Lia Scott hat meine Erwartungen erneut erfüllt. In Glimmende Himmel begleitet man June, die ich bereits im ersten Band ins Herz geschlossen habe. Um ihre Familie zu unterstützen und Geld für die dringend benötigte Kur ihrer kranken Schwester Dahlia zu verdienen, verlässt sie ihre geliebte Heimat in Yorkshire und zieht nach Bradford.

Der Kontrast zwischen den idyllischen Craven Dales und der rauen Industriestadt könnte kaum größer sein. Lia Scott gelingt es eindrucksvoll, die Atmosphäre dieser Zeit einzufangen. Man spürt förmlich die schmutzige Luft, sieht die von harter Arbeit gezeichneten Menschen vor sich und erlebt gleichzeitig den starken Zusammenhalt der Arbeiterfamilien. Die Autorin hat erneut gründlich recherchiert und schildert die entbehrungsreichen Lebensbedingungen authentisch und bewegend.

Besonders interessant fand ich die Begegnungen mit dem geheimnisvollen Iren Frankie. Sein Schicksal scheint auf unerklärliche Weise mit Junes verbunden zu sein, und ich bin gespannt, welche Rolle er in den kommenden Bänden noch spielen wird. Ein echtes Highlight war für mich jedoch der Journalist Jacob Ford. Mit seinem Einsatz für die Rechte der Arbeiter und seinem Mut, Missstände in den Fabriken aufzudecken, bringt er eine zusätzliche Spannung in die Geschichte. June und Jacob bilden für mich ein großartiges Team.

Lia Scott erzählt ruhig und ohne künstliche Dramatik oder übertriebene Cliffhanger. Gerade das macht den Roman so besonders. Die Geschichte lebt von ihren Figuren, ihren Schicksalen und den Emotionen, die sie auslösen. Es gibt berührende, traurige und hoffnungsvolle Momente, die lange nachwirken.
Glimmende Himmel ist eine gefühlvolle und atmosphärische Fortsetzung, die mich vollkommen mitgenommen hat. June auf ihrem Weg zu begleiten, war für mich erneut ein besonderes Leseerlebnis, und ich kann es kaum erwarten zu erfahren, wie ihre Geschichte weitergeht.

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Jede Geschichte verdient ein Happy End

Kein Sommer ohne August
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Ich liebe Geschichten, in denen Bücher eine wichtige Rolle spielen, und genau deshalb hat mich Kein Sommer ohne August von Lucy Astner von der ersten Seite an begeistert. Die Geschichte von Charlie und ...

Ich liebe Geschichten, in denen Bücher eine wichtige Rolle spielen, und genau deshalb hat mich Kein Sommer ohne August von Lucy Astner von der ersten Seite an begeistert. Die Geschichte von Charlie und August ist wunderschön, berührend, ein wenig dramatisch und gleichzeitig wunderbar romantisch.

Schauplatz ist die idyllische fiktive Kleinstadt Liberty Beach an der Nordostküste der USA. Dort wächst Charlie bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und findet in Molly, der warmherzigen Besitzerin des Buchladens One Last Chapter, eine wichtige Bezugsperson. Als Mollys Enkel August jeden Sommer für drei Wochen zu Besuch kommt, entsteht zwischen ihm und Charlie eine ganz besondere Freundschaft. Über zwölf Sommer hinweg teilen sie ihre Liebe zu Büchern, schreiben gemeinsam Geschichten und wachsen miteinander auf. Doch Gefühle, Ängste und Missverständnisse führen schließlich zu einer langen Funkstille. Erst Jahre später bringt ein überraschendes Erbe die beiden wieder zusammen und gibt ihnen die Chance, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Besonders gefallen hat mir die Erzählweise auf zwei Zeitebenen. Während ich in der Gegenwart gemeinsam mit Charlie und August auf die Ereignisse zurückblicke, erlebe ich in den Rückblenden ihre außergewöhnliche Freundschaft und die vielen gemeinsamen Sommer. Die Autorin beschreibt diese Entwicklung unglaublich liebevoll und authentisch, sodass ich mich den Figuren schnell verbunden fühlte.
Auch Mollys Buchhandlung One Last Chapter ist ein ganz besonderer Ort voller Wärme, Geborgenheit und Buchmagie. Die Botschaft, dass jede Geschichte ein Happy End verdient, zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und hat mein Herz berührt.

Zwar gibt es zwischendurch einige kleinere Längen, doch das konnte meine Begeisterung kaum schmälern. Für mich ist dieses Buch eine wundervolle Mischung aus Coming-of-Age, Romantik und der Magie von Büchern. Ein gefühlvoller Wohlfühlroman, der noch lange nach dem Lesen nachklingt – und für mich das perfekte Sommerbuch.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Eine Maus als Weg zurück ins Leben

Eine Maus namens Merlin
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Auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut, denn ich mag Geschichten, in denen ältere Menschen die Hauptrolle spielen. Im Mittelpunkt steht die 83-jährige Helen Cartwright, die nach einem langen und ...

Auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut, denn ich mag Geschichten, in denen ältere Menschen die Hauptrolle spielen. Im Mittelpunkt steht die 83-jährige Helen Cartwright, die nach einem langen und erfüllten Leben in Australien in ihre Heimat nahe Oxford zurückkehrt. Viel erwartet sie von ihrer Zukunft nicht mehr – eher bereitet sie sich auf den letzten Weg vor. Doch dann rettet sie eine kleine Maus, die sie Merlin nennt. Nach und nach lässt sie das Tier in ihr Leben, und mit Merlin kehren auch Lebensfreude, Hoffnung und ein neuer Sinn in ihren Alltag zurück.

Simon van Booy erzählt die Geschichte von Helen und Merlin warmherzig, einfühlsam und emotional. Besonders gelungen sind die leisen Zwischentöne sowie die Erinnerungen an Helens Vergangenheit, die ihre Figur greifbar und vielschichtig machen. Es ist schön zu beobachten, wie sich Helen im Verlauf der Handlung weiterentwickelt und ihre anfängliche Verbitterung langsam ablegt.

Allerdings verliert sich der Autor stellenweise etwas zu sehr in Details, Betrachtungen und Rückblenden. Dadurch gerät die Handlung gelegentlich ins Stocken. Zudem wird die Geschichte an einigen Punkten etwas unrealistisch. Mich hat das jedoch eher zum Schmunzeln gebracht als gestört.

Fazit: Eine Maus namens Merlin ist eine nette, herzerwärmende Geschichte über Neuanfänge, Freundschaft und die kleinen Dinge, die dem Leben wieder Bedeutung geben können. Kein perfektes Buch, aber eine angenehme Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Kein typischer Krimi

Giftiger Grund
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„Giftiger Grund“ von Thomas Knüwer ist definitiv anders als viele Krimis, und genau das hat mich zunächst neugierig gemacht. Der Schauplatz ist eine verlassene Tankstelle – ein Lost Place, an dem vor sieben ...

„Giftiger Grund“ von Thomas Knüwer ist definitiv anders als viele Krimis, und genau das hat mich zunächst neugierig gemacht. Der Schauplatz ist eine verlassene Tankstelle – ein Lost Place, an dem vor sieben Jahren ein Überfall stattfand und die kurz darauf geschlossen wurde. Als der ehemalige Täter Joran nach verbüßter Haftstrafe zurückkehrt, um die damals versteckte Beute zu holen, findet er stattdessen die Leiche seines besten Freundes Aras. Dazu kommen ein kleines Mädchen im Schlafanzug und Chanu, die Videos von verlassenen Orten dreht. Die Ausgangssituation klang für mich ausgesprochen spannend und geheimnisvoll.

Leider konnte mich die Umsetzung nicht mitreißen. Besonders die Sprache hat mir große Schwierigkeiten bereitet. Sie ist sehr direkt, hart, oft kurz und knapp gehalten. Sicherlich passt dieser Stil zu den Figuren und wirkt authentisch, doch viele Formulierungen haben mich eher abgestoßen als in die Geschichte hineingezogen. Ich konnte keinen Zugang dazu finden und habe mich dadurch oft auf Distanz zum Geschehen gefühlt.

Zwar ist die Spannung unterschwellig vorhanden, doch viele Passagen empfand ich als langatmig und wenig aussagekräftig. Zudem handelt es sich nicht um einen klassischen Krimi mit Ermittlungsarbeit, was mir persönlich gefehlt hat.

Auch die Figuren konnten mich kaum erreichen. Edda hat mein Mitgefühl geweckt, doch weder Joran noch Chanu waren für mich greifbar oder interessant genug, um wirklich mit ihnen mitzufiebern. Dadurch fiel es mir schwer, emotional in die Geschichte einzutauchen, und ich habe mich eher durch das Buch hindurchgekämpft.

Eine interessante Idee mit ungewöhnlichem Setting, die bei mir leider nicht zünden konnte. Schade!

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Eine bewegende Exilgeschichte

Ein Ort, der bleibt
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Mit „Ein Ort, der bleibt“ erzählt Sandra Lüpke eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, die sowohl in Deutschland als auch in Istanbul spielt und auf wahren Begebenheiten basiert. Besonders der historische ...

Mit „Ein Ort, der bleibt“ erzählt Sandra Lüpke eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, die sowohl in Deutschland als auch in Istanbul spielt und auf wahren Begebenheiten basiert. Besonders der historische Handlungsstrang rund um Magda und Alfred Heilbronn hat mich sehr berührt und war für mich eindeutig die größte Stärke des Romans. Aufgrund von Alfreds jüdischer Herkunft muss das Paar Deutschland verlassen und nach Istanbul auswandern – ein spannendes und zugleich bedrückendes Kapitel deutscher Geschichte.

Besonders faszinierend fand ich dabei die Schilderungen rund um den Aufbau des botanischen Gartens in Istanbul. Dieser Aspekt hat der Geschichte noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre verliehen und gezeigt, wie eng Wissenschaft, Exil und persönliche Schicksale miteinander verbunden waren. Gerade diese Einblicke in das Leben deutscher Emigranten in der Türkei und ihren Beitrag vor Ort haben den Vergangenheitsstrang für mich sehr lebendig und interessant gemacht.

Leider konnte mich die Gegenwartsebene deutlich weniger überzeugen. Vor allem mit Imke bin ich einfach nicht warm geworden. Ihre Perspektive hat mich emotional kaum erreicht, und insgesamt wollte der Funke in diesem Erzählstrang nie so richtig überspringen. Dadurch hatte ich immer wieder das Gefühl, lieber zur Vergangenheit zurückkehren zu wollen.

Auch der Schreibstil war für mich eher schwierig. Viele ausführliche Beschreibungen sorgten zwar für Atmosphäre, gleichzeitig empfand ich die Handlung aber oft als etwas zäh und wenig lebendig. Manche Passagen wirkten auf mich dadurch unnötig in die Länge gezogen.

Das ist besonders schade, weil ich das Buch aufgrund seines Themas wirklich sehr gerne mögen wollte. Die historische Grundlage und die Geschichte von Magda und Alfred hätten für mich großes Potenzial gehabt. Insgesamt bleibt deshalb ein Roman, der mich in der Vergangenheit faszinieren konnte, mich in der Gegenwart jedoch leider verloren hat.

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