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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen Spannung und viel Leerlauf

Woman Down
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Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die ...

Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die Geschichte nichts mit ihrem Privatleben oder ihren Moralvorstellungen zu tun habe. Rückblickend wirkte das fast wie eine vorsorgliche Distanzierung.

Die Idee klang zunächst vielversprechend: Eine Autorin in der Schaffenskrise trifft auf einen attraktiven Cop, der wie die Hauptfigur ihres eigenen Romans wirkt. Daraus hätte sich eine spannende und auch „spicy“ Geschichte entwickeln können. Leider scheitert das für mich vor allem an der Protagonistin Petra. Ihr Verhalten war für mich weder nachvollziehbar noch konsistent – mal extrem naiv, dann wieder sprunghaft in eine andere Richtung. Dadurch blieb sie mir durchgehend unsympathisch, besonders ihr ausgeprägtes Selbstmitleid war schwer zu ertragen.

Auch der Schreibstil konnte mich diesmal nicht überzeugen. Ich hatte ihn deutlich lebendiger in Erinnerung; hier wirkte vieles einfach und stellenweise repetitiv. Zwar gibt es zwischendurch spannende Momente, doch die Handlung flacht immer wieder ab und verliert sich in belanglosen Passagen. Das Ende schließlich wirkt stark konstruiert und ließ mich mehrfach nur den Kopf schütteln.

Insgesamt eine interessante Grundidee mit schwacher Umsetzung , sehr schade!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Zwischen Misstrauen und Wahrheit

Das Signal
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Die Romane von Ursula Poznanski leben von starken Ideen, psychologischer Spannung und Figuren, die man gerne durch ein ganzes Buch begleitet – und genau das findet ich auch hier wieder. Schon nach wenigen ...

Die Romane von Ursula Poznanski leben von starken Ideen, psychologischer Spannung und Figuren, die man gerne durch ein ganzes Buch begleitet – und genau das findet ich auch hier wieder. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett gefesselt und wollte unbedingt wissen, was wirklich hinter allem steckt.

Besonders berührt hat mich die Situation von Viola, die nach einem Unfall plötzlich mit der Amputation ihres Beins leben muss. Diese Veränderung macht ihre Verletzlichkeit und ihre Unsicherheit unglaublich greifbar. Ich habe beim Lesen gespürt, wie sehr sie versucht, ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bekommen – und gleichzeitig wächst mit jeder Seite das Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Aber Viola ist eine starke Frau und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Das ständige Misstrauen macht den Reiz der Geschichte ist. Auch ich als Leser beginne zu zweifeln, mitzurätseln und jede Kleinigkeit zu hinterfragen. Diese psychologische Spannung hat mich durch das Buch getragen .

Allerdings hat das Buch auch ein paar Längen. Einige Passagen ziehen sich etwas und bremsen den Spannungsfluss, besonders im Mittelteil. Dadurch verliert die Geschichte zwischendurch etwas an Tempo, bevor sie zum Ende hin wieder deutlich an Fahrt aufnimmt. Trotzdem bleibt Das Signal ein atmosphärischer, klug konstruierter Thriller mit einer starken Grundidee und einer interessanten Protagonistin.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Sehr ausschweifend

Die Enthusiasten
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Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman ...

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman Die Enthusiasten beeindruckt vor allem durch seine Sprache. Immer wieder finden sich schöne, fein formulierte Sätze und Beobachtungen, die zeigen, wie sorgfältig und literarisch der Autor schreibt. Einzelne Passagen haben eine große poetische Kraft und laden dazu ein, kurz innezuhalten und sie noch einmal zu lesen.

Aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Buch mich und meine Geduld überfordert. Markus Orths erzählt so ausschweifend, kommt immer wieder „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ und obwohl ich gerne lese, war das einfach zu viel für mich.

Denn ich empfand das Buch über weite Strecken als recht langatmig. Die Handlung verliert sich häufig in Abschweifungen und ausführlichen Beschreibungen, die zwar stilistisch gelungen sind, den Erzählfluss aber verlangsamen. Dadurch fällt es manchmal schwer, wirklich in der Geschichte zu bleiben oder Spannung aufzubauen.

Gerade weil der Autor so gut formulieren kann, hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht. Dennoch bleibt Die Enthusiasten ein sprachlich schönes Buch mit vielen gelungenen Formulierungen. Wer großen Wert auf literarische Sprache legt und sich Zeit für ruhigere, ausschweifendere Erzählweisen nimmt, könnte hier mehr Freude haben als ich.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Spannende Rückkehr nach Akranes

Verschworen
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Mit „Verschworen“ gelingt Eva Björg Ægisdóttir erneut ein spannender Kriminalroman, der mich durch seine besondere Atmosphäre und komplexe Handlung überzeugt hat. Die Rückkehr nach Akranes fühlt sich für ...

Mit „Verschworen“ gelingt Eva Björg Ægisdóttir erneut ein spannender Kriminalroman, der mich durch seine besondere Atmosphäre und komplexe Handlung überzeugt hat. Die Rückkehr nach Akranes fühlt sich für mich vertraut an - ein bisschen wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Autorin hat gekonnt die Entwicklung von Elma, die ich seit dem ersten Band begleite, in die aufregende Ermittlungsarbeit integriert. Elmas Leben hat sich verändert. Sie ist inzwischen verheiratet und Mutter, was ihrer Figur sehr gut tut. Diese persönliche Entwicklung wird wunderbar mit dem eigentlichen Kriminalfall verwoben, sodass ich nicht nur miträtsele, sondern auch emotional stark eingebunden bin. Die Balance zwischen privatem Leben und Ermittlungsarbeit ist der Autorin erneut hervorragend gelungen.

Der Spannungsbogen ist durchgehend hoch, steigert sich aber vor allem gegen Ende noch einmal enorm. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil sich die Ereignisse regelrecht überschlagen und immer neue Wendungen auftauchen. Genau diese Dynamik macht den Reiz der Geschichte aus und sorgt dafür, dass ich ständig weiterlesen möchte.

Die Charaktere wirken authentisch und ihre Motive nachvollziehbar. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und die Stimmung ist nicht nur wegen der Kälte und Abgeschiedenheit Islands beklemmend und frostig.

Für mich ist auch der 5. Teil der Reihe ein spannendes Highlight und es schreit förmlich nach einer Fortsetzung, die ich hoffentlich bald lesen kann!

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Eine Geschichte voller Magie

Mr. Saitos reisendes Kino
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„Mr. Saitos reisendes Kino“ von Annette Bjergfeldt ist ein außergewöhnlicher und poetischer Roman, der mich auf eine bewegende Reise mitnimmt. Es beginnt in den 1920er Jahren in Buenos Aires wo Lita mit ...

„Mr. Saitos reisendes Kino“ von Annette Bjergfeldt ist ein außergewöhnlicher und poetischer Roman, der mich auf eine bewegende Reise mitnimmt. Es beginnt in den 1920er Jahren in Buenos Aires wo Lita mit ihrer extravaganten Mutter lebt. Eines Tages müssen die beiden ihre Heimat verlassen und landen auf einer windigen Insel vor Neufundland. Dort treffen sie auf eine bunte Gemeinschaft liebenswerter Außenseiter.
Die Geschichte, erzählt aus der Perspektive von Lita, entfaltet sich opulent und detailreich, fast wie ein farbenprächtiger Film vor dem inneren Auge. Es ist eine dieser Erzählungen, die einen sofort hineinziehen und für lange Zeit nicht mehr loslassen. Die Figuren wirken lebendig, die Welt ist reich und atmosphärisch dicht – und ich habe mich gerne in ihr verloren.

Besonders gelungen finde ich die Darstellung von Litas Entwicklung, ihrer Freundschaft mit Oona und die geheimnisvolle Figur des Mr. Saito, der mit seinem Wanderkino Geschichten und Nachrichten in die abgeschiedene Inselwelt bringt. Die Sprache ist bildhaft und voller kluger Gedanken und Sätze, die mich immer wieder überraschen und inne halten lassen. Über allem schwebt eine magische Atmosphäre, die das Buch zu einer Ode an das Leben, die Familie und die Liebe macht. Annette Bjergfeldt gelingt es, mich zum Träumen zu bringen und gleichzeitig mit berührenden, manchmal auch melancholischen Momenten zu fesseln. Sie versteht es, mit Leichtigkeit Tiefgang zu erzeugen und Emotionen einzufangen, ohne dabei schwer zu wirken.

Insgesamt ist „Mr. Saitos reisendes Kino“ ein Roman, der durch seine fantasievolle Handlung, die liebevoll gezeichneten Charaktere und die stimmungsvolle Sprache überzeugt. Die ganz eigene Magie hat mich gefangen genommen und gehalten und ich muss lächeln, wenn ich an das Buch denke.

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