Cover-Bild Die Schwestern
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 128
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783446286498
Colm Tóibín

Die Schwestern

Ditte Bandini (Übersetzer), Giovanni Bandini (Übersetzer)

Colm Toibin, Autor von »Brooklyn«, über Sehnsucht, Erinnerungen und die Möglichkeit der Versöhnung – eine eindringliche Erzählung

Núria, Conxita und Montse sind noch Kinder, als sie nach dem Tod des Vaters ihre katalanische Heimat verlassen, um zusammen mit ihrer Mutter nach Argentinien auszuwandern. Sie, die sich so nahestanden, entfremden sich dort zunehmend. Jede der drei Schwestern geht ihren eigenen Weg. Erst als sie Jahrzehnte später gemeinsam das Haus ihrer Tante in den Pyrenäen erben, wo sie als Kinder ihre Ferien verbrachten, finden sie wieder zusammen. Subtil erkundet Tóibín die fragile Architektur der Beziehung zwischen Töchtern und Mutter, voller Zwischentöne, Verletzlichkeit und jener tiefen Melancholie, die mit Entwurzelung und dem Ringen um Zugehörigkeit in einer fremden Gesellschaft einhergeht. »Die Schwestern« ist eine eindringliche Erzählung über Erinnerung und die Möglichkeit von Versöhnung.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Hörbuch-Rezi

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Als ihr Vater plötzlich stirbt, ist die jüngste Schwester Montse erst 5 Jahre alt und ihre Mutter traut sich die Erziehung der Mädchen so alleine ohne Arbeit nicht zu. Obwohl ihre jüngere Schwester Julia ...

Als ihr Vater plötzlich stirbt, ist die jüngste Schwester Montse erst 5 Jahre alt und ihre Mutter traut sich die Erziehung der Mädchen so alleine ohne Arbeit nicht zu. Obwohl ihre jüngere Schwester Julia unverheiratet ist und in einem eigenen Haus in den Pyrenäen lebt, beschließt sie mit den 3 Mädchen nach Argentinien auszuwandern und dort Verwandte um Hilfe zu bitten. Doch die Verwandten haben genug mit sich selbst zu tun und so ist es eine katalanische Nonne, die bezaubert von Nurias guten Benehmen und Charme und ihrem katalanischen Akzent, den Mutter eine Arbeit besorgt und den Mädchen Stipendien für die private Ordensschule. Während Nuria, die Älteste, alles dran setzt sich einzuleben und die gesellschaftliche Leiter empor zu steigen, gelingt es ihren jüngeren Schwestern nicht und sie entfremden sich immer mehr. Conxita arbeitet nach der Schule als Gesellschafterin einer feinen Dame und ihrer zarten Tochter und Motse wird gezwungen, die Schule vorzeitig mit 16 Jahren zu verlassen, um die Stelle der Mutter zu übernehmen, um für sich selbst zu sorgen, weil Nuria mit ihrer Eheschließung, ihre Mutter zu ihrer Unterstützung angeblich benötigt. So entfremden sich die drei immer mehr, bis Motse einen Brief von Tante Julias Anwalt aus Spanien erhält, der ihr mitteilt, dass sie drei das Haus ihrer Tante in den Pyrenäen geerbt haben. Sie beschließen, dorthin zu reisen...
Also, ich bin ja eigentlich kein Gegner vom Kürzen. Ich würde so manche Geschichte hier und da ganz gerne straffen, aber diese hier, hätte tatsächlich gerne noch etwas länger werden können. Das Ende war nicht ganz so offen, wie es bei Literatur bisweilen populär ist und Motses raffinierter Kniff hat mich schmunzeln lassen und ich bin daher ganz zuversichtlich, dass es schon alles gut werden wird. Dieser Kurzroman, ist nicht gekürzt, aber ich hätte gerne noch mehr über diese drei Schwestern erfahren… Besonders Motse und Conchita sind mir ans Herz gewachsen, während mit Nurias anmaßende Art schon echt auf die Palme gebracht hat. Die beiden Jüngeren Motse und Conxita werden nur allzu leicht unterschätzt, aber nach und nach merkt man, dass sie es eigentlich faustdick hinter den Ohren haben.
Colm Toibin erzählt diese Geschichte von diesen drei absolut unterschiedlichen und entfremdeten Schwestern mit viel Blick und Liebe für kleine feine Details. Diese bleiben auch wirklich im Gedächtnis haften, weil sie die Geschichte so einzigartig machen. Schon den Einstieg in die Erzählung fand ich bemerkenswert. Gut, bei mir als Krimifan stirbt meistens jemand zu Beginn, dass ist hier nicht so, aber man wird wirklich mittenrein in Szenen des Lebens der Schwestern geworfen und muss erst mal für sich sortieren, wer sind sie? Wo und wann spielt das Ganze…? und dann zündet sie. Denn eigentlich ist der Beginn ganz herrlich absurd, auch wenn er mich anfangs irritierte, ließ er mich später schmunzeln.
 
Colm Toibin trifft den richtigen Ton um diese seltsame Dynamik zwischen den Schwestern zu beschreiben und er macht es uns eigentlich unmöglich, die Älteste, die nach Außen hin die Erfolgreichste zu sein scheint, wirklich zu mögen. Sie ist ziemlich skrupellos beim Verfolgen ihrer eigenen Ziele. Er beobachtet sie nur zu genau und schonungslos. So wie er uns ihre Entfremdung schildert, bringt er sie einander auch wieder näher, aber doch nicht ganz. Am Ende bleibt die Hoffnung, darauf dass alles für sie und zwischen ihnen wieder gut wird. Wie dies geschehen könnte, deutet er an, überlässt aber die Details unserer Fantasie und so hatte ich meine wahre Freude daran mir vorzustellen, wie Montse Chef wohl reagierte, als er merkte, dass sie sich verabschiedet hat und wie.

Olga Thormeyer liest sensibel und doch abwechslungsreich. Sie schafft es stimmlich fast drei ganze Leben zu umspannen und all ihre Sorgen und Nöte, Kniffe und Tricks uns zu schildern. Einiges werde ich wohl selbst mal versuchen müssen. Die Telefonstrategie der Mutter hat mich wirklich amüsiert! Eine ruhige Erzählung dennoch voller Emotionen und Überraschungen.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Familie kann man sich nicht aussuchen

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Mein erster Colm Tóibín - aber bestimmt nicht der letzte. Sprachlich und inhaltlich hat mich das Buch sehr überzeugt. Die Beziehung zwischen den Schwestern sowie zu ihrer Mutter wird auf eine Art beschrieben, ...

Mein erster Colm Tóibín - aber bestimmt nicht der letzte. Sprachlich und inhaltlich hat mich das Buch sehr überzeugt. Die Beziehung zwischen den Schwestern sowie zu ihrer Mutter wird auf eine Art beschrieben, die fesselt aber auch ungläubig zurücklässt. Mit dieser Familie braucht man keine Feinde mehr. Wir erfahren die Handlung aus der Perspektive von Montse, der jüngsten der drei Schwestern. Neben einigen verletzenden Aktionen ihrer Familienmitglieder ist die Gleichgültigkeit ihr gegenüber aber wohl das Schlimmste. Doch sie lernt dazu und findet ihren Seelenfrieden. Ein wirklich gutes Buch!

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Drei Schwestern und alles, was zwischen ihnen verloren ging

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Manchmal liest man ein Buch und merkt erst Stunden später, was es eigentlich mit einem gemacht hat. Genau so ein Fall hier. Die Schwestern schleicht sich rein, ganz leise, und plötzlich sitzt man da und ...

Manchmal liest man ein Buch und merkt erst Stunden später, was es eigentlich mit einem gemacht hat. Genau so ein Fall hier. Die Schwestern schleicht sich rein, ganz leise, und plötzlich sitzt man da und denkt über Familie nach, über Distanz, über dieses komische Gefühl, wenn Nähe irgendwie verloren gegangen ist.

Drei Schwestern, ein gemeinsamer Anfang und dann dieses langsame Auseinanderdriften. Kein Drama mit Türenknallen, eher dieses stille Entfernen, das fast noch mehr weh tut. Und genau das trifft. Diese kleinen Blicke, unausgesprochenen Dinge, Erinnerungen, die irgendwo zwischen schön und schmerzhaft hängen bleiben.

Beim Lesen hatte ich öfter diesen Moment von das kenne ich doch irgendwoher. Dieses Gefühl, wenn man sich fragt, wann genau sich Beziehungen verändert haben. Ohne dass man es wirklich gemerkt hat. Tóibín schreibt das so ruhig runter, dass es fast beiläufig wirkt, aber genau da liegt die Wucht.

Argentinien, die alte Heimat, das Haus in den Pyrenäen, alles wirkt wie so ein emotionaler Speicher. Orte, die mehr wissen als die Figuren selbst. Und plötzlich geht es gar nicht mehr nur um die Schwestern, sondern um dieses große Thema Zugehörigkeit.

Kein Buch für nebenbei, eher eins für ruhige Abende, wenn man bereit ist, sich ein bisschen selbst zu begegnen. Hat mich nicht komplett umgehauen, aber ziemlich tief getroffen.

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