Cover-Bild Ein Sonntag in den Bergen
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Limmat
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 128
  • Ersterscheinung: 04.01.2025
  • ISBN: 9783039260867
Daniel de Roulet

Ein Sonntag in den Bergen

Ein Bericht
Maria Hoffmann-Dartevelle (Übersetzer)

1975. Auf einem eingeschneiten Berg hoch über Gstaad geht in der Nacht ein Chalet in Flammen auf, die Helikopter kommen zu spät. Die Schweizer Polizei geht von einer ausländischen Täterschaft aus und veröffentlicht das Phantombild nicht in der Schweiz. Das Chalet hat dem Pressemagnaten Axel Springer gehört, die Brandstifter werden im Umfeld der RAF vermutet.
Der Urheber dieses Anschlags war der Schweizer Autor Daniel de Roulet, der in diesem Buch berichtet, wie er seine Tat geplant und quasi auf einem Sonntagsausflug in die Berge ausgeführt hat. Er erzählt von Irrtümern aus der Befangenheit des Kalten Kriegs heraus und von seiner Verblüffung, als er die posthume Nachricht entdeckte, die Springer für ihn am Tatort hinterlassen hat. Mit der Veröffentlichung löst er ein Versprechen ein, das er seiner Komplizin und damaligen Liebe kurz vor ihrem Tod gegeben hat.
Im Nachwort zur Neuauflage erzählt de Roulet, wie er mit seinem Geständnis die Gemeinde Rougemont von einem Fluch erlöst hat.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2024

Interessant, aber auch zwiespältig

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Dieses Buch ist ursprünglich bereits 2006 erschienen und wird nun erneut veröffentlicht. Der Autor gesteht darin einen einzelnen Terrorakt, den er im Jahr 1975 begangen hatte, ohne bis dahin überhaupt ...

Dieses Buch ist ursprünglich bereits 2006 erschienen und wird nun erneut veröffentlicht. Der Autor gesteht darin einen einzelnen Terrorakt, den er im Jahr 1975 begangen hatte, ohne bis dahin überhaupt verdächtigt worden zu sein. Der Schreibstil ist gut zu lesen, aber die Struktur des Buches fand ich etwas unübersichtlich. Dazu kommt, dass viele politische Themen und Zeitgeschehen der 1970er Jahre thematisiert werden, da hätte man das ein oder andere durch Fußnoten erklären können, da nicht jeder Leser diese Zeit miterlebt hat und daher nicht alle Details oder Namen sofort einordnen kann. Inhaltlich handelt es sich um ein detailliertes Geständnis, das mich etwas zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf der einen Seite verdient der Autor Respekt für den Mut, sich ohne Not nach so vielen Jahren zu seiner Tat zu bekennen. Auf der anderen Seite fand ich seine Motivlage verstörend, da die Tat ziemlich naiv begangen wurde und die genannten Motive auf falschen Annahmen beruhten und die Gefährlichkeit eines vermeintlich gut integrierten jungen Mannes frappierend ist. Die Planung und Durchführung wird neutral und sachlich geschildert, ich hätte gerne noch eine aktuellere Einordnung des Autors gehabt. Wie steht er heute zu seiner Tat, würde er sie wieder begehen oder bereut er sie? Gut gefallen hat mir der Kommentar des Autors am Ende, in dem er auch auf die juristische Einordnung und Reaktionen auf die Ersterscheinung 2006 eingeht. Insgesamt eine interessante Lektüre, da man eine ungewohnte Perspektive präsentiert bekommt und gleichzeitig ist das Buch aufgrund der derzeit mehr Raum einnehmenden, extremem politischen Meinungen überraschend aktuell.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Geständnis

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Der Schweizer Architekt und Autor Daniel de Roulet hat im Jahre 1975 das in den Bergen gelegene Chalet des Pressemagnaten Axel Springer in Brand gesetzt. Erst viele Jahre später erkennt er, dass sein Motiv ...

Der Schweizer Architekt und Autor Daniel de Roulet hat im Jahre 1975 das in den Bergen gelegene Chalet des Pressemagnaten Axel Springer in Brand gesetzt. Erst viele Jahre später erkennt er, dass sein Motiv auf falschen Annahmen beruht, weshalb er dieses Buch als Geständnis und Erklärung niederschreibt.

In wechselnder Zeitabfolge dokumentiert dieses Büchlein einerseits die Tat selbst, andererseits die weltgeschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge für dessen Planung und die spätere Sicht auf die Fehleinschätzung. So springt das Geschehen munter hin und her und verlangt volle Aufmerksamkeit vom Leser, um nicht hoffnungslos unterzugehen zwischen falschen Doktoren und Ausflügen bis nach Hanoi.

Daniel de Roulets Schreibstil ist sachlich, aber detailverliebt, sodass man die Überlegungen des Täters gut nachvollziehen und den Tag des Brandanschlages bestens mitverfolgen kann. Dazwischen findet der geneigte Leser aber allerlei Ausschmückendes und Ausschweifendes, das gleichzeitig erklärt und ablenkt vom zentralen Thema, mich also zwiegespalten zurücklässt.

Der Sonntag in den Bergen ist ausgesprochen interessant, man muss sich aber auf allerlei Zeitgeschichtliches einlassen, um den Autor, der gleichzeitig Brandstifter ist, zu verstehen.

Veröffentlicht am 12.06.2025

1975 - Ein Terrorakt in den Schweizer Bergen – Eine Neuauflage

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Der Autor Daniel de Roulet gesteht in diesem Buch, Brandstifter des Chalets von Axel Springer in der Nähe von Gstaad im Jahre 1975 gewesen zu sein. In unterschiedlich zeitlicher Reihenfolge erläutert er ...

Der Autor Daniel de Roulet gesteht in diesem Buch, Brandstifter des Chalets von Axel Springer in der Nähe von Gstaad im Jahre 1975 gewesen zu sein. In unterschiedlich zeitlicher Reihenfolge erläutert er Planung und Ausführung des Brandanschlags gut nachvollziehbar, aufgelockert durch damaliges Zeitgeschehen des politischen „kalten Krieges“ und des Weltgeschehens. Angeblich sei er irrtümlich zu diesem Zeitpunkt in dem Glauben gewesen, dass Springer ein Nazi gewesen sei. Die neutrale und an sich sachliche Schilderung wird durch ausschweifende Liebesbekundungen gegenüber seiner damaligen Komplizin an diesem betreffenden Sonntag in den Schweizer Bergen ausgeschmückt. In einem weiteren Erzählstrang, der Autor ist inzwischen sechzig, folgt er den familiären Spuren Spiegels in Hamburg gemäß einer Biographie über den erfolgreichen deutschen Verleger und entschuldigt sich. Mutig ist er, sich zur damaligen kriminellen Tat endlich zu stellen, aber auch naiv, eine solch gefährliche Tat zu begehen, motiviert durch seine falsche Annahme in der Vergangenheit. Sehr wenig wird im Nachwort auf die juristische Einordnung dieses Tatbestands und auf Reaktionen der Medien und der Nachwelt eingegangen. Jüngeren Lesern mögen erwähnte Namen der demonstrierenden Szene um 1975 wenig sagen.

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