Cover-Bild Einsamsein
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 11.02.2026
  • ISBN: 9783442302338
Daniel Haas

Einsamsein

Eine Befreiungsgeschichte - Der Spiegel-Kolumnist begibt sich auf eine persönliche und poetische Suche nach den Ursprüngen der Einsamkeit.
»Und wenn da ein Freund ist, der seine Hand ausstreckt, dann nehmen wir diese Hand, wie widerwillig, beschämt und zornig auch immer. Wir ergreifen sie und ziehen uns heraus aus der Einsamkeit.«

Wenn man alles verloren hat – den Job, die Partnerin, Freunde, eine Perspektive für die Zukunft –, hält die Einsamkeit Einzug. Und wenn sich dann noch die Mutter das Leben nimmt, nachdem schon der Vater Suizid begangen hatte, dann beginnt man, sich Fragen zu stellen. Wie ist man bloß in diese Situation hineingeraten? Und wie findet man wieder heraus?

Daniel Haas begibt sich auf die Suche nach dem Ursprung der Einsamkeit, die sich als Leitmotiv durch seine Familiengeschichte zieht. Er beschreibt, wie er sich durch Groll, Ängste, Selbstzweifel und Misstrauen immer wieder selbst isoliert hat, bis er schließlich begreift, worauf es ankommt: auf Akzeptanz und Wohlwollen anderen und dem Leben gegenüber.

Am Ende steht ein Ausblick auf ein Leben, frei von den Fesseln der Einsamkeit, hinter denen etwas Neues zum Vorschein kommt: Hoffnung auf Zugehörigkeit jenseits gesellschaftlicher Vorgaben und Zwänge.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Auf Wolken gehen

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Auf Wolken gehen

Was ist Einsamkeit? Was ist der Unterschied zwischen allein und einsam sein?

Dieser Frage geht der Autor in diesem Buch nach. Denn nachdem bereits sein Vater Suizig begeht, will es nun ...

Auf Wolken gehen

Was ist Einsamkeit? Was ist der Unterschied zwischen allein und einsam sein?

Dieser Frage geht der Autor in diesem Buch nach. Denn nachdem bereits sein Vater Suizig begeht, will es nun auch seine Mutter. In der Schweiz ist dies sogar betreut gestattet. Nachdem er Job, Partnerin, Freunde und Zukunftsperspektiven verliert und beide Eltern “auf Wolken gehen", versinkt er in tiefer Einsamkeit. Auf der Suche nach den Ursachen erkennt er, wie Groll, Angst, Selbstzweifel und Misstrauen ihn selbst immer weiter isoliert haben.

Es ist eine Biografie, die einen mitnimmt. Ich kannte den Autor vorher nicht und doch habe ich in dem Buch mit jeder Zeile mitgelitten, mit gehofft und seinen Worten gelauscht. Wir alle haben Momente, in denen wir uns einsam fühlen. Egal ob wir dabei allein sind oder umgeben von Menschen. Das Gefühl ist da und man muss sich fragen, was kann ich tun, um da rauszukommen? Das Buch nimmt den Leser jedenfalls mit auf eine ganz eindringliche Reise.


Nach und nach gelangt er zur Einsicht, dass Akzeptanz und Wohlwollen gegenüber sich selbst, anderen und dem Leben der Weg aus der Einsamkeit sind. Es gibt Hoffnung und die Einsicht, dass wir alle einsam sind, aber auch alle einen Weg raus schaffen können.

Es ist intensiv, ehrlich und schonungslos. Es wird nichts verharmlost oder ausgeschmückt. Daher empfehle ich auch, das Buch nur zu lesen, wenn ihr euch in einer stabilen Lage befindet und/oder mehr über das Thema wissen möchtet.

ISBN: 978-3442302338
Autorin: Daniel Haas
Verlag: Goldmann
ET: 11.12.26
Umfang: 224 Seiten

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Schonungslos ehrliche Selbstanalyse

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2021 kündigte seine Mutter an, auf „die Wolke“ zu gehen, so wie auch sein Vater schon 1984 auf die Wolke gegangen war. Der Vater hatte einen Baum gewählt, die Mutter bittet den Schweizer Sterbehilfeverein-Exit ...

2021 kündigte seine Mutter an, auf „die Wolke“ zu gehen, so wie auch sein Vater schon 1984 auf die Wolke gegangen war. Der Vater hatte einen Baum gewählt, die Mutter bittet den Schweizer Sterbehilfeverein-Exit um Hilfe. Er solle am 27. August in die Schweiz kommen und dann blieben noch zwei Tage Zeit, um alles Nähere zu klären.

Zu dieser Zeit lebte er allein in einer zugemüllten Hamburger Dachgeschosswohnung. Die Küche, wegen der Menge leerer Pfandflaschen unbegehbar, im Bad Wäscheberge, die Pizza-Kartons im Wohnzimmer erinnerten an das Innere eines Altpapiercontainers und das Bettzeug hätte schon vor Monaten gewechselt werden müssen. Erschöpfungsdepression mit psychotischen Akzenten lautete die Diagnose, also quasi:

Ihm flog nach Monaten des Schlafentzugs und panischer Angst der Vogel raus. S. 11

Nach einem Jahr als Korrespondent einer internationalen Zeitung kam der Zusammenbruch. Der Job war weg, die Kollegen verprellt und die Partnerin verjagt.

Das Haus seiner Mutter und ihres zweiten Mannes in Ascona, ein abgeriegelter Bunker mit Eingangstürattrappe und Panic (Room) Etage. Alles in Crème brûlée beige gehalten, so als wäre der Innendesigner auf Valium gewesen. Die ganze Abgeschiedenheit des alleinstehenden Hauses, die Einrichtung und die Bewohner deuten auf die, von je her, gewählte Art seiner Familie zu leben und zu vermeiden und die damit einhergehende Einsamkeit. Und nun lässt sie sich euthanasieren.

Vielleicht können wir einmal sagen, um was es wirklich geht: dass wir einsam sind, eingesperrt in unsere Rollen als Mutter, die um jeden Preis die Contenance bewahrt, und als Sohn, der Selbstzerstörung mit Revolte verwechselt. S. 32

Fazit: Daniel Haas hat ein Manifest geschrieben, das an Klugheit, Lebenserfahrung und Selbsterkenntnis kaum zu überbieten ist. Nachdem seine Mutter ihren Freitod angekündigt hat, schwelgt Daniel Haas in Erinnerungen. Er durchschaut seine Eltern, deren Vergangenheit und die Lebensentscheidung des Rückzugs aus der eigentlichen Angst vor Enttäuschung und Zurückweisung. Er durchschaut ebenso seine eigenen Abwehrmechanismen, die ihn daran hindern ehrlich, diszipliniert und verbindlich zu sein. Er sieht sich als Meister der Selbstsabotage und schafft es, sich mit diversen Abhängigkeiten wie Drogensucht und Liebesbesessenheit, aber auch mit einer großen Portion Selbstmitleid und Selbstherrlichkeit von einem eigentlichen Weg abzulenken. Er verprellt Freunde, die ihn zu unterstützen versuchen, um ganz auf sich allein gestellt ins Nichts zu stürzen. Er beschreibt die Phase seiner Depression und diverser Psychiatrieaufenthalte, die abrupt in die Phase der Manie wechselt so bildhaft und verständlich, wie ich es mir in diversen anderen Büchern gewünscht hätte. Das hier ist schonungslos ehrlich über die Schmerzgrenze hinaus, erkenntnisreich und versöhnlich und liebevoll. Dabei zusehen zu dürfen, wie sich ein Mensch aus eigener Kraft verändert ist sehr wohltuend und auch mutmachend. Es ist nie zu spät, den Pfad echter Liebesfähigkeit zu finden. Was mir an dieser Autobiografie auch so gut gefällt, ist der Schreibstil auf hohem Niveau, der den Lesefluss kein bisschen erschwert. Die Stimmfarbe ist humorvoll und voller Selbstironie. Das macht den Autor so nahbar und sympathisch. Respekt für diese Selbstanalyse.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Unerbittlich und aufrichtig sich selbst gestellt

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In seiner Biografie stellt sich Daniel Haas unerbittlich, aber aufrichtig sich selbst und seiner Vergangenheit. Es ist nicht unbedingt ein Abrechnen, eher ein erklärendes Verstehenwollen seines Lebens. ...

In seiner Biografie stellt sich Daniel Haas unerbittlich, aber aufrichtig sich selbst und seiner Vergangenheit. Es ist nicht unbedingt ein Abrechnen, eher ein erklärendes Verstehenwollen seines Lebens.
Die Einsamkeit begleitet ihn schon seit Kindertagen. Er führt das „Einsamsein“ fort, wird immer besser darin und leidet, driftet ab, steht unter Schmerzen wieder auf.
Bei aller Härte, die er lebt, die er erlebt, bleibt ein Funken an die Hoffnung einer besseren Zeit. Er bringt dem Leser diese dunkle Zeit nahe, ohne ihn zu erdrücken. Er zeigt, ohne zu Verschönern, seine Jahre der Selbstillusion auf. Legt seinen Charakter offen und macht sich verwundbar. Doch genau das kann Mut für andere sein. Und es zeigt den Mut vom Autor, sich ungeschützt zu präsentieren.
Der Schreibstil war für mich nicht ganz so flott zu lesen, ich brauchte meine Zeit für das Buch. Natürlich auch dem Thema geschuldet.
Der Inhalt ist jedoch leicht zu erfassen und bemüht die eigenen Gedanken zu hinterfragen und sich selbst vielleicht die eine oder andere Einstellung anzusehen.
Ein Buch, dass sicher nichts für zwischendurch ist, aber sich auf jeden Fall seine Existenzberechtigung verdient hat, indem es Hoffnung machen kann.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Auf Wolken gehen

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INHALT
Nachdem sein Vater bereits „auf die Wolke“ gegangen war, kündigte seine Mutter nun an, es ihm gleich zutun. In der Schweiz, mit Sterbehilfe durch einen Verein. Ihr Sohn solle auch anreisen und den ...

INHALT
Nachdem sein Vater bereits „auf die Wolke“ gegangen war, kündigte seine Mutter nun an, es ihm gleich zutun. In der Schweiz, mit Sterbehilfe durch einen Verein. Ihr Sohn solle auch anreisen und den Prozess begleiten. Die Ausgangssituation ist klar; Mutter möchte sterben und Sohn solle dies hinnehmen. So leicht kann er dies aber nicht hinnehmen; er lebt allein in einer Wohnung, ist einsam und unglücklich. Diagnose: Burnout/ Erschöpfungsdepression (für mich klingt was manisches durch). Er beschreibt Psychiatrieaufenthalte und schwelt in Erinnerungen; in guten und in schlechten.

EINDRUCK UND FAZIT Ein Buch so unglaublich ehrlich und hart. Eine Geschichte, die das Leben schreibt. Oder eben der Autor seine Geschichte. Ich war von Beginn an berührt, der selbstgewählte Freitod der Mutter hat mich bereits zu beginn schlucken lassen. Aber das Buch geht genau in diesem Tempo weiter - hart, härter, Daniel Haas. Hat mir sehr gefallen; ein Buch das Mut und Hoffnung macht. Ein Buch das nachdenken und fühlen lässt! Ich empfehle es gern weiter!

„Was ist der Unterschied zwischen einem Alki und einem Drogi? Der Alkoholiker klaut dir den Geldbeutel. Der Drogi klaut dir den Geldbeutel und hilft dir anschließend bei der Suche.“ Seite 180

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