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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2026

Je weiter der Fall voranschreitet, desto fesselnder

Leichenblässe
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Es ist mein erstes Buch von Simon Beckett und lag viel zu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Zu unrecht. „Leichenblässe“ hat mich fast von Anfang an gefangen genommen. Die ersten Seiten kam ich ...

Es ist mein erstes Buch von Simon Beckett und lag viel zu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Zu unrecht. „Leichenblässe“ hat mich fast von Anfang an gefangen genommen. Die ersten Seiten kam ich etwas mit den kursiv gesetzten Texten durcheinander. Einmal sind es Gedanken von David, ein andermal wird vom Mörder geschrieben. Aber die Teile, die den Mörder betreffen, sind eindeutig länger als irgendwelche Gedanken. Dann ging es sehr gut sogar, außerdem wird eine andere Erzählform verwendet.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, der Fall spannend. Die Schauplätze mitunter mehr als ekelhaft und die Beziehungen der Personen untereinander realistisch. Auf den Täter bin ich eigentlich nicht wirklich gekommen. Es gibt Wendungen und falsche Fährten. Das mag ich an einem Thriller.
Auch die emotionale Seite durfte nicht fehlen. Sie ging mir schon sehr nahe. Ich hoffte bis fast zum Schluss, dass nicht eintrifft, was eigentlich offensichtlich ist. Aber lies selbst.
Ich habe jetzt noch etwas Herzklopfen beim Gedanken an die letzten Seiten. Der Thriller ist manchmal sehr, sehr bildlich geschrieben, sodass ich hin und wieder dachte, die Gerüche wahrzunehmen. Nicht sehr angenehm, spricht aber eindeutig für den Autor. Von mir gibt es eine volle Leseempfehlung für Thriller-Liebhaber.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Hier ist mehr Agatha Raisin als ihr Team am Ermitteln

Agatha Raisin und die tote Therapeutin
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Es ist nicht mein erstes Buch von M.C. Beaton. Ich lese die Geschichten der leicht chaotischen Detektivin Agatha immer wieder gerne. Sie sind humorvoll und flott in den Handlungen und im Ablauf.
Jedes ...

Es ist nicht mein erstes Buch von M.C. Beaton. Ich lese die Geschichten der leicht chaotischen Detektivin Agatha immer wieder gerne. Sie sind humorvoll und flott in den Handlungen und im Ablauf.
Jedes Buch ist einzeln zu lesen und doch gibt es weiterführende Fäden. Zum Beispiel hat Agatha natürlich auch hier ihr Herz an den falschen Mann verloren. Oder ihre irrwitzigen Ideen, die interessanterweise dann doch zu einem positiven Ergebnis führen, oder ihre Freundin, die Pfarrersfrau, die ihr auch privat zur Seite steht.
In diesem Band „Agatha Raisin und die tote Therapeutin“ hatte ich das Gefühl, dass es mehr Morde gab, als in den Büchern, die ich bisher gelesen habe. Auch war hier eher Agatha und ihre Ermittlungen im Vordergrund. Ihr Team war zwar zur Stelle, doch gefühlt nur unterstützend und blieb eher im Hintergrund. Das finde ich jetzt nicht wertend, es ist mir eben aufgefallen und bildet eine reizvolle Abwechslung.
Der erste Mord zieht weitere nach sich. Doch sind alle vom gleichen Mörder verübt worden? Es bleibt spannend, doch Agatha findet die Lösung.
Ich hatte unterhaltsame und rätselhafte Stunden mit dieser quirligen, aber liebenswerten Frau. Manchmal könnte sie zwar etwas nervig werden, was ihre Männergeschichten betrifft, doch dann ist sie wieder einfach nur direkt und genauso menschlich wie verrückt. Eine einzigartige Mischung, die man mag, oder auch nicht. Mir gefällt ihre Art.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Schweigen erzeugt manchmal mehr Leid als einem bewusst ist

Elbland
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Die Geschichte der Sudetendeutschen in Tschechien und deren Vertreibung stehen im „Elbland“ im Mittelpunkt. Eingearbeitet in die Familiengeschichte von Nina bringt Claudia Rikl auch einen Teil ihrer eigenen ...

Die Geschichte der Sudetendeutschen in Tschechien und deren Vertreibung stehen im „Elbland“ im Mittelpunkt. Eingearbeitet in die Familiengeschichte von Nina bringt Claudia Rikl auch einen Teil ihrer eigenen Geschichte mit ein.
Ninas Mutter will die Vergangenheit durch Schweigen vergessen, oder es ist schlichtweg zu schmerzvoll für sie zu erzählen. Wie dem auch sei. Für ihre Familie eine jahrelange Belastung. Nach ihrem Tod versucht Nina einen Teil ihrer Wurzeln zu finden. Darüberhinaus versucht sie auch die Entfremdung zu ihrer Schwester zu verringern. Und ganz nebenbei bemerkt Nina welche Mauern sie selbst um sich gezogen hat.
Claudia Rikl schreibt einfühlsam, vorsichtig und nennt die Dinge doch beim Namen. Da das Buch zwei Zeitebenen enthält, erfährt der Leser immer wieder die Geschichte auch aus Irmas Sicht, der Mutter von Nina. Mir hat diese Herangehensweise sehr gut gefallen, da ich schon zwischendurch immer wieder Einblicke in die Vergangenheit erfahren konnte.
Das Buch ist aufwühlend und zugleich auch hoffnungsvoll. Es hat mir Neues aus diesem Kapitel der Geschichte aufgezeigt. Ich finde es ein sehr lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Gewöhnungsbedürftige Sprache, Menschensprache mit katzischem Dialekt

Frankie – Unter Menschen
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Frankie ist grundsätzlich ein Straßenkater, der eine zeitlang bei einem Menschen lebt und durch unglückliche Umstände verlorengeht. Er sucht verzweifelt den Weg nach Hause zu seinem Menschen. Doch für ...

Frankie ist grundsätzlich ein Straßenkater, der eine zeitlang bei einem Menschen lebt und durch unglückliche Umstände verlorengeht. Er sucht verzweifelt den Weg nach Hause zu seinem Menschen. Doch für einen Kater ist zuhause schon ein Ort und da wird es schwierig. Wo ist zuhause?
Zum Glück trifft er auf das Flüchtlingsmädchen Shattab. Gemeinsam wandern sie durch die Welt. Erfahren voneinander und stehen füreinander ein.
Der Roman „Frankie unter Menschen“ wird aus Sicht von Frankie erzählt. So darf es nicht verwundern, dass die Sprache gewöhnungsbedürftig ist. Menschensprache mit katzischem Dialekt eben.
Manche Passagen sind recht witzig, andere emotionaler. Im Groben kann ich den Wirbel um das Buch nicht ganz verstehen, so überdrüber fand ich es nicht. Es ist lesbar, die Figuren greifbar, unterhaltsam und kurzweilig.
Jochen Gutsch hat dem Kater eine Stimme gegeben. Eigentlich der ganzen Tierwelt. Die Sicht von Frankie auf verschiedene Dinge fand ich amüsant. Aber Lust auf ein weiteres Buch in dieser Art habe ich nicht bekommen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Passiert viel ohne richtige Spannung

39 Grad Mord
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Den Krimi „39 Grad Mord“ habe ich verkannt. Von der Insel Sizilien konnte ich fast nichts entdecken. Eigentlich hätte es jede beliebige Insel sein können. Es passiert wirklich viel, in der Zeit, in der ...

Den Krimi „39 Grad Mord“ habe ich verkannt. Von der Insel Sizilien konnte ich fast nichts entdecken. Eigentlich hätte es jede beliebige Insel sein können. Es passiert wirklich viel, in der Zeit, in der der Leser Hannah begleiten darf. Nur leider fehlt die gewisse Spannung, mir zumindest.
Jenny Lund Madsen hat mit ihrer Hauptfigur eine Frau erschaffen, deren Welt sich hauptsächlich um sie selbst dreht, im Beruf ebenso wie in der Liebe. Nebenbei konsumiert sie eigentlich nur alkoholische Getränke, und das in der Hitze des Südens. Naja. Es scheint, dass sich Hannah für ihre Mitmenschen einsetzt, aber gleichzeitig kommt auch das Gefühl auf, sie hält alle anderen, einschließlich der Polizei, für unfähig. Es stimmt schon, dass sie den Fall lösen kann, aber der Weg dorthin ist nicht immer logisch.
Mörder und Motiv haben mir am Ende auch nicht so wirklich gefallen. Einerseits war der Mörder zu nett angelegt um seine Handlungen nachvollziehen zu können. Ja, das ist subjektiv. Aber auch das Motiv ist in meinen Augen nicht ganz passend um die Gewaltbereitschaft zu erklären.
Im Ganzen habe ich mir mehr erwartet. Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.

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