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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2017

Endlosschleife

Von der Zwiebel zur Perle
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Ich habe mir lange überlegt wie ich meine Meinung formuliere.

Leider kann ich nicht anders als mich kurz zu halten und einfach zu sagen, dass mir das Buch nichts abgewinnen konnte. Ich kam mir vor wie ...

Ich habe mir lange überlegt wie ich meine Meinung formuliere.

Leider kann ich nicht anders als mich kurz zu halten und einfach zu sagen, dass mir das Buch nichts abgewinnen konnte. Ich kam mir vor wie in einer Endlosschleife. Wartete immer, dass auf der nächsten Seite wenigsten der eine oder andere Satz eine Neuerung, eine aussagekräftige Erkenntnis bereithält. Doch bis zur letzten Seite nicht wirklich.

Dieses Buch gehört für mich bedauerlicherweise nicht zu denen die ich empfehlen kann.

Veröffentlicht am 18.11.2017

Wenn eine erfundene Geschichte zum Leben erwacht

Der Traum von den Träumen
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Wer glaubt schon daran, dass eine erfundene Geschichte irgendwo da draußen Wirklichkeit werden könnte und noch viel weniger, dass er selbst darin eine Rolle wird spielen (müssen)?

Doch genau so ergeht ...

Wer glaubt schon daran, dass eine erfundene Geschichte irgendwo da draußen Wirklichkeit werden könnte und noch viel weniger, dass er selbst darin eine Rolle wird spielen (müssen)?

Doch genau so ergeht es der 13jährigen Julia. Sie steht plötzlich vor der Herausforderung ihre eigene, zu Papier gebrachte, Fantasiewelt retten zu müssen. So wird aus den eigentlich ruhigen Ferientagen, die sie mit ihrem Brieffreund Jonathan verbringe wollte, ein ungeahntes Abenteuer. Zu dritt, denn auch die völlig ahnungslose Ina wird in das Geschehen mit hineingezogen, müssen sie immer wieder um ihr Leben bangen und kämpfen. Denn, wer in dieser anderen Welt stirbt, kann auch in der bekannten Realität nicht mehr existieren. Werden es alle drei Jugendlichen unbeschadet zurück schaffen? Können sie diese andere Welt vor Osira, der Herrin der Albträume, retten?

Johanna Stöckl schenkt uns eine etwas anders gelagerte Fantasiegeschichte. Wie in vielen herkömmlichen Geschichten, so gibt es hier keine schwarz/graue Alltagsrealität und weiß/strahlende Traumwelt. Nein, denn in Julias zauberhafter, wunderschönen Traumwelt ist ein Krieg ausgebrochen. Ein Krieg der schwer zu gewinnen ist, da der Feind so übermächtig erscheint.

Hilft es Julia, dass sie, so wie sie glaubt, diese Welt mit ihren Figuren darin, in ihren Gedanken erschaffen hat? Doch auch hier wird sie bald eines besseren belehrt, denn die Entwicklung verläuft anders als sich Julia das in ihrer Geschichte erdacht hatte. Sie wird gefordert, lernt interessante Menschen/Wesen/Freunde kennen und muss sie wieder verlassen, um ihren Weg, Osira zu besiegen, weiter gehen zu können.

Die reale Wirklichkeit spielt in den 1980iger Jahren, hat aber eher eine untergeordnete Rolle. In der Fantasiewelt gibt es unseren modernen Fortschritt nicht, sie ist eher mit unserem Mittelalter vergleichbar.

Johanna Stöckls Schreibstil ist leicht lesbar und gut verständlich gehalten. In der Fantasiewelt gibt es immer wieder Wendungen in der Handlung mit denen ich nicht gerechnet habe, die der Geschichte aber eine eigene Spannung verleihen. Die eine oder andere Passage dagegen war mir dazu im Vergleich etwas zu flach gehalten, auch habe ich manche Figur zum Schluss hin vermisst. Das allerdings wird von der Vorankündigung auf einen zweiten Teil aufgefangen. Empfehlen kann ich das Buch für alle Fantasy-Liebhaber bis zum Jugendlichen runter.

Veröffentlicht am 07.11.2017

Humorvoll erzählt die Liebe Gaels erste Erfahrungen mit der Liebe

The Romantics, oder wie Gael das mit der Liebe lernte
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In „The Romantics, oder wie Gael das mit der Liebe lernte“ bringt uns Leah Konen aus Sicht der Liebe die verwirrenden Gefühle des Jugendlichen mit Namen Gael näher. Die Liebe erzählt in einem witzigen ...

In „The Romantics, oder wie Gael das mit der Liebe lernte“ bringt uns Leah Konen aus Sicht der Liebe die verwirrenden Gefühle des Jugendlichen mit Namen Gael näher. Die Liebe erzählt in einem witzigen und leichten Schreibstil von ihrer Absicht und den Fehlern, die ihr im Zusammenhang mit Gael und seiner Familie unterlaufen sind.

Gael wird, kurz nachdem er seiner Freundin die drei wichtigsten Worte sagt, von dieser mit seinem besten Freund hintergangen. Dazu noch die Trennung seiner Eltern und sein Weltbild ist plötzlich bis in die Grundfesten erschüttert. Er glaubt nicht mehr an die Liebe oder dass es diese für ihn gibt.

Jetzt hat die Liebe viel zu tun. Gerade auch, weil ein Mädchen in Gaels Leben stolpert, das anscheinend nur als Lückenfüller dient, was der Liebe wiederum nicht wirklich gefällt. Wird Gael doch die richtige Liebe vor seinem Auge erkennen, bevor es sich diese anders überlegt?

Leah Konen zeigt nicht nur humorvoll die Wirrungen jugendlicher (aber durchaus auch bei Erwachsenen erkennbarer) Gedankengänge, sondern reißt auch andere Arten von Liebe an. So zum Beispiel, dass die Freundschaft zum besten Freund, oder der kleinen Schwester eine Art von Liebe ist. Genauso wie sich die Liebe eines Paares (in diesem Fall Gaels Eltern) im Laufe der Jahre ändern kann, vom Liebespaar zu sehr guten Freunden.

Der Roman in ist verschieden lange Kapitel geteilt, die es einfach ermöglichen auch mal zwischendurch ein paar Seiten zu lesen, oder aber sich einen ganzen Nachmittag im Buch zu vergraben. Der Schreibstil ist locker, leicht, humorvoll und flüssig gehalten. Es macht Spaß Gael zu begleiten und ihm über die Schulter zu sehen.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung, da dieses Buch nicht nur wegen der Erzählweise aus Sicht der Liebe, sondern auch wegen seiner Komplexität etwas Besonderes ist. Die Geschichte von Gael ist sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche interessant. Für junge Jugendliche kann ich mir sogar gut als Hilfestellung bei Trennung der Eltern vorstellen. Von mir gibt es die maximale Punktezahl von 5 für diesen kurzweiligen Lesespaß.

Herzlichen Dank an die Community und Plattform Lesejury von Bastei Lübbe, dass ich dieses Buch lesen und rezensieren durfte.

Veröffentlicht am 26.10.2017

Powerfrau sehnt sich nach Frauenfreundschaft

Sommersprossen im Winter
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Kerstin King bewegt sich mit „Sommersprossen im Winter“ weg vom typischen Liebesroman. Es geht um Frauenfreundschaft, Vertrauen, zu viel Arbeit, keine Ruhe finden zu können, immer weiter getrieben im Hamsterrad. ...

Kerstin King bewegt sich mit „Sommersprossen im Winter“ weg vom typischen Liebesroman. Es geht um Frauenfreundschaft, Vertrauen, zu viel Arbeit, keine Ruhe finden zu können, immer weiter getrieben im Hamsterrad. Wer kennt das teilweise nicht auch von sich selbst?

Alexandra ist Mitinhaberin einer aufstrebenden Werbeagentur. Sie ist zielstrebig, erfolgsorientiert, arbeitet hart und viel und ist einsam. Ihr Ehemann Robert, zweiter Teilhaber der Agentur, hält nicht viel von Arbeit. Er widmet sich lieber Golf und außerehelichen Aktivitäten.

Ein Lichtblick scheint hier Marvin zu sein. Alexandras bester Freund und langjähriger Mitarbeiter. Er greift Alexandra immer stützend unter die Arme, ist für sie da und fängt sie auf. Marvin ist ohne Zweifel Alexandras größter Vertrauter, doch er ist ein Mann. Warum verstehen Männer manche Dinge einfach nicht?, fragt sich Alexandra. Da bringt Marvin Emilia in die Agentur.

Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb. Könnte Emilia die von Alexandra so ersehnte Freundin werden? Doch wie sieht es mit dem Vertrauen der beiden Frauen gegenseitig aus? Jede versucht die andere zu schonen oder ihre Probleme selber zu lösen. Kann so eine Freundschaft bestehen? Plötzlich wird Emilia schwerst verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Wer hat ihr so übel mitgespielt? Wird es nach diesem Erlebnis für Alexandra und Emilia einen neuen Start geben können?

Kerstin King hat mit Alexandra eine Powerfrau geschaffen, die an ihre Grenzen kommt. Als immer starke Unternehmerin erscheint der Charakter manchmal etwas hart und vielleicht sogar ins Egoistische gehend, allerdings großteils auch nachvollziehbar. Einen Gegenpol bilden Marvin und Emilia. Die beiden erscheinen wärmer, gefühlsbetonter.

Alles in allem haben wir hier einen, gerade durch die unterschiedlichen Charaktere, abgerundeten, harmonisch angenehm lesbaren Roman für entspannte Stunden. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen etwas untypischen Frauenfreundschaftsroman. 5 von 5 Sternen gebe ich für dieses außergewöhnliche Debüt.

Veröffentlicht am 22.10.2017

Gesellschaftliche Zwänge behindern und engen jetzt und damals ein

Wenn der Weg nicht das Ziel ist
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Eva Miersch meistert gekonnt den Spagat, zwei Lebenswege in einem Buch darzustellen. Die große Herausforderung, die unterschiedlichen Jahrhunderte und Religionen in denen diese Leben stattgefunden haben ...

Eva Miersch meistert gekonnt den Spagat, zwei Lebenswege in einem Buch darzustellen. Die große Herausforderung, die unterschiedlichen Jahrhunderte und Religionen in denen diese Leben stattgefunden haben bzw. stattfinden, zu verknüpfen.

Einerseits ist hier Wirich, der Ritter, der folgsam in den Kreuzzug zieht. Am Weg ins heilige Land seine Liebe trifft und nicht nur ihretwegen hofft, wieder heil nach Hause zurück zu kommen, um sie zu heiraten. Er, und auch seine Frau, beginnen im Laufe der Geschichte die gesellschaftlichen Zwänge zu hinterfragen. Können sie ausbrechen und ihr Leben leben wie sie es wollen?

Andererseits begleiten wir Yasemin, ein in Deutschland geborenes, muslimisch erzogenes Mädchen. Vielleicht durch den Gegenwartsbezug fällt es leichter sich ihr Leben vorzustellen. Auch wenn vieles für mich undenkbar, leider aber nur zu oft Realität ist/war. Yasemin versucht ihre Identität zu finden, fühlt sie sich doch weder in der Türkei noch in Deutschland zuhause. Sie sitzt zwischen den Kulturen, ohne sich irgendwo dazugehörig zu fühlen oder akzeptiert zu werden. Auch sie versucht um ihre Träume zu kämpfen. Wird sie es schaffen?

Eva Miersch zeigt das Leben des christlichen Ritters parallel zum Leben des muslimischen Mädchens in der Gegenwart, womit diese Leben, die Religionen und die gesellschaftlichen Zwänge gegenübergestellt werden. Diese Gegenüberstellung ist insoferne gut umgesetzt, da die oft relativ kurzen Kapitel abwechselnd von Wirich und von Yasemin erzählen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die kurzen Kapitel locken zum Weiterlesen ein.

Das Buch liest sich leicht, doch sollte es nicht unterschätzt werden. Es regt zum Nachdenken an, ein grundsätzlich positiver Aspekt bei einem Buch.

Einzig muss ich erwähnen, dass mir abschnittsweise die Geschichte um Wirich und Yasemin fast etwas zu kurz gekommen ist, da wir immer wieder viel geschichtliches erfahren. Interessant solange es im Rahmen ist, doch hier manchmal zu ausführlich und zu gut gemeint. Dafür muss ich leider einen Punkt abziehen. Ansonsten kann ich den Roman all jenen empfehlen, die es mögen, wenn nicht die Liebesgeschichte ständig im Vordergrund präsent ist, sondern auch rund um die Protagonisten ihre Welt gezeichnet wird.