Profilbild von Deidree

Deidree

Lesejury Star
offline

Deidree ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Deidree über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2020

Locker-flockiges Buch für Zwischendurch

Man wird ja wohl noch träumen dürfen
1

Die Hausgemeinschaft rund um Thea ist schon sehr speziell, aber liebenswürdig. Die Hauptfigur ist eben Thea, die nach der schockierenden Kündigung aller Mieter durch den neuen Hausbesitzer, versucht eine ...

Die Hausgemeinschaft rund um Thea ist schon sehr speziell, aber liebenswürdig. Die Hauptfigur ist eben Thea, die nach der schockierenden Kündigung aller Mieter durch den neuen Hausbesitzer, versucht eine neue Bleibe für alle zu finden.

Dass dies nicht einfach sein wird, ist vorhersehbar. Die Erlebnisse und Beziehungen der unterschiedlichen Mieter beschreibt Kristina Günak mit Witz und Charme. Die Handlungen laufen fließend und leicht ab, sodass der Leser (oder in diesem Fall Hörer) mitgezogen wird.

Neben Thea hat mir ihre Oma sehr zugesagt. Ihre wunderbare Beschreibung und ihr Verhältnis zu Thea machen sie zu einer entzückenden alten Dame. Dagegen gibt es ein paar Charaktere auf die man im realen Leben liebend gerne verzichten würde. Diese Gegenteilige erzeugt einen gewissen Reiz.

Anfangs hatte ich mit den vielen Personen zu kämpfen um sie auseinanderzuhalten. Doch das legte sich nach einiger Zeit.

Da ich das Hörbuch von „Man wird ja wohl noch träumen dürfen“ gehört habe, sollte ich auch hierzu ein paar Worte sagen. Die Sprecherin hat in meinen Augen, bzw. Ohren, eine sehr angenehme Stimme. Sie schafft es mit Stimmlagenwechsel den Situationen gerecht zu werden. Ich persönlich kam mit dem Medium Hörbuch anfangs gar nicht klar und erst nach ein paar Versuchen fand ich die richtige Methode um entspannt hören zu können.

Trotzdem hatte ich viel Spaß beim Zuhören und auch das Vorstellen der Szenen in meinem Kopf war kein Problem. Ein schönes, humorvolles, leichtes Buch für Zwischendurch.

  • Sprecherin
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 05.07.2020

Gefühlvoll und tiefgründig, dabei aber nie trocken

179 Euro 70
0

„179 Euro 70“, zählt dieser minimal erbeutete Betrag wirklich als ganz normaler Bankraub? Robin, der gutmütige Bankräuber fragt sich wie er in diese Situation hat kommen können. Warum er nicht einmal einen ...

„179 Euro 70“, zählt dieser minimal erbeutete Betrag wirklich als ganz normaler Bankraub? Robin, der gutmütige Bankräuber fragt sich wie er in diese Situation hat kommen können. Warum er nicht einmal einen vernünftigen Raub zustande bringt und schiebt die Konsequenzen seines Handelns immer weiter von sich. Wird er seine Geiseln in Gefahr bringen oder kann er doch noch Verantwortung übernehmen.

Benita, mit ihrer Fähigkeit die Gefühle anderer Menschen zu fühlen, hat dagegen das Problem, dass sie ihre eigenen Gefühle nicht von denen der andern abgrenzen kann. Ihre Angst, dass es ihr wie ihrer Mutter ergehen wird, ist groß. Schafft sie den Lernprozess und kann mit ihrer Fähigkeit Frieden schließen und ein relativ normales Leben führen?

Die jugendliche Enissa wiederum ist zu angepasst. Als gute, brave Tochter einer türkischen Familie hat sie nur gelernt nett zu sein, und mit den Vorgaben ihrer Eltern zu leben. Kann sie sich wenigstens etwas befreien und zu einer selbständigen jungen Frau werden, oder würden ihre Schuldgefühle sie erdrücken?

Diese drei Hauptprotagonisten finden sich plötzlich auf einer Flucht wieder, die für jeden ein Stück weit eine Reise zu sich selbst werden soll.

Aufgebaut hat Ambra Lo Tauro diesen Roadtrip in geschickten, kurzen Kapiteln, die jeweils aus Sicht einer der Figuren erzählt wird. Die einzelnen Abschnitte tragen als kleine Überschrift den Namen der Figur, sodass der Leser sofort weiß, wer gerade am Erzählen ist.

In dieser Geschichte sind mehrere schwere Themen miteinander verknüpft. Einmal die Sensibilität von Benita, die auch real nicht jeder Mensch glauben könnte, dann die kulturellen Schwierigkeiten von Enissa, und nicht zuletzt Rob, der mit seiner Gutmütigkeit in eine scheinbar ausweglose Situation geraten ist. Der Autorin ist es hervorragend gelungen jedes Thema gefühlvoll darzustellen, zu erklären und zu beschreiben, ohne zu werten.

Der Leser hat hier ein sehr empfehlenswertes, tiefgründiges Roadmovie vor sich, ohne dass es dabei trocken oder langweilig wirkt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Zu glattes und schnelles Ende, teils nicht nachvollziehbare Handlungen

Glanz der Ferne
0

Um es vorweg zu sagen, ich kenne nur dieses Buch der Trilogie. Denke aber, dass ich die Grundzüge, die Personen und ihr Verhältnis zueinander, ganz gut verstanden habe.

So wirklich begeistert hat mich ...

Um es vorweg zu sagen, ich kenne nur dieses Buch der Trilogie. Denke aber, dass ich die Grundzüge, die Personen und ihr Verhältnis zueinander, ganz gut verstanden habe.

So wirklich begeistert hat mich das Buch aber leider nicht. Es ist passagenweise wirklich spannend geschrieben, sodass ich einfach wissen wollte wie es weiter geht. Doch andererseits waren dann Handlungen die mir absolut nicht nachvollziehbar waren. Nur ein Beispiel: die jungen Frauen damals wurden sehr klein gehalten, aber niemand kam auf die Idee Vicky nach dem Revolver zu fragen und ihn ihr abzunehmen.

Auch störte mich, dass gewisse Hinweise auf Geschehen in der Vergangenheit bei mehreren Protagonisten, immer wieder erwähnt werden mussten. Einmal, meinetwegen zweimal sind ja ok, aber immer wieder. Der Leser wird sich das ja hoffentlich merken können.

Die Entwicklung der Figuren war sehr unterschiedlich. Am deutlichsten, aber auch unlogischten für mich war Reinhold. Viel zu lange als beinahe schwach, gefangen in seiner Verpflichtung seiner Familie gegenüber, wird er zum Schluss plötzlich über Nacht zum tatkräftigen Mann der weiß was zu tun ist. Das war mir dann doch zu radikal.

Der Schluss war von der Idee her gut. Die Umsetzung dennoch sehr glatt. Der Plan geht auf, mit nur einer kleineren Panne, ohne Überraschung.

Die Grundidee hat mir wirklich gefallen, auch dass die Familie Zusammenhalt und Liebe spüren lässt. Der Schreibstil ist meistens angenehm zu lesen und stellenweise auch spannend, doch auf den Titel „Glanz der Ferne“ bin ich in der ganzen Geschichte nicht gekommen. Denn die Ferne war bis zum Schluss ja kein Thema und dann auch nur Notlösung.

Für einen historischen Roman ist er leicht zu lesen und unterhaltsam. Geschichtliches wird eingearbeitet und auch im Nachwort zusammengefasst. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar und ein Personenverzeichnis.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2020

Eine Auszeit, die Mut und Neugierde verlangt

Unmoralische Auszeit | Erotischer SM-Roman
0

Elena wird als interessierte, aufgeschlossene, sympathische junge Frau beschrieben. Und genauso hat sie sich mir gezeigt. Sexuell nicht unerfahren, aber im Bereich SM doch eher ein Neuling, durchlebt sie ...

Elena wird als interessierte, aufgeschlossene, sympathische junge Frau beschrieben. Und genauso hat sie sich mir gezeigt. Sexuell nicht unerfahren, aber im Bereich SM doch eher ein Neuling, durchlebt sie eine mehr als herausfordernde Zeit, die sie immer wieder an ihre Grenzen bringt.

Als Hauptprotagonistin erfährt ihre Figur die größte Beachtung, aber auch Entwicklung. Anschaulich werden die SM-Szenen gezeichnet, doch auch die Gedankenwelt von Elena wird aufgegriffen. So erfährt der Leser immer wieder direkt ihre Überlegungen, erhält Einblick in ihre Gefühlswelt, die so manches Mal in ein inneres Chaos verwandelt wird. Doch Elena wächst mit der Herausforderung.

Der Schreibstil von Alexandra Gehring war für mich flüssig zu lesen. Klar, dass bei einem SM-Roman die Wortwahl sehr direkt sein kann und auch soll, damit die Geschichte authentisch bleibt. Der Leser wird hier nicht von einer Sex-Szene in die nächste geführt, sondern darf sich an einer unmoralisch-anregenden Grundidee erfreuen. Die Rahmenhandlungen habe ich als rundende, verbindende, nicht zu lange Passagen empfunden.

Bis beinahe zum Schluss hätte ich dem Buch die volle Punktezahl geben wollen, doch leider wurde dann ein Nebenstrang, der nur sehr bedingt bis gar nicht, mit Elenas Auszeit zusammenhängt, zum Hauptstrang. Hier hätte ich mir vielleicht noch mehr Einblick in Elenas Ausbildung gewünscht und dafür diese Seite gestrichen. Auch dieser letzte Teil ist spannend geschrieben, keine Frage, leider aber völlig weg vom Thema „Unmoralische Auszeit“, sodass ich nur vier Sterne vergeben kann.

Da manche Stellen schon einiges von den Protagonisten abverlangen, ist es von Vorteil, wenn der Leser bereits vorher eine Vorliebe für SM besitzt. Als Einstieg in die spezielle Welt würde ich dieses Buch nicht verwenden. Doch grundsätzlich eine hervorragende Lektüre, die kein SM-Liebhaber verschmähen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2020

Unterhaltsamer Softkrimi mit skurrilen Figuren

Hamish Macbeth hat ein Date mit dem Tod
1

Die reizvolle Landschaft von Schottland bietet die Kulisse für „Hamish MacBeth hat ein Date mit dem Tod“. Dieser Softkrimi ist Leseerholung pur. Kein bluttriefender Kriminalfall, keine endlosen Ermittlungsarbeiten, ...

Die reizvolle Landschaft von Schottland bietet die Kulisse für „Hamish MacBeth hat ein Date mit dem Tod“. Dieser Softkrimi ist Leseerholung pur. Kein bluttriefender Kriminalfall, keine endlosen Ermittlungsarbeiten, dafür wunderbar beschriebenen Landschaft und skurrile und etwas überzogene Figuren, die der Geschichte Witz und Pepp verleihen.

Hamish MacBeth machte auf mich zu Beginn den Eindruck des langsamen Dorfpolizisten, der durchaus froh ist, wenn er keine Arbeit zu erledigen hat. Doch mit der Entwicklung des Mordfalles merkt der Leser, dass sehr wohl mehr in dieser Figur steckt.

Seine – mehr oder weniger heimlich - angebetete Priscilla steht mit beiden Beinen im Leben. Ob sich die zwei irgendwann finden werden?

Den Angel- und Drehpunkt bildet aber die Gruppe eines Single Clubs, die sich im Tommel Castle Hotel einmieten. Hier hat jede Figur ein markantes Eigenleben und natürlich seine Geheimnisse. Um aus dieser Gruppe und einigen anderen Figuren den Mörder zu finden, muss Hamish MacBeth etwas um die Ecke denken. Mit dem Motiv konnte ich mich persönlich jetzt nicht wirklich anfreunden, aber es gibt bekanntlich nichts was es nicht gibt.

M.C. Beaton konnte mich mit ihrem Schreibstil gewinnen. Ich empfand das Buch als eine lockere, kurze Auszeit vom Alltag. Gerade für sonnige Tage könnte ich es mir so richtig passend vorstellen.

  • Cover
  • Handlung
  • Spannung
  • Erzählstil