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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Familiengeschichte über Trauer und Einsamkeit

Eines Tages für immer
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INHALT
Wie bei vielen Büchern, erwartet man einiges vom Cover. Dieses Cover hingegen lies mich eine sanfte Geschichte erwarten, die ich nach so vielen harten Büchern, auch gut gebrauchen hätte können. ...

INHALT
Wie bei vielen Büchern, erwartet man einiges vom Cover. Dieses Cover hingegen lies mich eine sanfte Geschichte erwarten, die ich nach so vielen harten Büchern, auch gut gebrauchen hätte können. Es kam allerdings anders. Das Buch wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Alice als junge Frau ist der erste Erzählstrang. Sie lebt in Beziehung und wird schwanger. Ihr Vater will auf keinen Fall, dass sie das Kind behält. Der zweite Erzählstrang zeiht Alice viele Jahre später - und ihren Sohn Luke. Beide treffen sich nach vielen Jahren das erste Mal wieder. Sie lernen sich allerdings nicht langsam kennen, sondern Alice wird direkt die Tagesmutter von Lukes Sohn. Von nun an haben sie viele Themen, Luke sucht nach Antworten für sein Weggeben und Aufwachsen in einer Pflegefamile. Wie so oft, gibt (oder gab) es triftige Gründe.

EINDRUCK UND FAZIT
Ich bin gut in die Geschichte reingekommen, zwischendrin fand ich sie etwas ruhiger, am Ende allerdings wieder mit ordentlich Fahrtwind. Ein Buch, dass man nicht so ganz aus der Hand legen möchte, weil man so gespannt ist, ob das - was man denkt, wirklich passiert. Eine dramatische Familiengeschichte über Einsamkeit und Trauer, über fehlenden Rückhalt und Reflexion. Eine Mutter-Sohn Geschichte, die mich beeindruckt hat, aber auch traurig machte. Pflegekindergeschichten berühren mich immer ganz besonders, sicherlich weil ich in der Jugendhilfe arbeite. Ich empfehle das Buch gern weiter.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 13.03.2026

Interessante Perspektive

Gelbe Monster
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„Ich bin immer nur handgreiflich geworden, wenn es darum ging, mein Raum für mich zu beanspruchen! Ich wollte, dass Georg einsieht, dass er mich nicht unterbrechen kann, dass er mich als Person zu respektieren ...

„Ich bin immer nur handgreiflich geworden, wenn es darum ging, mein Raum für mich zu beanspruchen! Ich wollte, dass Georg einsieht, dass er mich nicht unterbrechen kann, dass er mich als Person zu respektieren hat, dass er mich nicht als Frau sehen soll, sondern als Mensch. Alles, was ich wollte, war Respekt.“ Seite 86

INHALT
Leute! Was ist das für eine coole Geschichte! Moment - ich lasse euch teilhaben:
Was passiert eigentlich, wenn Gewalt ausnahmsweise mal von der Frau ausgeht? Wie reagiert ihr Mann? Und die Umwelt? Es geht um Charlie. Sie ist wütend, einfach nur wütend und hat eine schlechte Impulskontrolle. Das heißt sie wird gewalttätig ihrem Freund gegenüber. Nun sitzt sie im Antiaggressionstraining und gelobt Besserung. Aber kann das gut gehen?

EINDRUCK UND FAZIT
Perspektivwechsel können gut sein, oder? Ich finde es super spannend, mich mit der Thematik auseinander zusetzen was passiert, wenn Frauen aggressiv sind und Gewalt anwenden. Nach einer kurzen Recherche habe ich rausgefunden, dass 80 % der Männer gewalttätig werden, aber auch 20 % der Frauen. Die Zahl hat mich tatsächlich etwas überrascht, ich hätte sie deutlich geringer angesetzt. Diese Info macht die Thematik und Sichtweise des Buches noch viel spannender. Ich mochte die Protagonistin gern und konnte mich sehr in ihrer Unsicherheiten hineinfühlen. Ich mochte, dass niemand in dem Buch verurteilt wird und dass man die Protagonistin einfach wahrnimmt, ohne sie in eine Schublade zu packen. Es überrascht jetzt sicherlich nicht, dass es auch in diesem Buch kein happy end gibt. Ich habe es gern gelesen - lest es!!

„Wir alle sind feministische Rachegöttinnen und wir können auch ein bisschen stolz drauf sein. Noch werden wir als Verbrecherin gesehen, aber wenn das Matriarchat erreicht ist, werden wir wie Königinnen behandelt.“ Seite 86

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Das krasseste was ich je gelesen habe

Ich, die ich Männer nicht kannte
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INHALT
Ein Gruppe von Frauen eingesperrt in einem Keller. Niemand weiß warum und wie lange genau sie dort unten sind. Die Wärter kommen regelmäßig und bringen Lebensmittel und Materialien, zum Sterben ...

INHALT
Ein Gruppe von Frauen eingesperrt in einem Keller. Niemand weiß warum und wie lange genau sie dort unten sind. Die Wärter kommen regelmäßig und bringen Lebensmittel und Materialien, zum Sterben zu viel - zum Leben zu wenig. Als eines Tages der Alarm losgeht und die Wärter verschwinden, bleibt das Tor offen stehen. Große Freude unter den Frauen, endlich sind sie frei. Die Freude hält nicht lange an, denn eigentlich ist noch ein viel größerer Käfig vorhanden.

„Sie geben uns zu essen und etwas anzuziehen und sorgen dafür, dass wir es warm haben. Aber für sie sind wir bloß 40 namenlose Frauen. Sie behandeln uns, als gäbe es keine Unterschiede zwischen uns. Ich bin ich. Ich bin kein Stück Vieh, der 40. Teil einer Herde.“
Seite 49

EINDRUCK UND FAZIT
Was war das denn??! 40 Frauen, darunter ein junges Mädchen, sie steht im Zentrum der Geschichte.
Die Geschichte ist dystopisch und bedrückend, und gleichzeitig (oder gerade deshalb) so besonders und anders, als alles was ich bisher gelesen habe. Dieses Buch liest man in einem Rutsch - man kann es nicht aus der Hand legen, zumindest ging es mir so. Es geht um Einsamkeit und Unterdrückung. Die Erzählerin war sehr jung als sie in den Keller kam, kennt keine Männer, die reale Welt und die Gesellschaft. Der Versuch sich zu erklären, wie die Welt funktioniert, fand ich besonders eindrücklich beschrieben - und sehr emotional.
Am Ende fehlte mir die Einordnung oder Aufklärung, dieses offene Ende konnte ich nur schwer aushalten. Dennoch ein grandioses Buch!

„Es ist schon komisch, dass ich ausgerechnet an meiner Gebärmutter sterbe, ich, die ich nie meine Tage hatte und Männer nicht kannte.“ Seite 215

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Veröffentlicht am 13.03.2026

So ein wundervolles Buch!

Luca und die Erinnerungskiste
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INHALT
Wie begleitet man Kinder durch die Trauerphase eines Familienmitgliedes? Diese Frage stellen sich wohl alle, Franziska und Tochter Mara haben eine Idee.
Luca lebt mit seiner Familie, besucht oft ...

INHALT
Wie begleitet man Kinder durch die Trauerphase eines Familienmitgliedes? Diese Frage stellen sich wohl alle, Franziska und Tochter Mara haben eine Idee.
Luca lebt mit seiner Familie, besucht oft seine Oma. Oma ist die beste. Als Oma stirbt ist Luca traurig. Es ging für Luca allerdings eine ganz wundervolle Methode, zu trauern und zu erinnern.

EINDRUCK UND FAZIT
Als ich das erste Mal davon hörte, und das ist echt schon seeeehr lange her, wusste ich: das muss veröffentlicht werden! So eine wundervolle Geschichte, Tochter Mara übernahm die Illustration. Gemeinsam mit Text und Bild ist es einfach perfekt! Der Inhalt berührt und macht Mut. Ich finde, dass dieses Buch auch ganz wundervoll zur „Vorbereitung“ lesen. Das Thema sollte im besten Fall dann besprochen werden, wenn man nicht direkt betroffen und traurig ist. Wir lesen das Buch hier regelmäßig, reden anschließend darüber und lieben es!
Ich bin mir sicher (und das ist keine Bitte, sondern eine dringliche Empfehlung), dass die kleine Astronautin auch ganz wunderbar werden könnte 😊

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Raub der Kindheit

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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INHALT
Eine junge Frau wächst in schwierigen Verhältnissen auf. Bereits der Beginn schien bescheiden - der Mutter wird aufgrund ihres Drogenkonsums das Sorgerecht für ihre Tochter entzogen. Sie lebt von ...

INHALT
Eine junge Frau wächst in schwierigen Verhältnissen auf. Bereits der Beginn schien bescheiden - der Mutter wird aufgrund ihres Drogenkonsums das Sorgerecht für ihre Tochter entzogen. Sie lebt von nun an in einer Männerkommune und mit all den Dingen, vor dem man seine Kinder schützen möchte. Missbrauch, Alkohol -und Drogenkonsum sin täglicher Bestandteil. Und niemand nimmt sich Lale an, niemand schützt sie. Die Geschichte beginnt in den 1980iger Jahren, wir begleiten Lale bis ins Erwachsenenalter, wo die Folgen der Vernachlässigung deutlich zu spüren sind.

EINDRUCK UND FAZIT
Beruflich habe ich mit solchen Familien seit vielen Jahren zutun, kann die Geschichten beim Betreten meiner eigenen 4 Wände häufig "vergessen", oder zumindest für ein paar Stunden ausblenden. Wenn mich ein Buch allerdings auch in meinem geschütztem Rahmen in diese Kreise zieht, atme auch ich in der Regel tief durch. Dieses Buch geht nah, roh und authentisch beschreibt die Autorin die größten Ängste für mich als Mutter. Eine Geschichte über eine laute Kindheit, habe ich in anderen Bewertungen gelesen und würde dieses Satz gern übernehmen, denn er beschreibt diese Geschichte ganz wunderbar. Ein Buch das wütend und sprachlos macht. Bitte nur lesen, wenn man für diese Thematik bereit ist!

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