hart aber lesenswert!
Das zwölfte Haus„Denn wenn es einem als Kind nicht gut geht, wird man ein ängstlicher erwachsener, und wenn man Angst hat, wird man wütend. Frank muss üben, nicht so schnell wütend zu werden, also ist es doch gut, dass ...
„Denn wenn es einem als Kind nicht gut geht, wird man ein ängstlicher erwachsener, und wenn man Angst hat, wird man wütend. Frank muss üben, nicht so schnell wütend zu werden, also ist es doch gut, dass wir da sind, damit er üben kann, findest du nicht?“ Seite 99
INHALT
Dieses Buch ist wie ein Gespräch über erste Themen. Molli, heute erwachsen, blickt auf ihr Leben zurück und berichtet von ihrer Kindheit. Eine Kindheit geprägt durch dysfunktionalen Familienstrukturen und emotionaler Vernachlässigung. Als Mollis Bruder im Koma liegt, kommen die Erlebnisse der Vergangenheit mit voller Wucht zurück. Eine Kindheit voller schweigen und Hinnahme. Die Mutter zieht mit beiden Kindern bei Frank ein. Was zu Beginn ganz harmonisch wirkt, entwickelt sich zu einer Katastrophe. Denn Frank mag die Kinder nicht, alle er mag vieles nicht.
„So redest du nicht in meinem Haus, du wirst verdammt noch mal Respekt zeigen, du wirst deine hässliche Fresse halten. Jetzt steht er direkt vor mir. Wo liegt die Grenze zwischen Angst und Verachtung?“ Seite 270
EINDRUCK UND FAZIT
Dieses Buch habe ich mit feuchten Händen gelesen, von Seite 1 an. Man erwartet über das gesamte Buch eine dramatische Entwicklung, die ausbleibt, was dem Buch aber dennoch absolut keine Leichtigkeit vermittelt. Im Gegenteil - es bleibt hart und roh. Eine Kindheit, die man keinen wünscht. Ein beeindruckendes, sehr lesenswertes Buch!
„Frank sagt ihr, sie solle das Maul halten. Sie hält das Maul nicht. Er sagt es wieder und wieder, er wird knallrot und Gesicht. Carla schreit zurück. Bald ist alles nur noch Gebrüll, dann hebt er den Teller hoch. Ich drucke mich, als er den Teller gegen die Wand hinter mir schleudert.“ Seite 54