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Band der Reihe "Hanser Berlin LEBEN"
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 21.04.2026
  • ISBN: 9783446285859
Daniela Dröscher

Sprechen

Daniela Dröschers sehr persönliche Geschichte der Selbstermächtigung – von einer schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Und die Frage, wie wir sprechen sollten, um einander wirklich zu verstehen.

Ein harmloses Mittel der Verständigung war Sprechen für die Schriftstellerin Daniela Dröscher nie. Als Kind einer Zugezogenen im Hunsrück zwischen Hochdeutsch und breitem Pfälzer Dialekt erwies sich Sprechen als ein so zweischneidiger Akt der Anpassung, dass sie lieber verstummte. Außerhalb des Privaten fehlte ihr auch später lange der Mut zum Einstehen für das eigene Wort, zu groß war die Angst davor, als Aufsteigerin erkannt oder missverstanden zu werden. Mit radikaler Offenheit erzählt sie von ihrer Emanzipation von einer schamhaft schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Dabei denkt sie darüber nach, ob nicht gerade die Bereitschaft zum Missverstehen die eigentliche Voraussetzung für wahres Verständnis und einen produktiven Gesellschaftsdialog sein könnte.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Sprache als Emanzipation und Verbindung

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Daniela Dröscher ist für ihre Romane mit autobiografischem Bezug bekannt, so z.B. "Lügen über meine Mutter" oder "Junge Frau mit Katze". Nun ist mit diesem schmalen Bändchen ein Essay von ihr erschienen, ...

Daniela Dröscher ist für ihre Romane mit autobiografischem Bezug bekannt, so z.B. "Lügen über meine Mutter" oder "Junge Frau mit Katze". Nun ist mit diesem schmalen Bändchen ein Essay von ihr erschienen, der nicht für sich in Anspruch nimmt, ein Roman mit durchgängiger Handlung zu sein. Es sind einfach gesammelte Gedanken der Autorin zum Thema Sprache und Sprechen.

Es geht um Themen wie die Selbstverständlichkeit, mit der Kleinkind diverse Laute unterschiedlichster Sprache ausprobieren, und wie sie uns verloren geht. Um die individuellen Arten zu sprechen, die stark durch Herkunft, Klasse und Region geprägt sind. Um die Möglichkeit oder Unmöglichkeit zwischen Hochsprache und Dialekt flexibel hin- und herzuwechseln und über die Zuschreibungen, die mit beidem verbunden sein können. Um Situationen der gefühlten Unzulänglichkeit und Nicht-Zugehörigkeit, die sprachlos machen können, etwa an der Hochschule, wenn man das dort verbreitete Vokabular noch nicht beherrscht und immer noch mit dem Habitus eines jungen Menschen mit einem Elternhaus aus einer nicht-akademischen Klasse auftritt. Und um vieles mehr.

"Meine Geschichte mit der gesprochenen Sprache ist eine Geschichte der Emanzipation", so schreibt die Autorin über ihren Weg zur Selbstermächtigung durch Sprache, bis hin dazu, den Mut zu finden, literarisch und autobiografisch zu publizieren.

Es sind viele kluge Gedanken, die für das Thema Sprechen und Sprache sensibilisieren. Und da es sich bei der Autorin um Daniela Dröscher handelt, dürfen auch ihre Lieblingsthemen, die sich durch jedes ihrer Werke ziehen, nicht fehlen: etwa die Mutter und deren Beschämung durch den Vater aufgrund ihres Gewichts. Hier ist das aber im Gegensatz zu manch anderen ihrer Bücher nur ein Thema von vielen und zieht sich nicht durch das ganze Buch (vielleicht für jene gut zu wissen, die das Thema in ihren bisherigen Werken schon umfassend genug behandelt finden).

Besonders gut gefallen und nachdenklich gemacht haben mich die Gedanken der Autorin zum Thema Verbindung schaffen durch Sprechen: "Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass es beim Sprechen außerhalb des privaten Raums nicht darum geht, rhetorische Perfektion und intellektuelle Brillanz unter Beweis zu stellen. Es geht vielmehr um den aufrichtigen Versuch, eine wie auch immer geartete Verbindung herzustellen. Ein möglichst freies Sprechen zu beherzigen. Einen gemeinsamen Denkraum zu schaffen." (S. 17)

Mir hat diese essayartige Gedankensammlung gut gefallen und ich kann sie allen Fans von Daniela Dröscher sowie jenen, die sich die Verbindung zwischen Sprache, Sprechen und Klasse interessieren, jedenfalls empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Kluger, persönlicher Essay über die Macht der Sprache

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Mit ihrem Essay „Sprechen“ erzählt die Autorin Daniela Dröscher eine sehr persönliche Geschichte über ihr „Drama mit dem Sprechen“. Dabei geht sie zum einen auf ihre soziale Herkunft ein, auf die Erfahrungen ...

Mit ihrem Essay „Sprechen“ erzählt die Autorin Daniela Dröscher eine sehr persönliche Geschichte über ihr „Drama mit dem Sprechen“. Dabei geht sie zum einen auf ihre soziale Herkunft ein, auf die Erfahrungen ihrer Mutter als Zugezogene und Kind schlesiendeutscher Eltern sowie auf die Bedeutung von Missverständnissen.

„Oft ist es gar kein radikal unverständliches, sondern schlicht ein falsch verstandenes Wort oder ein nicht eingehaltener Code wie eine ausbleibende Entschuldigung, die ganze Kriege entfachen können: zwischen Freunden, im Beruf. Innerhalb von Familien. Dazu müssen Menschen nicht einmal unterschiedliche Sprachen sprechen.“

Dieser Essay ist ein Bericht über eine Frau, die es geschafft hat, ihr Schweigen hinter sich zu lassen und offen sprechen zu können. Der Text war sehr lesenswert und bietet viel Stoff zum Nachdenken über Sprache, Zuhören, nonverbale Konversation, Schweigen, Sprechen und Missverständnisse.

„Sprache - darüber darf und soll das Missverständnis nicht hinwegtäuschen - ist Macht. Wer Sprache hat, hat die Macht. Umgekehrt gilt aber auch: Wer zu sprechen wagt, ist weniger ohnmächtig.
Niemand kommt als mündiger Mensch auf die Welt. Mündigkeit kann, nein, muss man lernen, sie ist eine Praxis. Aber wie? Indem wir uns trauen, freier zu sprechen. Allen etwaigen Missverständnissen und aller Fehlerhaftigkeit zum Trotz.“

„Wenn die menschliche Sprache das sein soll, was den Menschen zum Menschen macht, so wünsche ich mir für das 21. Jahrhundert, dass wir lernen, sie auf eine Weise zu gebrauchen, die unserer Menschlichkeit gebührt. Das aber gelingt nur, wenn wir das Missverständnis nicht nur in Kauf nehmen, sondern geradezu umarmen, als eine der vielen Grundbedingungen allen Sprechens. Wer spricht, muss bereit sein, sich zu blamieren, zu riskieren. Das ist der Preis der Arena. Das Versprechen der geopferten Perfektion ist eine Gemeinschaft der Mündigkeit. Diese funktioniert nur, wenn wir einander wohlwollend begegnen. Wenn wir lernen, von unserem eigenen Befinden immer wieder reflexiv Abstand zu nehmen.“

Vielen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Kein Roman

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Der Schreibstil der Schriftstellerin Daniela Dröscher gefällt mir gut.
Allerdings ist für mich Das Buch, Sprechen, kein Roman.
Zuerst gefiel es mir ja, da ich auch eine schlesische Mutter habe und mein ...



Der Schreibstil der Schriftstellerin Daniela Dröscher gefällt mir gut.
Allerdings ist für mich Das Buch, Sprechen, kein Roman.
Zuerst gefiel es mir ja, da ich auch eine schlesische Mutter habe und mein Vater und seine Familie platt schnackten.
Ich kam alles verstehen, aber sprechen brauchte ich nicht lernen.
In diesem Buch geht es über das Sprechen und das sich verstehen.
Das wurde mir aber zu pragmatisch und hochgestochen.
Da hebe ich leider die Geduld verloren.
Ich lese eben lieber echte Romane.