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Band der Reihe "Hanser Berlin LEBEN"
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 128
  • Ersterscheinung: 21.04.2026
  • ISBN: 9783446284142
Felicitas Hoppe

Reisen

Seit 30 Jahren permanent unterwegs: Felicitas Hoppe über Rastlosigkeit und Trägheit und das Privileg der Freiheit zu reisen: »Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.«

Das Leben ist eine Reise mit unbekanntem Ziel. Aber wie leben wir auf Reisen, wie schlafen, wo wohnen, was essen wir, wie lieben, streiten und arbeiten wir, während wir, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, permanent unterwegs sind, die Welt zu erkunden, um dem Ort unserer Sehnsucht ein Stück näher zu kommen? Wer wüsste das besser als Felicitas Hoppe, die seit ihrer Weltumrundung auf einem Containerfrachtschiff mit ihrer Fantasie und Erzähllust mühelos sämtliche Grenzen überwindet. Während sie vom Abenteuer ihrer überbordenden Reisebiografie erzählt, die einst als Stubenhockerin begann, denkt sie so klug wie packend über den Alltag und die Metaphysik des Reisens nach, dass wir unsere vier Wände eigentlich nie mehr verlassen müssten und zugleich sofort wieder aufbrechen wollen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Humorvoll

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Felicitas Hoppe schreibt in ihrem Roman Reisen über das Reisen allgemein. Ich hatte mir vorgestellt, das ich sie auf einer ihrer Reisen begleiten könnte.
Trotzdem wurde es dann noch zu einer humorvollen ...



Felicitas Hoppe schreibt in ihrem Roman Reisen über das Reisen allgemein. Ich hatte mir vorgestellt, das ich sie auf einer ihrer Reisen begleiten könnte.
Trotzdem wurde es dann noch zu einer humorvollen kurzweiligen Lesevergnügen.
Sie inszeniert verschiedene Szenen.
Da kommen auch mal Gedichte ,oder Hinweise zu Märchen von Hans Christian Andersen über Koffer.
Allerdings wäre ich doch lieber auf Reisen gegangen.
Die Autorin schreibt locker, hintergründig und mit Humor.



Veröffentlicht am 08.05.2026

Gedankenreisen mit Felicitas Hoppe

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„Reisen“ von Felicitas Hoppe ist im Hanser Verlag erschienen und Teil der wunderschönen „Leben“-Reihe, die allein optisch schon jedes Bücherregal bereichert. Auf gerade einmal 128 Seiten denkt Hoppe über ...

„Reisen“ von Felicitas Hoppe ist im Hanser Verlag erschienen und Teil der wunderschönen „Leben“-Reihe, die allein optisch schon jedes Bücherregal bereichert. Auf gerade einmal 128 Seiten denkt Hoppe über das Reisen nach – über Fernweh, Rastlosigkeit, Tourismus, Erinnerung und die Frage, warum Menschen überhaupt aufbrechen.

Worum geht es?

Dabei geht es weniger um klassische Reiseberichte als vielmehr um ein essayistisches Mäandern durch Gedanken, Beobachtungen und persönliche Erfahrungen. Ausgangspunkt ist Hoppes eigene Reisebiografie, die von Frachtschiffreisen, Literatur, Sehnsucht und Bewegung geprägt ist. Oder wie es auf dem Klappentext zum Buch treffenderweise heißt: „Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.“

Meine Meinung

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war die sprachliche Kraft. Viele Sätze wirken fast wie kleine literarische Momentaufnahmen, die man sofort markieren möchte. Besonders hängen geblieben ist mir: „Sprache ist Macht und Erinnerung. Nicht wer fährt, sondern wer spricht, bestimmt den Fortgang der Dinge.“ (S. 83) Dieser Gedanke zieht sich unterschwellig durch das gesamte Buch und macht deutlich, dass Reisen bei Hoppe nie nur Fortbewegung ist, sondern immer auch ein Nachdenken über Perspektiven, Privilegien und Wahrnehmung.

Auch andere Passagen fand ich unglaublich stark beobachtet: „Tourismus ist ein Gesellschaftsspiel, ein Monopoly der verkauften Länder und Sitten“ (S. 31) oder „Jede Liebe, jede Reise lebt von demselben uralten Zauberwort […] Sehnsucht“ (S. 27). Gerade diese Mischung aus Ironie, Gesellschaftskritik und philosophischen Gedanken hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass mir beim Lesen immer wieder ein klarer roter Faden gefehlt hat. Das Buch springt stark zwischen Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen, wodurch ich stellenweise den Zugang verloren habe. Manche Passagen wirkten auf mich eher wie lose Gedankensplitter als wie ein zusammenhängender Essay.

Hinzu kommt, dass einige Textstellen bei mir durchaus Irritation ausgelöst haben. Teilweise werden problematische Begriffe oder Formulierungen verwendet, die heute kritisch betrachtet werden müssen. Auch bestimmte Aussagen – etwa rund um psychische Gesundheit oder Suizid – empfand ich stellenweise als schwierig oder zumindest diskussionswürdig. Ich hatte dabei nicht das Gefühl, dass das Buch bewusst provozieren möchte, aber manche Formulierungen wirkten auf mich unnötig unsensibel.

Trotzdem steckt in „Reisen“ viel Klugheit. Besonders spannend fand ich die Gedanken über Tourismus als Privileg und über die Frage, ob es überhaupt noch „authentisches Reisen“ geben kann. Felicitas Hoppe beschreibt das Reisen nicht romantisch verklärt, sondern oft widersprüchlich, unbequem und voller gesellschaftlicher Schieflagen.

Fazit
„Reisen“ ist kein Buch, das man einfach konsumiert – eher eines, mit dem man sich auseinandersetzt. Sprachlich brillant, gedanklich interessant, aber für mich auch stellenweise zu sprunghaft und wenig greifbar. Für alle, die literarische Essays, Reflexionen über Fernweh und philosophische Gedankenspiele mögen. Weniger geeignet für Leser:innen, die einen klassischen Reisebericht oder einen klar strukturierten Zugang erwarten. Danke an den Hanser Verlag und netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar!

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