Cover-Bild Der Steppenwolf
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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Klassisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 421
  • Ersterscheinung: 18.06.2012
  • ISBN: 9783518463550
Hermann Hesse

Der Steppenwolf

»Der Steppenwolf« ist die Geschichte von Harry Haller, der sich im Zustand völliger Entfremdung von seiner bürgerlichen Welt »eine geniale, eine unbegrenzte furchtbare Leidensfähigkeit herangebildet« hat. Die innere Zerrissenheit Hallers spiegelt die Erscheinungen der modernen Massen- und Industriegesellschaft wider und reflektiert kultur- und zivilisationskritische Strömungen des 20. Jahrhunderts.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2021

Prädikat wertvoll!

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Harry Haller ist der Steppenwolf, eigentlich ein ganz normaler Bürger, der jedoch mit der Welt scheinbar nicht mehr klar kommt. Das Normale, das Saubere zieht ihn an, doch kann er in dieser Welt nicht ...

Harry Haller ist der Steppenwolf, eigentlich ein ganz normaler Bürger, der jedoch mit der Welt scheinbar nicht mehr klar kommt. Das Normale, das Saubere zieht ihn an, doch kann er in dieser Welt nicht glücklich werden, er streift - oder streunt - durch die Straßen, durch die Nacht auf der Suche. Er entdeckt verwandte Seelen, wie Hermine und wird in ein magisches Theater eingeladen. Was sich hinter den Türen dieses Theaters verbirgt, mag man sich kaum vorstellen, und auch Harry wird mehr als einmal an den Rand seiner Vorstellungskraft gebracht.

Hesse ist mit dieser Erzählung ein wirklicher Knaller gelungen, auch wenn es manchmal scheint, als wolle er sich selbst in der Person des H. H. darstellen, so ist dies doch auf jeden Fall ein Buch, welches jeden begeistern wird, der ein bißchen bereit ist vom geraden Weg der 'normalen' Bücher abzugehen. Hier wird es spannend und gleichzeitig haarig, es tun sich bisweilen Abgründe auf, die man bereit sein muß, zu betreten. Es geht um Tod und Selbstfindung und immer scheint im Hintergrund Siddhartha zu leuchten, dieses wunderbare Märchen.

Ein tolles Buch!

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Veröffentlicht am 20.12.2020

Einsam wie ein Wolf in der Steppe ( oder doch nicht )?

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Ein Buch von einer sprachlichen Finesse und Poesie sowie das Psychogramm eines Mannes, der mehr als eine Seele ist!

Hermann Hesses "Steppenwolf". Ich höre direkt das empörte Aufschreien und Stöhnen von ...

Ein Buch von einer sprachlichen Finesse und Poesie sowie das Psychogramm eines Mannes, der mehr als eine Seele ist!

Hermann Hesses "Steppenwolf". Ich höre direkt das empörte Aufschreien und Stöhnen von einigen Generationen vormals gequälter und momentan gepeinigter Schüler einst oder noch in der Hölle des Lesenmüssens und des Interpretierens gefangen. Was Zwang ist, verleitet nicht unbedingt dazu, das Buch heiß und innig zu lieben, daß man vor sich hat. Außerdem wird nicht jedem der Inhalt und der Stil zusagen. 

Das ist schade! Denn dieses Buch freiwillig zu lesen, ist ein Gewinn und bereichert ungemein. Dieses Werk war die Bibel der Hippiebewegung und inspirierte immerhin John Kay, die Band " Steppenwolf " zu gründen, mit "Born to be wild". Es wird Zeit, dieses Buch aus dem akademischen Kontext zu entfernen, denn es ist ein vitales, lebensbejahendes Werk mitten aus dem Leben, von Hesse so intendiert und keineswegs gedacht, Schüler zu martern sowie zu Tode interpretiert zu werden.  Außerdem soll es unten heißen, Es gibt zuviele Autos und daß jeder eins haben will. Sorry, wegen des Lapsus!

Um was geht es? Erst erzählt der Neffe kurz aus der Ichperspektive. Es ist der Neffe der Vermieterin, die Zimmer an alleinstehende Personen vergibt. Erst war er von jenem fremden, um die fünfzig Jahre alten Mann nicht angetan. Dieser ist nämlich nicht sehr umgänglich und "seltsam". Nach und nach ist er aber von ihm fasziniert. Die Stadt, in der die Geschichte ist äußerst anonym und wird nicht näher benannt. 

Übrigens spielt das Buch in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. 

Danach wechselt die Perspektive auf Harry Haller. Das ist jener Gentleman um die fünfzig. Akademischer Gelehrter, einst von seiner Frau verlassen, einsam, verbittert, melancholisch, ja, depressive Züge, dem Schöngeistigen zugewandt, wie Goethe, Novalis und Mozart. Wir erfahren mehr und mehr über ihn aus der dritten Person. 

Er hat sich komplett von der Gesellschaft zurückgezogen, lebt von Dividenden, ist eremitisch, vom Leben angeekelt und allem überdrüssig.

Bei einer seiner rastlosen Änderungen durch die Stadt, entdeckt er in einer Kirchenmauer eine Tür, wo nie eine gewesen war. Eine Leuchtreklame besagt: Magisches Theater, Eintritt nur für Verrückte! 

Das macht ihn extrem neugierig, vor allem, weil die Tür das nächste Mal wieder verschwunden ist. Harry Haller ist in zwei Seelen gespalten, die miteinander meist im Kampf liegen - er selbst, der rationale Mensch und dort seine wilde, ungebändigte Natur, in Form des Steppenwolfs. 

Ein Traktat fällt ihm nicht zufällig in die Hand, welches ihn zum Thema hat, den Steppenwolf. Er erfährt, daß der Glaube, eine oder zwei Seelen zu haben, westlicher Mumpitz und Irrglauben sei, denn jeder hat tausende Seelen in sich. 

Als er mal wieder äußerst suizidal durch die Stadt mäandert, lernt er Hermine kennen, seine Seelenkumpelin, wie sich herausstellen wird. Er folgt wortgetreu ihren Anweisungen, lernt erst Tanzen durch sie, baut übertriebene Hemmungen ab und mit Maria erfährt er die Freuden einer erfüllenden physischen Liebe. 

Er faßt mehr Lebensmut, wird glücklicher, aber ein Rest von Selbstekel und Selbsthass bleibt sowie immer wieder aufflackernde Suizidalität.

Nachdem er an einem wilden Ball teilnimmt, auf welchem er befreit der Lebenslust frönt, darf er endlich ins Magische Theater eintreten, Nur für Verrückte.

Dort erfährt er, was es reell heißt, tausende Seelen zu besitzen ...

Es ist kein Wunder, daß die Hippies das Buch lieb ( t ) en. Hermann Hesse war seiner Zeit weit voraus. Er kritisierte scharf Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Kriegstreiberei und Militarismus, Materialismus und Kapitalismus, daß es viel zuviele ( ! ) gibt und jeder eins haben wolle. Es gibt einen witzig - galligen Abschnitt im Buch, in welchem Harry und Gustav, ein Freund Krieg gegen Autos führen. Daß die Technik den Menschen verdrängt und sogar schadet, erkannte er ebenso. 

Es ist außerdem philosophisch und poetisch, läßt Hesses Erfahrungen mit der fernöstlichen Spiritualität einfließen und zeigt den scharfen Kontrast zwischen der Transzendenz dieser Strömung und der kalten Oberflächlichkeit mit ihrer gleichgültigen, immer objektivierbar machen wollenden Mentalität. 

Hesse ist ein wahrer Maestro der Worte und wie er Sätze und Kapitel zu diesem Kunstwerk hier zusammengefügt hat, der Vergessenheit entrissen, bevor es im Mahlstrom der brachliegenden Kreativität für ewiglich versunken wäre. 

Es ist ein Psychogramm eines Mannes seiner Zeit, aber doch visionär weit darüber hinausreichend und spiegelt uns alle im Magischen Theater. Eintritt: Nur für Verrückte! Ich habe es übrigens in Englisch gelesen!







 
















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Veröffentlicht am 04.07.2018

Literarisches Meisterwerk über den Platz des einzelnen Menschen in der Gesellschaft

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Harry Haller hat sich der bürgerlichen Welt entfremdet. Er leidet an seiner Zerissenheit und empfindet halb als Mensch, halb als Wolf. Er sehnt sich nach Zugehörigkeit, nach Harmonie und Liebe, will aber ...

Harry Haller hat sich der bürgerlichen Welt entfremdet. Er leidet an seiner Zerissenheit und empfindet halb als Mensch, halb als Wolf. Er sehnt sich nach Zugehörigkeit, nach Harmonie und Liebe, will aber auch unabhängig und frei sein und verabscheut alles Normale. Dieser Zwiespalt führt ihn immer tiefer in eine existenzielle Krise, in der er Selbstmord als einzigen Ausweg sieht. Doch Hermine, eine Prostituierte, und das Magische Theater helfen ihm, sich selbst zu erkennen und das Leben leichter zu nehmen.

Dieses Werk Hesses ist durch seine intensive Sprache ein ganz besonderes Leseerlebnis. Man muss hier die Sätze auf sich wirken lassen und das braucht Zeit. Aber die Zeit sollte man sich nehmen, um auch die eigene Position im Leben und in unserer Welt zu überdenken.

Harry Haller versucht seine Ideale zu leben. Genau das wünscht sich jeder junge Mensch bis er erlebt, dass die Lebensgrundlage auch auf Routine und Alltagsgeschäft und damit einem angepasstem Leben besteht.

Harry will einerseits unabhängig sein, andererseits sucht er aber auch den Schutz durch die Gesellschaft. Auf jeden Fall hinterfragt er das Leben und so findet sich der Leser in der Situation, für sich selbst die Parallelen zwischen dem Buch und seinem eigenen Leben zu suchen.

Steppenwolf ist sicherlich keine Mainstream-Lektüre, man muss sich auf dieses Werk einlassen und auch die magische Theaterwelt ein wenig als selbst erschaffene Lebensphilosophie oder als eigenes Leben anerkennen, dann findet man hier interessante Denkanstösse.


Was ich aus diesem Buch für mich selbst mitgenommen habe, ist die Erkenntnis: nie aufgeben und das Leben so annehmen wie es kommt. Man kann immer noch das Beste daraus machen.

Der Steppenwolf ist zeitlos und lesenswert. Er spricht all die Menschen an, die das Leben hinterfragen und die noch Ideale haben. Die ihren Platz im Leben sinnvoll nutzen wollen und nicht der Allgemeinheit hinterher rennen und jedem modischen Hype nacheifern.

Veröffentlicht am 08.11.2018

Steppenwolf- born to be wild

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"Der Steppenwolf" ist ein Roman von Hermann Hesse und wurde im Jahr 1974 im Suhrkamp- Verlag veröffentlicht.

Harry Haller ist in das kulturlose und unmenschliche Inferno unserer prunkenden und lärmenden ...

"Der Steppenwolf" ist ein Roman von Hermann Hesse und wurde im Jahr 1974 im Suhrkamp- Verlag veröffentlicht.

Harry Haller ist in das kulturlose und unmenschliche Inferno unserer prunkenden und lärmenden Gegenwart vorgedrungen und steht mit seinem Begriff von Menschenwert… einsam außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Seine Sehnsucht kennt eine unerreichbare Wirklichkeit: seine Verzweiflung treibt ihn zuweilen in die erreichbare andere zurück. Lust und Enttäuschung ihres Daseins führen in seinem Herzen und Hirn einen Kampf, an dem die Zivilisation Europas mit ihrem ganzen Bestände und Befunde teilnimmt.

Die Personen des Romans handeln an und für sich durchaus authentisch und der Leser kann sich in die Gefühlslage des Protagonisten Harry Haller hineinversetzen.

Die Handlung des Romans erscheint sehr durchwachsen. An manchen Stellen passiert viel und direkt aufeinanderfolgend, an anderen Stellen widerum passiert überhaupt nichts. Wobei tiefsinnige Thematiken dies teilweise ausgleichen.

Der Schreibstil entsprach nicht meinem Geschmack. Viele Wiederholungen und lange Sätze bringen den Lesefluss ins Stocken. Mir hat das Lesen keine Freude bereitet.

Von meiner Seite aus kann ich für den Steppenwolf keine Kaufempfehlung aussprechen.