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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2021

Celestialer Beistand für den desolaten Zustand! 👼😇

Sieben Tage am Meer
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Es gibt manchmal wundersame Wege des Lebens. Gitta, Marlies und Cornelia sind schon scheinbar seit ewigen Zeiten Freundinnen seit der Schulzeit.

Anfang 50 sind sie nun und verbringen ein rein feminines ...

Es gibt manchmal wundersame Wege des Lebens. Gitta, Marlies und Cornelia sind schon scheinbar seit ewigen Zeiten Freundinnen seit der Schulzeit.

Anfang 50 sind sie nun und verbringen ein rein feminines Weekend auf Sylt. Gin Tonic ist der anästhesierende Strom, der reichhaltig fließt.

Die Ladies sehen leider nur die dunklen Punkte in ihrem Leben, ein unerfüllter Wunsch nach einem Baby, ein Ehemann, der freiwillig perdu ist, Karriereknick.

Als dann der düstere Teil des Tages seine samtene Decke über die Insel breitet, passiert etwas höchst Mysteriöses in der Stille der Nacht.

Ein Engel begegnet ihnen, der ihnen profunde nahelegt, mehr Dankbarkeit für das Gute, Schöne sowie Positive in ihrem Leben zu zeigen und altruistischer zu werden.

Als dem Morgen graut und das Licht all die nachtenen Schatten vertrieben hat, glauben die drei nicht wirklich an die Authentizität dieses Vorkommnisses. Alkoholinduzierte Träume? Oder doch Realität?

Die Damen waren mir zunächst etwas jammerlastig, aber schnell generierte ich Verständnis für sie, als auch Sympathie.

Das Buch hat etwas Zaubrisches, Märchenhaftes. Man mag einwenden,vdaß sich Umstände der eher unwahrscheinlichen Art sich ereigneten. Aber was soll's. Es ist magischer Realismus der locker - leichten Art, ohne banal oder zuckersüß zu sein.

Ella Rosens Schreibstil ist humorvoll, fluide und enthält durchaus die eine oder andere zu beherzigende Botschaft und Wahrheit.

Denn es stimmt schon, wir Menschen neigen dazu, unseren Fokus zu sehr auf das Negative ( unseres Lebens ) zu richten, anstatt all die schönen Momente angemessen zu würdigen.

Eine gute, entspannende Lektüre mit kleineren Schwächen in der Stimmigkeit, aber doch dazu angetan, einen beschwingt zu machen. Und ein Engel als Protagonist der Handlung? Klasse! Da hat man mich immer. Danke, Ella Rosen!



  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Geschichte
Veröffentlicht am 22.02.2021

Berlin, eisig kalt und gefroren - nicht das Wetter ist gemeint!

Knochenkalt
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Die Adventszeit sollte eigentlich schön und angenehm sein. Vorfreude und betörende Düfte allüberall.
Jedoch geht ein Serienmörder um. Innerhalb kurzer Zeit sterben drei Frauen und ein Mann.
Penny Kalunke ...

Die Adventszeit sollte eigentlich schön und angenehm sein. Vorfreude und betörende Düfte allüberall.
Jedoch geht ein Serienmörder um. Innerhalb kurzer Zeit sterben drei Frauen und ein Mann.
Penny Kalunke ist eine Journalistin und hat eine neue Stelle. Sie plagt sich mir psychischen Problemen und sollte eigentlich mittels Compliance regelmäßig Medikamente einnehmen, die sie einfach absetzt.
Das bringt ihr Ärger bei der Arbeit ein. Sie wird schon bald in diese Mordserie involviert und der Killer sieht sie offenbar als seine ureigene auserkorene "Pressesprecherin".
Sie arbeitet mit der Polizei zusammen, aber gerät immer mehr in das Fadenkreuz des Mörders ...

Authentische Handlung mit spannenden Wendungen präsentieren einem einen eiskalten Thriller.
Abgründe tun sich auf, nicht nur beim Killer, sondern ebenso bei der schwer belasteten Penny.
Emotional tiefgründig und fesselnd. Mit einem unheimlichen Touch.
Genau der richtige Touch und Stoff, um sich im Dunkeln, in der Nacht, in der Dunkelheit schön zu gruseln, blutbefleckte Seiten, die tief ins Hirn kriechen, sowie die Amygdala aufpeitschen und aufreiben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2021

Da ist die Gnomenk.... am Dampfen!

Die Geschichte eines Gnoms
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Abenteuer und Gefahren in einer riskanten Welt. Vor Imaginationskraft überbordender Auftakt! Originell und humorvoll, klasse formuliert!

Du bist ein Connoisseur, bist gutem Essen und Bier sehr zugeneigt, ...

Abenteuer und Gefahren in einer riskanten Welt. Vor Imaginationskraft überbordender Auftakt! Originell und humorvoll, klasse formuliert!

Du bist ein Connoisseur, bist gutem Essen und Bier sehr zugeneigt, träumst gerne, bist wohl etwas ( sehr ) ungeschickt, alles andere als großgewachsen, pflegst den Müßiggang und bist ignorant. Streß kannst du gar nicht ab.

Du gehörst zu den Wesen, die nicht unter dem Oberbegriff "Mensch" firmiert und du, sowie alle anderen Nicht - Menschen ( allein schon dieser Ausdruck! Nicht - Mensch! Diskriminierend! ) haben es in Kaigan unter diesen Humanflitzern nicht leicht.

Du willst das zwar nicht explizit, aber durch deine Tollpatschigkeit kommt es schon einmal vor, daß ein Mensch in deiner Nähe einen unschönen Tod erleidet.

Du arbeitest in der Poststelle und ein Päckchen soll in die Schattenberge verbracht werden. ( Premiumlieferung? Neureiche Angeber! ). Kein anderer scheint mehr übrig, also fällt dieser heikle Auftrag dir zu. Arghhh! Genau das, was du so liebst!

Aber es ist eine lange, hochriskante, strapaziöse Reise, auch voller Abenteuer. Aber du bist doch ein Gnom! Kein Waldläufer oder Krieger?

Du machst dich zwar notgedrungen auf den Weg, aber wirst du es denn packen?

Warmherzig und humorvoll hat Cullen Cayne einen wunderbaren Auftakt zur Kaigan Saga verfasst.

In der zweiten Person, Du - Perspektive, alteriert der Leser zum Gnom. Man kann quasi in seinem eigenen Cerebrum alles virtuell mitempfinden.

Plastisch und liquide, schön formuliert, sehr kreativ und voller Phantasie kann man sich hier in Kaigan tief versenken.

Es ist aufregend und bereitet klasse Lesestunden. Gerne mehr davon! Originell! Daß endlich auch ein Gnom als DER Protagonist zu literarischen Ehren kommt, war längst mehr als überfällig! Danke, Cullen Cayne!!!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2021

Immer höher, schneller, weiter? 📈📉💴💵💶💷💸💹

Die Wohlstandsillusion
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Kein Sachverhalt kann zu kompliziert sein, um verständlich erläutert werden zu können. Thomas Herold ist dieses Kunststück gelungen!

Thomas Herold ist es durchaus gelungen, dieses schwierige Thema verständlich ...

Kein Sachverhalt kann zu kompliziert sein, um verständlich erläutert werden zu können. Thomas Herold ist dieses Kunststück gelungen!

Thomas Herold ist es durchaus gelungen, dieses schwierige Thema verständlich auszuleuchten.

Ich kann es nicht mehr hören. Immerzu soll die Nonplusultra - Lösung aller (ökonomischen ) Probleme die Zauberformel, Tada! Wachstum sein.

Aber Wachstum hat seinen Preis und kann nicht ad infinitum erfolgen, ohne daß das Konsequenzen für die Natur, Umwelt, Klima, Gesellschaft und den Menschen hat.

Nicht nur, daß weltweit Menschen für den Wohlstand einer Minorität ausgebeutet, sei es Bangladesch, Indien oder Angola, Versklavung, Menschenhandel, Sexsklaven, nein, die allgemein weit grassierende Selbstdestruktion der Homini zeitigt zwangsläufig potentiell irreversible Folgen für jeden einzelnen, leider ebenso für die Engagiertesten, Umweltbewußtesten, Empathischsten. Denn solche Exemplare gibt es glücklicherweise auch, obwohl ihre absolute Zahl in Relation zum großen Heer der Indifferenten und Fatalistischen eher gering sein dürfte.

Der ganze Komplex der Ökonomie, Ökologie, Politik, Soziologie ist ein nicht unkompliziertes Gewirr und Geflecht.

Thomas Herold zeigt gekonnt und verständlich, sowie nachvollziehbar, warum der Wohlstand und wie er von vielen verstanden, interpretiert sowie definiert wird, eine Illusion darstellt. Eine fatale Fata Morgana. Ein zwar durchaus verführerisches, aber abgründiges Trugbild. 

Im Alchemielabor der infinitiven Gier generiert der Mensch, als sein eigener ärgster Feind, sich selbst supermassive Probleme, wenn er alles, aber wirklich alles nur noch dem dunklen Gott Mammon unterordnet. Kapital als postpostmoderner Hypergötze. Geld vermehren nur um des Geldes willen. Daß dabei die Natur, Umwelt und das Klima, unsere unabdingbaren Faktoren zum ( Über ) Leben bald perdu sind, ist ein brüllendes Fanal. Das Mentekel steht überlebensgroß an allen morschen Mauern. Nur ward es von vielen nicht gelesen bzw. nicht verstanden oder schlicht Ahnungslosigkeit vorgetäuscht.

In diesen Schutzraum der ( Selbst ) Verleugnung und Negierung der bitteren Fakten kann sich bald keiner mehr ruhigen Gewissens zurückziehen. Denn die Symptome der selbstgebauten Apokalypse werden immer eminenter. Der Mensch braucht keine Götter oder Aliens als Antagonisten. Das schafft er schon ganz allein, als sein ureigener Todfeind.

Wohlstand wird offenbar als seligmachender Zustand pekuniärer Provenienz angesehen. Ich kann es mir leisten, also bin ich ... fettes Auto, drei Mal im Jahr Luxusurlaub, Designerkleidung, teurer Schmuck und was weiß ich ... Und warum fühlen sich dann viele, trotz materieller Sicherheit, sinnentleert, ja, geradezu ausgebrannt?

Es wäre wünschenswert, wenn jeder Mensch seiner wahren Berufung nachgehen könnte. Das würde die allgemeine Zufriedenheit steigern, die Produktivität als auch Kreativität, wäre effizienter auf Dauer und befeuerte die Gesellschaft.

Empathie und Engagement sind essentiell. Für Geld nicht wirklich zu kaufen. Auf Abruf, gegen Bezahlung, kann keiner authentisch wahllos empathisch sein.

Die Globalisierung und das Wettrennen der Nationen gegeneinander fördert nicht nur natürlich, aber leider oft genug nur das Negative, kitzelt das Schlechteste im Menschen heraus. Die Moral wird dadurch oft verwässert oder gar aufgelöst wie in Salzsäure, kann skrupel- und herzlos machen, sogar kriminell und kriegerische Auseinandersetzungen provozieren. Machtspiele sind ohnehin gang und gäbe.

Der Autor bietet hier Denkimpulse, ohne moralinsauer zu sein, die durchaus diskussionswürdig und hochinteressant sind.

Man erfährt mehr über Banken, Geld und Blockchains. ( Das Generieren von Blockchains vergeudet ungeheuer viel Energie. Ökologisch wünschenswert? )

Alles hat seinen Preis und der ist nicht immer materieller Natur. Wer aber erkennt den Wert? Was ist wahrhaft unbezahlbar? Und sind Menschen wirklich bereit für den Wohlstand einen hohen Preis zu zahlen, der mit Geld nicht aufzuwiegen ist? 

Aber, und nicht erschrecken, wenn es jetzt vulgär klingen mag, Arsch-komm-raus-und-scheiß, der Mensch wird sich im Großen und Ganzen wohl nicht mehr ändern, bis zum bitteren, vernichtendem Ende.

Gerne durfte das Buch mehr Umfang haben und von hoffentlich vielen gelesen werden. Danke!!! 

  • Cover
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Veröffentlicht am 06.02.2021

Wie multipel darf es denn sein?

Salzgras & Lavendel
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Ein absolutes Highlight! Emotional mitreißend, bewegend, tragisch, melancholisch, ein Meisterwerk! Komplex, aber durchaus verständlich! Top!

Was das Genre Science Fiction angeht, kursieren noch immer ...

Ein absolutes Highlight! Emotional mitreißend, bewegend, tragisch, melancholisch, ein Meisterwerk! Komplex, aber durchaus verständlich! Top!

Was das Genre Science Fiction angeht, kursieren noch immer zahllose Klischees. Eines davon lautet, daß es ein "maskulines" Genre, von Männern hauptsächlich dominiert und Frauen unterrepräsentiert. 

Tatsache ist, daß viele Frauen SF schreiben, aber in der Rezeptionsgeschichte hauptsächlich Männer die Meriten eingestrichen haben. Arthur C. Clarke, Philipp K. Dick, Isaac Asimov, usw. Daß aber auch Doris Lessing SF verfasst hatte, wissen viele gar nicht. 

Eine deutsche SF - Autorin hatte bei Wikipedia einen Artikel über die Geschichte  deutscher SF - Autorinnen veröffentlicht. Ein männliches Mitglied der deutschen Sektion von Wikipedia hat den Artikel als irrelevant gelöscht. Frechheit! Wie überhaupt Wikipedia in Deutschland überwiegend von Männern beherrscht wird.

Dies hier ist das erste Buch von Gabriele Behrend, das ich gelesen habe. Ich bin über alle Maßen begeistert! Ich bin darüber sehr froh, daß mir dieses Juwel nicht durch die Finger geschlüpft ist. 

Sie schreibt elegant, komplex, verständlich, mit poetischem Impakt gesellschaftskritisch. Ihre Charaktere besitzen Tiefe, haben Ausdruck und sind äußerst facettenreich. Die Möglichkeiten der Technik, wie sie sich weiterentwickeln könnte, hat sie konsequent weitergedacht. Deswegen ist diese Geschichte durchaus auch eine Dystopie, aber nicht nur. Diese Kategorisierung würfe dem Werk nicht annähernd gerecht werden.

Ihr Figurenensemble und das Setting, die interpersonellen Dialoge sind sehr authentisch. 

Aber um was geht es überhaupt? 

Erst einmal etwas zur Erläuterung. Multiple Persönlichkeitsstörung, das ist jetzt, in unserer Zeit, eine ernsthafte psychische Störung, die infolge schwerer Traumatisierung getriggert wird, um zu überleben. Ein Zustand also, der nicht wünschenswert ist.

In jenem London der Zukunft, das der Schauplatz ist, ist aber genau dieses Multiple förder - und wünschenswert. Denn diese Prozedur erfolgt kontrolliert. Bereits bei den Kleinsten. Sie bekommen ein Implantat verpflanzt, das seinen Sitz im bzw. am Hirn hat. 

Das Ich des normalen Menschen stellt eine unifizierte Einheit dar, aber natürlich mit Facetten. Der arbeitssame Kollege, der Fürsorger, der Wächter, das sexuelle Ich, das Kind in einem selbst, der Organisator usw. 

Beim Menschen der Zukunft, der als lebendes, atmendes Wesen eine Entität darstellt, bekommt ein gesamtes Persönlichkeitsset verpasst. Die eben erwähnten Facetten und noch andere werden mit High Tech abgespalten und werden zu einem eigenen "Ich", das aber der Entität untergeordnet bleibt. So wird der Mensch zur multiplen Persönlichkeit, aber eben kontrolliert, zivilisiert und effizient, ohne lästige Ausfälle.

Es gibt dafür Zentren, Behörden und Gesetze, die den Prozess durchführen, überwachen und Mißbrauch vorbeugen bzw. bestrafen. Die ganze Gesellschaft ist nur noch auf Effizienz getrimmt und die wenigen, die nicht dergestalt konditioniert wurden, gelten als potentiell unkontrollierbar, als sogenannte "Wilde". 

Genau das passiert Douglas Hewitt, als Kind bereits zur Vollwaise geworden, in seinen Dreißigern und Datenarchäologe von Beruf. Er hat zwar im Waisenhaus lebend, noch als Heranwachsender nachträglich das Implantat, das Socket bekommen, aber eben nur die Basisbehandlung.

Er hat sein archaisches Privatich, von seinen inneren Dämonen geplagt und sein effizientes Arbeitsich. Und das ist alles.

Eines Tages tickt er scheinbar aus, als er einen Mann, den er nicht kennt, vor die U-Bahn schubst und dieser daraufhin stirbt. Doug besitzt jedoch keinerlei Erinnerung an den Vorfall.

Er hat großes Glück, daß sich Professorin Claire Paulson seiner annimmt. In ihrem progressiven Zentrum soll er ein ganzes Persönlichkeitsset erhalten. Eine Chance auf Bewährung, eine Chance, rehabilitiert zu werden, eine Chance, nicht inhaftiert zu werden. 

Der Prozess klappt zunächst erstaunlich gut. Kaynee ist seine Patin im Zentrum, eine charmante, bezaubernde, junge Frau, mit komplettem multiplen Set. Sie verstehen sich gut - zu gut?

Sanders, der Techniker, der für Doug zuständig ist, generiert immer destruktivere Eifersucht. Mit Kaynee selbst scheint etwas nicht zu stimmen, weil sie scheinbare Fehlfunktionen bemerkt, Claire gegenüber aber verschweigt, aus Angst um ihren Job. 

Bald schon überschlagen sich die Ereignisse mit unvorhersehbaren, weitreichenden Folgen. Wird es am Ende nur Verlierer geben?

Das Buch ist emotional packend, rührt tief an, in all den Aspekten der eigenen Seele und Psyche, sympathische Protagonisten und teils undurchsichtige Antagonisten. Eine durch durch humanistische Claire. Schwanger von Melancholie, tieftraurig, aber auch nicht einer gewissen Hoffnung entbehrend.

Mit wirklich überraschenden Aha- Wendungen und einem bittersüßen Ende. Poetisch gefärbt, niveauvoll und hypnotisch geschrieben.

Es gibt technische Details im Buch. Diese werden indes aber derart gut integriert und unaufdringlich erläutert, so daß das weder den Lesefluss stört und alles verständlich macht. Eine erschreckende Vision der Zukunft. Dieser "Fortschritt" sorgt zwar dafür, daß die Menschen friedlicher sind, also das Zusammenleben wesentlich besser funktioniert. Aber zu welchem Preis?  

Gabriele Behrend schreibt ungeschönt über die Schattenseiten und schlimmen Folgen, ohne daß sie jemals belehrend oder moralistisch wird. Sie versinkt ebensowenig in endlosem Pessimismus. Sie läßt dem Leser genug Spiel- und Freiraum sich selbst eine Meinung zu bilden. Ich jedenfalls würde solch ein Implantat nicht haben wollen. Eine Gesellschaft, die nur noch auf Effizienz konditioniert ist, wird schnell inhuman und seelenlos, verliert ihre einzigartige Essenz.

Ein weiteres absolutes Highlight, dieses kongeniale Meisterwerk, sehr intelligent und mehr als "nur" Unterhaltung. Ich mußte auch weinen und werde zum intensiven Reflektieren angeregt. Danke, Gabriele Behrend!!!

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