Eine ehrliche Lovestory, die weder die Liebe noch das Leben romantisiert
In das Cover des Buches habe ich mich direkt beim Reveal verliebt. Nach Ians fantastischem Debütroman stand für mich direkt außer Frage, dass ich sein neues Buch ebenfalls verschlingen werde - noch bevor ...
In das Cover des Buches habe ich mich direkt beim Reveal verliebt. Nach Ians fantastischem Debütroman stand für mich direkt außer Frage, dass ich sein neues Buch ebenfalls verschlingen werde - noch bevor ich den Inhalt wirklich kannte.
Und ich kann mit absoluter Bestimmtheit sagen, dass er auch diesmal eine wunderbare und zeitgleich extrem berührende Lovestory zu Papier gebracht hat.
Ian hat einen unfassbar poetischen und gleichzeitig ehrlichen, sowie realistischen Schreibstil, dass man sich in jegliche Gefühlsempfindungen seiner Protas komplett hineinversetzen kann.
Seine Bücher behandeln zwar Lovestorys, aber romantisieren weder die Liebe noch das Leben - ganz im Gegenteil zeigen sie komplett authentisch, dass einen die Liebe auch in schwierigen und ausweglosen Zeiten finden kann. Seine Charaktere sind vom Leben geformt und zeigen sehr deutlich, dass man den Menschen nur bis zur Nasenspitze schauen kann und in der Regel nicht mal erahnen kann, was für ein eigenes Päckchen derjenige an Lebensbalast mit sich herumschleppt. Ian hat mich zudem auch absolut für queere Liebesgeschichten und Charaktere begeistert und bildet auch in seinem neuen Buch die alltäglichen Struggles queerer Personen ab - Adair der männliche Prota muss sich zum Beispiel als bisexueller Mann mit einigen Vorurteilen herumschlagen und starke Queerfeindlichkeit war beispielsweise die Ursache für einen ziemlich gravierenden Lebenseinschnitt bei ihm.
Auch die Nebencharaktere haben wie auch in Ians erstem Buch mein Herz erobern können. Hier hat mich ganz klar der Konflikt zwischen Amelie und ihrer Mutter berührt, welche relativ zeitnah nach dem Tod des Vaters eine neue Liebe findet. Die Aussprache zwischen den beiden war so herzzerreißend und hat ganz klar gezeigt, dass man Situationen nicht einfach nach einem bestimmten Schema beurteilen oder nach schwarz/weiß kategorisieren kann, sondern dass sich erst wenn man sich auch mit den Gefühlen/Gedanken des Gegenübers auseinandersetzt, ein komplett neues und buntes Bild ergibt, dass die Welt dann wieder ganz anders aussehen lässt.
Ähnlich sah es auch aus mit der Aussprache zwischen den beiden Protas nach Adairs übereilter Abreise aus Port Azur aus.
Ian gibt seinen Charakteren eine unheimliche Tiefe und die Gespräche sind einfach immer durchdacht und gespickt von wertvollen Worten und Weisheiten. Haltet euch also genug Material fürs Annontieren bereit- hier gibt es definitiv eine Menge zu markieren 🤭
Das Ende des Buches hat mich komplett überrascht und auch schockiert, war jedoch für die weitere persönliche Entwicklung von Amelie ein wichtiger Schritt.
Insgesamt erhoffe ich mir sehr zeitnah mehr von Ian lesen zu können, da er wirklich ein vielversprechender Autor ist ❤️