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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Warmherzig, klug und leise spannend

Die Rätsel meines Großvaters
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Die Fortsetzung von Die Rätsel meines Großvaters von Masateru Konishi knüpft nahtlos an den Charme des ersten Bandes an und vertieft zugleich seine emotionalen Zwischentöne. Im Zentrum stehen erneut Kaede ...

Die Fortsetzung von Die Rätsel meines Großvaters von Masateru Konishi knüpft nahtlos an den Charme des ersten Bandes an und vertieft zugleich seine emotionalen Zwischentöne. Im Zentrum stehen erneut Kaede und ihr demenzkranker Großvater, deren ungewöhnliche Zusammenarbeit berührt und fasziniert. Die Fälle sind abwechslungsreich, mal skurril, mal düster, und werden stets mit einem literarischen Blick auf Kriminalgeschichten gelöst. Besonders gelungen ist die Balance zwischen Spannung und Menschlichkeit: Hinter jedem Rätsel verbirgt sich ein Stück gelebtes Leben. Gleichzeitig gewinnt die übergreifende Handlung an Gewicht, da alte Konflikte zurückkehren und persönliche Gefahren zunehmen. Konishi erzählt einfühlsam, ohne kitschig zu werden, und schafft es, die Demenz-Thematik respektvoll und glaubwürdig einzubinden. Ein ruhiger, aber eindringlicher Roman, der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Wenn das Herz stärker ist als die Angst

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Mit „Und alles zerbricht“ erzählt Maxine Reuker eine eindringliche Young-Adult-Geschichte über Verlust, Einsamkeit und den schwierigen Weg zurück zu sich selbst. Als Mila nach Zürich ziehen muss und ihre ...

Mit „Und alles zerbricht“ erzählt Maxine Reuker eine eindringliche Young-Adult-Geschichte über Verlust, Einsamkeit und den schwierigen Weg zurück zu sich selbst. Als Mila nach Zürich ziehen muss und ihre beste Freundin zurücklässt, gerät ihr Leben aus dem Gleichgewicht. Die Einsamkeit treibt sie in eine Essstörung, die schließlich zu einem Aufenthalt in der Klinik am Clarisee führt. Dort begegnet sie Nicolas, einem geheimnisvollen Jungen, der ihr Herz schneller schlagen lässt.

Der Roman überzeugt vor allem durch seine emotionale Intensität und den sensiblen Umgang mit dem Thema Essstörungen. Milas Gedanken und Gefühle wirken authentisch und nachvollziehbar, wodurch man schnell mit ihr mitfühlt. Auch die zarte, zugleich komplizierte Liebesgeschichte mit Nicolas sorgt für Spannung und emotionale Momente.

Manchmal wirken einige Entwicklungen etwas vorhersehbar, dennoch bleibt die Geschichte durchgehend packend und berührend. Insgesamt ist „Und alles zerbricht“ ein gefühlvoller Roman über Mut, Selbstakzeptanz und die Frage, wie viel man für die Liebe riskieren darf.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Charmante RomCom aus dem Labor

Liebe auf den ersten Blick
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Mit viel Schwung und Humor erzählt Nelly Berlin in „Liebe auf den ersten Blick“ von zwei Frauen, die zwischen Pipetten, OP-Saal und Gefühlschaos plötzlich vor den größten Fragen ihres Lebens stehen. Emmy, ...

Mit viel Schwung und Humor erzählt Nelly Berlin in „Liebe auf den ersten Blick“ von zwei Frauen, die zwischen Pipetten, OP-Saal und Gefühlschaos plötzlich vor den größten Fragen ihres Lebens stehen. Emmy, eine leidenschaftliche Biochemikerin, gerät ausgerechnet wegen ihres arroganten, aber faszinierenden Chefs Clark ins emotionale Taumeln. Gleichzeitig erlebt Chirurgin Helia ihre ganz eigene turbulente Liebesgeschichte. Berlin verbindet den stressigen Alltag von Forschung und Klinik mit spritzigen Dialogen, warmherzigen Momenten und einer guten Portion Selbstironie. Die Figuren wirken lebendig, ihre Sorgen und Hoffnungen sind nachvollziehbar und authentisch. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel aus Freundschaft, Karriere und der Frage, ob man für die Liebe Risiken eingehen sollte. Eine charmante, humorvolle und romantische Geschichte, die zeigt, dass selbst die rationalsten Köpfe dem Herzen manchmal machtlos ausgeliefert sind.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Magische Rätsel im Grandhotel der Zeit

Das White Octopus Hotel
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Mit Das White Octopus Hotel entführt Alexandra Bell ihre Leserinnen und Leser in ein geheimnisvolles Grandhotel in den Schweizer Alpen, in dem Zeit, Erinnerung und Magie miteinander verschmelzen. Im Mittelpunkt ...

Mit Das White Octopus Hotel entführt Alexandra Bell ihre Leserinnen und Leser in ein geheimnisvolles Grandhotel in den Schweizer Alpen, in dem Zeit, Erinnerung und Magie miteinander verschmelzen. Im Mittelpunkt steht die Kunstgutachterin Eve Shaw, die durch eine merkwürdige Begegnung auf das rätselhafte Hotel aufmerksam wird. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Auftrag wirkt, entwickelt sich schnell zu einer Reise durch Vergangenheit und Möglichkeiten, bei der Realität und Fantasie zunehmend ineinanderfließen.

Bell gelingt es, eine atmosphärisch dichte Welt zu erschaffen. Das Belle-Époque-Hotel wird mit viel Liebe zum Detail beschrieben und wirkt beinahe selbst wie eine Figur der Geschichte. Besonders gelungen ist die Mischung aus romantischer Schicksalsgeschichte, geheimnisvollen Rätseln und einem Hauch von Zeitreise. Die Handlung entfaltet sich stellenweise etwas gemächlich, doch genau dieses ruhige Tempo verstärkt die mystische Stimmung des Romans.

Die Figuren wirken glaubwürdig und tragen die emotionale Tiefe der Geschichte. Vor allem Eve überzeugt als neugierige, suchende Protagonistin, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart ihren Platz finden muss.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Mythologie trifft Urban Fantasy

Der Tengu von Tokio
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Nicolas Mueller gelingt mit „Der Tengu von Tokio“ ein atmosphärischer Auftakt, der japanische Mythologie, Kultur und modernes Tokio spannend miteinander verbindet. Hauptfigur Leo wird widerwillig nach ...

Nicolas Mueller gelingt mit „Der Tengu von Tokio“ ein atmosphärischer Auftakt, der japanische Mythologie, Kultur und modernes Tokio spannend miteinander verbindet. Hauptfigur Leo wird widerwillig nach Japan geschickt und stolpert dort in ein Abenteuer, das weit größer ist als ein gewöhnliches Auslandssemester. Besonders gelungen ist, wie der Roman Yokai-Legenden mit realen Eindrücken des Alltags in Tokio verknüpft. Die Begegnung mit Naomi bringt Tempo in die Handlung und öffnet die Tür zu einem Geheimnis, das Realität und Mythos zunehmend verschwimmen lässt. Die Geschichte liest sich angenehm flüssig, bleibt durchgehend spannend und vermittelt nebenbei interessante Einblicke in japanische Traditionen, Gesellschaft und Geschichte. Gerade Leserinnen und Leser, die Japan lieben oder neugierig auf Yokai jenseits von Kitsune und Oni sind, kommen hier voll auf ihre Kosten. Mueller schafft es dabei, Neugier auf Land und Mythologie zu wecken, ohne den Abenteuerfaden zu verlieren. Ein fantasievolles, lebendiges Urban-Fantasy-Abenteuer mit viel Herz und einer starken Portion Fernweh.

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