Feinsinnig
Das schlichte, ästhetische Cover deutet bereits an, wie leise und bedacht dieser Roman erzählt wird. Iris Wolff beweist auch in „Leuchtende Schatten“ ihr Ausnahmetalent für eine hochpoetische ...
Das schlichte, ästhetische Cover deutet bereits an, wie leise und bedacht dieser Roman erzählt wird. Iris Wolff beweist auch in „Leuchtende Schatten“ ihr Ausnahmetalent für eine hochpoetische Sprache und tiefgründige Figurenentwicklung. Die Verflechtung von Erinnerungen, familiären Prägungen und den ungesagten Dingen zwischen den Charakteren ist handwerklich beeindruckend gelöst. Wolff braucht keine lauten Konflikte, um eine spürbare emotionale Tiefe zu erzeugen. Für die volle Punktzahl reicht es diesmal jedoch nicht ganz: An einigen Stellen verliert sich der Roman etwas zu sehr in seinen melancholischen Betrachtungen, wodurch der Erzählfluss ins Stocken gerät und leichte Längen entstehen. Dennoch ist es ein rundum gelungenes, feinsinniges Buch, das lange nachwirkt und durch seine stilistische Brillanz überzeugt. Eine klare Empfehlung für Liebhaber ruhiger Literatur.