Hat sie oder hat sie nicht?
Simon Latch ist Anwalt in Virgina. Immer ist das Geld knapp und so wittert er seine Chance, als er das Testament der Witwe Barnett aufsetzen darf. Doch nichts ist wie es scheint und auf einmal steht er ...
Simon Latch ist Anwalt in Virgina. Immer ist das Geld knapp und so wittert er seine Chance, als er das Testament der Witwe Barnett aufsetzen darf. Doch nichts ist wie es scheint und auf einmal steht er als Angeklagter vor Gericht. Wird es ihm gelingen, seine Unschuld zu beweisen?
Grisham ist ja immer ein Garant für verschachtelte Gerichtskrimis. Der Krimi startet relativ gemächlich – aber nicht minder interessant – mit der Einführung der Charaktere und dem Verfassen des Testaments. Erste Fragen tauchen auf, als die Handlung Fahrt aufnimmt. Und spätestens als Simon verhaftet wird, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind wie immer lebendig gezeichnet, man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Simons Spielsucht, seine Eheprobleme und die Sorgen mit der Anwaltskanzlei – alles wirkt sehr gut durchdacht und ausgearbeitet.
Wie immer versteht es Grisham meisterhaft Spannung mit menschlichen Konflikten zu verbinden. Während Simon versucht, den Wert des Nachlasses zu schätzen und zu seinem Vorteil zu nutzen, wird er tief in einen Sumpf aus Intrigen gezogen. Klar könnte man jetzt sagen, was für ein doofer Zufall mit dem Täter oder dass gerade jetzt eine nützliche Jugendfreundin wiederauftaucht, aber das sind kleine Negativpunkte, die für mich keinen großen Kritikpunkt darstellen.
Besonders interessant ist es auch wieder, wie der Autor die Atmosphäre des kleinen – fiktiven – Städtchens Baxton einfängt.
Fazit: Grisham weiß einfach, was er schreibt. Und wie er seine Leser fesselt. Er konstruiert einen scheinbar aussichtslosen Fall und bringt diesen vor Gericht. Und beschert dem Leser somit viele spannende Lesestunden