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Veröffentlicht am 03.05.2021

Dies ist (k)eine Horrorstory...

Später
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Zum Inhalt:
Jamie ist ein kleiner Junge mit besonderen Fähigkeiten. Er kann tote Menschen sehen und sogar mit ihnen sprechen; allerdings unmittelbar nach deren Ableben. Denn nach einer bestimmten Zeit ...

Zum Inhalt:
Jamie ist ein kleiner Junge mit besonderen Fähigkeiten. Er kann tote Menschen sehen und sogar mit ihnen sprechen; allerdings unmittelbar nach deren Ableben. Denn nach einer bestimmten Zeit werden die Geister immer leiser und schwächer, und lösen sich völlig auf, wenn ihre Zeit abgelaufen ist. Bis dahin kann Jamie ihnen jedoch Fragen stellen, worauf sie gezwungenerweise immer mit der Wahrheit erwidern müssen. Nur Jamies Mutter Tia weiß über die Gabe ihres Sohnes Bescheid und muss in der finanziellen Not davon Gebrauch machen. Denn sie ist Literaturagentin und ihr einziger erfolgreicher Autor segnet plötzlich das Zeitliche, ohne sein letztes Buch beendet zu haben. Für Tia und Jamie ist es DIE Chance, ein letztes Mal mit dem Verstorbenen reden zu können. Doch dieses Unterfangen setzt unheilvolle und bedrohliche Dinge in Gang...

Meine Leseerfahrung:
Ich habe bereits Einiges von Stephen King gelesen und bin dennoch immer fasziniert von seinen neuen Ideen und Erzählweisen. "Später" ist aus der Sicht des kleinen Jamie geschrieben, den wir bis zum Erwachsenenalter begleiten. Dementsprechend ist das Buch auch sprachlich aufgebaut, die Erzählweise ist einfach gehalten und hat den typischen Stephen King Charakter. Er kann einfach über alles und jeden schreiben, ohne langweilig zu werden. 

"Später" ist verglichen mit seinen anderen Romanen doch recht kurz. Dass es eine Horrorstory ist, wie die Hauptfigur immer wieder betont, merkt man allerdings erst ab der Mitte, obwohl es jetzt nicht unbedingt gruselig oder brutal wird. Trotzdem ist aber die Spannung von Anfang an präsent. King weiß einfach, wie man die Leser fesselt. Was ruhig beginnt, nimmt dann rasant an Tempo zu und steuert ein spektakuläres Finale an. Es ist  keine klassische Geistergeschichte, die man nicht unbedingt nachts lesen möchte. Vielmehr spielt King wieder mit menschlichen Ängsten und dem "Was wäre, wenn" - Gedanken, so dass man nach Beenden des Buches noch lange über das Eine oder Andere grübelt. Mir hat insbesondere die Hauptfigur und ihre Entwicklung sehr gefallen. Jamie ist sympathisch und dank seiner Sprache und seinem Auftreten absolut authentisch.

Dennoch war ich etwas unbefriedigt am Ende, da das Lesevergnügen nur von kurzer Dauer war.  Ob "Später" ein Auftakt zu einer Reihe um Jamie und seine Gabe sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis, wäre aber in Anbetracht des Potenzials dieser Story sehr wünschenswert. Zumal es ja auch keine richtige Auflösung über das Böse, womit Jamie in Kontakt kommt, geliefert wurde. Vielleicht hat mich gerade dieser Umstand etwas unbefriedigt zurück gelassen. Ich hätte mehr Erklärungen zu dem "Etwas", das von einem Verstorbenen Besitz ergriffen hat, erwartet.

Andererseits kann ich aber nicht leugnen, dass ich auch von diesem Stephen King - Buch gefesselt war und in einem Rutsch durchgelesen habe. Daher darf es mE in keiner King-Sammlung fehlen.

Fazit:
"Später" ist keine klassische Horrorstory, sorgt aber für absolut fesselnde Lesestunden voller Spannung und Unterhaltung. Ein Buch, worüber man sich lange nach Beenden noch Gedanken macht. Daher definitiv lesenswert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2021

Ein Regionalkrimi mit viel Frauenpower

Liebestöter
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Zum Inhalt:
Marina Pfister ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die mit ihrer Coaching-Agentur "Weiberheldin" in der Rosenheimer Altstadt für viel Gerede und Aufsehen sorgt. Denn hier bietet sie Frauen ...

Zum Inhalt:
Marina Pfister ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die mit ihrer Coaching-Agentur "Weiberheldin" in der Rosenheimer Altstadt für viel Gerede und Aufsehen sorgt. Denn hier bietet sie Frauen nicht nur Beratung in Sachen Selbstbewusstsein und Emanzipation an, Gerüchten zufolge kommen auch andere weibliche Bedürfnisse nicht zu kurz. Denn bei Marina gibt es einen "Allround-Service" für die Frauen aus Rosenheim. Dann wird jedoch ein Mordanschlag auf sie verübt und Privatdetektiv Vitus Pangratz und seine Tochter Jo Coleman nehmen die Ermittlungen auf. Schnell wird klar, dass das Opfer mehr als einen Feind hatte, denn für die gesamte Rosenheimer Männerwelt war Marina ein Störfaktor. Während sie im Koma liegt, decken Vitus und Jo einige Geheimnisse auf. Doch der Täter ist noch auf freiem Fuß und plant sein Werk, zu Ende zu bringen und die Marina ein für allemal loszuwerden...

Meine Leseerfahrung:
Als Krimifan mache ich eigentlich keinen Unterschied bei der Wahl meiner Lektüre, was das Setting oder die Charaktere betrifft. Aber ich muss zugeben, ich hätte in einer Buchhandlung bestimmt nicht zu einem Regionalkrimi gegriffen, der sich in Bayern abspielt. Denn mir fehlt da eindeutig der Bezug. Als mir dieses Rezensionsexemplar zugeschickt wurde, war ich sehr gespannt darauf, aus meiner Komfortzone zu kommen und mal was Anderes zu lesen.

"Liebestöter" bietet nicht nur viele unterschiedliche Charaktere, sondern auch einen umfassenden Einblick in die bayrische Welt. So wird natürlich in Dialogen auch oft der Dialekt genutzt, wobei für Laien allerdings sofort ins Hochdeutsche übersetzt wird, was jedoch den Lesefluss absolut nicht stört. Vielmehr war es für mich an einigen Textstellen eine Erleichterung, wenn direkt im Anschluss die Aufklärung folgte. Auch sonst liest sich die gesamte Story flüssig, der Erzählstil ist sehr angenehm und die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten.

Ich fand es gut, dass die Thematik noch viel weiter geht als "nur" Mord und Totschlag. Vielmehr werden die Diskrepanzen zwischen der Mentalität bayrischer Männer und das Streben nach Selbstverwirklichung bayrischer Frauen aufgezeigt. Während die stadtbekannten männlichen Persönlichkeiten Rosenheims in Führungspositionen glänzen und auch kräftig in der Politik mitmischen, dürfen ihre Gattinnen ein eingeschränktes Leben zwischen Küche und Haushalt führen und sich für ihre Familie aufopfern. Dann kommt endlich eine erfolgreiche Frau mit Geschäftssinn daher und öffnet den Hausfrauen Rosenheims die Augen. Durch Marina erfahren Sie erst, was Freiheit und Selbstverwirklichung wirklich bedeuten. Einige nehmen die neu gewonnene Emanzipation sogar so ernst, dass sie endlich mal aktiv werden, um eine Veränderung in ihrem Leben zu erwirken.

So sehr mir diese aufrüttelnde Seite des Buches gefallen hat, so war ich doch etwas unbefriedigt, was die Ermittlungsarbeit anbelangt. Die zog sich leider etwas zu sehr in die Länge und wurde stellenweise etwas langatmig. Am Ende kommt es allerdings zu einem spannenden Showdown und als Leser kann man tatsächlich bis zuletzt miträtseln, wer Marina auf dem Gewissen hat. Die Aufklärung der Täteridentität bleibt durchgehend unvorhersehbar, was diesen Krimi lesenswert macht.

Fazit:
"Liebestöter" von Alma Bayer ist ein unterhaltsamer Krimi mit ausgesprochen interessanten Charakteren und viel bayrischem Flair. Überdies werden wichtige Themen wie Feminismus und Konservatismus gegenüber gestellt. Nicht nur für bayrische Lokalpatrioten ein Denkanstoß!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2021

Mehr als ein klassisches Wimmelbuch

Alles rollt! Mein Buch der Fahrzeuge
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Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst ...

Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst und in liebevolle Illustrationen eingebettet. Die Bilder sollen zum Erzählen anregen, die Fantasie und Kreativität der Kinder wecken und die Beobachtungsgabe fördern. Geeignet ist das Buch bereits ab 2 Jahren.

Meine Leseerfahrung:
Unsere zwei Jungs (2,5 und 5 Jahre alt) sind absolute Fahrzeugfans, was sich beim Blick aufs Spielzeug im Kinderzimmer leicht feststellen lässt. So war dieses Buch natürlich superinteressant und hatte auch neben bekannten Fahrzeugen auch jede Menge neue Dinge zu bieten, wie beispielsweise verschiedene Eisenbahnarten oder landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Bilder sind sehr detailreich und ansprechend angefertigt und haben einen unterhaltsamen Wimmelbildcharakter. Auf jeder Doppelseite kann man einen entsprechenden vierzeiligen Reim zum Dargestellten lesen. Die eingebetteten Figuren sind ausschließlich Tiere, so dass die Kinder auch diese erkennen und aufzählen können. Lediglich die letzten beiden Seiten stellen 2 Kinder dar, die in einem Kinderzimmer spielend hocken. Hier können die Kinder dann all die vorherigen gelernten Fahrzeuge wiederfinden. Unsere Jungs, und wir als Eltern natürlich auch,  sind begeistert von diesem Buch und würden uns auch andere Themenbereiche in demselben Stil wünschen.

Fazit:
"Alles rollt!" ist ein tolles Wimmelbildbuch mit lehrreichen und äußerst ansprechenden Darstellungen für die kleinen Fahrzeugfans, was die Vostellungskraft und die Beobachtungsgabe anregt. Ideal für das gemeinsame Lesen und Entdecken mit der ganzen Familie!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2021

Mehr als ein klassisches Wimmelbuch

Alles rollt! Mein Buch der Fahrzeuge
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Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst ...

Zum Inhalt:
In "Alles Rollt!" von Max Fiedler gibt es jede Menge aus der Fahrzeugwelt zu entdecken. Ob im Stadtleben, auf dem Lande, auf Baustellen oder sogar Rennstrecke, nahezu jedes Fahrzeug ist erfasst und in liebevolle Illustrationen eingebettet. Die Bilder sollen zum Erzählen anregen, die Fantasie und Kreativität der Kinder wecken und die Beobachtungsgabe fördern. Geeignet ist das Buch bereits ab 2 Jahren.

Meine Leseerfahrung:
Unsere zwei Jungs (2,5 und 5 Jahre alt) sind absolute Fahrzeugfans, was sich beim Blick aufs Spielzeug im Kinderzimmer leicht feststellen lässt. So war dieses Buch natürlich superinteressant und hatte auch neben bekannten Fahrzeugen auch jede Menge neue Dinge zu bieten, wie beispielsweise verschiedene Eisenbahnarten oder landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Bilder sind sehr detailreich und ansprechend angefertigt und haben einen unterhaltsamen Wimmelbildcharakter. Auf jeder Doppelseite kann man einen entsprechenden vierzeiligen Reim zum Dargestellten lesen. Die eingebetteten Figuren sind ausschließlich Tiere, so dass die Kinder auch diese erkennen und aufzählen können. Lediglich die letzten beiden Seiten stellen 2 Kinder dar, die in einem Kinderzimmer spielend hocken. Hier können die Kinder dann all die vorherigen gelernten Fahrzeuge wiederfinden. Unsere Jungs, und wir als Eltern natürlich auch,  sind begeistert von diesem Buch und würden uns auch andere Themenbereiche in demselben Stil wünschen.

Fazit:
"Alles rollt!" ist ein tolles Wimmelbildbuch mit lehrreichen und äußerst ansprechenden Darstellungen für die kleinen Fahrzeugfans, was die Vostellungskraft und die Beobachtungsgabe anregt. Ideal für das gemeinsame Lesen und Entdecken mit der ganzen Familie!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Eine Séance mit tödlichem Ausgang

Die Totenfrau von Edinburgh
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Zum Inhalt:
Im 5.ten Band der Frey/McGray-Reihe geht es diesmal wieder gespenstisch zu. McGrays gute Freundin, die Hellseherin Madame Katerina, hält bei einer hoch angesehenen Familie Edinburghs eine Séance ...

Zum Inhalt:
Im 5.ten Band der Frey/McGray-Reihe geht es diesmal wieder gespenstisch zu. McGrays gute Freundin, die Hellseherin Madame Katerina, hält bei einer hoch angesehenen Familie Edinburghs eine Séance ab. Am Morgen danach werden jedoch alle 6 Familienmitglieder, die daran teilnahmen, tot aufgefunden. Als einzige Überlebende wird Madame Katerina des vielfachen Mordes beschuldigt und verhaftet. Sie aber hält daran fest, dass der während der Séance gerufene Geist Rache an der Familie ausgeübt hat. McGray braucht jedoch eine rationale Erklärung, um sie vor einer Hinrichtung zu bewahren und macht sich mit seinem britischen Kollegen Frey an die Aufklärung des Falles. Der sonst von Vernunft geleitete Frey ist sich diesmal aber nicht so sicher, ob hier vielleicht doch Geister ihre Finger im Spiel haben könnten...

Meine Leseerfahrung:
Ich liebe Storys, die in der viktorianischen Zeit angesiedelt sind. Und wenn es sich dann auch noch um einen mystisch angehauchten Krimi mit Gruselfaktor handelt, ist der Roman perfekt für mich. Daher bin ich auch ein großer Fan dieser Reihe und warte bereits sehnsüchtig auf eine Verfilmung.

Der Autor beginnt auch diesen Teil der Reihe in gewohnt rasantem Tempo. Diesmal lernen wir die bereits bekannte Figur der Madame Katerina näher kennen. Zudem erfahren wir mehr zu den Anfängen der freundschaftlichen Beziehung zwischen ihr und McGray. Da sie nun auch noch die Hauptverdächtige im aktuellen Fall der beiden Ermittler ist und ihr unglücklicherweise der Galgen droht, ist dieser Band viel emotionaler als seine Vorgänger. Auch die Hauptprotagonisten Frey und McGray, die sich ansonsten verbal immer wieder mal anecken, wirken hier viel umgänglicher miteinander. Frey ist gerade dabei einen Todesfall in der Familie zu verarbeiten, als er von McGray wieder in den Dienst gerufen wird. Der üblicherweise vernunftgesteuerte Brite ist emotional angeschlagen und macht im Rahmen der Ermittlungen eine eigene "Geistererfahrung", die ihn ziemlich aus der Bahn wirft und an seinen rationalen Ansichten zweifeln lässt. Auch McGray macht eine Veränderung durch. Jahrelang hielt er an dem Glauben an das Übernatürliche fest und war davon überzeugt, dass seine Schwester von Dämonen besessen war, als sie die eigene Familie umbrachte. Nun werden wir Zeugen davon, dass sich seine Wahrnehmung allmählich ändert. Er erkennt, dass keine Hoffnung mehr für seine Schwester gegeben ist.

Gemeinsam sind sie ein unterhaltsames Ermittlerteam, das sich wunderbar gegenseitig ergänzt und auf dessen weitere Fälle ich mich jedes Mal sehr freue. Zusätzlich finde ich es immer sehr spannend zu lesen, wie der Autor am Ende seiner Bücher in den Anmerkungen interessantes Hintergrundwissen über die einzelnen Themen des Buches vermittelt. Diesmal klärt er uns über eine chemische Reaktion mit Quecksilber auf, die eine besondere Rolle in der Handlung des Romans spielt. Zudem erfahren wir auch etwas über die Art der Goldgewinnung sowie die daraus resultierenden Quecksilbervergiftungen auch in der heutigen Zeit.

Fazit:
Mit seinem 5. Roman über das britisch-schottische Ermittlerduo entführt uns Oscar de Muriel wieder ins Edinburgh der viktorianischen Zeit und beschert uns eine absolut erstklassige Krimiunterhaltung mit Gruselstimmung.

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