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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

Inspirierendes Geschenkbuch

JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai
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Zum Inhalt:
"Japan - Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai" aus dem EMF-Verlag ist ein kunterbuntes Potpourri aus Themen rund um das fernöstliche Land mit all seinen  Facetten. Es ist nicht ...

Zum Inhalt:
"Japan - Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai" aus dem EMF-Verlag ist ein kunterbuntes Potpourri aus Themen rund um das fernöstliche Land mit all seinen  Facetten. Es ist nicht nur ein Reisebuch, sondern bietet neben informativen Texten zur Kultur und Lebensweise der Menschen auch eine Menge Hintergrundwissen, praktischer Tipps, Bastelanleitungen sowie auch Rezepte. Ausdrucksstarke Farbbilder werten das Buch zusätzlich auf. Optisch hat dieses Geschenkbuch auch äußerlich einiges zu bietenhat. Es hat einen farblich passenden Buchschnitt zum hochwertigen Hardcover mit Prägung sowie ein ebenfalls farblich abgestimmtes Leseband.

Meine Leseerfahrung:
Zu Japan habe ich bereits einige Bücher im Regal stehen, weil das Land und das Leben dort mich schon immer fasziniert hat. Meine Sammlung reicht von Kunstbüchern und Bildbänden bis hin zu historischen Werken. Ein Buch, das viele verschiedene Themen vereint und ganzheitlich durch alle Bereiche viele Informationen und Tipps liefert,  hatte ich tatsächlich noch nicht. Mir gefällt die Vielfalt an Themen. Hier wurde wirklich an alles gedacht, was Japan ausmacht. Von Samurai bis Origami, von Sakura bis Ikigai, wird jedes Thema angerissen und kompakt in eine Doppelseite gepackt. Selbst ein Mini-Vokabular, um als Turist durch den Alltag zu kommen, ist enthalten. Und zu meinem Lieblingsthema Kunst erhält man sogar Tipps, wo man kleine Kunstwerke finden kann.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Erkunden und habe auch viel Neues für mich entdecken können. Für Japan-Begeisterte gehört dieses Buch mE zu den schöneren Geschenken. Im Buchregal ist das pinke Cover auf jeden Fall ein optischer Eyecatcher.

Fazit:
Das Geschenkbuch "Japan" aus dem EMF-Verlag überrascht mit einer Riesenauswahl an Themen, Tipps und mehr. Nicht nur Fans der japanischen Kultur werden hier glücklich, auch Interessierte, die das Land früher oder später selbst erkunden wollen. Ein Buch für alle Sinne, ideal zur Inspiration für die nächste Japan-Reise!

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein lesenswerter Grisham

Das Vermächtnis
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Zum Inhalt:
Simon Latch ist kein besonders erfolgreicher Anwalt in einem kleinen Städtchen in Virginia. Nicht dass nur seine Kanzlei ihm Probleme macht, er reitet sich auch allmählich in Wettschulden und ...

Zum Inhalt:
Simon Latch ist kein besonders erfolgreicher Anwalt in einem kleinen Städtchen in Virginia. Nicht dass nur seine Kanzlei ihm Probleme macht, er reitet sich auch allmählich in Wettschulden und steht kurz vor der Scheidung. In all dem Trubel erscheint eine verwitwete alte Dame bei ihm und möchte ein Testament aufsetzen. Ihr verstorbener Ehemann habe über die Jahre ein riesiges Vermögen aufgebaut, von dem niemand etwas weiß. Sie möchte auf keinen Fall, dass ihre Stiefsöhne davon erfahren. Simon wittert eine Chance, sich selbst zu bereichern und hilft der Frau, wo er nur kann. Als sie nach einem Autounfall im Krankenhaus landet und verstirbt, ist Simon schnell im Fokus der Ermittler. Er wird des Mordes angeklagt. Alle Zeichen deuten auf ihn als Täter, so dass er in dem kleinen Städtchen bereits von allen vorverurteilt wird. Um aus dieser Situation wieder rauszukommen, muss er so schnell wie möglich den wahren Mörder finden.

Meine Leseerfahrung:
Seit meiner Jugend lese ich Grisham stets mit Begeisterung. Er ist sicherlich ein Faktor von vielen, weshalb ich selbst Anwältin geworden bin. Doch ich muss gestehen, dass ich von den neueren Büchern öfter semi-überzeugt oder gar enttäuscht war. Als die Geschichte hier mit Simon Latch und seinem wenig aufregendem Leben begann und er mit jeder Seite bemitleidenswerter wurde, dachte ich zunächst, das wird womöglich kein Pageturner. Aber die Langatmigkeit am Anfang des Romans ist durchaus gewollt. Wir lernen den Hauptprotagonisten dermaßen gut kennen und können sich in seine ausweglose Situation förmlich hineinversetzen, so dass wir - wenn auch nur für einen kurzen Augenblick - uns fragen, ob Simon getrieben von seiner Verzweiflung und seiner Habgier vielleicht doch so weit gehen konnte, einen Mord zu begehen.

Spannung baut sich erstmal sehr langsam auf, bis die alte Dame einen Autounfall verursacht. Ab hier nimmt die Story plötzlich sehr schnell Fahrt auf, aber nicht in Form von actionreichen Handlungen, sondern vielmehr im Sinne einer neuartigen Kriminalgeschichte. Schließlich landet Simon doch auf der Anklagebank und es kommt zu einem Gerichtsverfahren, dass Grisham wieder sehr anschaulich und lebhaft schildert. Auf der Justizebene läuft es für Simon nicht gut. Es gibt auch keine klassische polizeiliche Ermittlungsarbeit mehr, weil für die Staatsanwaltschaft fest steht, dass Simon schuldig ist. Also muss er selbst ermitteln, solange er sich noch gegen Kaution auf freiem Fuß befindet: Gibt es überhaupt ein gewaltiges Vermögen? Wer hat die alte Dame vergiftet? Wieso versucht jemand, Simon einen Mord unterzujubeln? Es tauchen viele Nebenfiguren auf, so dass der Täterkreis immer größer und das Rätseln immer spannender wird.

Soviel kann man verraten: All die aufkommenden Vermutungen um die Person des Täters sind (zumindest bis zum letzten Drittel des Buches) mit Sicherheit falsch. Für mich war die Lösung des Falles jedenfalls ziemlich überraschend und unerwartet, und wirkte wie auf den letzten Drücker konstruiert, um endlich einen schlüssigen Abschluss zu liefern. Doch mE schmälert dies in keiner Weise die Qualität des Romans.

Fazit:
John Grisham wandelt diesmal mit dem Roman "Das Vermächtnis" auf den Pfaden der klassischen Kriminalgeschichte und bettet diesen gekonnt in einen Justizthriller ein. Trotz des ruhigen und langsamen Spannungsaufbaus, lesens- und empfehlenswert! Endlich mal wieder ein guter Grisham!

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Nervenaufreibende Charakterstudie

Emily Brontë, Sturmhöhe
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Zum Inhalt:
Wuthering Heights ist ein bekanntes Anwesen inmitten der rauen Moorlandschaft des englischen Yorkshire. Der junge Gentleman Lockwood pachtet das nahegelegene Herrenhaus Thrushcross Grange und ...

Zum Inhalt:
Wuthering Heights ist ein bekanntes Anwesen inmitten der rauen Moorlandschaft des englischen Yorkshire. Der junge Gentleman Lockwood pachtet das nahegelegene Herrenhaus Thrushcross Grange und macht die Bekanntschaft mit dem unangenehmen Verpächter Mr. Heathcliff. Diesen Mann umgibt eine düstere Atmosphäre, die sich seit Generationen aufgebaut hat. Zurück in seinem Herrenhaus lässt Lockwood sich von seiner Haushälterin Mrs. Dean die Geschichte von Wuthering Heights erzählen. Es ist eine Geschichte über eine unglückliche Liebe, toxische Beziehungen und die hässlichen Seiten der menschlichen Natur...

Meine Leseerfahrung:
"Sturmhöhe" von Emily Brontë hatte ich in jungen Jahren bereits gelesen, vielmehr versucht zu lesen und bin kläglich dabei gescheitert. Das Buch gehört zu den anspruchsvolleren Klassikern und sollte mit voller Aufmerksamkeit gelesen werde, die ich früher anscheinend nicht gänzlich aufbringen konnte.

Anreiz für den nächsten Leseversuch war für mich diese wunderschöne Ausgabe aus dem Anaconda Verlag und in gewisser Weise auch die Neuverfilmung, wobei letztere sich gerade mal dem Anfang der Geschichte widmet. Dabei ist diese viel weiter und komplexer zu betrachten, umfasst sie doch mehrere Generationen. Und trotz weitgefasster Zeitlinie und mehrerer Charaktere konnte ich mich mit keiner einzigen Figur aus dem Buch anfreunden. Sie alle sind durch und durch unsympathisch, insbesondere die ersten Hauptfiguren, um die sich die Liebesgeschichte anbahnt. Ich konnte weder mitfühlen noch Hoffnungen hegen, dass sich ein Happy End einstellt, gerade weil sie keine angenehmen Menschen sind.

Je weiter man liest, wünscht man sich, dass diese abstruse Liebesbeziehung ein welch auch immer geartetes Ende nimmt und uns Leserschaft endlich davon erlöst. Andererseits war es interessant, die einzelnen unvollkommenen Charaktere zu studieren und ihre Entwicklung mitzuverfolgen. Besonders die Entwicklung des Tyrannen Heathcliff ist kaum greifbar oder vorhersehbar. Er überrascht oft mit untypischen Handlungen und bleibt dennoch durchweg unsympathisch. Unerträglich ist übrigens dabei, dass der generationenübergreifende Fortgang der Geschichte von Sadismus und Grausamkeit geprägt ist.

Ich sehe "Sturmhöhe" daher nicht als eine Liebesgeschichte an, sondern eine Erzählung über die Unarten der menschlichen Natur. Und damit ist das Buch in vielerlei Hinsicht ungenießbar, aber auch faszinierend zugleich.

Fazit:
"Sturmhöhe" von Emily Brontë ist eine von Rache und Hass geprägte Geschichte, die an Dramatik nicht zu überbieten ist. Keine leichte Kost, aber eine faszinierende Charakterstudie über die gesellschaftlichen Abgründe der damaligen Zeit!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Kindgerechter und lehrreicher Weltatlas

National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren
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Zum Inhalt:
Der National Geographic Kids Weltatlas von Ravensburger bietet nicht nur bloß Karten. Neben den 120 Detail- und 40 Weltkarten enthält der Atlas u.a. auch Statistiken und Fakten rund um unsere ...

Zum Inhalt:
Der National Geographic Kids Weltatlas von Ravensburger bietet nicht nur bloß Karten. Neben den 120 Detail- und 40 Weltkarten enthält der Atlas u.a. auch Statistiken und Fakten rund um unsere Welt. Kinder können dadurch nicht nur das Kartenlesen erlernen, sondern sich darüber hinaus auch Wissen über Geographie, Kultur, Gesellschaft und Politik aneignen. Zudem sind im Anhang neben einem übersichtlichen Register auch alle 195 Flaggen aller Länder der Erde zu finden. Damit eignet sich der Atlas auf Grund seiner Aktualität ideal als ergänzendes Lernmaterial für die Schule.

Meine Leseerfahrung:
Als Kind fand ich Weltatlanten sehr spannend und war superhappy als ich den allseits bekannten Weltatlas aus dem Erdkundeunterricht zum ersten Mal in den Händen hielt. Darin waren auch alle Flaggen der Länder enthalten, die ich auf kleine Kärtchen übertrug und daraus ein Quizspiel für meine Freunde vorbereitete. Klingt nerdy? In einer Kindheit ohne Smartphone und Internet war man als Kind nun mal kreativer in der Freizeit unterwegs. Heutzutage kann man sicherlich mit einem Klick an jede Information gelangen. Aber in einer ohnehin digitalisierten Welt, gebe ich den Kindern lieber ein Buch in die Hand als sie vor den Laptop zu setzen. Zudem hat mich dieser Weltatlas von Ravensburger deswegen so beeindruckt, weil ausgewählte hochaktuelle Themen kompakt zusammengefasst sind und sich perfekt dafür eignen, die Kinder bereits in jungen Jahren zu sensibilisieren.

Nach einem kurzen Intro, wie der Atlas zu verwenden und die Karten zu verstehen sind, geht es bereits mit einer umfangreichen Einleitung, die gut ein Viertel des Buches ausmacht, weiter mit Themen u. A. wie Weltklima, Erdvegetation, Umweltbrennpunkte, Naturkatastrophen und bedrohte Tierarten. Zudem erhält man die aktuellsten Fakten zur Weltbevölkerung, -sprachen und -religionen, sowie über Migration und den Welthandel, und noch viele Themenbereiche mehr.

Besonders übersichtlich ist auch der weitere Aufbau mit den Kapiteln über die einzelnen Kontinente, wobei die Größeren nochmal in mehrere Kapitel aufgeteilt sind. Neben Karten, Statistiken und Diagrammen können die Kinder auch jede Menge Fotos aus der ganzen Welt bestaunen. Sehr lobenswert ist hier zudem das umfangreiche Glossar, mit dessen Hilfe die Kinder Begriffe wie Nullmeridian, Fjord oder Topographie nachschlagen können.

Der Weltatlas eignet sich für Kinder bereits ab 8 Jahren und ist sicherlich eine große Hilfe, erlerntes Wissen aus der Schule weiter zu vertiefen.

Fazit:
Der hochaktuelle Kinderweltatlas von National Geographic Kids vermittelt umfassendes Wissen rund um unsere Welt und eignet sich wunderbar als Nachschlagewerk für wissbegierige und neugierige Kinder, die von der Couch zu Hause aus die ganze Welt bereisen wollen. Absolut lehrreich und kindgerecht!

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Spannendes Profiling

Die Psyche des Bösen
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Zum Inhalt:
Der Kriminalist Axel Petermann ist bekannt für seine True-Crime-Bücher über Fallanalysen und Täterpsychologie. In seinem neuesten Buch "Die Psyche des Bösen" beschäftigt er sich wieder mit ...

Zum Inhalt:
Der Kriminalist Axel Petermann ist bekannt für seine True-Crime-Bücher über Fallanalysen und Täterpsychologie. In seinem neuesten Buch "Die Psyche des Bösen" beschäftigt er sich wieder mit drei spektakulären Fällen, die in den 90er-Jahren ihren Ausgang nahmen. Die Ermittlungen werden Schritt für Schritt erklärt und eine umfassende Darstellung des Täterprofils geliefert. Petermann zeigt hier, was Menschen zu Mördern macht und wie sie ihre Opfer auswählen. Gleichzeitig macht er deutlich, wie wichtig es ist, aus diesen Fällen zu lernen, zu verstehen und wachsam zu sein.

Meine Leseerfahrung:
Kennengelernt habe ich Axel Petermann mit seinem Buch "Im Auftrag der Toten" und war gefesselt von seiner gründlichen und umfassenden Ermittlungsarbeit, die er zwar mit ernster Fachlichkeit darlegt, aber dabei nie zu komplex wird. So können auch Nicht-Experten miträtseln und sich von den Ermittlungen mitreißen lassen, ohne dass es auch nur stellenweise langatmig wird.

Diesmal hat das Buch einen deutlich stärkeren Fokus auf der Täterpsychologie, wobei man hier aber keine umfangreichen psychologischen Untersuchungen erwarten sollte. Petermann bedient sich hier des strukturiert durchgeführten Profilings und liefert sachliche Erkenntnisse über Täterverhalten und die daraus gezogenen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Täters. Das beste Beispiel hierfür bietet der Fall des Roger B. (Namen wurden verändert), der bereits im Alter von 11 Jahren mit einer schockierenden Tat auffällig wird und viele Jahre später 3 Morde auf einmal begeht. Sowohl die Gespräche mit Angehörigen und Opfern sind hier sehr interessant zu lesen, als auch die Kontaktaufnahme mit dem Täter selbst.

Da es sich hier um harte Realität handelt, sollte man das Buch mit Vorsicht genießen. Viele Schilderungen sind ungeschönt, geben beispielsweise haargenau das Tatgeschehen wieder. Zudem sind die Erkenntnisse über Taten mit sexualisierter Gewalt zutiefst schockierend und zeigen die tiefsten Abgründe der menschlichen Natur, die nur schwer verdaubar sind.

Fazit:
Mit "Die Psyche des Bösen" zeigt Axel Petermann, wie ein umfassendes Profiling funktioniert und wie einwandfreie Ermittlungsarbeit aussehen sollte. Schockierende Fälle und eine vorbildliche Fallanalyse sorgen für spannende Lesestunden!

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