Cover-Bild Königin Esther
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32,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 560
  • Ersterscheinung: 19.11.2025
  • ISBN: 9783257073676
John Irving

Königin Esther

Peter Torberg (Übersetzer), Eva Regul (Übersetzer)

Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Der Meister der Erzählkunst

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Wenn John Irving erzählt, vergesse ich Zeit, Raum und dass morgens ganz früh mein Wecker klingelt. Und klingelt. Ich vergesse allerdings nie, warum das so ist. Denn Irving ist Erzähler. Und seine Romane ...

Wenn John Irving erzählt, vergesse ich Zeit, Raum und dass morgens ganz früh mein Wecker klingelt. Und klingelt. Ich vergesse allerdings nie, warum das so ist. Denn Irving ist Erzähler. Und seine Romane sind große Erzählkunst. Jeder für sich und doch alle gemeinsam. Sein Ton ist lakonisch, immer mit feinem Witz und schwarzem Humor. Und seine Figuren wachsen sofort ans Herz. Gerade weil sie solche Typen sind, häufig etwas schrullig, immer besonders. Wie auch die Handlung, die skurrile Abzweigungen und Verläufe nimmt.
Und all das, was auch Irving immer so besonders macht, habe ich Seite für Seite in „Königin Esther“ gefunden. Esther ist Waisin und ein ungewöhnlich kluges Kind als sie ins Waisenhaus in Maine gebracht wird. Ihre Mutter: gerade verstorben, von Antisemiten getötet. Und Esther ist ein gebildete junge Frau, geradlinig und mit Argumenten und Überzeugungen als sie von den Winslows als Kindermädchen für ihre jüngste Tochter Honor adoptiert wird. Ihr Wunsch, sich Jane Eyre als Zitat quer über den Oberkörper tätowieren zu lassen, schreckt die Winslows nicht ab.
So beginnt die Geschichte rund um Jimmy Winslow, der zwei Mütter hat: Esther seine leibliche und Honor die Frau, die ihn aufzieht und innig liebt. Und während Jimmy in New Hampshire eine behütete Kindheit verbringt, bleibt Esther ein Geist, ein Mysterium in der Ferne. Zuerst in Wien, später in Israel. Mit unklarem Auftrag und Ziel, auf den Spuren ihres Jüdischseins. Und auch Jimmy verbringt als Student ein Auslandsjahr in Wien. In einer schier unglaublichen Wohngemeinschaft, als Ringer – was auch sonst! – und in seinen letzten Tagen in der Stadt als werdender Vater. Und gedanklich immer auf der Suche nach Esther, in Wien auf ihren Spuren.
Und wir begleiten Jimmy in seinem Erwachsenwerden, das kuriose Wendungen und unerwartete Entwicklungen nimmt. In seinem Kampf gegen die tätowierte Tellerwäscherin. In Sorge um Siegfried, der Plastiksoldaten mit einer Knoblauchpresse verstümmelt. Und in seiner großen Liebe für Hard Rain, einem einsamen Schäferhund. Und wachen aus diesem Leben erst wieder auf, wenn der Wecker am Morgen ganz früh klingelt.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein echter John Irving

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Klappentext:
Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller ...

Klappentext:
Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

„Königin Esther“ ist der neue Roman von John Irving.
Der Autor hat es wieder geschafft, mich mit einem Buch total zu begeistern.

In seiner Geschichte erzählt der Autor das Leben von Jimmy Winslow. Bis er geboren wird, dauert es aber eine Zeit. Erst lernt man Thomas und Constance Winslow, die Großeltern von Jimmy kennen. Er ist Lehrer, sie Bibliothekarin. Gemeinsam haben sie 4 Töchter. Für jede Tochter haben sie ein älteres Mädchen aus einem Waisenhaus geholt, dass sie als Au-pair in die Familie aufgenommen haben. Den Waisenmädchen ging es in der Familie gut und sie durften Bildung, auf die in der Familie großen Wert gelegt wurde, genießen.
Die jüngste Tochter ist Honor, für sie wurde Esther, ein jüdisches Mädchen aus einem Waisenhaus geholt. Hier stoßen eifrige Irvin Leser*innen auf einen bekannten Protagonisten, Dr. Wilbur Larch. In „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ war er auch Arzt in einem Waisenhaus.
Als Honor dann erwachsen war, hegte sie den Wunsch nach einem Kind, wollte aber keinen Kontakt zu Männern haben. Esther, die Honor noch immer verbunden ist, wird für sie schwanger. So kommt Jimmy zur Welt. Er hat zwei Mütter und keinen Vater.

John Irving erzählt die Geschichte wieder sehr detailliert, sehr ausführlich. Man muss der Geschichte etwas Zeit geben, um sich zu entfalten. Wer John Irving kennt, weiß, dass er seine Geschichte gerne reichlich ausschmückt. Die Formulierung der einzelnen Sätze ist oft eine Meisterleistung. Der Autor versteht, die Sprache einzusetzen.
Für Peter Torberg und Eva Regul, die das Buch übersetzt haben, sicher keine leichte Aufgabe. Sie haben sie aber bravourös gemeistert.

Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet und werden auch sehr gut beschrieben. Für mich waren sie lebendig geworden. Jimmys Geschichte hat mir gut gefallen und mich berührt. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

„Königin Esther“ hat zwar zwischendurch einige Längen, John Irving konnte mich mit seiner Geschichte aber wieder begeistern.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Eine Odyssee von Herkunft und Schicksal

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In John Irvings neuem Roman „Königin Esther“ verschmelzen Familiendrama, jüdische Geschichte und typische Irving-Eskapaden zu einer fesselnden Reise von Neuengland nach Wien und Israel. Jimmy sucht seine ...


In John Irvings neuem Roman „Königin Esther“ verschmelzen Familiendrama, jüdische Geschichte und typische Irving-Eskapaden zu einer fesselnden Reise von Neuengland nach Wien und Israel. Jimmy sucht seine mysteriöse Mutter Esther – doch wer ist die Frau, die als Leihmutter agiert und später zum Mythos wird? Ein Spätwerk voller Wendungen, das Themen wie Abtreibung und Identität mit Ironie und Tiefe beleuchtet.

Inhalt/Zusammenfassung „Königin Esther“
„Königin Esther“ erzählt von der Familie Winslow, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Neuengland lebt und Waisenkinder adoptiert. Im Zentrum steht Esther Nacht, eine jüdische Waise aus dem Waisenhaus St. Cloud’s (bekannt aus Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“), die als Kindermädchen bei den Winslows arbeitet. Sie schließt einen Pakt mit der jüngsten Tochter Honor: Esther lässt sich schwängern, gebärt Jimmy und verschwindet dann nach Wien und Israel. Der junge Jimmy, Adoptivsohn der Winslows und leiblicher Sohn von Esther, reist in den 1960er-Jahren nach Wien, um auf Honors Wunsch ein Kind zu zeugen und Spuren seiner Herkunft zu finden. Die Handlung spannt sich über Jahrzehnte, verbindet Familiengeschichten mit der Gründung Israels und endet mit einem Treffen in Israel.

Worum geht es wirklich in „Königin Esther“?
Der Roman dreht sich um Herkunft, Identität und familiäre Bindungen. Irving webt eine komplexe Erzählung, in der Esther als abwesende, mythische Figur wirkt – inspiriert von der biblischen Königin Esther. Esther trägt für Honor ein Kind aus. Jimmy begibt sich später auf eine „Irrfahrt“ nach Wien, wo er in einer WG mit der lesbischen Jolanda und dem schüchternen Claude lebt und seine Mission erfüllt. Rückblenden enthüllen Esthers Schicksal: Als Jüdin, deren Eltern aus Europa flohen und deren Mutter in Portland von Antisemiten ermordet wurde, sucht sie ihre Wurzeln. Irving verknüpft dies mit Querverweisen zu seinen früheren Werken und reflektiert über Antisemitismus, Zionismus und das 20. Jahrhundert.

Der Charakter von Esther: Mythos oder Mensch?
Esther Nacht ist die titelgebende geheime Heldin, eine rätselhafte Abwesenheit, die den Roman antreibt. Als 14-Jährige lässt sie sich aus „Jane Eyre“ den Satz „Je einsamer ich bin, je weniger Freunde ich habe, je weniger man mir hilft, desto mehr will ich mich selbst achten“ tätowieren – ein Symbol ihrer Unabhängigkeit und inneren Stärke. Das Zitat „Mich kümmert’s“ fängt Irvings typische provokative Haltung ein. Es stammt aus Esthers rebellischer Jugend, vielleicht im Kontext ihrer Entscheidung für das Tätowieren oder den Leihmutterschaftspakt – ein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber Konventionen und gesellschaftlichem Druck. Es unterstreicht ihre Unabhängigkeit: Trotz Einsamkeit und Verlusten kümmert sie nur ihr Selbstwert. Eine trotzige Antwort auf Ablehnung, die durch den Roman hallt und auch Jimmys Suche begleitet. Geboren in Wien, Waise, pflegt sie Honor wie eine Schwester, opfert sich als Leihmutter und zieht dann in die Welt: Wien, Haifa, Israel, wo sie für den Geheimdienst arbeitet. Sie bleibt „merkwürdig abwesend“, ein Zentrum der Lücke, das durch Briefe und Erinnerungen wirkt – weniger konkrete Person, mehr mythische Kraft, die Familie und Geschichte beeinflusst. Kritiker sehen in ihr eine „zionistische Kämpferin“, die als Racheengel Israel verteidigt.

Falls Esthers ständig wechselnde Anschriften etwas zu bedeuten hatten, so behielt sie das für sich. John Irving. Königin Esther (Function). Kindle Edition.1951 lautete die Anschrift für eine Weile HaYarkon-Straße in Tel Aviv; ursprünglich hatte sich dort das Büro des Mossad befunden. »Das könnte auch Zufall sein«, sagte Isaac Drucker nur. Später zog das Hauptquartier des Mossad in die Büros des Ministeriums in Sarona, das Esther die Kirya nannte; es hätte auch Zufall sein können, dass Esther dort ebenfalls eine Anschrift hatte.

John Irving. Königin Esther (Function). Kindle Edition.

Jimmy Winsl0w – „Königin Esther“
Jimmy Winslow verkörpert die unbeholfene Jugend. Als Student in den 1960ern reist er nach Wien, um Vater zu werden – eine skurrile Mission, um einer Einberufung zum Vietnamkrieg zu entgehen, wie Honor andeutet. Unbeholfen, neugierig und literaturliebend, taucht er in das Wien der 60er ein: voller Geheimnisse, Versuchungen und seiner WG mit exzentrischen Freunden. Jimmy sucht nicht nur seine Mutter Esther, sondern seine Identität inmitten von „großen Gefühlen und unglaublichen Wendungen“. Er wird Vater einer Tochter mit zwei Müttern, bleibt aber geprägt von der Abwesenheit Esthers, die aus Israel schützend wirkt. Seine Reise endet in einem symbolträchtigen Treffen mit Esther – ein Höhepunkt tragikomischer Irving-typischer Entwicklung.

Die Figuren sind typisch Irving: skurril, liebenswert, tragikomisch. Constance und Thomas Winslow – sie Bibliothekarin, er kleiner Dickens-Fan – bauen eine Tugend-familiäre Idylle mit Töchtern (nach Tugenden benannt) und adoptierten Kindermädchen. Honor, seelenverwandt mit Esther, betreut Jimmys Mission. Nebenfiguren wie Jolanda (lesbisch, unterstützend), Claude (schüchtern) und Frau Holzinger bereichern die WG-Chaos. Alle wachsen dem Leser ans Herz durch „Verschrobenheiten“ – Tätowierungen, Pakte, Irrfahrten.

Sprache und Stil in „Königin Esther“:
Irving’s Sprache ist ein Meisterwerk: langsam, vielstimmig, ironisch, mit glänzenden Dialogen und dickensschem Flair. Er „zieht in ein soziales Gewebe“, baut Atmosphäre durch Alltagsgespräche, Vorurteile und Eigentümlichkeiten auf – kein klassischer Plot, sondern Ton und Haltung. Rückblenden und Querverweise (z.B. zu Dickens, Balzac, Grass) changieren elegant. Wien der 60er lebt durch Geheimnisse, Neuengland durch familiäre Wärme. Kritiker loben die „große Erzählkunst“, die Figuren ans Herz wachsen lässt.

"Königin Esther" John Irving (Rezension)
Fazit/Kritik „Königin Esther“
Irving greift sein Lieblingsthema Schwangerschaftsabbruch auf, verknüpft mit dem Waisenhaus St. Cloud’s und Dr. Larch (aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“). Esthers Leihmutterschaft als Gegensatz zu Abtreibung als Wahl: Sie gebärt freiwillig für Honor, statt zu unterbrechen. Es geht um Frauenrechte, Verantwortung und Konsequenzen – politisch aufgeladen, wie Honors kryptische Einberufungs-Vermeidung via Vaterschaft zeigt. Im Kontext von Antisemitismus und Israel-Gründung wird Abtreibung subtil als Freiheit thematisiert.

Irving entwickelt faszinierende Figuren. Manchmal überladen mit Symbolik (Happy-End „mit Brechstange“). Ein Buch, das ideal für Fans ist. Ich lese Irving sehr gerne, weil man, wenn man sich darauf einlässt, in weitere Stufen des Romans eintauchen kann. Die Romane von Irving sind ein Füllhorn der Symbole aus Geschichte, Philosophie und Gegenwart. Gleichzeitig schafft Irving eine eigene Welt, indem er auf andere seiner Bücher Bezug nimmt. Ich liebe es!

Eine eindringliche Leseempfehlung!

Mein herzlicher Dank geht an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Herzschläge und Weltgeschichte — ein Roman, der bebt

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Schon auf den ersten Seiten hat das Buch mich in eine Welt gezogen, die gleichzeitig vertraut und voller Geheimnisse ist. John Irvings Sprache webt Bilder, die lange nachhallen: das salzig-feuchte Licht ...

Schon auf den ersten Seiten hat das Buch mich in eine Welt gezogen, die gleichzeitig vertraut und voller Geheimnisse ist. John Irvings Sprache webt Bilder, die lange nachhallen: das salzig-feuchte Licht von New Hampshire, die engen Gassen Wiens, das flirrende Zwielicht zwischen politischen Umbrüchen und persönlicher Suche. Jimmy Winslows Suche nach Herkunft und Liebe wird nie plakativ, sondern bleibt zart verknüpft mit absurden, oft schmerzhaften Details — ein vaterloser Junge, ein Schäferhund, die große Idee, im Zweifel Vater zu werden, um dem Militär zu entgehen. All das erzählt Irving mit einer Mischung aus Melancholie und schwarzem Humor, die mich mehrfach atemlos lächeln ließ.

Die Figuren sind lebendig, widersprüchlich und warmherzig gebrochen; besonders die Beziehung zu Annelies bleibt mir im Herzen. Manche Wendungen geraten beinahe opernhaft, doch genau diese Emotionalität macht das Lesen so reich: Hier trifft großes Weltgeschehen auf intime, fast zerbrechliche Momente. Manchmal hätte das Tempo ein wenig straffer sein dürfen — einige Szenen ziehen sich —, aber die Belohnung ist ein Roman, der lange nach dem Zuklappen nachklingt. Wer starke, bildgewaltige Charakterstudien mag, wird hier viel finden.

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