Cover-Bild Die kleinste größte Welt
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 15.05.2026
  • ISBN: 9783423448680
Katrin de Vries

Die kleinste größte Welt

Roman
Zwei Hebammen, ein kleines Mädchen und ein ostfriesisches Dorf im Strudel der Zeit
Ein ungewöhnlicher, auch ungewöhnlich schön erzählter Roman einer Kindheit und eines ostfriesischen Dorfes während der Umbrüche in den 1960er Jahren
Dort, wo es rau und windig ist, manchmal eisig kalt, und wo ein großer Himmel alles überwölbt, wird 1959 Greta geboren. Nicht in einer Klinik – der Weg ist zu weit –, sondern mit Hilfe der Dorfhebamme in dem Landarbeiterhäuschen ihrer Großeltern. In diesem Landstrich an der Grenze zu den Niederlanden wächst das Mädchen auf, eingefügt in das Dasein ihrer Vorfahren, und doch gibt es Veränderungen – langsam, aber stetig schreiten sie voran. Straßen werden geteert, Fernseher und Wäscheschleuder halten Einzug, man schafft sich ein Moped und schließlich ein Auto an, ja insbesondere das Leben der Frauen ändert sich: Geburten, Mutterschaft, Familie, alles unterliegt dem Wandel. Anschaulich und atmosphärisch dicht zeigt Katrin de Vries: Die kleine Welt eines ostfriesischen Dorfes war eine große.
Eine Zeitreise in die Vergangenheit, die deutlich macht, dass Veränderungen für beides stehen: Fortschritt und Verlust

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Iffi in einem Regal.
  • Iffi hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Ein Dorf im Wandel der Zeit

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Zwischen Wind, weitem Himmel und einem kleinen ostfriesischen Dorf entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und lange nachwirkt. Das Leben von Greta wächst Seite für Seite mit den Veränderungen ...

Zwischen Wind, weitem Himmel und einem kleinen ostfriesischen Dorf entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und lange nachwirkt. Das Leben von Greta wächst Seite für Seite mit den Veränderungen einer ganzen Zeit mit. Alte Gewohnheiten verschwinden langsam, Neues kommt dazu. Darin liegt viel von der Stärke dieses Romans. Beim Lesen entsteht nach und nach das Bild eines Dorflebens, das heute weit entfernt wirkt und trotzdem vertraut erscheint.
Die Geschichte lebt von vielen kleinen Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Die Arbeit der Hebammen, das enge Miteinander im Dorf und die Veränderungen im Leben der Frauen wirken greifbar, ohne überladen beschrieben zu werden. Vieles erscheint selbstverständlich und zeigt gerade dadurch, wie anders der Alltag damals war. Während Straßen geteert werden und neue Dinge Einzug halten, verändert sich nach und nach auch der Blick auf Familie, Geburt und Zusammenhalt.
Mit jeder Seite wurde deutlicher, wie schnell Vertrautes verschwinden kann, obwohl Veränderungen oft ganz unscheinbar beginnen. Gerade die stillen Beobachtungen über den Alltag machen diesen Roman lesenswert.
Beeindruckend ist, wie die Kindheit dargestellt wird. Vieles besteht aus kleinen Erlebnissen, aus Menschen im nahen Umfeld und aus Dingen, die damals einfach dazugehört haben. Dadurch wirkt Greta glaubwürdig und ihre Welt wird immer greifbarer. Manche Szenen lesen sich fast wie Erinnerungen aus einer anderen Zeit.
Der Roman lässt sich Zeit. Das allerdings muss man mögen. Gerade dadurch entsteht ein gutes Bild vom Dorfleben und davon, wie sich der Alltag langsam verändert. Am Ende bleibt nicht nur die Geschichte eines Mädchens im Kopf, sondern auch der Eindruck davon, wie viel sich innerhalb weniger Jahre verschieben kann.
Was zusätzlich hängen bleibt, sind die vielen kleinen Veränderungen, die zuerst kaum auffallen und später doch ein ganzes Leben beeinflussen. Das betrifft Familien, das Leben der Frauen und auch den Zusammenhalt im Dorf. Vieles wirkt so, als könnte es genau so gewesen sein.
Am Ende blieb vor allem die Erinnerung an eine Zeit, in der vieles einfacher wirkte und zugleich schwerer war. Der Roman erzählt leise von Wandel, ohne dabei den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Dafür gebe ich sehr gern 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

"Ich habe die Hebamme gerufen" "Oh nein dann muss ich noch mehr Kartoffeln aufsetzen!" Schönes Buch für zwischendurch

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Ein ostfriesisches Dorf Ende der 1950er Jahre, zwischen Traditionen und Fortschritt.
Die Hebamme Geeske holt seit nunmehr 50 Jahren Kinder auf die Welt, wie auch Greta.
Greta ist smart und wächst primär ...

Ein ostfriesisches Dorf Ende der 1950er Jahre, zwischen Traditionen und Fortschritt.
Die Hebamme Geeske holt seit nunmehr 50 Jahren Kinder auf die Welt, wie auch Greta.
Greta ist smart und wächst primär bei ihren Großeltern auf, denn deren junge Mutter muss Geld in der Fabrik ranschaffen und der Erzeuger möchte keine Tochter.
Im Wechsel der Perspektiven gibt das Buch authentisch die frühere Zeit wieder. Mit einem nüchternen humorvollen Stil (oder typisch norddeutsch?) wurde ich oft zum Schmunzeln gebracht.
Besonders inhaltlich war es sehr interessant, sowohl die Einblicke in die Haushalte, doch vor allem in die medizinischen Kenntnisstände.
Der männliche Mediziner, der mit seinem Studium glaubte, den Hebammen intellektuell voraus zu sein, war eine der wichtigsten Szenen.
"Wir können doch nicht für jede Frau einen extra Kreißsaal einrichten" oder "Es ist nicht zeitgemäß, dass eine Mutter ihr Kind monatelang stillt. Mutter sein wir immer einfacher." (epub S. 60 ff)

Ein kurzes Buch, das man aber wunderbar genießen kann und viel Unterhaltung bietet.

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