Mehr als Völkerverständigung
Vor Jahren hat mein Sohn dieses Buch in der Schule gelesen. Die ersten Kapitel haben wir zusammen zu Hause gelesen. Somit war es für mich eines dieser unvollendeten Bücher. Da der Beginn jedoch schon so ...
Vor Jahren hat mein Sohn dieses Buch in der Schule gelesen. Die ersten Kapitel haben wir zusammen zu Hause gelesen. Somit war es für mich eines dieser unvollendeten Bücher. Da der Beginn jedoch schon so verheißungsvoll war, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht. Matze ist ein 11-jähriger Ost-Berliner Junge. Er träumt von Palmenstränden und wünscht sich einen Brieffreund, der ihn vielleicht mal an seinen Strand einlädt. So kommt er auf die Idee eine Flaschenpost in die Spree zu werfen. Doch kein Junge aus einem weit entfernten Land, sondern das West-Berliner Mädchen Lika zieht seine Flasche aus dem Wasser. Und West-Berlin stellt sich als ähnlich exotisch heraus, wie der Palmenstrand. Denn auch darüber weiß Matze eigentlich nichts. Die Kinder freunden sich an und lernen viel über die geteilte Stadt und die unterschiedlichen Systeme, in denen sie leben. Da ich selbst in West-Berlin aufgewachsen bin ist dieses Buch für mich wie eine Zeitreise in die 80er Jahre. Klaus Kordan hat es damals geschrieben, ohne zu wissen, dass dieses Berlin bald der Geschichte angehören wird. Gerade das macht es für mich so faszinierend und echt. Ja es ist ein Kinderbuch, aber gerade die Sicht der Kinder auf diese verquere Welt, hat mir bestätigt, wie sehr sich der erwachsene Mensch doch verrannt hat. Diese 170 Seiten sind gerade auch für Erwachsene ein echter Augenöffner.