Cover-Bild Buch der Gesichter
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Zsolnay, Paul
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 19.08.2025
  • ISBN: 9783552076013
Marko Dinić

Buch der Gesichter

Roman
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2025. »Die Menschen, über die Marko Dinić schreibt, verlieren sich in den Schrecken der Historie eben nicht. Ihre Hoffnungen, ihre Kämpfe werden sichtbar durch die Kraft der Literatur.« Clemens Meyer

Belgrad 1942: Der Tag, an dem das okkupierte Serbien für »judenfrei« erklärt wird, ist der Tag, an dem Isak Ras seinen vielleicht letzten Streifzug durch die Stadt wagt. Er ist auf der Suche nach den Überresten seiner verschütteten Vergangenheit: Was ist vor 21 Jahren geschehen, als Isaks Mutter spurlos verschwand? Hatten die Anarchisten Rosa und Milan damit zu tun? Oder die mysteriösen Doppelgänger, die in der Stadt herumliefen? Acht Kapitel, acht unterschiedliche Perspektiven ergeben am Ende dieses großen Romans die Lösung eines gewieften Rätsels. Marko Dinić ist ein beeindruckender Text gelungen, eine Geschichte Serbiens und Europas im zwanzigsten Jahrhundert. Sein »Buch der Gesichter« ist Erinnerungsliteratur in moderner Form.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Venatrix in einem Regal.
  • Venatrix hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Interessanter Roman

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Der Klappentext hat mich angesprochen, ohne dass ich auch nur geahnt habe, dass sich dieses Buch auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2025 wiederfinden würde.

Marko Dinić ist ein serbischer Schriftsteller, ...

Der Klappentext hat mich angesprochen, ohne dass ich auch nur geahnt habe, dass sich dieses Buch auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2025 wiederfinden würde.

Marko Dinić ist ein serbischer Schriftsteller, der in Österreich lebt und publiziert. In diesem Roman erzählt er an Hand der Witwe Olga Ras und deren Sohn Isak über die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Zemun, einem Vorort von Beograd. Um nicht als Jude erkannt zu werden, nimmt Isak den Namen Ivan an und wird auf den folgenden Seiten immer als IsakIvan bezeichnet. Somit ist klar, wer gemeint ist, da Ivan ein ziemlich häufiger Name am Balkan ist.

Dabei lässt Marko Dinić insgesamt acht Erzähler zu Wort kommen. Daher ist die Reihenfolge der Ereignisse nicht immer chronologisch. Zeitlich erstreckt sich die Erzählung von der Habsburgermonarchie bis zu völligen Auslöschung der jüdischen Gemeinde im Jahr 1942 sowie in die Gegenwart des Balkans, der nach wie vor nicht zur Ruhe kommt. Neben Isaklvan spielt ein kostbares Buch aus dem Besitz von Olga Ras eine gewichtige Rolle: Das Buch der Hagada. Die Leser erfahren wenig über dessen Inhalt, nur, dass es auch für viele andere wichtig ist.

In seiner oft derben Sprache erinnert der Autor daran, dass Juden in der wechselhaften Geschichte Serbiens dem Antisemitismus in höchstem Maße ausgesetzt waren. Dabei spielt es keine Rolle, wer gerade die Macht hat. An manchen Stellen ist es hilfreich, sich über die weitere Geschichte des Balkans zu informieren, denn Marko Dinić lässt seinen Roman mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs enden. Doch dass damit ist die verworrene Situation am Balkan noch lange nicht beendet ist, kann man den Nachrichten auch 2025 entnehmen.

Als serbischer Schriftsteller flicht Marko Dinić zahlreiche Begriffe und Bezeichnungen in der Originalschreibweise ein, so dass man das eine oder andere Mal nicht ganz genau weiß, was gemeint ist. Laut vorlesen hilft.

Fazit:

Diesem Roman, der den Lesern einiges abverlangt, sei es durch die Sprache oder die Erzählweise, gebe ich 3 Sterne.
Bin schon neugierig, ob er es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schafft.

Veröffentlicht am 25.08.2025

Krieg ist überall ein Grauen

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Mir hat dieses Buch nicht gefallen. Warum? Gefühlt auf jeder Seite tauchte das Wort Genosse auf, ich habe es nicht gezählt. Der Roman liest sich daher eher wie ein Parteiprotokoll der Kommunisten, egal ...

Mir hat dieses Buch nicht gefallen. Warum? Gefühlt auf jeder Seite tauchte das Wort Genosse auf, ich habe es nicht gezählt. Der Roman liest sich daher eher wie ein Parteiprotokoll der Kommunisten, egal zu welcher Zeit. Dass sich die Zeiten im Roman überschneiden, abwechseln und neu auftauchen, ist verwirrend, aber nachvollziehbar. Die Protagonisten werden dem Leser nahegebracht, manchmal durch kleine Gesten oder Gedanken oder durch ihre Äußerungen. Das schönste Zitat aus diesem Buch möchte ich hier veröffentlichen "Also ich warte, Gott, wie lange warte ich?" - Geduld ist auch beim Lesen gefragt.
Zum Schluss liest man dann "Im Andenken an de Opfer des Faschismus" - ich füge hinzu, "Im Andenken an die jüdischen Opfer".

Fazit: Die Geschichten, die der Roman erzählt, sind traurig und bedrückend, wie er sie erzählt, ist manchmal verwirrend. Trotzdem: gute drei Sterne.

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